home

search

Band 4

  Szeneanfang:

  Piri robbt auf dem Bauch zu Meneor. Piri: "Kannst du nicht etwas vorsichtiger 'vorsichtig' sein. Mein Herz hat fast ausgesetzt."

  Meneor: "Im Zeitpunkt des Handelns hat das Vorsicht ein gewisses Ende."

  Piri: "Das verstehe ich nicht."

  Meneor: "Wenn du aus Vorsicht zu lange wartest mit Handeln, wird das Warten zum Risiko."

  Piri: "Also ist es vorsichtiger zu handeln als zu warten. Und weil Handeln riskant ist, hat das Vorsicht ein gewisses Ende."

  Piri: "Aber was willst du jetzt tun? Weitere Steine reinschmeissen?"

  Meneor: "Wir brauchen übersicht."

  Meneor robbt bis an den Rand des Bunkereingangs, ...

  ... wo er sich auf den Rücken dreht.

  Piri: "?"

  Meneor zieht ein breites Messer ...

  ... und h?lt es sich übers Gesicht, um das Spiegelbild des Einganges zu betrachten.

  Piri: "?"

  Im Messer spiegelt sich eine lange Treppe, bis zur H?lfte beidseits von Mauern umgeben. Meneor: "Schau."

  Piri legt sich neben Meneor auf den Rücken.

  Kopf an Kopf schauen sie ins Spiegelbild.

  Piri: "Und was bringt dir jetzt dieses übersicht? Jedes Stufe k?nnte ein Falle ausl?sen."

  Meneor, auf allen Vieren vorsichtig über den Rand des Bunkereingangs sp?hend: "Mit deinem Voraussicht k?nnen wir doch schon etwas anfangen."

  Piri, immer noch auf dem Rücken: "Was denn?"

  Meneor, aufstehend: "Wir k?nnen es überprüfen."

  Meneor schaut sich suchend um.

  Piri: "?"

  Meneor greift sich einen etwa fünfzig Zentimeter durchmessenden, rundlichen Stein ...

  ... und l?sst ihn die Treppe hinunter rollen, so dass er auf jeder Stufe aufschl?gt.

  Piri verfolgt es auf allen Vieren. Meneor stehend. Piri: "Aber das gibt uns immer noch kein ..."

  Piri verstummt verblüfft, weil der Stein gleich nach der Treppe in einer Falltür verschwindet. Meneor: "Nein, es gibt kein Sicherheit. Wenn du k?mpfst, riskierst du immer dein Leben."

  Piri schaut Meneor mit grossen Augen an und sagt: "Ich habe Angst."

  Meneor: "Angst hilft dir beim überleben."

  Piri: "Aber warum k?mpfen und Angst haben? Hier habe ich doch ein friedliches Leben."

  Meneor: "Zwischen so vielen Natürlichen, die sich vor Genmonstern fürchten und die mich geschickt haben, euch zu t?ten?"

  Piri schaut ihn mit tr?nenden Augen gross an.

  Piri, leise, mit gesenktem Blick: "Aber warum wollen sie uns t?ten?"

  Meneor: "Ihr habt die Krieger und die Kampforganismen gemacht, durch die fast alle Natürlichen auf diesem Planeten get?tet worden sind."

  Piri schaut ihn wieder mit tr?nenden Augen gross an und sagt: "Wir haben kein Herrschbedürfnis, eher ein ausgepr?gtes Beliebtheitsbedürfnis. So konnten die Natürlichen uns halten wie friedliche Schafe, die alles taten, was sie wünschten."

  Meneor: "Und jetzt willst du dich abschlachten lassen wie ein Schaf?"

  Piri, leise, mit abwesendem Blick: "Nein. Ich weiss zwar nicht warum, aber ich lebe gern."

  Meneor: "Dumm wie ein Schaf, ?ngstlich wie ein Huhn.

  Kannst so nichts Wirksames jemals tun."

  Piri, sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Ohren zuhaltend: "Ist gut, ist gut.

  Ich hab' wieder Mut."

  Meneor, lachend: "Dein Poesie ist aber genauso schrecklich."

  Piri lacht mit glitzernden Tr?nen in den Augen.

  Piri zeigt mit ausgestrecktem Arm die Treppe hinunter und sagt: "Jetzt weisst du zwar, dass die Stufen keine Fallen ausl?sen, aber es k?nnten immer noch Ausl?ser in den W?nden versteckt sein."

  Meneor beginnt, auf allen Vieren die Treppe hinunter zu kriechen. Meneor: "Bis auf Steinh?he ist nichts ausgel?st worden. Machen wir's ihm nach."

  Piri betrachtet erstaunt die krebsartige Fortbewegung Meneors, ...

  ... schüttelt den Kopf und denkt: 'Was tue ich hier eigentlich?'

  Dann l?chelt sie ...

  ... und folgt ihm im Krebsgang nach.

  Wo die dicke Decke aufh?rt, nimmt Meneor sein Messer und spiegelt den schwach erleuchteten Gang. Weiter unten hat die Treppe ein Gel?nder.

  Er steckt das Messer weg und bewegt sich weiter.

  Szeneanfang:

  Stadtpr?sident Eck sitzt in seinem Büro und schaut fern.

  Im Fernseher kommen die Natural News. Sprecherin: "Freispruch für Chief Held. Das seinerzeit von Chief Held eingeführte Schnellgericht befasst sich heute mit dem Vorwurf des versuchten Mordes an Genville Gefangenen ..."

  Sprecherin: "... Chief Held soll einen Genkrieger mit dem Auftrag, alle Insassen zu t?ten, nach Genville eingeschleust haben ..."

  Sprecherin: "... Der von Stadtpr?sident Eck genannte Zeuge, Gef?ngnisarzt Doktor Meer, wurde heute von Richter Zufall befragt."

  Vor dem Gerichtsgeb?ude h?lt ein Natural News Reporter Richter Zufall das Mikro hin und fragt: "Richter Zufall, was hat die Befragung des Zeugen Meer ergeben?"

  Richter Zufall: "Der Zeuge konnte die gegen Herrn Held erhobenen Vorwürfe nicht best?tigen."

  Reporter: "Wie erkl?ren Sie sich, dass Stadtpr?sident Eck Doktor Meer als Zeugen benannt hat, wenn er doch gar nichts aussagen kann?"

  Richter Zufall: "Doktor Meer hat nichts Belastendes ausgesagt. Aufgrund mangelnder Beweise habe ich Herrn Held freigesprochen."

  Reporter: "Aber das beantwortet meine Frage nicht. Glauben Sie an einen Rufmord?"

  Richter Zufall: "Ich habe keinen weiteren Kommentar."

  Der Reporter wendet sich Chief Held zu und fragt: "Chief Held, werden Sie nach diesem Freispruch wieder auf Ihren Posten als Polizeichef zurückkehren?"

  Chief Held: "Das Vertrauen zwischen mir und dem Stadtpr?sidenten ist nach diesem Zwischenfall so erschüttert, dass eine weitere Zusammenarbeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht erscheint."

  Reporter: "Was werden Sie jetzt tun?"

  Chief Held, l?chelnd: "Mich entspannen, ein gutes Buch lesen. Ich habe Natural City zu einem sicheren Ort gemacht. Ich hoffe, dass es auch so bleibt."

  Reporter: "Das hoffen wir auch."

  Eck ruft: "Ausschalten!" ...

  ... und dreht sich zu seinem Schreibtisch, ...

  ... wo er seinen Kopf in die H?nde stützt und denkt: 'Warum ist Meer umgekippt? ... Ich muss es wissen!'

  Meer ist in seinem Labor, als der Kommunikator sich meldet. Meer zum Kommunikator: "Ja, Meer hier?"

  Kommunikator: "Eck. Warum haben Sie gelogen?"

  Meer kommt ins Schwitzen: "Held war pl?tzlich hier im Labor mit Leuten in Uniformen, die ich noch nie gesehen hatte ..."

  Kommunikator: "Was für Uniformen?"

  Meer: "Es stand 'Natural Guard' drauf, und sie haben mich mit dem Tod bedroht, wenn ich aussagen würde."

  Kommunikator: "Ich verstehe. Danke, dass Sie mir die Wahrheit gesagt haben."

  Eck, in seinem Büro, denkt: 'Dieser hinterlistige Held hat sich also eine Privatarmee zugelegt ... Ein gutes Buch lesen, will er? ... Ich werde ihn zur Strecke bringen, dann kann er den Rest seines Lebens im Gef?ngnis gute Bücher lesen.'

  Szeneanfang:

  Held im Hauptquartier der Natural Guard. Held zu den Leuten, die an den Pulten sitzen: "Eck, der Beschützer von Genville, der Liebhaber der Genmonster, ist jetzt Leiter der Security Guard. Sagt unseren Leuten in der Security Guard, sie sollen sich beim Polizeidienst zurückhalten. Die Kriminalit?t muss zunehmen. Das wird Ecks Position schw?chen."

  Szeneanfang:

  Tanja im Morgenmantel beim Kaffeetrinken mit Freundinnen, alle so um die fünfzig, im Salon der Pr?sidentenvilla. Erste Freundin: "Ich finde es sch?n, dass du wieder aufstehen kannst ... Ich meine, wer hat schon Krebs im Endstadium und steht dann einfach wieder auf ..."

  Zweite Freundin: "Sag doch jetzt nicht solche Sachen. Tanja m?chte doch bestimmt etwas Ablenkung."

  Dritte Freundin: "Du siehst blendend aus, Tanja. Wie hast du das geschafft?"

  Tanja: "Ich und Martin haben jeden Tag gebetet. Der Herr hat uns erh?rt."

  Die zweite und dritte Freundin sehen sich peinlich berührt an.

  Erste Freundin: "Aber daran glaubst du doch nicht wirklich?"

  Tanja, den Tr?nen nahe: "Weisst du, wie es ist, wenn der Krebs dich langsam auffrisst? Tag für Tag breitet er sich aus in deinem K?rper ..."

  Die drei Freundinnen schauen erstaunt.

  Tanja, mit Tr?nen in den Augen: "... Tag für Tag nehmen die Schmerzen zu ... Du stirbst tausend Tode ... Beten gibt dir die einzige Hoffnung ..."

  Die drei Freundinnen schauen gebannt.

  Tanja, mit Tr?nen in den Augen: "... Du betest ... Du stirbst ... Du bestest ... Du stirbst, ... und dann, in der Nacht deines Todes, ..."

  Die drei Freundinnen sind ergriffen.

  Tanja, mit einem dankbaren L?cheln und glitzernden Tr?nen: "... geschieht ein Wunder, ... und am Morgen wachst du auf und fühlst dich frei von Schmerzen, ... und dein Leben ist dir ein zweites Mal geschenkt worden."

  Die erste und dritte Freundin schauen ganz sprachlos. Die Zweite hat Tr?nen in den Augen.

  Tanja, die gefalteten H?nde an die Brust gedrückt: "Ich danke dem Herrn, der mich gerettet hat."

  Die zweite Freundin wischt sich mit einer Hand eine Tr?ne aus dem Auge. Die zwei anderen beobachten Tanja unsicher.

  Dritte Freundin, sich erhebend: "Wir haben Tanja genug aufgeregt. Lasst uns aufbrechen."

  Die drei Freundinnen sind auf der Treppe zur Tiefgarage von Ecks Villa. Erste Freundin, flüsternd: "Ich glaube ihr kein Wort. Da ist was faul. Sie war so gut wie tot."

  Dritte Freundin, flüsternd: "Ja, da ist was faul."

  Zweite Freundin, flüsternd: "Ach, h?rt doch auf, ihr Schwatzbasen."

  Szeneanfang:

  In einer dunklen Gasse schlagen zwei vermummte M?nner einen Dritten zusammen.

  Das Opfer liegt st?hnend am Boden. Erster Schl?ger greift nach der Brieftasche.

  Dann packt er das Opfer am Anzug und sagt: "Wie ist deine Credit Card Nummer?"

  Opfer, ?ngstlich: "P - E - T - E - R."

  Erster Schl?ger, grinsend: "PETER, das ist nett ... Ist wohl dein Geliebter?"

  Zweiter Schl?ger lacht dreckig 'Hehehe'.

  Beide Schl?ger rennen davon. Erster Schl?ger ruft zurück: "Bis zum n?chsten Mal, Schwuchtel."

  Zweiter Schl?ger lacht dreckig 'Hehehe.'.

  Zwei Security Guards haben den überfall aus einem dunklen Hauseingang heraus beobachtet. Erster Guard: "Er lebt noch. Geben wir ihm den Rest."

  Zweiter Guard: "Aber Chief Held hat nur gesagt, wir sollen uns zurückhalten bei der Verbrechensbek?mpfung."

  Die beiden Guards gehen auf das Opfer zu. Erster Guard: "Der Chief will allen zeigen, dass der Idiot Eck nicht f?hig ist, die Kriminalit?t in den Griff zu kriegen. Aber das dauert viel zu lange, wenn wir einfach nur zuschauen ..."

  Die Guards stehen bei dem Opfer. Opfer, erleichtert: "Gott sei Dank ..."

  Erster Guard: "... und ein Mord z?hlt doch viel mehr als bloss ein überfall."

  Der erste Guard nimmt ein herumliegendes Kantholz auf. Opfer: "Sie brauchen mein Bein nicht zu schienen. Sie haben mich am Unterleib und am Kopf verletzt."

  Der erste Guard geht mit dem Kantholz auf das Opfer zu. Opfer, befremdet: "Warum rufen Sie keinen Krankenwagen?"

  Der erste Guard hebt das Kantholz zum Schlag. Opfer, ?ngstlich: "Was tun Sie?"

  Das Kantholz saust herab. Das Opfer h?lt sich schützend die Arme vor den Kopf und schreit: "Neeiiin!!"

  Der zweite Guard schaut schockiert zu.

  Mit einem trockenen 'Knacks' bricht der Armknochen des Opfers.

  Opfer: "Aaahhh!!"

  Der zweite Guard h?lt sich die H?nde vors Gesicht.

  Das herabsausende Kantholz bricht mit einem trockenen 'Knacks' den zweiten Arm über dem Gesicht des Opfers. Opfer: "Iiiihhhhh!!"

  Der zweite Guard wendet sich mit den H?nden vor dem Gesicht ab.

  Der dritte Schlag landet oben auf dem Sch?del und zertrümmert mit einem trockenen 'Klack' die Sch?deldecke.

  Der zweite Guard steht abgewendet mit den H?nden vor dem Gesicht da.

  Die Arme des Opfers sind zur Seite gefallen. Der vierte Schlag trifft oben auf den Sch?del und spaltet die Stirn mit einem 'Pflopf'.

  Der zweite Guard ist dabei, sich umzudrehen und die Waffe zu ziehen.

  Der erste Guard hebt das Kantholz noch Mal.

  Zweiter Guard richtet die Waffe auf den Ersten und sagt: "Halt, oder ich schiesse!"

  Blitzschnell dreht sich der erste Guard herum und schl?gt dem Zweiten mit dem Holz an die Hand, so dass die Waffe davonfliegt.

  Zweiter Guard: "Ah!"

  Der erste Guard führt das Kantholz aus dem Schwung heraus gleich wieder über seinen Kopf und zielt auf den Sch?del des zweiten Guards.

  Gel?hmt vor Schreck sieht dieser das Holz heranrasen.

  Mit einem trockenen 'Krck' bricht der Sch?del des zweiten Guards unter der Kante des Holzes.

  Die beiden Leichen liegen am Boden. Der erste Guard wirft das Kantholz weg. Mit wütendem Gesichtsausdruck denkt er: 'Dieser Schw?chling! Hier geht es ums überleben der Natürlichen. Da ist für Schw?che kein Platz.'

  Dann spricht er in seinen Kommunikator: "Hallo, Zentrale, ich brauche einen Krankenwagen."

  Szeneanfang:

  Im Büro von Eck. Die Natural News laufen im Fernseher. Sprecherin: "Kann Stadtpr?sident Eck, der gleichzeitig Leiter der Security Guard ist, die Kriminalit?t ebenso wirksam im Griff haben wie Chief Held? Ein schrecklicher Doppelmord n?hrt die Zweifel."

  Reporter, den ersten Guard interviewend: "Wie konnte es zu diesem Mord kommen? Sie waren doch zu zweit?"

  Guard: "Ich war noch mit einer Verkehrskontrolle besch?ftigt, als mein Partner vermutlich den überfall beobachtete und sofort zu Hilfe eilte ..."

  Guard: "... Ich bemerkte das Fehlen meines Partners erst, als die Verkehrskontrolle beendet war. Dann habe ich ihn gesucht und die beiden schrecklich zugerichteten Leichen entdeckt ..."

  Guard: "... Ich ..."

  Der Guard wendet sich, sichtlich mitgenommen von dem Erlebten, von der Kamera ab und sagt: "... Verzeihen Sie."

  Reporter: "Respektieren wir den Schmerz dieses Mannes, der eben seinen langj?hrigen Partner durch ein abscheuliches Verbrechen verloren hat. Aber die Frage bleibt: Wie wird es weitergehen?"

  Eck schaltet den Fernseher aus und denkt: 'Was soll dieses Theater? Das ist doch bloss ein Einzelfall.'

  Szeneanfang:

  Meneor hat das Ende der Treppe fast erreicht.

  Piri ist dicht hinter ihm.

  Auf der letzten Stufe mustert Meneor das Gel?nder und sieht ein Loch.

  Pir schliesst zu ihm auf.

  W?hrend sie neben einander liegen, schaut Piri Meneor an, und Meneor schaut zum anderen Handlauf, in dem er ebenfalls ein Loch entdeckt.

  Piri, sp?ttisch: "Ab und zu so zu liegen tut gut. Das Kopf wird kr?ftig durchblutet, so dass das Gehirn viel Sauerstoff bekommt, was beim Denken hilft, ..."

  Meneor h?rt ihr interessiert zu.

  Piri: "... wobei dein Gehirn ja über das ganze K?rper verteilt ist, weshalb du von diesem Lage nicht so viel profitierst wie ich, ..."

  Piri, stützt sich auf die Arme, um sich zu erheben, und sagt: "... aber ich m?chte jetzt auch nicht mehr so viel profitieren, und deshalb stehe ich auf ..."

  Meneor, alarmiert: "Nein!"

  Piri, erschrocken verharrend: "?"

  Meneor: "Da sind zwei L?cher im Gel?nder. Das k?nnte ein Lichtschranke sein."

  Piri, ein Loch anschauend: "Woher weisst du, was ein Lichtschranke ist?"

  Meneor: "Manche Dinge kenne ich, andere nicht."

  Piri, erschlagen von der Gewaltigkeit dieses Satzes: "Ja, da hast du Recht."

  Meneor drückt mit den H?nden auf den Gangboden, ...

  ... bis die Falltür aufgeht. Im schwachen Ganglicht ist ein Schacht zu sehen, der sich in der Schw?rze verliert.

  Meneor: "Spring dort hin, wo das Falltür angemacht ist."

  Piri: "Und woher wissen wir, dass ich damit nicht das n?chste Falle ausl?se?"

  Meneor: "Ein Falle machen, braucht viel Arbeit. Das Sprengladung am Eingang, das Lichtschranke und das Falltür, nur um dieses Treppe zu sichern. Sie werden gedacht haben, dass es reicht."

  Piri: "Dein Voraussicht ist bewundernswert. Und wenn die anderen dasselbe gedacht haben und uns mit einem vierten Falle reinlegen?"

  Meneor, l?chelnd: "Deshalb sollst DU springen, damit ich sehen kann, ob es stimmt, was ICH denke."

  Piri ist sprachlos.

  Piri fasst sich und sagt, gequ?lt l?chelnd: "Sieh an, ein forschendes Geist."

  Meneor zieht ein Messer, dreht den Kopf in alle Richtungen und sagt: "Wo?"

  Piri kichert 'Hihi'.

  Piri, l?chelnd: "Du bist das lustigste Kerl, das mir je begegnet ist."

  Meneor: "?"

  Piri, ihm das Messer aus der Hand nehmend: "Gib mir ein Messer. Wenn ich schon sterbe, dann wenigstens k?mpfend."

  Meneor: "?"

  Piri st?sst sich von der Treppe ab und unterbricht mit ihrem Rücken die Lichtschranke, was Meneor mit Erschrecken beobachtet.

  Piri fliegt mit zustossbereitem Messer, kriegerischem Gesichtsausdruck und einem Kampfschrei 'Ahiaaahhh!' durch die Luft.

  Meneor: "?"

  Piri landet auf dem festen Boden des Ganges.

  Meneor: "Greifst du jetzt dieses forschende Geist an?"

  Piri hockt in Richtung Meneor auf den Knien und lacht.

  Meneor: "Du hast das Lichtschranke unterbrochen."

  Piri verstummt abrupt und fragt mit erschrockenem Gesicht: "Und ... lebst du noch?"

  Meneor: "Nichts hat sich getan."

  Piri: "Dann war's bestimmt Alarm."

  Meneor: "Du meinst, sie wissen jetzt, dass wir hier sind?"

  Piri: "Ja."

  Szeneanfang:

  In Ecks Büro. Eine Stimme aus dem Kommunikator: "Herr Stadtpr?sident, wir haben einen Alarm bei einem Eingang zum Bunker von Genville."

  Eck: "Sind Sie sicher, dass es keine Ratte ist?"

  Kommunikator: "Ziemlich sicher. Wir h?tten sonst ?fters Fehlalarme."

  Eck: "Entsenden Sie sechs schwer bewaffnete Security Guards, um den Bunker nach Flüchtigen zu durchsuchen und den Eingang zu versiegeln."

  Eck denkt: 'Zuerst schleust dieser Wichtigtuer Held einen Krieger nach Genville. Dann erpresst er mit seiner Untergrund-Armee einen Zeugen. Was hat er vor?'

  Eck denkt entschlossen: 'Ich muss ihn aufhalten!'

  Szeneanfang:

  Meneor hat sich von der Treppe abgestossen und ist mitten im Sprung zu Piri.

  Piri: "Die Guards werden hierher kommen ... Und wenn sie uns finden ..."

  Meneor, neben Piri landend, l?chelnd: "... gibt's Tote."

  Piri, befremdet: "Du denkst entweder ans Essen oder ans Morden."

  Meneor, l?chelnd: "Wenn ich essen will, muss ich zuerst morden."

  Unfreiwillig lachend schüttelt Piri den Kopf.

  Meneor: "Wir haben ihnen zwei Leichen zurückgeschickt. Sie werden Angst haben und sofort schiessen, wenn sie uns sehen."

  Piri: "Dann gehen wir doch einfach rauf. Dort sind wir sicher."

  Meneor: "Dann werden sie das Eingang zum Bunker zumachen, und wir beginnen wieder von vorn."

  Piri, erstaunt: "Willst du etwa ein Krieg führen um dieses Eingang?"

  Meneor, sich zu einer Lifttür umwendend: "Ja."

  Piri, protestierend: "Aber dazu brauchst du ein Armee."

  Meneor, vorsichtig auf den Lift zuschleichend: "Wir zwei sind ein Armee."

  Piri, kopfschüttelnd: "Du warst wohl zu viel allein in dem Wüste."

  Meneor, auf den Lift zuschleichend: "Ja, aber dort war ich auch ein Armee."

  Piri kichert 'Hihi' und sagt: "Und warum schleichst du einen harmlosen Lift an?"

  Meneor, den Lift musternd: "Was ist das?"

  Piri, auf den Lift zugehend: "Du drückst auf das Knopf, dann ?ffnet sich das Tür und du besteigst ein Kabine, das dich rauf oder runter bringt."

  Piri, die Hand nach dem Liftknopf ausstreckend: "Schau."

  Meneor hechtet auf sie zu und schl?gt ihr den Arm runter.

  Beide stürzen gegen die Lifttür.

  Piri, die schmerzende Schulter reibend, protestierend: "Dein Leidenschaft ist schmerzhaft."

  Meneor: "Dein Dummheit auch."

  Meneor nimmt Piri an der Hand und geht mit ihr auf die Treppe zu. Meneor: "Wenn jemand mal etwas herausgefunden hat, dann wird dasselbe immer wieder gedacht."

  Piri: "?"

  Meneor geht mit Piri unter der Treppe in Deckung. Meneor: "Wenn sie das Eingang zum Bunker vermienen, warum dann nicht auch das zum Lift?"

  Meneor greift sich einen kleinen Brocken von den Trümmern, die noch von der ersten Explosion herumliegen ...

  ... und wirft ihn zum Lift, ...

  ... so dass er den Rufknopf trifft.

  Eine Explosion schleudert die Lifttüren in den Gang. Piri ist sehr erschrocken.

  Ein leerer Liftschacht kommt zum Vorschein.

  Piri zittert am ganzen Leib, w?hrend Meneor aufsteht und ihre Hand ergreift.

  Meneor geht auf den Lift zu. Die zitternde Piri wird auf ihrem Hintern nachgeschleift.

  Meneor steht vor dem Liftschacht, l?sst Piris Hand los und besieht sich die Sache.

  Piri liegt zitternd, mit Tr?nen in den Augen am Boden.

  Meneor, auf das Aufzugsseil weisend: "An diesem Seil k?nnen wir runterklettern."

  Piri, leise, immer noch schlotternd und mit Tr?nen: "Holzklotz Meneor, nimm mich ein Augenblick in die Arme. Ich habe ein Schock."

  Meneor dreht sich nach ihr um.

  Meneor setzt sich neben sie und nimmt sie in die Arme.

  Piri, leise, zitternd und mit Tr?nen: "Du bist es gewohnt, in jedem Sekunde dein Leben zu riskieren ... Ich habe noch etwas Mühe damit."

  Meneor: "Du bist mindestens so stark wie ich. Du musst es nur begreifen."

  Piri, zitternd und mit Tr?nen: "Aber ohne dich w?re ich jetzt tot."

  Meneor: "Du willst doch k?mpfen lernen. Jedes Mal, wenn du überlebst, hast du etwas gelernt."

  Piri, zitternd, mit geschlossenen Augen sich an Meneor kuschelnd: "So habe ich mir das nicht vorgestellt."

  Meneor: "Wenn du dir alles vorstellen k?nntest, brauchtest du nichts mehr zu lernen."

  Piri, lachend, mit offenen Augen und glitzernden Tr?nen: "Dein Logik ist umwerfend."

  Meneor: "Lass uns jetzt an dem Seil runterklettern.

  Piri, protestierend: "Lass mich noch ein wenig geschockt sein, es war gerade so sch?n."

  Meneor: "Wir haben ein Alarm ausgel?st. Sie werden also kommen, um uns zu t?ten."

  Piri ist mit Windeseile auf den Beinen: "Wo ist dieses Seil?"

  Meneor hechtet in den Liftschacht und h?lt sich am Seil fest.

  Nachdem er ein paar Meter weiter unten ist, hechtet Piri ans Seil.

  Beim Herunterklettern. Piri: "Vermutlich ist es heldenhafter, an diesem schmierigen Seil runterzuklettern als das Treppe zu benutzen."

  Meneor: "Es ist heldenhafter, das Treppe zu nehmen. Das ist, was sie erwarten. Deshalb wird es dort Fallen haben."

  Piri: "Aber zum K?mpfen musst du doch heldenhaft sein."

  Meneor: "Nein, wenn du siegen willst, musst du vor allem überleben."

  Sie erreichen die Liftkabine.

  Sie stehen auf der Liftkabine und besehen sich die M?glichkeiten, weiterzukommen. Piri: "Meinst du, wenn wir das Deckel da ?ffnen, fliegt uns alles um die Ohren?"

  Meneor betastet seine Ohren und sagt: "Benutze dein drittes Auge."

  Piri: "Das Ultraschall? ... Darauf h?tten wir früher kommen sollen."

  Piri steht da mit gesenktem Kopf, geschlossenen Augen und offenem Mund und 'singt' Ultraschallwellen durch die Decke der Liftkabine.

  Piri, ultraschallend: "Ich sehe nichts, das uns gef?hrlich werden k?nnte."

  Meneor ?ffnet den Deckel in der Decke der Liftkabine ...

  ... und stürzt sich kopfüber in die ?ffnung, wobei er sich mit den H?nden am Rand festh?lt.

  Piri schaut mit grossen Augen.

  Die Lifttüren sind offen. Meneor sieht das auf dem Kopf stehende Bild einer grossen, beleuchteten Lagerhalle mit unz?hligen Stapeln von Konservendosen.

  Meneor l?sst sich runterfallen auf die H?nde, ...

  ... um sich mit den H?nden vom Boden abzustossen ...

  ... und auf den Füssen zu landen.

  Piri hat sich kerzengerade durch die ?ffnung fallen lassen und h?ngt noch auf halber H?he der Kabine in der Luft.

  Aus der Kabine heraus ist zu sehen, wie Meneor und Piri nebeneinander die Lagerhalle betreten.

  Erst im hellen Licht der Halle ist zu sehen, dass beide von dem dreckigen Liftseil ziemlich verschmutzt sind. Piri schaut Meneor 'Hihi' kichernd an und sagt: "Du siehst aus, als w?rest du ein Liftseil runtergeklettert."

  Meneor schaut Piri lachend an und sagt: "Und du siehst aus, als h?ttest du Sex gehabt mit jemandem, das ein Liftseil runtergeklettert ist."

  Ein fünfj?hriges M?dchen steht da und schaut Meneor mit grossen Augen an.

  Meneor schaut zurück.

  Beide schweigen und schauen weiter.

  Piri schaut den Beiden zu, neugierig, was jetzt geschieht.

  Kind: "Wer bist du?"

  Meneor: "Ich bin Meneor."

  Kind: "Warum hast du so viele Messer?"

  Meneor, sich auf den Boden setzend: "Ich bin ein Krieger."

  Kind, auf Meneor zugehend: "Was ist ein Krieger?"

  Meneor: "Ich t?te Leute."

  Piri ist über die Offenheit Meneors erschrocken.

  Kind, nahe bei Meneor: "Warum t?test du Leute?"

  Meneor: "Die Natürlichen haben mich gemacht, um alle zu t?ten, die ihnen nicht gehorchen."

  Piri schaut mit offenem Mund.

  Kind: "Wirst du mich auch t?ten, wenn ich meinem Papa nicht gehorche?"

  Meneor: "Nur wenn du mich angreifst."

  Piri ist entsetzt.

  Kind: "Aber du hast gesagt, dass du alle t?test, die nicht gehorchen."

  Meneor: "Nein, ich bin nicht wie die andern Krieger. Lange habe ich nicht begriffen warum. Dann habe ich gedacht, dass sie bei mir das Dienbedürfnis vergessen haben."

  Piri staunt.

  Kind: "Was ist ein Diieenbedürznis?

  Meneor: "Krieger mit Dienbedürfnis haben das Verlangen zu gehorchen. Und wenn die Natürlichen sagen 'T?te!', dann t?ten sie."

  Piri staunt weiter.

  Das Kind setzt sich auf Meneors Beine, die flach am Boden liegen.

  Kind: "Ein Krieger ist wie ein Pistole. Wenn du sagst 'T?te!', dann t?tet sie."

  Meneor: "Ja."

  Piri denkt verwundert: 'Zwei Kinder.'

  Kind, mit strahlenden Augen: "Aber du bist lieb."

  Die Mutter sucht zwischen den Dosenstapeln: "Kleines, wo bist du?"

  Sie biegt um die Ecke und sieht Meneor mit ihrer Tochter. Mutter, überrascht: "Oh."

  Taken from Royal Road, this narrative should be reported if found on Amazon.

  Die Kleine dreht sich um zur Mutter und sagt: "Mama, das ist Krieger Meneor. Er wird uns nicht t?ten. Er ist lieb."

  Die Mutter schaut voller Angst.

  Piri: "Du brauchst dich nicht zu fürchten ... Warum seid ihr hier unten?"

  Mutter, sich zusammenreissend: "Die Stadt wurde angegriffen, und wir sind in den Bunker geflüchtet. Wir haben lange gewartet. Dann wollten wir wieder raus, aber der Lift ging nicht mehr und alle Ausg?nge waren verschlossen."

  Piri, mitfühlend: "Dann seid ihr ja schon seit Jahren hier unten eingesperrt."

  Mutter, leise: "Ja."

  Piri: "Und wie geht es euch?"

  Mutter: "Nicht so gut. Mein Mann dreht langsam durch."

  Ein Mann schaut vorsichtig hinter einem Konservenstapel hervor und beobachtet die Szene, die so weit von ihm entfernt ist, dass er die Unterhaltung nicht versteht. Mann denkt: 'Eine Forschende und ein Krieger. Was haben die vor mit uns? ... Wollen sie uns holen für ihre Experimente?'

  Piri: "Warum dreht er durch?"

  Mutter: "Er denkt, alle Natürlichen seien tot und die Erde sei voller Genmonster."

  Piri: "Und was denkst du?"

  Mutter, traurig: "Ich weiss nicht ... Aber warum ist denn niemand gekommen, um uns zu retten?"

  Die Mutter schl?gt die H?nde vors Gesicht.

  Kind: "Darf ich ein Messer haben?"

  Meneor, ein kleines Messer rausziehend: "Es ist sehr, sehr, sehr scharf."

  Kind, strahlend: "Au fein."

  Der Mann sieht, wie Meneor das Messer zieht und seine Frau die H?nde vors Gesicht schl?gt. Er denkt: 'Das ist das Ende. Aber lebend bekommen sie uns nicht.'

  Der Mann rennt, eine Pistole ziehend, auf die Szene zu.

  Piri legt der Mutter tr?stend die Arme um die Schultern.

  Meneor streckt dem Kind das Messer hin.

  Der Mann kommt, mit der Pistole fuchtelnd, auf die Szene zugerannt und schreit: "Macht eure Experimente an euch selbst!"

  Meneor schaut erstaunt, Piri erschrocken.

  Der Mann schiesst seiner Frau in den Rücken.

  Piri schreit: "Neeiin!"

  W?hrend die Frau dahinsinkt, rennt Piri auf den Mann zu. Der Mann schiesst dem Kind in den Rücken.

  W?hrend das Kind getroffen in Meneors Schoss kippt, schiesst der Mann der auf ihn zurennenden Piri durch die Brust.

  Meneors Arme verschwimmen.

  Sechs Messer fliegen über die stürzende Piri hinweg auf den Mann zu ...

  ... und treffen alle seinen Oberk?rper.

  Die Beine brechen unter dem Mann weg ...

  ... und er f?llt tot über die liegende Piri.

  Meneor betrachtet das Kind, das in seinem Schoss liegt und denkt: 'Ich h?re sein Herz schlagen.'

  Vorsichtig legt er das Kind auf den Boden, ...

  ... geht zur Mutter, ...

  ... und denkt, ohne sie zu berühren: 'Es ist tot.'

  Dann runter zu dem Mann, ...

  ... nimmt ihm die Pistole aus der Hand ...

  ... und wirft sie weit weg.

  Er rollt den Mann von Piri weg ...

  ... und sammelt seine Messer ein.

  Meneor schaut die auf dem Bauch liegende Piri an und denkt l?chelnd: 'Du lebst.'

  In pl?tzlicher Hektik rennt Meneor zur toten Mutter, ...

  ... zieht ihr den Gürtel und die Hosen aus, ..

  ... eilt dann zum schwer verletzten Kind, ...

  ... um es in die Hose 'abzufüllen'.

  Mit dem Gürtel bindet Meneor sich die Hose um die Hüfte, so dass das Kind auf Meneors Rückseite wie in einem Beutel h?ngt.

  Meneor rennt zum Liftschacht, ...

  ... wo er am Liftseil hochklettert.

  Oben zieht er das Kind aus der Hose ...

  ... und nimmt es in die Arme.

  Dann rennt er zum Labor.

  Lara ist allein im Labor. Sie ist vertieft in die Betrachtung einer grossen Farbhaut, auf der Gene zu sehen sind. Die Farbhaut geh?rt zu einem lebenden Mikroskop, welches das, was es sieht, auf der Farbhaut abbildet.

  Meneor n?hert sich ihr schnell und lautlos von hinten.

  Meneor: "Was machst du da?"

  Lara f?hrt erschrocken herum.

  Dann f?llt ihr Blick auf das Kind in Meneors Armen. Lara: "Oh, das kleine Wesen ... Was ist mit ihm?"

  Meneor: "Es hat ein Loch. Kannst du es flicken?"

  Lara nimmt das Kind in ihre Arme. Lara: "Es ist ganz kühl."

  Sie rennt zum lebenden Tisch mit den acht Beinen ...

  ... und legt das Kind drauf. Lara: "Tisch, gib ihm warm."

  Der Tisch l?sst den kleinen K?rper etwas einsinken in seine Oberfl?che, um ihn zu w?rmen. Lara ?ffnet das blutige Kleidchen, wobei die Austrittswunde des Geschosses sichtbar wird, und sagt: "Hilfsorgane, versorgt das Kleine."

  Die Tentakel der Hilfsorgane schl?ngeln sich hoch ...

  ... und bohren sich in die Brust des M?dchens.

  Meneor rennt mit zwei S?tzen zum Fenster hinaus und sagt: "Ich hole Piri."

  Lara, überrascht: "Piri?"

  Meneor l?sst sich am Drahtseil des Liftes hinunter.

  Er zieht der toten Mutter die Bluse aus.

  Piri h?ngt nun am Rücken Meneors, w?hrend er ihre um seinen Hals liegenden Arme mit der Bluse zusammenbindet.

  Meneor klettert mit Piri den Liftschacht hoch.

  In der N?he des Bunkereingangs legt er sie zwischen Blumen ins Gras, ...

  ... ?ffnet mit seinen vom Liftseil schwarz verschmutzten H?nden ihr Oberteil, ...

  ... so dass das Einschussloch in ihrer Brust sichtbar wird.

  Er zieht zwei schmale Messer ...

  ... und stochert damit in der Wunde herum, ...

  ... bis er das Geschoss herauszieht.

  Er l?sst das Geschoss ins Gras fallen, ...

  ... setzt sich in ihre N?he ...

  ... und beobachtet sie.

  Chromos 5 steht pl?tzlich da und sagt zu Meneor: "Du hast ein seltsames Art, in deinen Geliebten herumzustochern."

  Meneor dreht ihm den Kopf zu und sagt l?chelnd: "Kennst du ein Besseres?"

  Aladan beobachtet von weitem die Begegnung zwischen Chromos 5 und Meneor und sagt versonnen zu dem neben ihm stehenden Estragon: "Wie mag es sich wohl entwickeln, wenn zwei genetische Witze sich begegnen?"

  Estragon: "Nun, lass es uns betrachten."

  Chromos 5 zu Meneor: "Ja, ich kenn ein Besseres."

  Meneor: "Und du zeigst es mir?"

  Chromos 5, besorgt: "Ich habe euch belauscht. Dein Logik hat mich überzeugt. Aber jetzt, da Piri dafür fast mit dem Leben bezahlt, kommen mir Zweifel."

  Meneor: "Es wollte zwei Natürliche beschützen ... mit den H?nden gegen ein Schusswaffe. Das war kein Voraussicht."

  Chromos 5, nachdenklich: "Wie es scheint, bleibt uns nicht viel Zeit zum Lernen."

  Chromos 5, mit Blick auf Piri: "Piri ist ein Chromos 4. Es wird bald genesen."

  Chromos 5: "Komm."

  Meneor steht auf.

  Chromos 5 und Meneor gehen nebeneinander einen Weg entlang.

  Chromos 5: "Was suchst du im Bunker?"

  Meneor: "Das Freiheit."

  Estragon und Aladan beobachten, wie Chromos 5 und Meneor den Weg entlang gehen.

  Estragon: "Das Klügste und das Dümmste scheinen sich pr?chtig zu verstehen."

  Aladan, nachdenklich: "Dieses Krieger, ... wird es uns t?ten?"

  Estragon, ernst: "Es hat mir das Leben gerettet. Wenn es mich t?tet, nimmt es nur zurück, was es mir geschenkt hat."

  Halb l?chelnd, halb verblüfft über diese Ansicht, schaut Aladan ihn an.

  Aladan, grummelnd: "Mein Leben h?tte es vielleicht nicht gerettet."

  Estragon: "Warum h?tte es nicht sollen?"

  Aladan, gestikulierend: "Ich habe es ausgelacht. Es mag mich bestimmt nicht."

  Estragon, l?chelnd und mit einer bes?nftigenden Geste: "Du bist doch das gr?sste Witz im Universum. Wer sollte dich nicht m?gen?"

  Aladan geht in der Haltung eines angreifenden Tigers und mit einem wilden 'Groaarr' auf Estragon zu.

  Dieser h?lt sich mit der einen Hand den Bauch und zeigt mit der anderen auf Aladen, wobei er laut lacht.

  Aladan ist abrupt ernst und sagt: "Vielleicht mag es mich ja."

  Estragon klopft ihm, immer noch lachend, best?tigend auf die Schulter.

  Meneor und Chromos 5 h?ren beide das 'Groaarr' Aladans, ohne ihn zu sehen.

  W?hrend Meneor ein Messer zieht, sagt Chromos 5 bes?nftigend zu ihm: "Lass nur, das ist bloss Aladan."

  Meneor, l?chelnd: "Dieses lustige Kerl?"

  Chromos 5, l?chelnd: "Ja, das."

  Sie kommen zu einem Waschkelch.

  Chromos 5, auf den Waschkelch hinweisend: "Bevor du Sex hast, solltest du das Waschkelch benutzen."

  Meneor, kopfschüttelnd: "Ich werde mich da nicht hineinstellen."

  Chromos 5: "Warum nicht?"

  Meneor: "Jedes Organismus, dem ich in dem Wüste begegnet bin, wollte mich t?ten."

  Chromos 5: "Glaubst du im Ernst, dass ich dich einem Kampforganismus verfüttern will?"

  Meneor: "Ich bin ein Risiko für dich. Wenn du mich t?test, bin ich kein Risiko mehr."

  Chromos 5, auf den Waschkelch zugehend: "Manchmal musst du ein Risiko eingehen, um dir ein neues Chance aufzutun."

  Chromos 5 stellt sich samt Kleidern in den leicht ge?ffneten Waschkelch, ...

  ... der ihn sogleich vollst?ndig umschliesst.

  Meneor legt die H?nde auf seine Messer.

  Der Waschkelch ?ffnet sich wieder und entl?sst einen sauberen, l?chelnden Chromos 5 mit wirrem Haar.

  Meneor: "Bisher haben mich die Schwestern immer in dieses unangenehme Waschmaschine gesteckt."

  Chromos 5 lacht schallend zum Himmel.

  Chromos 5, breit l?chelnd: "Du musst das verstehen. Wir sterben hier das Tod durch Langeweile. Die Schwestern haben sich mit dir ein Spass gemacht."

  Meneor, l?chelnd auf den Waschkelch zugehend: "Ich weiss, ich hab's gespürt ... Deshalb habe ich auch laut geschrieen."

  Meneor verschwindet samt Kleidern und Messern im Waschkelch.

  Chromos 5 denkt: 'Antara wird seine Gefühle spüren. Dann wissen wir vielleicht, ob wir ihm vertrauen k?nnen.'

  Meneor verl?sst den Waschkelch, sauber und mit wirrem Haar, und sagt l?chelnd: "Das Waschkelch ist viel angenehmer als dieses Waschmaschine."

  Sie kommen zu einem Turmhaus, dessen Dach so gewachsen ist, dass die Sonne nicht durch die Fenster scheinen kann, weil Antara die Sonnenstrahlen nicht ertr?gt.

  Chromos 5 schiebt den lebenden, schwarzen Türvorhang zur Seite und tritt ein.

  Meneor und Chromos 5 stehen in einem dunklen Raum. Eine Treppe führt nach oben.

  Beide gehen die Treppe nach oben.

  Szeneanfang:

  Sechs mit Helmen, Panzerwesten und massiven Schnellfeuergewehren ausgestattete Security Guards entdecken die tote Frau und den Mann in der Vorratshalle mit den Konservendosen.

  Anführer in den Kommunikator: "Wir brauchen eine Sanit?t in Lagerhalle 47. Eine vergewaltigte Frau und ein Mann. Vermutlich beide tot."

  Anführer, bei der Frau hinkniend: "Das waren die Genmonster, die widerlichen Ungeheuer!"

  Anführer, beim Aufstehen sein Gewehr energisch packend: "Kommt, Leute! Und schiesst sofort auf alles, was nach Genmonster aussieht."

  Die Guards rennen zu einem Hallenausgang hinaus.

  Szeneanfang:

  Meneor und Chromos 5 betreten das grosse Turmzimmer. Antara hat ihnen den Rücken zugewendet und schaut zum Fenster hinaus. Sie tr?gt einen dünnen, durchsichtigen Schleier, der ihre Haut kaum zu berühren scheint. Ihr Haar ist tiefschwarz und lang.

  Chromos 5 zu Meneor: "Das ist Antara."

  Antara dreht sich um.

  Chromos 5 zu Antara: "Das ist das Krieger Meneor."

  Antara, l?chelnd: "Ah, das Mann, das sich mit Caesar geprügelt hat."

  Meneor: "Es will das Welt beherrschen."

  Antara: "Bei seinem Herstellung ist etwas schiefgelaufen. Sie haben vergessen, die Gene des Herrschbedürfnisses auszuschalten."

  Meneor: "Dann will es euch auch immer beherrschen?"

  Antara: "Ja."

  Meneor: "Dann müsst ihr es jedes Tag zusammenschlagen?"

  Antara, lachend: "Nein. Das Wirksamste gegen ein Herrschbedürftiges ist das Durchschauen und das Lachen."

  Meneor: "?"

  Chromos 5, l?chelnd: "Caesar denkt sich ein Plan aus, wie es uns beherrschen k?nnte. Wir durchschauen es und lachen darüber."

  Meneor: "Und eines Tages wird es euch dafür t?ten. Ich habe sein Hass gespürt."

  Chromos 5 und Antara sind betroffen.

  Chromos 5: "Wie gespürt?"

  Meneor: "Wenn ich ein Lebewesen berühre, kann ich oft seine Gefühle spüren."

  Antara und Chromos 5 werfen sich einen vielsagenden Blick zu.

  Chromos 5 denkt angestrengt: 'Wenn die Beiden mit dem Tastsinn Gefühle wahrnehmen k?nnen, müssen Gefühle aus Energiefeldern bestehen. Diese Energie muss ich untersuchen.'

  Meneor zu Chromos 5: "Du hast gesagt, du wüsstest ein besseres Art, in einem Geliebten herumzustochern."

  Antara lacht.

  Chromos 5 betrachtet sie l?chelnd.

  Antara geht mit strahlendem Gesicht auf Meneor zu ...

  ... und küsst ihn auf die Wange.

  Antara, dicht vor Meneor stehend, leise: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal gelacht habe ... Danke."

  Meneor: "?"

  Antaras H?nde bewegen sich blitzschnell an Meneor herum, ...

  ... so dass dieser nun nackt vor ihr steht.

  Antara schaut ihm nachdenklich zwischen die Beine und sagt: "Aber womit willst du stochern?"

  Meneor zieht am Verschluss ihres Schleierkleides, ...

  ... welches zu Boden sinkt. Antara steht nackt vor Meneor.

  Antara, zwischen Meneors Beine schauend, verblüfft: "Oh!"

  Antara, um Fassung ringend zum l?chelnden Meneor: "Das sollte genügen."

  Meneor will Antaras Schultern ergreifen.

  Chromos 5: "Warte."

  Meneor schaut Chromos 5 neugierig an.

  Chromos 5: "Berühre nur die Spitzen der feinen H?rchen auf ihrem Haut, so als ob es die Flügel eines Schmetterlings w?ren."

  L?chelnd beginnt Meneor an Antaras Schultern mit dem Ertasten der H?rchen.

  Chromos 5: "Ertaste sie am ganzen K?rper."

  Meneor kniet vor Antara und l?sst seine H?nde über ihren ganzen K?rper gleiten.

  Antara steht da mit leicht nach hinten gebeugtem Kopf, geschlossenen Augen und geniesst die Berührungen.

  Chromos 5: "Kannst du sagen, was es jetzt spürt?"

  Meneor legt eine Handfl?che auf Antaras Bauch und sagt: "Ich spüre Angst, ... Aufregung ... und ein starkes Verlangen nach Berührung."

  Chromos 5: "Nun benutze dein Gabe, ihr Angst zu mindern, ihr Verlangen zu steigern und zu s?ttigen."

  Meneor: "Warum?"

  Antara muss lachen.

  Chromos 5 seufzt l?chelnd.

  Meneor: "?"

  Antara, l?chelnd: "Wenn du willst, dass ein Geliebtes gern mit dir Sex hat, dann musst du sein Berührungsbedürfnis auf m?glichst vergnügliches Weise s?ttigen."

  Meneor: "Ich verstehe."

  Meneor beginnt ihren K?rper überall zu streicheln und zu massieren.

  Antara macht ein überraschtes Gesicht, ...

  ... um dann den Kopf geniesserisch zurückzubeugen.

  Antara, mit geschlossenen Augen in Meneors Arme sinkend: "Ohh."

  Meneor legt sie aufs Bett ...

  ... und f?hrt fort mit dem Massieren und Streicheln.

  Antara beginnt nun auch an Meneor herumzufummeln.

  Beide haben die Augen geschlossen und geniessen die gegenseitigen Berührungen, ...

  ... bis Antara sich auf Meneors Schoss setzt und seinen Kopf an ihre Brust drückt.

  Chromos 5 schaut zu und denkt l?chelnd: 'Das vollkommene Liebespaar. Sie spüren gegenseitig, was sie brauchen.'

  Chromos 5 legt sich nackt zu ihnen.

  Kommentar: "Etwas sp?ter:"

  Meneor, Chromos 5 und Antara liegen ineinander verschlungen auf dem Bett.

  Meneor: "Was ist ein Schmetterling?"

  Antara: "Ein Wesen, dessen Flügel so zart sind, dass du sie nicht berühren kannst, ohne sie zu zerst?ren."

  Meneor: "Wie kann es so k?mpfen?"

  Antara: "Sie k?mpfen nicht. Sie leben einfach."

  Meneor: "Ein Wesen, das einfach lebt? … Das ist sch?n."

  Antara: "Jedenfalls bis es gefressen wird. Das Natur war noch nie freundlich zu den Schwachen."

  Meneor: "Ich kenne dieses Natur nicht."

  Antara: "Das macht nichts, Meneor. Das Natur ist Geschichte. Die Natürlichen haben alles ausgerottet. Und wir Gentechs haben ihnen dabei geholfen."

  Meneor: "Das ?ngstliche Mann hat gesagt, ich k?nne das Natur retten, indem ich euch umbringe. Wie kann ich etwas retten, das Geschichte ist?"

  Antara: "Es will, dass du tust, was es will, und gibt dir dafür ein falsches Wahrheit."

  Meneor: "Was ist Wahrheit?"

  Antara "Das weiss niemand. Aber im Alltag ist Wahrheit das, worauf du dein Handeln begründest."

  Meneor: "Aber das ?ndert sich immer."

  Antara: "Ja. Das Wahrheit ist fliessend. Es ist immer das, was für dich im Augenblick am Plausibelsten ist."

  Meneor: "Was ist 'Plausibelsten'?"

  Antara: "Plausibel ist etwas, von dem du das Gefühl hast, dass es stimmt."

  Meneor: "Dann ist Wahrheit ein Gefühl?"

  Antara, lachend: "Wie sch?n du es auf das Punkt bringst! Ich liebe dein Denken."

  Meneor: "Ich liebe dein Denken auch. Ich fühle, dass es stimmt. Es ist so Wahrheit."

  Beide lachen.

  Chromos 5, staunend die lachende Antara betrachtend, denkt: 'Mit welcher Leichtigkeit es ihm gelingt, Antara zum Lachen zu bringen!'

  Meneor reisst pl?tzlich die Augen auf und ruft: "Piri!"

  Antara und Chromos 5: "?"

  Meneor springt aus dem Bett und zieht sich im Husch an.

  Meneor, zu Antara und Chromos 5 gewandt: "Die Guards werden Piri t?ten."

  Antara: "?"

  Chromos 5: "!"

  Meneor rast die Treppe hinunter.

  Chromos 5 zu Antara: "Es und Piri sind in das Bunker eingedrungen. Dabei ist Piri verletzt worden ..."

  Chromos 5, sich auf die Treppe zu bewegend: "... Die Guards werden das Eingang verschliessen wollen und Piri liegt daneben."

  Chromos 5 rast die Treppe hinunter, w?hrend Antara vom Bett aus mit einem leidenden Gesichtsausdruck die Hand nach ihm ausstreckt.

  Antara sinkt mit Tr?nen in den Augen zurück ins Bett und denkt: 'K?nnte ich nur mit euch gehen, ... aber ich bin gefangen in dem Dunkelheit.'

  Szeneanfang:

  Die sechs Guards stehen beim Bunkereingang um Piri herum. Anführer: "Die Verletzung dieses Genmonsters beweist, dass es an dem abscheulichen Verbrechen in der Lagerhalle beteiligt war."

  Zweiter Guard: "Wir sollten es t?ten."

  Dritter Guard: "Ohne Prozess?"

  Zweiter Guard: "Denen wurde doch schon der Prozess gemacht. Sie haben alle lebensl?nglich. Und wenn sie nicht friedlich sind, dann müssen wir sie eben t?ten."

  Wagon, Meneor und Chromos 5 stehen in einiger Entfernung hinter einem Gebüsch und beobachten die Szene.

  Meneor, flüsternd: "Sie sprechen darüber, ob sie Piri t?ten sollen."

  Wagon flüstert erstaunt: "Wie kannst du das h?ren?"

  Meneor, flüsternd: "Ich h?re gut, wenn ich will."

  Wagon, flüsternd: "Das ist ja unheimlich."

  Chromos 5, flüsternd: "Unheimlich praktisch ... Was schliesst du aus deinem übersicht, Meneor?"

  Wagon: "?"

  Meneor, flüsternd: "Wenn sie Piri t?ten wollen, werde ich sie gleich hier zerlegen, sonst etwas sp?ter."

  Chromos 5, flüsternd: "Warum willst du Piri schützen?"

  Meneor, flüsternd: "Ihr seid das Zukunft. Euch darf nichts geschehen."

  Wagon, flüsternd: "Und du, was bist du?"

  Meneor flüstert l?chelnd: "Ich habe gern unl?sbare Probleme."

  Wagon und Chromos 5: "?"

  Anführer der Guards: "Wir werden das Monster t?ten und den Eingang verschliessen. So werden diese Ungeheuer vielleicht begreifen, dass sie zu weit gegangen sind."

  Dritter Guard: "Aber ..."

  Anführer: "Jedes weitere Wort ist Befehlsverweigerung!"

  Meneor, kurz vor dem Losrennen, flüsternd: "Sie wollen t?ten."

  Chromos 5, flüsternd: "Warte! Wir schicken sie nackt zurück. Damit zeigen wir, dass wir keine Monster sind und haben trotzdem ein Sieg errungen."

  Meneor, flüsternd: "Feindliche, die du nicht t?test, musst du zweimal bek?mpfen."

  Wagon, flüsternd zu Meneor: "Vergiss dein Wüstenkriegslogik. Natural City ist überm?chtig. Wir dürfen die Natürlichen nicht zum Weissglut treiben."

  Meneor, flüsternd: "Das würden sie gar nicht überleben."

  Wagon und Chromos 5 schauen ihn verdutzt an: "?"

  Anführer der Guards: "Legt an!"

  Alle Guards beginnen, ihre Waffen auf Piri zu richten, ...

  ... da schlingt sich um jeden Guard-Hals ein Arm.

  Wagon, Chromos 5 und Meneor haben je zwei Guardk?pfe unter den Armen eingeklemmt.

  Chromos 5: "Wenn jemand ein Mucks macht, reissen wir euch die K?pfe ab."

  Die Guards h?ngen würgend und ?chzend in der Armklemme.

  Meneor zu Chromos 5: "Was ist ein Mucks?"

  Wagon, lachend: "In dem Fall ist etwas Bedrohliches damit gemeint."

  Meneor zu 'seinen' Guards: "Macht ein Mucks! Ich will euch das Kopf abreissen."

  'Seine' Guards lassen schockiert ihre Waffen fallen.

  Wagon: "Lasst alle die Waffen fallen!"

  Die restlichen Guards gehorchen.

  Gleichzeitig lassen Wagon, Meneor und Chromos 5 die Guards los, ...

  ... die nun würgend am Boden liegen, w?hrend Meneor die Waffen einsammelt.

  Chromos 5 zu den Guards: "Zieht euch aus, Leute!"

  Die Guards schauen entsetzt.

  Meneor beginnt, die L?ufe der Gewehre zu verbiegen.

  Wagon zu den Guards: "Na los, oder soll ich das für euch tun?"

  Widerwillig beginnen die Guards ihre Helme, Schusswesten und Kleider auszuziehen.

  Meneor verbiegt weiterhin Gewehrl?ufe.

  Die sechs Guards stehen nackt da und schauen gebannt und schockiert Meneor zu, der das letzte Gewehr verbiegt.

  Chromos 5: "Warum machst du Waffen unbrauchbar, wenn du ein Befreiungskampf führen willst?"

  Meneor: "Die Waffen mach ein paar mal Peng und sind dann leer und nutzlos."

  Chromos 5: "Aber diese paar Pengs k?nnen sehr wirksam sein, wie wir am Beispel von Piri sehen."

  Meneor: "Wieviele Pengs hast du in Genville?"

  Chromos 5: "?hm, keine."

  Meneor: "Die Natürlichen haben viele Pengs. Mit kaputten Waffen nützen sie ihnen nichts."

  Meneor schmeisst die Waffen die Treppe runter, sodass sie durch die Falltür verschwinden.

  Wagon, kichernd: "Und was sind dann die Waffen des Wahl, ihr Pengokraten?"

  Meneor zieht ein Messer: "Lebende Messer."

  Chromos 5, sp?ttisch: "Zum Früchteschneiden?"

  Meneor, grinsend: "Du wirst sehen."

  Anführer zu Meneor: "Du bist ein Krieger ... Ein Krieger gehorcht ... T?te die Forschenden!"

  Atemlose Stille. Alle beobachten gespannt Meneors Reaktion.

  Meneor geht auf den Anführer zu und sagt dabei: "Du hast nach Piri und mir geforscht. Also bist du ein Forschendes ..."

  Meneor, dem Anführer die Faust so ins Gesicht setzend, dass dessen Sch?del in alle Richtungen zerspringt: "... Also fange ich mit dir an."

  Die übrigen Guards sind v?llig entgeistert.

  Wagon und Chromos 5 sind befremdet von Meneors Brachialit?t.

  Voller Panik rennen die restlichen Guards die Treppe zum Bunker hinab.

  Meneor, Wagon und Chromos 5 stehen am Bunkereingang und schauen zu, wie die Guards schreiend in den Schacht unter der Falltür stürzen.

  Chromos 5 bemerkt nüchtern: "Voraussicht kann nicht immer klappen. Das Wirklichkeit hat zu viele Einflussgr?ssen."

  Wagon, kritisch: "Warum dieses Grausamkeit, Meneor?"

  Meneor: "H?tte ich ein Dienbedürfnis, w?rt ihr jetzt tot. Was euch t?ten will, stirbt."

  Wagon, Kopf schüttelnd: "Ich meine, musstest du sein Sch?del in tausend Stücke hauen?"

  Meneor: "Wenn ich etwas ausl?sche, soll es nicht noch leiden."

  Wagon, protestierend: "Aber ..."

  Chromos 5: "Meneors Faust ist wie ein Geschoss. Ich glaube nicht, dass es noch viel gespürt hat."

  Wagon, die überreste des Sch?dels betrachtend, sinnierend: "Hm, nein ... Aber unheimlich ist es schon."

  Chromos 5 nickt.

  Meneor sucht in den Kleidern des Anführers.

  Wagon zu Meneor: "Was suchst du?"

  Meneor zieht ein Ringheft-Büchlein mit Pl?nen hervor und sagt: "Sie müssen ein Papier haben, in dem steht, wo die Fallen sind, sonst w?ren sie nicht so schnell und so lebendig bis hierher gekommen."

  Wagon, auf Piri weisend: "Wir sollten es nicht allein lassen, solange es sich regeneriert."

  Meneor steckt sich den Plan der Fallen unters Hemd.

  Meneor setzt sich neben Piri auf den Boden.

  Wagon streckt Chromos 5 die Hand hin und sagt: "Das wird noch ein Zeit dauern, das wir uns am besten zusammen vertreiben."

  Wagon und Chromos 5 umarmen und küssen sich.

  Meneor schaut l?chelnd zu.

  W?hrend die Kleider von Wagon und Chromos 5 zu Boden sinken, sagt der l?chelnde Meneor zum l?chelnden Chromos 5: "Denk an die Flügel eines Schmetterlings."

  Wagon: "?"

  Szeneanfang:

  Die Leichen der Frau und des Mannes aus der Lagerhalle liegen bei Meer im Labor. Meer schaut stehend in ein Mikroskop und sagt: "Nichts l?sst auf eine Vergewaltigung schliessen."

  Nun kommt Chief Held mit zwei seiner Natural Guards ins Bild. Held: "Trotzdem werden Sie in Ihrem Bericht von einer Vergewaltigung schreiben, und zwar durch einen Krieger!"

  Meer schaut mit ver?rgertem Gesicht vom Mikroskop auf.

  Meer dreht sich zur Leiche der Frau um und sagt wütend: "Und wie soll ich erkl?ren, dass die Frau von hinten erschossen, w?hrend der Mann von vorn durch sechs Stichwunden get?tet wurde?"

  Held: "Wo liegt das Problem?"

  Meer, aufgebracht: "Der Krieger hat den Mann mit seinen Messern get?tet. Warum sollte er sich bei der Frau die Mühe machen, eine Pistole zu suchen, um sie dann von hinten zu erschiessen? Ein Messerstich h?tte genügt."

  Held, g?nnerhaft l?chelnd, w?hrend er nach einem Messer greift: "Sehen Sie, Doktor Meer, wir suchen hier nicht nach der absoluten, sondern nach einer zweckdienlichen Wahrheit. Und Sie wollen doch nicht bestreiten, ..."

  Held, grimmig auf die Leiche der Frau einstechend:"... dass es unseren Zwecken dient, wenn wir diese Genmonster ein für allemal ausrotten."

  Meer schaut entsetzt zu.

  Einer der Guards schaut ebenfalls entsetzt, der Andere bleibt unbeteiligt.

  Held, zufrieden l?chelnd, mit dem blutigen Messer auf die Leichen weisend: "Wie Sie sehen, wurden beide Menschen durch zahlreiche Messerstiche bestialisch ermordet."

  Held, g?nnerhaft den Arm mit dem Messer um Meers Schultern legend: "Die Schussverletzung k?nnen Sie ja übersehen. So etwas kann doch auch Ihnen mal passieren, nicht, wahr, Herr Doktor?"

  Meer schaut ?ngstlich das blutige Messer an: "Ich sehe, was Sie meinen, Chief Held."

  Szeneanfang:

  Eck ist in seinem Büro und schaut die Natural News im Fernsehen. Eck ist rechts im Bild, der Fernseher links.

  Sprecherin: "Das gerichtsmedizinische Gutachten über die beiden Toten, welche in einer Lagerhalle des Genville-Bunkers gefunden wurden, liegt nun vor ..."

  Held ist in der Zentrale der Natural Guards und sieht ebenfalls die Natural News. Held ist links im Bild, der Fernseher rechts.

  Sprecherin: "... Beide wurden durch mehrere Messerstiche bestialisch ermordet, die Frau zudem vergewaltigt ..."

  Eck, im Büro.

  Sprecherin: "... Die genetisch ver?nderten Gefangenen von Genville planen offenbar einen Ausbruch und gehen dafür über Leichen ..."

  Held in der NG-Zentrale.

  Sprecherin: "... Zu den sechs Security Guards, die den Ausbruchsversuch stoppen sollten, ist jede Verbindung abgebrochen. Alle Ausg?nge aus dem Genville-Bunker nach Natural City werden streng bewacht ..."

  Zusammengesetztes Bild: Held links unten, Eck rechts unten, die Sprecherin über die ganze Breite der beiden Bilder im oberen Teil.

  Sprecherin: "... Aber genügen diese Massnahmen? K?nnen wir uns sicher fühlen, solange Stadtpr?sident Eck seine Genville-freundliche Haltung beibeh?lt?"

  Held denkt: 'Eck, jetzt wird's ungemütlich für dich.'

  Eck denkt: 'Diese Hetzkampagne gef?hrdet meine Position ...'

  Eck, allein im Büro, am Schreibtisch, mit grüblerischem Ausdruck, denkt: 'Auch ohne diese Genville-Leute steigt die Kriminalit?t drastisch an. Das ist seltsam. Es sind doch dieselben Security Guards, die nun pl?tzlich v?llig unf?hig geworden sein sollen ...'

  Eck denkt weiter: '... Es sei denn, Held hat mit seiner Privattruppe die Security unterwandert und sabotiert ihre Arbeit nun von innen. Aber wem kann ich dann noch vertrauen?'

  Eck drückt den Kommunikator auf seinem Pult und sagt: "Ich will die Natural News."

  Kommunikator: "Ja, hier Natural News."

  Eck: "Schicken Sie mir Ihr verschwiegendstes Team. Ich habe eine heisse Sache für Sie."

  Szeneanfang:

  Chromos 5, Wagon und Meneor haben ihr Gesicht nahe von demjenigen Piris.

  Wagon bl?st Piri ins Gesicht: "Wacht auf, Prinzessin, ein Prinz erwartet Euch."

  Piri mit geschlossenen Augen: "Küss es mich."

  Wagon küsst Piri auf die Lippen.

  Piri ?ffnet die Augen und sieht Wagons Gesicht über sich.

  Freudestrahlend umarmt Piri Wagon und sagt: "Ich lebe!"

  Wagon, l?chelnd Piri im Arm haltend: "Was hast du denn gedacht. Du warst doch zusammen mit dem tapferen Schneiderlein."

  Meneor: "Was ist dieses Schneiderlein?"

  Piri strahlt. Chromos 5 grinst.

  Wagon, grinsend: "Ein Figur aus einem M?rchen."

  Chromos 5, krampfhaft ernst bleibend und Meneor nach?ffend: "Was ist ein M?rchen?"

  Meneor, unbeeindruckt: "Chromos 5 weiss es auch nicht."

  Piri strahlt.

  Chromos 5 lacht.

  Wagon, lachend: "Ein M?rchen ist ein phantastisches Geschichte, das den Leuten etwas bedeutet, weil sie sich darin wiedererkennen."

  Meneor: "Und du erkennst mich im tapferen Schneiderlein?"

  Wagon, lachend:"Nun, auf ein Art und Weise

  hast du ja auch ein Meise."

  Chromos 5, grinsend: "Immerhin hat das tapfere Schneiderlein sein Meise fliegen lassen. Bei Meneor wissen wir darüber nicht so genau Bescheid."

  Meneor, stirnrunzelnd: "Sind alle M?rchen so kompliziert?"

  Piri kichert 'Hihi', Wagon 'Boaa', Chromos 5 grinst.

  Piri, aufstehend, mit schmerzverzerrtem Gesicht sich an die Schusswunde fassend: "Aua, das tut noch weh."

  Meneor: "Du hast das Voraussicht vergessen. Wenn du in geradem Linie auf ein Waffe zurennst, f?ngst du das Geschoss ein."

  Wagon, sp?ttisch: "Wie rennst du denn auf ein Waffe zu?"

  Aus den Sachen, die am Boden herumliegen, zieht Meneor eine Pistole.

  Meneor steht einige Meter von Wagon entfernt und wirft ihr die Pistole zu. Meneor: "Ich bin jetzt etwa gleich weit von dir entfernt wie Piri von dem Mann, das auf es geschossen hat."

  Meneor: "Erschiess mich!"

  Wagon schaut, mit der Pistole in der Hand, ungl?ubig zu Meneor.

  Meneor: "Schiess!"

  Wagon hebt den Arm und drückt ab.

  Meneor hat sich vom Boden abgestossen, so dass die Kugel unter ihm durchzischt.

  Der herabsausende Meneor tritt gegen Wagons Handgelenk, so dass ihr die Pistole aus der Hand f?llt. Gleichzeitig führt er ein langes Messer mit grossem Schwung auf ihren Hals zu.

  W?hrend Meneor neben der erschrockenen Wagon landet, bremst er das Messer dicht an ihrem Hals.

  Ein 'Klatsch Klatsch' ert?nt.

  Beide drehen sich überrascht zu dem l?chelnd Beifall klatschenden Chromos 5 um.

  Hinter Cromos 5 eilen Aladen, Estragon und Caesar herbei.

  Aladan ruft: "Welch Kriegsger?usch st?rt meiner Gedanken Kreise?"

  Chromos 5 erwidert lachend: "Dass deine Gedanken im Kreis drehen, wissen wir schon lange."

  Aladan, mit stolz nach hinten geworfenem Kopf rezitierend:

  "Dass es sich hilflos dreht, das Weise,

  gar lange stets im finstern Kreise,

  ist Teil von einem teuren Preise,

  den jedes zahlt auf seine Weise,

  nur um zu sein ein bisschen weise."

  Beifall klatschend tritt die lachende Lara hinter einem Gebüsch hervor.

  Hisch ist neben ihr, versucht sich das L?cheln zu verkneifen und sagt: "Dies ganz Gedicht ist ziemlich Scheise." (Das 's' von 'Scheise' ist fett, um zu zeigen, dass es kein Druckfehler ist.)

  Alle lachen.

  Hisch: "Was machen wir hier eigentlich?"

  Aladan: "Wir existieren."

  Hisch: "Ich danke dir, oh Aladan, Philosoph aller Philosophen, für dieses ersch?pfende Auskunft."

  Chromos 5, l?chelnd: "Meneor will aus diesem Gef?ngnis fliehen."

  Lara, auf die Leiche des Guard weisend: "Dass Meneor das Hand im Spiel hat, ist nicht zu übersehen."

  Hisch: "Und dass Piri durch Meneors Leichtsinn ein Schussverletzung hat, auch nicht."

  Piri, protestierend: "Es war mein eigenes Leichtsinn. Wenn jemand ein Pistole in dem Hand h?lt, sollte ich nicht darauf zurennen."

  Caesar: "Ja, wir haben's gesehen. Du springst auf und trittst das Pistole weg."

  Meneor: "Nicht nur. Wenn du Messer hast, kannst du sie werfen und das Arm abschneiden."

  Hisch, sich ekelnd: "Brr, du hast vielleicht ein unappetitliches Fantasie."

  Meneor: "Du musst das Arm ja nicht aufessen."

  Wagon: "Obwohl es eigentlich schade ist um das gute Protein."

  Es wird gegrinst.

  Estragon: "Etwas habt ihr bei eurem leckeren Mahl vergessen ..."

  Alle schauen.

  Estragon: "... Wir haben ja gar keine Messer."

  Meneor, seinen Messergürtel in die H?he haltend: "Ihr k?nnt alle ein solches Gürtel haben, wenn ihr wollt."

  Aladan: "Warum so steinzeitlich. Mir scheint, dieses Barbar hat das Entwicklung der Feuerwaffen nicht mitbekommen. Mit Messern kannst du doch h?chstens auf drei Meter etwas treffen ..."

  Meneor hat sich in einen Wirbelwind verwandelt, aus dem zahlreiche Messer herausschiessen, ...

  ... die sich dreihundert Meter entfernt, hoch oben in die Fassade eines Turmhauses bohren, wobei sie ein 'V' bilden.

  Aladan, mit offenem Mund: "... ?h, ich meinte auf dreihundert Meter etwas treffen."

  Estragon, mit offenem Mund: "Wobei die Wurfgeschosse jetzt weg sind ..."

  Meneor macht ein Pfeifger?usch nur mit den Lippen.

  Die Messergriffe beugen sich zu den Klingen, ...

  ... bis sie die Turmwand berühren. Gestützt auf die Messergriffe k?nnen sich die Klingen nun herausziehen.

  ... und strecken sich wieder, so dass die Messer nun verkehrt herum in der Luft h?ngen.

  Gleichzeitig klappen kleine Stabilisierflügel aus und heisse Gase entstr?men den Griffen.

  Die Messer fliegen auf Meneor zu, ...

  ... der sie rasend schnell und mit t?nzerischer Leichtigkeit aus der Luft greift.

  Estragon, mit offenem Mund: "... ?h, was nicht heissen soll, dass sie für immer weg sind ... Eigentlich war es nur ein kurzes Wegsein, so als h?tten sie schnell Pipi gemacht."

  Hisch, Estragon von hinten am Hals gepackt haltend und heftig seinen Kopf hin und her schüttelnd: "Schüttle das Stroh im h?lzernen Gef?ss und erz?hl nicht solches Pipi."

  Halb lachen alle über Hischs Scherz, halb sind sie verlüfft über Meneors Darbietung.

  Aladan, verblüfft: "Die Messer leben ja."

  Meneor: "Ja, die Messer leben."

  Lara, sich ausziehend: "Ich denke, wir sind jetzt alle verwirrt und aufgeregt. Wir sollten etwas zum Entspannung tun."

  Lara, nackt und mit schmelzendem Gesicht zu Caesar: "Oh Caesar, mein Fürst, nimm dein Sklavin."

  Caesar, mit s?uerlichem L?cheln: "Halt's Maul und komm her."

  Hisch, Estragon bei der Hand nehmend: "Komm, Pipifax."

  Piri, zu Aladan: "Wenn du dein Philosophengewicht nicht auf mein Schusswunde legtest, w?re es mir angenehm."

  Aladan, sich verbeugend und Piri den Arm darbietend: "Enchanté."

  W?hrend sich die Paare ins Gebüsch legen, sagt Meneor: "Denkt an die Flügel eines Schmetterlings."

  Die drei Paare: "?"

  Chromos 5 l?chelt.

  Wagon ist geistesabwesend.

  Wagon: "Meneor, was hast du damit gemeint, wir k?nnten alle so ein Gürtel haben?"

  Meneor geht zum toten Guard.

  Meneor kniet neben dem Guard am Boden und greift am Bauch hinter den Gürtel.

  Chromos 5 und Wagon beobachten ihn gespannt.

  W?hrend Meneor den K?rper des Guard aufschneidet, verstreut er Klonpl?ttchen des Gürtels in die Wunde.

  Wagon: "Was ist das?"

  Meneor: "Klonpl?ttchen."

  Chromos 5, Wagon und Meneor sitzen um den toten Guard und beobachten, was geschieht.

  Wagon. "Du benutzt das K?rper als N?hrboden für neue Gürtel."

  Meneor: "Ja."

  Szeneanfang:

  Tanja Eck steht im Gang der Eck-Ville vor einem Spiegel und denkt l?chelnd, w?hrend sie ihr Gesicht betrachtet: 'Allm?hlich verschwinden die Falten aus meinem Gesicht. Ich sehe bald wieder aus wie fünfundzwanzig.'

  Tanja betritt den Salon, wo ihre Freundinnen, die in diesem Band schon mal da gewesen sind, bei Kaffee und Kuchen an einem Salontischchen sitzen.

  Tanja setzt sich l?chelnd zu ihnen und sagt: "Ich fühle mich so frisch wie mit fünfundzwanzig."

  Erste Freundin: "Kein Wunder, du siehst ja auch so aus."

  Dritte Freundin: Reden wir nicht von Wundern, sonst kommt Tanja wieder ins Schw?rmen."

  Tanja, l?chelnd: "Keine Angst, heute halte ich euch keinen religi?sen Vortrag."

  Zweite Freundin: "Aber mit welchem Mittel bringst du deine Falten zum Verschwinden? Das h?tte ich auch gern."

  Tanja, l?chelnd: "Ihr wollt mich nur veralbern. Ich habe kein Mittel."

  Dritte Freundin: "Ich würde trotzdem zu gern wissen, wie du es schaffst, so jung auszusehen."

  Erste Freundin: "Am Beten kann es jedenfalls nicht liegen."

  Tanja, verunsichert l?chelnd: "Das weiss ich eigentlich selbst nicht."

  Zweite Freundin, lachend: "Frag doch mal deinen Arzt, was er mit dir gemacht hat. Vielleicht hat er zuf?lligerweise ein natürliches Verjüngungsmittel entdeckt."

  Dritte Freundin denkt mit gerunzelter Stirn: 'Das Verjüngungsmittel heisst GENTHERAPIE ... Damit wirst du nicht durchkommen, liebe Tanja.'

  Szeneanfang:

  Eck kommt von der Arbeit, aus der Tiefgarage in die Wohnung. Tanja erwartet ihn im Flur.

  Eck, Tanja entzückt auf die Wange küssend: "Was bist du sch?n, mein Allerliebstes."

  Tanja, ihn ernst anblickend: "Darüber wollte ich mit dir reden, Martin."

  Eck, erstaunt l?chelnd: "über deine Sch?nheit?"

  Tanja, ernst: "Sag, Martin, du verschweigst mir doch nichts?"

  Eck, allm?hlich ahnend, worauf sie hinauswill: "Ich verstehe nicht, was du meinst, mein Liebling."

  Tanja, die Beherrschung verlierend: "Das kann doch nicht sein, dass eine alte Schachtel wie ich aussieht wie eine Fünfundzwanzigj?hrige!"

  Eck, schwitzend und stammelnd: "Ja ... ?hm ... ich meine ... du hast dich eben pr?chtig erholt ... Dafür haben wir schliesslich gebetet."

  Tanja, wütend: "Dass mich der Herr vom Tode rettete, war schon Wunder genug. Dass er mir nun noch die Jugend zurückgeben soll, ist zu viel. Was hast du gemacht, Martin Eck!!?"

  Eck, schwitzend, hilflos: "Ich ... ich habe gesündigt."

  Eck, mit gesenktem Blick, schwitzend, leise: "In der Nacht, in der du fast gestorben w?rst ... Ein Leben ohne dich ... Ich konnte den Gedanken nicht ertragen ... Wir haben dich dann nach Genville gebracht."

  Tanja, weiss vor Schreck: "Was habt ihr?"

  Eck, Tanja bei den Schultern fassend: "Die Leute von Genville haben dich gerettet."

  Tanja, fassungslos vor Schreck, tonlos: "Ich bin also jetzt ein Genmonster."

  Eck, verzweifelt: "Nein, nein ... Du bist Tanja, meine Frau, die ich liebe, ... für die ich lieber das Gesetz breche, als sie sterben zu lassen."

  Tanja wendet sich ab und geht den Gang entlang. Tanja: "Wir haben den Willen des Herrn missachtet. Dafür wird er uns schrecklich bestrafen."

  Eck schaut ihr hilflos nach: "Tanja."

  Szeneanfang:

  Chromos 5, Wagon und Meneor beobachten die im Leichnam des Guards heranwachsenden Messergürtel.

  Wagon: "Welches verrückte Hirn hat sich sowas ausgedacht?"

  Chromos 5: "Lebende Wurfgeschosse, die zu dir zurückkehren, sind doch genial. Bei Feuerwaffen gehen dir dauernd die Pengs aus."

  Wagon, sich nachdenklich ans Kinn greifend: "Du magst Recht haben. Zumal es ja noch Verbesserungsm?glichkeiten gibt."

  Chromos 5, Wagon neckend zu Meneor: "Pass auf, wenn es diesen Gesichtsausdruck hat, musst du dich bald mit einem Dutzend skurriler Wurfgeschosse abschleppen."

  Meneor, unbeeindruckt: "Ein kraftvolles Speer w?re manchmal nützlich gegen gepanzerte Kampforganismen."

  Wagon zu Meneor: "Mann, wach auf, hier gibt's keine gepanzerten Kampforganismen."

  Chromos 5: "Aber gepanzerte Security Guards."

  Meneor: "Mit einem Speer k?nnte ich drei, vier Guards hintereinander aufspiessen."

  Wagon zu Meneor: "Sag mal, kriegst du keine Albtr?ume, wenn du dir dauernd solche blutigen Sachen vorstellst?"

  Meneor, l?chelnd: "Das Vorstellung von vier aufgespiessten Organismen, die mich t?ten wollten, ist sehr beruhigend für mich."

  Chromos 5 zu Meneor: "Daran müssen wir uns erst noch gew?hnen. Das Einzige, das wir bis jetzt aufgespiesst haben, waren die Fleischstücke des Blutstrauchs."

  Szeneanfang:

  Eck ist in seinem Büro und bekommt einen Anruf.

  Kommunikator: "Hier Security Guard. Wir haben einen anonymen Anruf bekommen.

  Eck, unwirsch: "Muss ich mich jetzt auch noch um jeden der tausend t?glichen anonymen Anrufe kümmern?"

  Kommunikator: "Verzeihen Sie, Herr Stadtpr?sident, aber eine weibliche Stimme hat behauptet, Ihre Frau habe sich einer illegalen Gentherapie unterzogen."

  Eck, nerv?s und schwitzend: "Aber das ist doch absurd."

  Kommunikator: "Ja, das dachte ich auch. Aber was soll ich jetzt mit der Anzeige machen?"

  Eck: "Wenn wieder Ruhe und Sicherheit einkehren sollen in Natural City, dann darf dieser Versuch, meine Autorit?t zu untergraben, nicht weiter verfolgt werden."

  Kommunikator: "Ich werde alle Unterlagen vernichten."

  Eck, erleichtert: "Danke ... und ?h ... es tut mir Leid, dass ich vorhin so unfreundlich war. Die Verantwortung lastet schwer auf mir."

  Kommunikator: "Schon vergessen, Herr Stadtpr?sident."

  Szeneanfang:

  Held in der Zentrale der Natural Guard.

  Büro-Guard: "Chief Held, ein Anruf für Sie."

  Held geht zu seinem Schreibtisch und sagt in den Kommunikator: "Ja?"

  Kommunikator: "Hier Security Guard. Eben hat mir Stadtpr?sident Eck befohlen, alle Unterlagen über einen anonymen Anruf zu vernichten."

  Held: "Worum geht es bei diesem Anruf?"

  Kommunikator: "Jemand beschuldigt die Frau des Stadtpr?sidenten einer illegalen Gentherapie."

  Held: "Das ist hochinteressant. Lassen Sie mir die Unterlagen zukommen."

  Kommunikator: "Jawohl, Chief Held."

  Held zu einem seiner Büro-Guards: "Sobald das Paket von der Security Guard hier ist, senden Sie je eine Kopie der Unterlagen an die Natural News und an Richter Zufall."

  Büro-Guard: "Jawohl, Chief Held."

  Szeneanfang:

  Beleuchtet von der Abendsonne, sitzt Aladan auf einem Stein. Meneor n?hert sich ihm, was Aladan mit mildem L?cheln bemerkt.

  Aladan: "Wie sieht es in dem Wüste aus?"

  Meneor: "Viel Sand, wenig Wasser, Kampforganismen."

  Aladan: "Ja, Gott hat versagt."

  Meneor: "Wer ist Gott?"

  Aladan: "Als ich noch mit Natürlichen Umgang pflegte, fiel mir auf wie abh?ngig die Kinder von ihren Eltern sind. Wie allm?chtige Gottheiten entscheiden die Eltern über Wohl und Wehe des Kindes."

  Meneor, mit Erinnerungsbild: "Ja, ich habe gesehen, wie die Kinder sich an Frauen klammerten, bevor Explosionen sie zerrissen."

  Aladan, mit langem Blick: "Wow."

  Aladan: "Mit den Kindern wachsen auch ihre Wünsche. Und eines Tages k?nnen die Eltern diese Wünsche nicht mehr gottgleich erfüllen. Dann fallen die Kinder in ein Loch. Urpl?tzlich stehen sie quasi nackt einem Angst einfl?ssenden Universum gegenüber. H?chstes Zeit, sich ein neues gottgleiches Wesen zu erschaffen, das von nun an über sein Schicksal wacht, Geborgenheit spendet und natürlich Wünsche erfüllt."

  Meneor: "Wie kann ein Kind ein Wesen erschaffen?"

  Aladan: "Natürlich kann es das nicht. Es existiert bloss in seinem Fantasie."

  Meneor: "Wie kann ein Wesen, das nicht existiert, Wünsche erfüllen?"

  Aladan: "Solange dieses Fantasiewesen dein Angst bes?nftigt, wirst du jedes Ausrede akzeptieren, warum es mit dem Wünschen nicht geklappt hat."

  Meneor: "Und wie kann ein Wesen, das nicht existiert, versagt haben?"

  Aladan, lachend: "Das war bloss ein Scherz."

  Aladan: "Ich meinte damit, dass das eigenst?ndige Entwicklung des Lebens zu unendlich vielen Schmerzen und zu einem Spezies geführt hat, das alles zerst?rt."

  Meneor, grinsend: "Vielleicht haben die Kinder ja gewünscht, dass dieses Gott alles zerst?rt. Dann hat es nicht versagt."

  Aladan, lachend: "Ja, warum nicht."

  Meneor: "Und du brauchst kein Gott?"

  Aladan: "Ich habe Genville."

  Meneor: "Was ist Genville?"

  Aladan: "Genville ist ein Ort, wo es kein Fressen und Gefressenwerden gibt. Und nur so viel Schmerz, wie es braucht für ein Leben voll Freude und Abenteuer."

  Meneor, Stirn runzelnd: "Aber wo bleibt das Abenteuer, wenn du das ganze Tag auf einem Stein sitzt?"

  Aladan, lachend: "Auch das Wandern des Geistes kann ein Abenteuer sein."

  Meneor: "Dein Denken ist sch?n. Aber was nützt es dir, wenn du hier eingesperrt bist?"

  Aladan: "Es h?lt mich am Leben."

  Meneor, lachend: "Das ist gut."

  Aladan: "Was h?lt dich am Leben?"

  Meneor: "Wenn ich alles vernichtet habe, was dem Leben Schmerz zufügt, entsteht das angenehme Leben."

  Aladan, anerkennend: "Was für ein gewaltiges Aufgabe! Dann sorgen wir für das Entstehen des Sch?nen und du für das Verschwinden des Schmerzenden."

  Meneor: "Das geht nicht. Ich allein bin zu schwach. Wir müssen zusammen k?mpfen."

  Aladan: "Du meinst so?"

  Aladan macht ein paar Martial-Art-Verrenkungen.

  Meneor lacht ...

  ... und sagt, ein Messer in Richtung von Aladans Brust werfend: "Nein so."

  W?hrend es fliegt, überholt Meneor das Messer ...

  ... und packt es am Griff, sodass es wenige Zentimeter vor Aladans Brust gebremst wird.

  Verblüfft starrt Aladan mit grossen Augen auf die Messerspitze.

Recommended Popular Novels