Einige Tage waren vergangen, seit Jayden und Chen zusammen essen gegangen waren.
Das Leben auf dem Campus hatte seinen Rhythmus gefunden – Vorlesungen, Lachen auf den Fluren, neue Gesichter überall.
Doch in Jayden fühlte sich nichts mehr gleich an.
Immer wenn er Chen irgendwo sah – zwischen den Menschen, auf dem Weg zur Bibliothek, beim Training auf dem Sportplatz – zog sich etwas in seiner Brust zusammen. Es war kein Schmerz. Aber auch kein einfaches Gefühl.
Es war … mehr.
Zu viel, um es zu ignorieren.
Er ertappte sich dabei, nach ihm Ausschau zu halten.
Nach seiner Stimme.
Nach seinem L?cheln.
Und jedes Mal, wenn sich ihre Blicke zuf?llig trafen, pochte sein Herz so laut, dass Jayden fürchtete, Chen k?nnte es h?ren.
Er gab sich Mühe, normal zu bleiben. Er lachte mit Jonathan, ging zu den Vorlesungen, lernte, als w?re alles wie immer. Doch in den stillen Momenten – wenn der Tag sich legte und er allein auf seinem Bett lag – kam alles zurück.
Warum fühlt sich das so an?
Warum denke ich so oft an ihn?
Ist das … Liebe?
Das Wort machte ihm Angst. Es klang gro?, gef?hrlich, unausweichlich.
Jayden drehte sich zur Wand, presste sein Gesicht ins Kissen und versuchte, die Unruhe in sich zu beruhigen. Doch sie blieb.
Am n?chsten Tag traf er Chen zuf?llig vor der Mensa.
?Hey“, sagte Chen und l?chelte, als w?re nichts Besonderes.
Doch in Jaydens Kopf drehte sich alles. Er erwiderte das L?cheln, doch seine Stimme zitterte leicht.
?Hi.“
?Wie l?uft’s mit dem Studium?“
?Gut … denke ich“, antwortete Jayden, ohne wirklich zu wissen, was er sagte.
Chen lachte leise. ?Du denkst?“
Jayden hob kurz die Schultern. ?Ich bin noch dabei, mich einzugew?hnen.“
Chen nickte verst?ndnisvoll. ?Wenn du mal Hilfe brauchst – oder einfach jemanden zum Reden – sag Bescheid.“
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Jayden wollte antworten. Wollte etwas sagen, das h?ngen blieb. Doch die Worte blieben ihm im Hals stecken. Er nickte nur und sah zu Boden.
Als Chen gegangen war, blieb Jayden mitten im Gedr?nge stehen.
Sein Herz raste immer noch.
Das darf nicht so sein, dachte er.
Er meint es nur freundlich. Ich bilde mir das ein.
Doch eine leise Stimme in ihm flüsterte:
Und wenn nicht?
In den folgenden Tagen wurde es nicht leichter.
Chen schrieb ihm hin und wieder – kurze Nachrichten, scheinbar belanglose Worte. Und doch reichten sie aus, um Jayden aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Ein Wie geht’s dir? konnte seinen ganzen Tag ver?ndern.
Ein Bis sp?ter lie? ihn l?cheln, ohne dass er es wollte.
Jonathan bemerkte die Ver?nderung.
?Du bist irgendwie … anders in letzter Zeit“, sagte er eines Abends.
Jayden wich seinem Blick aus. ?Ich bin nur müde, glaub ich.“
Doch Jonathan lie? sich nicht t?uschen. Er kannte ihn zu gut.
?Manchmal“, sagte er ruhig, ?braucht das Herz Zeit, bis der Kopf versteht, was los ist.“
Diese Worte blieben bei Jayden.
Lange nachdem Jonathan eingeschlafen war.
Sp?t in der Nacht stand er am Fenster und sah hinaus auf den stillen Campus. Er suchte den Himmel nach Sternen ab – jenen stillen Punkten, die ihm sonst immer Ruhe gaben.
Was, wenn Jonathan recht hat?
Was, wenn das, was ich fühle, mehr ist als Freundschaft?
Er legte die Hand auf seine Brust. Sein Herz schlug ruhig, aber fest – als wolle es ihm etwas sagen.
Ein leises, unmissverst?ndliches Ja.
Jayden schloss die Augen.
Zum ersten Mal lie? er den Gedanken zu, den er so lange verdr?ngt hatte, und sprach ihn still in sich aus:
Ich glaube … ich verliebe mich.
Der Gedanke erschreckte ihn.
Und zugleich w?rmte er ihn mehr als alles, was er kannte.
Jayden l?chelte leise.
Denn tief in seinem Inneren wusste er:
Manche Gefühle kommen leise –
aber sie ver?ndern alles.

