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Band 49

  Szeneanfang:

  Ili betrachtet die Kleider im Schaufenster einer Boutique, …

  … betritt den Laden, …

  … wo sie st?bert …

  … und schliesslich ein Frauenkleid abh?ngt …

  … und damit zur Türe schlendert.

  Wie Ili die Tür fast erreicht, rennt ihr eine Verk?uferin nach und ruft: "He, wollen Sie das Kleid nicht bezahlen?!"

  Ili, verwundert: "Mein Freund will es tragen, nicht bezahlen."

  Verk?uferin, die nicht weiss, ob sie lachen oder wütend werden soll: "Sind Sie behindert? Natürlich kann Ihr schwuler Freund das tragen, aber Sie müssen es erst bezahlen."

  Ili, neugierig: "Wie geht 'bezahlen'?"

  Verk?uferin, langsam überfordert: "Sie geben mir Geld, ich gebe Ihnen das Kleid."

  Ili, begreifend: "Ah, du willst tauschen. Ich habe kein Geld, …"

  Ili pflückt ein paar Essperlen von ihrem Kleid …

  … und bietet sie der konsternierten Verk?uferin an: "… aber du kannst Essperlen haben. Sie sind ganz k?stlich."

  Verk?uferin, angeekelt auf Ilis Handfl?che mit den Essperlen blickend: "Igitt, ich will doch nicht Ihren verschwitzten Schmuck essen."

  Ili, treuherzig: "Ja ja, sie sind aus Schweiss und Kacke, Luft, Sonne und Wasser."

  Die Verk?uferin starrt Ili an, als stünde eine komplett Irre vor ihr, …

  … entschliesst sich, das Theater zu beenden und sagt streng: "Es reicht. Geben Sie mir das Kleid zurück und verlassen Sie unseren Laden!"

  Ili schaut mit einem verzückten Gesichtsausdruck über die Schulter der Verk?uferin und macht: "Ooohhh, wie sch?n!"

  Wie die Verk?uferin sich nach dem 'Sch?nen' umdreht, schlüpft Ili beh?nde in das Kleid …

  … und macht sich unsichtbar, sodass die Verk?uferin, die sich wieder Ili zugewendet hat, verblüfft feststellt, dass diese verschwunden ist.

  Verk?uferin, fassungslos die Strasse hinauf und hinab blickend: "Wo ist sie hin? Sie kann doch nicht …"

  Ili steht ganz in der N?he, mampft genüsslich Essperlen und denkt: 'Hihihi.'

  Sich an den Kopf fassend, geht die Verk?uferin zurück in den Laden.

  Ili rennt los …

  … und erreicht bald die Schuhverk?uferin auf dem Obdachlosenareal, zu der sie, wieder sichtbar, sagt: "Die Guards sammeln alle Leute ein, die unser Kleid tragen …"

  Ili, das geklaute Kleid ausziehend: "… Du musst dein Kleid ausziehen und dieses Kleid nehmen. Dann lassen Sie dich in Ruhe."

  Schuhverk?uferin, in einem Sicht geschützten Winkel ihr lebendes Kleid ausziehend, traurig: "Dann ist es jetzt so weit. Wir haben endgültig gegen Ritsch verloren."

  Ili, Stirn runzelnd: "Warum? Endgültig ist doch nur das Tod."

  Schuhverk?uferin, das Kleid entgegen nehmend, mit traurigem L?cheln: "Du l?sst dich nicht so leicht unterkriegen, hm? Aber wenn du im Gef?ngnis sitzt, kannst du nicht mehr viel tun oder?"

  Ili, geheimnisvoll: "Och, ein Gef?ngnis hat viele Türen."

  Die Schuhverk?uferin betrachtet Ili prüfend und denkt: 'Was brütet sie jetzt wieder aus?'

  Wie die Schuhverk?uferin das geklaute Kleid anziehen will, f?llt ihr Blick auf das noch vorhandene Preisschild und sie wundert sich: "?hm, woher hast du das Kleid?"

  Ili: "Da war so ein Raum, in dem Kleider wachsen. Dort habe ich es genommen."

  Schuhverk?uferin, mit schr?gem L?cheln: "'Genommen', war ja klar. Weisst du Ili, bei uns wachsen keine Kleider. Wir müssen mit Hilfe von Maschinen F?den herstellen, diese zu Stoffen weben, die Stoffe zuschneiden und zusammen n?hen. Das Ganz ist ein arbeitsintensiver, zeitaufw?ndiger Prozess. Deshalb kosten die Kleider in diesem 'Raum' auch Geld und dürfen nicht einfach 'genommen' werden."

  Ili, staunend: "Aber warum dieses Prozess, wenn Kleider doch von selber wachsen k?nnen? Ist das nicht schade für das Lebenszeit, das dadurch verloren geht?"

  Schuhverk?uferin, etwas überrascht von dieser Schlussfolgerung: "Aus deiner Sicht mag unsere Textilindustrie ein kompletter Irrsinn sein …"

  Schuhverk?uferin, Stirn runzelnd: "… Und das Traurige daran ist, … dass du wieder einmal v?llig recht hast."

  Schuhverk?uferin, das geklaute Kleid tragend, mit Blick auf das lebende Kleid, welches auf ihrem Arm liegt, bedauernd: "Und was machen wir jetzt mit diesem kostbaren Stück?"

  Ili: "Versteck es hier. Es kann seine Lebensfunktionen fast ganz abschalten, sodass es jahrelang auf dich warten kann."

  Die Schuhverk?uferin platziert das Kleid in einem Versteck.

  Schuhverk?uferin, das Versteck betrachtend, gerührt: "Ein Kleid, das auf mich wartet. Wo gibt’s denn so was?"

  Security Guards-Wagen, begleitet von Gefangenentransportern stürmen auf das Obdachlosenareal.

  Ili hat sich unsichtbar gemacht.

  Mit steinerner Miene beobachtet die Schuhverk?uferin, wie die Mitglieder der Genossenschaft, die ein lebendes Kleid tragen, von den Guards verhaftet werden.

  Schuhverk?uferin, traurig vor sich hin: "Entweder werden sie tot geschlagen oder eingesperrt. Und alles wegen mir. Ich fühle mich so schuldig."

  Ili, flüsternd: "Gef?ngnis ist gut: Dort gibt es Essen, Dach und Bett. Und du bist nicht das Ursache von diesem Vorgang. Das ist Ritsch."

  Schuhverk?uferin, schmerzlich l?chelnd: "Nüchtern betrachtet, mag es so aussehen. Trotzdem ist alles so elend … Ich fühle mich so hilflos."

  Eine Stimme aus dem Off l?sst die Schuhverk?uferin aufschrecken: "Führen Sie Selbstgespr?che?"

  Zwei grinsende Guards stehen vor der erschrockenen Schuhverk?uferin.

  Guard 1: "Ziehen Sie bitte Ihr Kleid aus. Wir müssen überprüfen, ob Sie auch eine Kleiderdiebin sind."

  Schuhverk?uferin, verdattert: "Aber dann bin ich nackt."

  Guard 1, grinsend: "Dann sehen wir, dass Sie keines dieser illegalen Kleider tragen."

  Die Schuhverk?uferin ?ffnet das Kleid ...

  ... und l?sst es zu Boden fallen.

  Wie sie nackt vor den Guards steht, macht Guard 1 Anstalten, nach ihr zu greifen und sagt grinsend: "Dann wollen wir doch mal sehen."

  Ili ergreift den Ellbogen von Guard 2 ...

  ... und bewegt dessen Arm so, dass die Hand ins Gesicht von Guard 1 klatscht, ...

  ... was Guard 1 in seiner Grapschbewegung verblüfft inne halten l?sst, ...

  ... worauf er zornesrot anl?uft und Guard 2 anbellt: "Was f?llt dir ein?! Willst du Prügel?!"

  Guard 2, seinen Arm, der sich von selbst bewegt hat, anschauend, verdattert: "Aber ich habe doch gar nichts gemacht."

  Wütend knallt Guard 1 seinem Kollegen eine Ohrfeige ...

  ... und sagt, davon stampfend, grollend: "Dann habe ich jetzt auch nichts gemacht, verdammter Idiot!"

  W?hrend Guard 2 seinem Kollegen verdattert folgt, zieht sich die Schuhverk?uferin das Kleid wieder an.

  Ili, flüsternd: "Ich habe nur sein Arm bewegt, hihihi."

  Schuhverk?uferin, erleichtert: "Puh, danke, Ili. Schade, dass du nicht sichtbar bist. Ich m?chte mich jetzt am liebsten an deiner Schulter ausweinen. Es ist alles so schrecklich."

  Ili zieht die Schuhverk?uferin an der Hand in ein Versteck ...

  ... und macht sich sichtbar, ...

  ... worauf sich die Schuhverk?uferin weinend an Ilis Schulter lehnt.

  Ili, sinnierend: "Die Natürlichen sind wie ein See aus Schmerz. Und ihre Gehirne sind wie Schw?mme, die sich voll saugen, wenn sie in diesem See baden. Wenn du noch l?nger hier bleibst, wirst du jedes Tag mehr weinen. Bis jedes Licht in deinem Kopf gel?scht ist. Und du nur noch sterben willst ..."

  Ili, auffordernd: "... Lass uns fortgehen!"

  Schuhverk?uferin, protestierend: "Aber ich kann sie doch nicht alle im Stich lassen!"

  Ili, altklug: "Wenn du wartest, bis alles Kraft aus deinem Kopf verschwunden ist, wirst du nichts mehr bewegen k?nnen. Und alle bleiben in diesem Stich."

  Schuhverk?uferin, zweifelnd: "Und wo bitte ist der Unterschied? Wenn ich weg bin, kann ich doch auch nichts mehr bewegen."

  Ili, lachend: "Du bist lustig. Du kannst doch wieder kommen. Aber erst, wenn du Kraft hast. Und Ideen, die helfen."

  Schuhverk?uferin, ungl?ubig den Kopf schüttelnd: "Kraft und Ideen ... ein M?dchen wie ich ... ausgerechnet ..."

  Schuhverk?uferin, tapfer l?chelnd sich auf den Po klopfend: "... Scheiss drauf! Wohin gehen wir?"

  Ili: "Natürlich nach Genville."

  Ili, kichernd: "Wie willst du reisen: fliegen oder fliegen?"

  Schuhverk?uferin, verwirrt: "?hm, was ist der Unterschied?"

  Ili: "Das Pilzwesen kann uns durch das Wüste katapultieren. Dann fliegen wir hoch durch das Luft. Das Luftfisch kann hoch über das Wüste schweben. Dann k?nnen uns sicher auch keine Kampforganismen angreifen."

  Schuhverk?uferin, zweifelnd: "Irgendwie klingt keines davon besonders Vertrauen erweckend."

  Ili: "Besser wir nehmen Luftfisch. In deinem Zustand hast du sonst zu viel Angst und kannst das Reise gar nicht geniessen."

  Ili, die Hand der Schuhverk?uferin ergreifend: "Lass uns zum Kirche gehen."

  Wie sie aus dem Versteck treten, macht sich Ili unsichtbar.

  Wie die Schuhverk?uferin Hand in Hand mit einer Unsichtbaren durch die Stadt geht, zieht sie befremdete oder belustigte Blicke auf sich.

  Sie n?hern sich der Kirche.

  Schuhverk?uferin, unsicher l?chelnd: "Holen wir uns jetzt g?ttlichen Beistand?"

  Ili: "Nichts G?ttliches. Ich muss nur Lebensinsel fragen, ob es Luftfisch her bringen kann. Sonst müssen wir noch Stunden warten."

  Schuhverk?uferin, mit Fragezeichengesicht: "?hm, ja klar."

  Vor der Kirche fragt die Schuhverk?uferin: "Wo wohnst du eigentlich? Du hast zwar in letzter Zeit immer bei mir geschlafen. Aber wo schl?fst du, wenn du dich nicht gerade um Obdachlose kümmerst?"

  Ili: "In Genville."

  Die Schuhverk?uferin staunt: "Ist das nicht etwas weit weg, um jede Nacht hinzugehen?"

  Ili, die Tür zur Kirche aufstossend: "Nein nein, das ist nur Nullzeit weg. Wir k?nnten auch in Nullzeit nach Genville, aber das ist langweilig. Du sollst ein sch?nes Erlebnis haben."

  Schuhverk?uferin, mit Fragezeichengesicht, kichernd: "Ja ja, wer will schon in Nullzeit in Genville sein?"

  In der Kirche macht sich Ili sichtbar und bedeutet der Schuhverk?uferin, auf einem der B?nke Platz zu nehmen: "Willst du hier sitzen?"

  Die Schuhverk?uferin hat sich gesetzt.

  Ili ist im Begriff, hinter dem grossen Bild, wo sich der Wegdoppler befindet, zu verschwinden: "Ich dopple mich schnell weg. Bin gleich zurück."

  Die Schuhverk?uferin denkt verunsichert: 'Das ist alles sehr merkwürdig. 'Nichts G?ttliches' hat sie gesagt. Aber vielleicht etwas Teuflisches? Werde ich jetzt geopfert? ...'

  Schuhverk?uferin, sich nach dem Ausgang umsehend, wie oben, denkt: '... Soll ich fliehen? Ist das jetzt die letzte Gelegenheit, mein Leben zu retten? ... Wenn ich jetzt sitzen bleibe, werde ich das unendlich bedauern? ...'

  Halb entschlossen zur Flucht, steht die Schuhverk?uferin auf ...

  ... gefriert vor Angst, wie sie Ilis Stimme aus dem Off h?rt: "Ich habe Luftfisch gesagt, dass es uns auf dem Turm findet."

  Die Schuhverk?uferin schliesst die Augen ...

  ... und wendet sich, schicksalsergeben, der sich n?hernden Ili zu.

  Wie sie die Augen ?ffnet, steht Ili vor ihr mit den H?nden auf ihren Schultern und sagt: "Hab nicht Angst. Luftfisch ist lieb."

  Ili umarmt die Schuhverk?uferin und versucht ihr die Angst weg zu vibrieren, ...

  ... was nicht so recht gelingen will und der Schuhverk?uferin Tr?nen in die Augen treibt.

  Schuhverk?uferin, gequ?lt: "Ich habe Angst zu sterben!"

  Ili, v?llig verblüfft: "Warum?"

  Schuhverk?uferin, wie oben: "Du sprichst so merkwürdig. Du benimmst dich so merkwürdig. Ich habe Angst, dass du und deine Leute mich bei einem satanischen Ritual opfern wollt."

  Ili, naiv: "Was ist ein 'satanisches Ritual'?"

  Schuhverk?uferin, wie oben: "Wenn du dem Teufel ein Menschenopfer dar bringst, um seine Gunst zu gewinnen."

  Ili, interessiert: "Warum soll ich das Gunst dieses Teufels gewinnen?"

  Schuhverk?uferin, wie oben: "Damit er dir mit seinen teuflischen Kr?ften Macht und Reichtum verschafft."

  Ili, lachend: "Ich will doch nicht sein wie Ritsch. Das tut nur weh."

  Ili, interessiert: "Meinst du, dass Ritsch ein Menschenopfer gedarbringt hat, um reich zu werden?"

  Schuhverk?uferin, pl?tzlich begreifend, was für Stuss sie redet: "Nein, nein ... Das ist absurd ..."

  Schuhverk?uferin, erschüttert über ihren Ausrutscher: "... Verzeih' mir, Ili ... Es prasselt so viel Neues auf mich ein ... Ich fange an zu spinnen."

  Ili, altklug: "Wenn Neues kommt, musst du nur dein Geist weit auftun und es einlassen. Dann wartest du, bis es sein Platz findet. Und dann bist du reicher geworden, ganz ohne 'satanisches Ritual'."

  Schuhverk?uferin, nickend, schmerzlich l?chelnd: "Ich will's versuchen."

  Ili, sie bei der Hand fassend: "Komm, Luftfisch wartet."

  Sie ersteigen die Turmtreppe.

  Die Schuhverk?uferin denkt Kopf schüttelnd: 'Luftfisch? Klingt nach einer Figur aus einem Kinderbuch ...'

  Oben angekommen hebt die Schuhverk?uferin den Blick ...

  ... und l?sst vor Verblüffung die Kinnlade runter klappen.

  Der gewaltige Luftfisch scheint den ganzen Himmel auszufüllen. Er hat sich so heran man?vriert, dass der Einstieg zu seiner Passagierkabine bündig an der Oberkante der Turmbrüstung liegt.

  Ili springt aus dem Stand mit einem Satz in die Passagierkabine ...

  ... und streckt der Schuhverk?uferin l?chelnd die Hand hin.

  Mit klopfendem Herzen ergreift die Schuhverk?uferin Ilis Hand, stemmt ihren Fuss gegen die Oberkante der Brüstung ...

  ... und l?sst sich von Ili in die Kabine ziehen.

  Sich an der Kante der Einstiegs?ffnung fest haltend und von Ili um die Taille gehalten, schaut die Schuhverk?uferin mit pochendem Herzen und geweiteten Augen in die Tiefe, die sich auftut, wie Luftfisch sich vom Kirchturm l?st.

  Die Schuhverk?uferin denkt: 'Satanische Rituale hin oder her, jetzt gibt es kein Zurück mehr!'

  An H?he gewinnend, verl?sst Luftfisch majest?tisch den Luftraum über Natural City.

  Die Schuhverk?uferin schaut sich befremdet in der Kabine um, die zwar überall Fenster?ffnungen, aber keine Steuerelement hat.

  Schuhverk?uferin, befremdet: "Wie wird dieses Ding gesteuert? Ich sehe kein Cockpit."

  Ili, lachend: "Luftfisch wird von Luftfisch gesteuert."

  Die Schuhverk?uferin macht ein Fragezeichengesicht.

  Luftfisch, mit seiner gewaltigen, sonoren, dunkel vibrierenden Stimme, leise: "Wohin wollt ihr?"

  Die Schuhverk?uferin ist gleichzeitig verblüfft und erregt von Luftfischs Stimmkraft, die ihr eine Hühnerhaut beschert.

  Ili ist genauso erregt und schw?rmt: "Dein Stimme durchdringt jedes Faser meiner Nerven und bringt mich zum Schmelzen. Luftfisch, du bist pures Lust!"

  Luftfisch: "Ommmmmmhhhhhh ..."

  Beide Frauen heben mit geschlossenen Augen den Kopf und beginnen zu zittern.

  Luftfisch: "Ommmmmmhhhhhh ..."

  Die Frauen streifen ihre Kleider ab, ...

  Luftfisch: "Ommmmmmhhhhhh ..."

  ... umschlingen und küssen sich, ...

  Luftfisch: "Ommmmmmhhhhhh ..."

  ... sinken zu Boden, ...

  Luftfisch: "Ommmmmmhhhhhh ..."

  ... greifen sich zwischen die Beine ...

  Luftfisch: "Ommmmmmhhhhhh ..."

  ... und bereiten sich gegenseitig, laut st?hnend, einen Orgasmus.

  Gel?st, entspannt und l?chelnd, liegen sie sich in den Armen.

  Schuhverk?uferin, kichernd: "Wir liegen also im Bauch eines singenden Wals, der uns einen Orgasmus beschert."

  Ili muss lachen.

  Die Frauen ziehen sich an.

  Luftfisch: "Und wohin jetzt?"

  Ili: "Liebes Luftfisch, magst du nach Genville fliegen?"

  Luftfisch: "Ja."

  Die Frauen stehen neben einander an einer Fenster?ffnung und schauen hinab auf die trostlose Wüste.

  Je l?nger die Schuhverk?uferin hinab schaut, ...

  ... desto düsterer wird ihre Stimmung.

  Ili bemerkt es und fragt etwas erstaunt: "Gef?llt dir das Fliegen nicht?"

  Schuhverk?uferin, erschüttert: "Ist das unsere Welt? Natürlich habe ich gewusst, dass ausserhalb von Natural City Wüste ist. Aber ich wollte mich nicht damit befassen, es nicht wahr haben, einfach mein kleines Leben leben ..."

  Schuhverk?uferin, grimmig: "... mein kleines beschissenes Leben ... auf einem toten Planeten."

  Ili, nicht gerade tr?stlich, naiv: "Ja ja, das Planet ist tot, ..."

  Ili, fr?hlich: "... aber du musst nicht traurig sein. Die Genvilles werden es flicken."

  Schuhverk?uferin, mit ungl?ubigem L?cheln: "Du kannst doch keinen toten Planeten 'flicken'. Dafür br?uchte es ein Wunder."

  Ili, treuherzig: "Ja, du wirst dich wundern."

  Ili, hinab zeigend, lachend: "Dieses Flicken dort war allerdings keines."

  Am Wüstenboden liegt der verdorrte und eingefallene Pflanzberg.

  Schuhverk?uferin, aus dem Off: "Was ist das?"

  Ili, unbeschwert: "Das war Pflanzberg. Es sollte durch das Wüste schweben und überall Pflanzen setzen, damit das Wüste wieder grün wird. Aber es hat zu wenig Wasser. Deshalb ist Pflanzberg und alles, was es gepflanzt hat, vertrocknet."

  Schuhverk?uferin, etwas befremdet, weil Ili es so leicht zu nehmen scheint: "Ist das nicht tragisch?"

  Ili, altklug: "Es ist nicht tragisch, sondern logisch. Wenn du viele Dinge machst, gehen manche und manche nicht. So bleibt das Leben spannend."

  Schuhverk?uferin, bedrückt: "Ja, wir haben auch viele Dinge getan. Und jetzt sind wir sozusagen auf der Flucht."

  Ili, fr?hlich: "Ach, bei den Natürlichen enden alle Dinge im Schmerz. Sp?testens, wenn sie sterben."

  Schuhverk?uferin, mit schmerzlichem L?cheln: "Was für ein Trost!"

  Die Schuhverk?uferin beginnt mit grossem Blick zu ahnen, was Ilis Worte bedeuten, ...

  ... und sagt, den Gedanken selber absurd findend: "Wird denn in Genville nicht gestorben?"

  Ili, den Gedanken ans Sterben genauso absurd findend: "Wir sind unsterblich. Weisst du, ein Leben lang Angst haben vor dem Tod ist doch dumm."

  Schuhverk?uferin, in der Gewissheit, verarscht zu werden, ungl?ubig l?chelnd: "M?dchen, jetzt verarschst du mich."

  Ili, treuherzig: "Ich kann schon sterben. Wenn ich jetzt aus Luftfisch springen würde, weiss ich nicht, ob ich das Sturz überleben k?nnte."

  Luftfisch, die Frauen erzittern lassend, dr?hnend: "Du würdest überleben. Ich würde dich mit meinen Tentakeln auffangen."

  Ili, den Fensterrahmen umarmend und mit Küssen bedeckend: "Du bist so lieb, Luftfisch!"

  Schuhverk?uferin, die Szene betrachtend, denkt amüsiert: 'Sie küsst einen Wal ...'

  Schuhverk?uferin, vor sich hin, über sich selber staunend, denkt: '... Ich habe auch noch nie einen Wal geküsst ...'

  Mit geschlossenen Augen gibt die Schuhverk?uferin der anderen Seite des Fensterrahmens einen innigen Kuss.

  Wie sie sich gegen Ili dreht und die Augen ?ffnet, schaut sie in Ilis lachendes Gesicht.

  Die Frauen lachen sich an ...

  ... und schauen wieder hinab auf die Wüste.

  Schuhverk?uferin, mit feinem L?cheln, denkt: 'Es ist schwierig, in Gesellschaft dieser Wesen meine Trauer zu pflegen.'

  Ein grosser Essgarten voller Blutstr?ucher breitet sich aus. Da und dort zucken Tentakel des Pilzwesens hoch und schnappen sich ein Stück Fleisch.

  Schuhverk?uferin, aus dem Off: "Da w?chst ja was. Aber da sind auch so merkwürdige Viecher, die es kaputt machen."

  Ili, lachend: "Das sind Blutstr?ucher. An ihnen wachsen Fleischstücke. Und diese Tentakel geh?ren bloss einem Viech, dem Pilzwesen. Die Genvilles haben für das Pilzwesen Essg?rten gebaut, damit es überleben kann. Es pumpt dafür Wasser vom Meer nach Genville, damit Genville überleben kann. Seit sie sich verstehen, wollen sie einander nicht mehr t?ten."

  Schuhverk?uferin, ungl?ubig: "Wie kann ein Wesen vom Meer bis hierher Wasser pumpen?"

  Ili, selbstverst?ndlich: "Na, weil es so gross ist wie das Kontinent."

  Schuhverk?uferin, ungl?ubig lachend: "Du verarschst mich!"

  Ili, altklug: "Wir machen schon Scherze, weil Lachen gut tut. Aber dir dauernd Unsinn zu erz?hlen ist doch nicht lustig."

  Schuhverk?uferin, es sacken lassend: "Ein Wesen so gross wie ein Kontinent ... Ich sollte also besser anfangen, mich zu wundern, statt immer zu zweifeln, weil etwas nicht in mein kleines Hirn passt?"

  Ili, treuherzig und schlicht: "Ja."

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  Aladan und Estragon sind immer noch bei den Nutzwesen.

  Estragon, neugierig: "Entzücke uns mit deinem Idee, Aladan."

  Aladan, sich schl?frig auf Trage legend: "Nachdem wir tausend fünfzig Kilogramm schwere Kugeln umgeladen haben, braucht mein K?rper ein P?uschen."

  Trage, protestierend: "He, ich bin nicht dein Bett!"

  Aladan ist schon eingeschlafen.

  Estragon, lachend: "Das Baby fühlt sich geborgen in deinem Schoss, Trage."

  Trage: "Pah, ich sollte dieses Nutzlose aufessen."

  Trage ?ffnet eine Art Mund, tut so, als würde es Aladans Arm verschlingen, und sagt: "Wie es wohl schmeckt?"

  Bioskop, Tank und Hilfsorgane im Chor: "He, ich will auch!"

  Estragon, lachend: "Wartet noch mit eurem Festmal. Wir wollen doch zuerst h?ren, welches Idee es hat, um das Problem mit dem Pilzwesen zu l?sen. Aladan ist eines der begabtesten Gentechs, auch wenn es sich immer aufführt wie ein faules Apfel."

  Hilfsorgane, mit seinen Tentakeln bedrohlich auf Aladan zielend: "Ich k?nnte ihm ein Dosis Weckamin geben, dass es drei Stunden herum tanzt. Dann müssen wir nicht so lange auf das Idee warten."

  Tank: "Was für ein dummes Idee, Hilfsorgane. Dann müssen wir ja drei Stunden warten, bis es fertig getanzt hat."

  Alle lachen fr?hlich.

  Estragon, sich auf einen Felsen oder so setzend: "Ideen k?nnen im Schlaf reifen. üben wir uns also in Geduld, bis uns Erkenntnis geschenkt wird."

  In einem friedvollen Bild "bewacht" die Runde schweigend Aladans Schlaf.

  Etwas sp?ter wacht Aladan auf und h?rt eine Stimme aus dem Off: "Das Baby ist aufgewacht."

  Aladan, sich von Trage erhebend, grinsend: "Wie ich h?re, habt ihr das Abwesenheit meines Bewusstseins genutzt, um über mich zu l?stern."

  Bioskop, lachend: "Als Nutzwesen nutzen wir jedes Gelegenheit, nützlich zu sein."

  Alle lachen.

  Aladan, mit erhobenem Zeigefinger: "Nun h?ret und staunet. Wenn das Gehirn auf das ganze Pilzwesen verteilt ist, wie Meneor gesagt hat, k?nnen wir es unm?glich in ein neues K?rper transplantieren."

  Fragezeichengesichter.

  Hilfsorgane ruft: "Das ist ja noch unm?glicher!"

  Aladan: "Mit Hilfe des Genoms, das Piri uns von dem Einleben gebracht hat, bauen wir ein Zelle mit diesem Genom, das sich vermehrt, indem es sich von den Zellen des defekten K?rpers ern?hrt. Es frisst das alte K?rper, welches die Nerven umhüllt einfach auf und ersetzt es. Die alten Nervenzellen leben in dem quasi transplantierten K?rper weiter, sodass das Pilzwesen nicht sterben muss."

  Staunende Ausrufezeichengesichter.

  Estragon, bewundernd: "Genial!"

  Tank: "Und wenn das Gehirn auch unendlich w?chst?"

  Hilfsorgane: "Kann das Gentech, das das Pilzwesen gebaut hat, wirklich so dumm gewesen sein, ihm ein wucherndes Gehirn zu geben?"

  Trage: "Wenn die Nerven wuchern, wachsen sie aus dem K?rper und bereiten dem Pilzwesen unendliche Schmerzen."

  Bioskop: "Es würde nur noch wild zucken und k?nnten sich nicht mehr gezielt bewegen."

  Aladan: "Und da dies nicht das Fall ist, besteht Hoffnung."

  Estragon: "Wir müssen es untersuchen. Aber dafür brauchen wir ein Stückchen Gehirn. Ob das Pilzwesen darob begeistert ist?"

  Aladan, die Augen schliessend: "Ich werde es fragen."

  Hilfsorgane, verunsichert: "Hui, und wenn es nicht begeistert ist, werden wir gefressen?"

  Konzentriert, die Augen geschlossen, steht Aladan da und bildet mit seinen H?nden eine Schale.

  Alle starren gebannt auf Aladan.

  Nichts geschieht. Die Spannung steigt.

  Endlich schl?ngelt sich ein dünner Tentakel aus dem Boden ...

  ... und wirft seine Spitze ab in Aladans Handschale.

  Vorsichtig legt Aladan die kostbare Fracht auf Bioskop.

  Tank, beeindruckt: "Es hat begriffen, worum's geht! Das Pilzwesen ist nicht dumm."

  Hilfsorgane: "Du w?rst auch nicht dumm, wenn dein Gehirn so gross wie ein Kontinent w?re."

  Allgemeines Gel?chter, w?hrend das Stückchen Tentakel in Bioskops Analysefl?che verschwindet.

  Aladan und Estragon starren gebannt auf Bioskops Bildschirm.

  Aladan, ungeduldig: "Nun zeig uns schon das Nervengenom, Bioskop!"

  Bioskop: "Soll ich Fehler machen, weil du ungeduldig bist?"

  Estragon, sich in eine Art Meneor-Pose werfend: "Meneor würde jetzt sagen: Es ist nicht das Zeit für Fehler."

  Gel?chter.

  Aladan, grinsend: "Schon gut, Bioskop. Lass dir alles Zeit des Welt, ..."

  Aladan, in voller Lautst?rke: "... ABER MACH VORW?RTS!!!"

  Gel?chter.

  Aladan und Estragon starren wieder auf Bioskops Bildschirm.

  Estragon, leise: "Es kommt."

  Bioskop: "Habt ihr's?"

  Aladan und Estragon, im Chor: "Ja."

  Trage: "Puh, die drei haben in wenigen Minuten das ganze Nervengenom des Pilzwesens auswendig gelernt! Das ist nichts für mich."

  Hilfsorgane: "Du kannst dafür jedes beliebige Operation an einem Lebewesen ausführen. Dein Wissen über K?rper ist gewaltig. Du bist das beste Chirurg, das je auf diesem Planeten gelebt hat."

  Aladan und Estragon haben sich mit geschlossenen Augen hin gesetzt und bilden mit Bioskop eine Art Denkerrunde.

  Gleichzeitig zeigt sich auf Aladans und Estragons Lippen ein L?cheln ...

  ... und sie springen auf mit dem Ruf im Chor: "Es ist stabil!"

  Zu dritt tanzen sie mit Bioskop einen Reigen und alle drei singen laut und lachend: "Es ist stabil! Es ist stabil! Es ist stabil! ..."

  Tank, den ausgelassenen Tanz betrachtend: "Das heisst, wenn Aladans Plan funktioniert, sind wir ..."

  Trage: "... gerettet."

  Trage, Hilfsorgane und Tank rufen im Chor ein lautstarkes "Juhuuu!!!" in den Himmel.

  Aladan, Estragon und Bioskop halten verblüfft inne.

  Alle zusammen brechen in ein fr?hliches Gel?chter aus.

  Aladan, aufgekratzt: "Dann lasst uns jetzt das erste Zelle des neuen Pilzwesens basteln."

  Estragon: "Sollten wir nicht zuerst das Pilzwesen fragen, ob es einverstanden ist?"

  Aladan: "Ich habe ihm mit einem Gedankenfilm gezeigt, was wir vorhaben. Daraufhin hat es mir sein Nervengewebe überlassen. Ich werte das als ein Ja."

  Estragon, staunend: "Dass es uns so viel Vertrauen schenkt ..."

  Aladan, l?chelnd: "Das Pilzwesen kann unsere Gedanken jedes Zeit lesen. H?tte es das Eindruck, wir w?ren feindselig, würde es uns verschlingen ..."

  Aladan, grinsend: "... Eigentlich sind wir es, die ihm jedes Tag, jedes Sekunde unser grenzenloses Vertrauen schenken."

  Estragon schluckt und sagt leise: "'Ein Freund ist nicht da zum Sterben.'"

  Estragon, sinnierend: "Iris hat gesagt, Vertrauen sei unser W?hrung. Für uns ist das so selbstverst?ndlich, dass wir uns dessen gar nicht mehr bewusst sind. Erst wenn es auf das Probe gestellt wird, spürst du, dass Freundschaft eines der wichtigsten Energiefelder des Universums ist."

  Aladan, unternehmungslustig: "Bioskop, zeig uns das defekte Genom der K?rperzellen. Das wandeln wir dann ab, bis es passt."

  Szeneanfang:

  Mit Myrta auf dem Rücken fliegt Caesar, geschleudert vom Pilzwesen, in hohem Bogen durch die Luft. Myrta ist von der langen Reise etwas mitgenommen, ...

  ... aber wie sie ihr Ziel ersp?ht, erwachen ihre Lebensgeister.

  Sanft setzt das Pilzwesen sie auf dem Sand ab.

  Vor ihnen liegt das Meer.

  Ihr Kleid weg schmeissend, rennt Myrta auf das Wasser zu und jubelt: "Das Meer! Ich sehe zum ersten Mal das Meer!"

  Myrta macht die ersten Schritte ins Wasser.

  Caesar ruft ihr l?chelnd nach: "He, Myrta, ist das Vorsicht?!"

  Myrta stutzt, schaut misstrauisch ins Wasser und sagt: "Du meinst, hier k?nnte es auch Kampforganismen haben?"

  Caesar, n?her kommend: "Wir wissen nicht, welche Monster entwickelt wurden, um Wasserfl?chen zu erobern oder zu verteidigen und ..."

  Caesar, nahe: "... ich will dich nicht verlieren."

  Myrta ist gerührt, ...

  ... dreht sich zu Caesar um und sagt wie oben: "Ach, Caesar, womit habe ich das verdient?"

  Caesar, l?chelnd: "Du musst nichts verdienen. Du musst bloss sein."

  Wie Myrta ihm um den Hals fallen will, wird sie gebremst durch das erstarrte Gesicht Caesars, der über ihre Schulter blickt.

  Die dicht mit messerartigen Stacheln gespickten Tentakel eines riesigen, oktopusartigen Monsters rasen von allen Seiten auf Myrta und Caesar zu.

  Myrta hat sich dem Monster zugewendet und ist erstarrt vor Schreck.

  Caesar packt Myrta mit einem Arm ...

  ... und versucht mit der unter seinen Arm geklemmten Myrta zu fliehen, wobei die Tentakel dabei sind, jeden Fluchtweg abzuschneiden.

  Die aussichtslose Situation realisierend, bleibt Caesar mit steinernem Gesicht stehen.

  Myrta sieht entsetzt die Messerstacheln auf sich zu rasen.

  In letzter Sekunde schiessen Tentakel des Pilzwesens aus dem Boden ...

  ... und zwingen die Oktopustentakel so weit auseinander, ...

  ... das Caesar mit Myrta durch die Lücke entkommen kann.

  Nach etlichen Metern stellt Caesar Myrta ab.

  Entsetzt und fasziniert zugleich sieht Myrta den Kampf der Titanen, bei dem das Pilzwesen fürchterliche Verletzungen erleidet ...

  ... und Tentakel um Tentakel verliert, ...

  ... was Myrta zu dem verzweifelten Schrei bewegt: "Hilf ihm, Caesar! Es opfert sich für uns!"

  Caesar wird sich bewusst, dass er einen Messergürtel tr?gt ...

  ... und ruft unsicher: "Ich habe noch nie mit diesen bl?den Dingern gek?mpft!"

  Sich daran erinnernd, wie Iris es bei den Soldaten gemacht hat, zieht Myrta ein Messer aus Caesars Gürtel, ...

  ... führt es an den Mund, sagt: "Zisch, Bumm!" ...

  ... und wirft das Messer gegen das Seemonster, ...

  ... auf dessen K?rper es mit seinem Raketenstrahl zurast, ...

  ... eindringt ...

  ... und zwar dumpf explodiert, ...

  ... aber das Seemonster nicht ernsthaft zu verletzen vermag.

  Caesars Arme verschwimmen ...

  ... und zahlreiche Messer fliegen mit Raketenstrahlen auf das Monster zu, ...

  ... in dessen K?rper sie kurz hinter einander detonieren ...

  ... und das Monster zerplatzen lassen.

  Noch zitternd vor Aufregung, st?sst Myrta einen Seufzer der Erleichterung aus.

  Caesar, unfroh l?chelnd: "Ich bin wohl kein Meneor ..."

  Caesar, auf seinen leeren Messergürtel blickend: "... und bin erst noch so dumm, das ganze Munition zu verschiessen."

  Myrta, sich anklagend: "Wenn eines hier dumm ist, dann ich. Vorsicht, übersicht, Voraussicht. Ich bin nicht einmal f?hig, nach drei einfachen Worten zu handeln. Es ist alles mein Schuld. Fast h?tte ich uns get?tet. Und dem Pilzwesen habe ich schreckliches Schaden zugefügt."

  Myrta, auf Knien, verzweifelt, zum Pilzwesen sprechend: "Danke, danke, dass du uns gerettet hast! Und bitte verzeih mir, dass du wegen mir so viel Leid erdulden musstest. Ich verspreche dir, dass wir ein L?sung finden, um dich von diesem mühsamen Wasserpumperei zu befreien. Denn du musst nicht nützlich sein. Du musst bloss sein. Denn du bist mein Freund."

  Ein schlanker Tentakel schl?ngelt sich empor ...

  ... und streicht zu Myrtas Verblüffung sanft über ihren Rücken.

  Myrta, zu Caesar aufblickend, mit schüchternem L?cheln: "Ob es mir verzeiht?"

  Caesar, l?chelnd: "Nach diesem Ansprache? ... Bleibt ihm wohl nichts anderes übrig."

  Myrta, wie oben: "Magst du mich befriedigen, Caesar? Ich k?nnte jetzt ein Schuss Droge brauchen."

  Caesar wirft sein Kleid weg ...

  ... und beginnt die immer noch nackte Myrta zu liebkosen.

  Sich umschlingend, geniessen sie die intensive Lust.

  Etwas sp?ter liegen sie entspannt neben einander.

  Caesar: "Wie willst du das Wasser nach Genville schaffen? Mit einem Pipeline? Sag's mir. Du hast bestimmt ein Idee im ?rmel."

  Myrta, kichernd: "Schau in meinem Kleid nach."

  Caesar wühlt in Myrtas Kleid ...

  ... und bringt eine Miniausgabe eines Wegdopplers zum Vorschein, die er verblüfft anschaut.

  Begreifend, was das bedeutet, wendet sich Caesar Myrta zu und sagt voller Bewunderung: "Du bist genial!"

  Myrta, err?tend, verlegen: "Nicht doch, ich habe bloss Vorhandenes kombiniert. Und überhaupt fehlt da noch einiges."

  Caesar, lachend: "Kreativit?t ist immer Vorhandenes kombinieren. Aber meistens entsteht daraus nur Müll ..."

  Myrta: "Ja, und wenn was Brauchbares entsteht, ist das Zufall, ... reines Glück, ... denn letztlich k?nnen wir ja bloss zuschauen, wie wir geschehen, und dankbar sein, wenn uns ein Idee in das Schoss f?llt."

  Caesar, beeindruckt, sanft: "Du bist ein echtes Genville."

  Myrta, mit Tr?nenflor, gerührt: "Danke, Caesar ... danke."

  Myrta, wie oben: "Wenn es ein Gottheit g?be, würde ich ihm jedes Tag dafür danken, dass ich dir begegnet bin."

  Caesar, der es nicht gewohnt ist, solche Komplimente zu bekommen, schaut mit grossen Augen und einer Mischung aus überraschung und Verwirrtheit.

  Caesar: "Dann lass mal h?ren."

  Fasziniert von ihrer Aufgabe, vergessen sie ganz, dass sie noch nackt sind.

  Myrta stellt den kleinen Wegdoppler auf den Sandboden und sagt kichernd: "Ich simuliere das jetzt mal mit Sand. Das Lust aufs Wasser ist mir vergangen."

  Caesar: "Hehe."

  Myrta platziert ein H?ufchen Sand auf dem Wegdoppler ...

  ... und schliesst die Augen, um sich auf die Initiierung des Wegdopplers zu konzentrieren.

  Beide beobachten nun, wie das H?ufchen Sand verschwindet ...

  ... und sich einen Meter daneben materialisiert.

  Caesar: "Und wo willst du das Wasser materialisieren, im Teich? Dann l?uft es über und versorgt alles über B?che mit Wasser."

  Myrta, begeistert: "Nicht im Teich, über."

  Caesar macht ein Fragezeichengesicht.

  Myrta, schw?rmerisch: "Stell dir vor, wie das Wasser aus dem Nichts über dem Teich entsteht und ein Wasserfall bildet. Bei diesem Anblick hast du das Gefühl, ein Wunder zu sehen."

  Caesar, in die Ferne blickend, es sich vorstellend, schwer beeindruckt: "Was für ein sch?nes Idee!"

  Myrta: "Das Problem ist, ein Kubikmeter Wasser ohne Beh?ltnis auf dem Wegdoppler zu platzieren. Es kann ja nicht Tropfen für Tropfen senden, sonst gibt es ein ziemlich müdes Wasserf?llchen."

  Caesar, nachdenkend: "Die Wegdoppler haben Wandlerzellen. Damit liesse sich auch ein solches Wasserball in dem Schwebe halten ..."

  Myrta, begeistert: "O ja, wir k?nnten ihnen für dieses Zweck ein zus?tzliches Set von Wandlerzellen applizieren."

  Caesar: "Aber damit ist es nicht getan. Das Wasser ist salzig und enth?lt vielleicht Schadstoffe."

  Myrta: "Meinst du nicht, dass sie das gleich raus filtern k?nnen?"

  Caesar, zweifelnd den Kopf wiegend: "Stell dir vor, du musst Milliarden Partikel heraus filtern, ein Kubikmeter Wasser in dem Luft balancieren und es dann noch wegdoppeln."

  Myrta, Stirn runzelnd: "Etwas viel, hm?"

  Myrta: "Wie w?r's mit einem separaten Filtersystem, das gereinigtes Wasser auf das Wegdoppler leitet?"

  Caesar, studierend: "Hm …"

  Caesar: "Vielleicht ein Wesen mit einem grossen Filterfl?che, das wie ein Teppich auf dem Wasser schwimmt …"

  Myrta, begeistert: "… und das gereinigte Wasser durch das Luft zum Wegdoppler leitet."

  Myrta, mit geschlossenen Augen: "Ich will es sehen und bitte deshalb das Pilzwesen etwas Wasser auf unser Kleines zu tr?ufeln."

  Ein dünner Tentakel schl?ngelt sich empor …

  … und l?sst tropfen für Tropfen auf den Miniwegdoppler fallen, …

  … der, gespannt von Caesar und Myrta beobachtet, im Zweisekundentakt die Tropfen einen Meter daneben materialisiert.

  Die beiden schauen sich befremdet an.

  Caesar, lachend: "Das ist ein Tropfenfall, kein Wasserfall."

  Myrta, grinsend: "Ja, so wird’s wohl nichts mit dem Wunder."

  Myrta: "Wir brauchen also mindestens zwanzig solcher Einheiten, die nach einander getaktet sind, damit es ein fliessendes Gew?sser ergibt."

  Caesar, nickend: "Ans Werk!"

  Wie sie aufgestanden sind, merken sie amüsiert, dass sie noch nackt sind.

  Myrta, kichernd: "Vielleicht sollten wir uns vorher anziehen."

  Szeneanfang:

  Lapsus steht auf dem hundert Meter über Boden h?ngenden Baumpfad zwischen zwei von Estragons B?umen und erwartet den sich n?hernden Luftfisch.

  Im Luftfisch hat Ili Lapsus ersp?ht und ruft freudig: "Lapsus wartet auf uns!"

  Nicht wissend, was auf sie zukommt, steht die Schuhverk?uferin mit klopfendem Herzen daneben.

  Schuhverk?uferin, ?ngstlich: "Ili, ich bin so nerv?s. Ich weiss doch gar nicht, wie ich mich in Genville benehmen soll."

  Ili versteht nicht: "'Benehmen'? Du kannst alles nehmen, was du brauchst."

  Schuhverk?uferin, nerv?s kichernd: "Ich meine, wie ich mich verhalten soll, damit ich niemanden verletze."

  Ili, treuherzig: "Wenn du nicht ein Stein auf das Kopf haust oder ein Messer in das K?rper steckst, verletzt du doch niemand. Das ist doch nicht so schwierig. Du musst nicht vibrieren."

  Schuhverk?uferin, halb amüsiert, halb zweifelnd: "Du meinst, wenn ich niemandem den Kopf einschlage, kann ich nichts falsch machen?"

  Ili, schlicht: "Ja."

  Luftfisch ist nur noch wenige Meter von der Baumbrücke und von Lapsus entfernt.

  Geblendet von dem gut aussehenden Lapsus, denkt die Schuhverk?uferin: 'Was für ein Sch?ner Mann! Kein Wunder vergiesst Ili Freudentr?nen, wenn sie von ihm spricht …'

  Luftfisch hat seine Tür?ffnung an die Brücke heran gebracht.

  Ili, Luftfischs Türbalken abknutschend, fr?hlich: "Sex in dir ist sch?n, Luftfisch!"

  Die Schuhverk?uferin sieht Lapsus' Hand vor sich, die er ihr als Ausstiegshilfe anbietet.

  Die Schuhverk?uferin ergreift die Hand und sagt mit schüchternem L?cheln: "Ich bin Lena."

  Lapsus, fein l?chelnd: "Lapsus."

  Ili hopst mitten auf die Brücke und sagt: "Ach so, du bist Lena."

  Wie Luftfisch weg schwebt, ?ffnet sich für Lena beidseitig der Abgrund auf den Wüstenboden, dessen sie sich nun mit grossen Augen bewusst wird.

  Lena, taumelnd: "Mir wird schwindlig."

  Gleichzeitig fassen Lapsus und Ili je einen Arm …

  … und geleiten Lena in ihrer Mitte in Richtung Baumtreppe.

  Ili, fr?hlich: "Luftfischs Stimme hat uns so erregt, dass wir uns gleich gepaart haben."

  Lapsus, l?chelnd: "Das ist sch?n."

  Lena denkt staunend: 'Sie erkl?rt ihm, dass sie eben mit mir fremd gegangen ist und er sagt 'sch?n'?'

  Lena, unsicher: "Es tut mir Leid, Lapsus. Ich will dir Ili nicht weg nehmen. Ich h?tte das nicht tun dürfen. Du brauchst nicht eifersüchtig zu sein."

  Lapsus und Ili, im Chor: "Was ist 'eifersüchtig'?"

  Lena, überfragt: "?hm … uff! …"

  Lena, Stirn runzelnd: "… Also … na ja … Wenn Lapsus Angst bekommt, dass ich ihm Ili weg nehme, weil Ili mich mehr liebt als sie Lapsus liebt."

  Ili, lachend bei der absurden Vorstellung: "Und wie geht 'weg nehmen'? Tust du mich in ein Tuch und tr?gst mich auf dem Rücken weg?"

  Lena, die nicht weiss, ob sie veralbert wird, l?chelt gequ?lt: "Nein, weg nehmen heisst so viel wie, dass du dann mit mir zusammen lebst und Lapsus allein und voller Liebeskummer einsam weiter leben muss."

  Lapsus, neugierig: "Machen das Natürliche so?"

  Lena, etwas bedrückt: "Ja, und manchmal wird der verlassene Mensch so wütend, dass er das neue Liebespaar umbringt."

  Ili, staunend: "Du meinst, wenn Lapsus 'eifersüchtig' w?re, würde es uns jetzt von dem Brücke stossen?"

  Bei dem Gedanken keimt Angst auf in Lena und sie sagt beklommen in die Tiefe blickend: "Was für ein schrecklicher Gedanke! ..."

  W?hrend sie von der Brücke auf die Plattform, die Estragons Baum ausgebildet hat, gehen, sagt Ili fr?hlich: "Ja, aber nur ein Gedanke. Solange ich lebe, wird Lapsus nie einsam sein. Mein Liebe ist gr?sser als eins. Und es wird nur mit meinem Tod enden."

  Lapsus, bescheiden: "Würde ich Ili verlieren, w?re mein Leben von Trauer erfüllt, aber nicht von Wut."

  Ili und Lapsus schauen sich tief in die Augen ...

  ... und küssen sich innig.

  Beim Anblick dieses bewegenden Bildes kommen Lena die Tr?nen und sie denkt: 'Soll ICH jetzt eifersüchtig sein? Ich liebe dieses Schlangenwesen. Seine Gegenwart ist für mich pures Glück. Aber ich liebe auch den Chief. Ist meine Liebe auch gr?sser als eins? ...'

  Sie haben Lena wieder in ihre Mitte genommen und bewegen sich die Wendeltreppe hinab.

  Ili, sorglos plappernd: "Wenn wir uns paaren, kannst du dich auch um Lena kümmern. Ich glaube, es hat noch nie ein St?ngelchen drin gehabt ..."

  Lena, puterrot, denkt: 'Wird hier gerade meine Entjungferung verhandelt? ...'

  Ili, ihre feinen Finger zeigend, lachend: "... Und meine Finger sind nicht so sch?n geformt wie dein St?ngelchen."

  Lapsus l?chelt.

  Lena versucht puterrot zu protestieren: "He, habe ich nichts dazu zu sagen?"

  Lapsus, freundlich: "Was m?chtest du denn sagen?"

  Die milde Freundlichkeit, die Lapsus sch?nes Gesicht ausstrahlt, l?sst Lenas Atem stocken, wie sie denkt: 'Ein Traummann!'

  Lena, rot und verwirrt vor sich hin: "Es ist mir hochnotpeinlich, wenn ihr so hemmungslos über Dinge sprecht, die normalerweise hinter geschlossenen Türen und wo m?glich noch unter einer Bettdecke stattfinden."

  Ili, grübelnd: "'Normalerweise'?"

  Lapsus, freundlich: "Es meint wohl, normalerweise bei den Natürlichen."

  Ili, kichernd: "Ja, da ist vieles nicht normal."

  Lapsus lacht.

  Lena entsinnt sich mit etwas schmerzlichem L?cheln an Ilis Empfehlung: 'Wenn Neues kommt, musst du nur dein Geist weit auf tun und es einlassen. Dann wartest du, bis es sein Platz findet ...'

  Lena denkt tapfer: '... Vielleicht sollte ich Lapsus einfach 'einlassen' und es als Geschenk betrachten. Denn 'normalerweise' würde so ein Prinz ein durchschnittliches M?dchen wie mich einfach übersehen ...'

  Am Fuss der Wendeltreppe gehen sie noch einige Meter über Wüstenboden.

  Wie sie Genville betreten, wird Lena aus ihren Gedanken gerissen und sie starrt mit offenem Mund auf ein Paradies.

  Lapsus und Ili bemerken das Staunen, ...

  ... werfen sich einen l?chelnden Blick zu und lassen Lena voran gehen.

  Mit herunter geklapptem Kiefer sieht Lena die exotisch wirkenden Pflanzen ...

  ... und kunstvoll gewachsenen Bauten.

  Lenas Blick f?llt auf eine besonders sch?ne Blume, auf der einer von Endos Schmetterlingen sitzt.

  Unwillkürlich riecht Lena an der Blume, mit geschlossenen Augen ihren Duft geniessend.

  Wie sie ihre Augen ?ffnet, sieht sie Endos Schmetterling auf ihrer Hand ...

  ... und sagt kichernd: "Das kitzelt."

  Ili: "Das ist Endos Schmetterling. Es interessiert sich für alles Neue. Es ist unser Alarmsystem. Das Bibliothekswesen kann die Sinnesdenks aller Schmetterlinge lesen und uns so warnen, wenn etwas Bedrohliches sich n?hert."

  Lena, nichts begreifend, fasziniert den Handteller grossen, sch?nen Schmetterling betrachtend: "?hm ... ja."

  Im Weitergehen entdeckt Lena immer weitere bauliche Kunstwerke, ...

  ... teils fragil, ...

  ... teils abenteuerlich verschlungen, ...

  ... alles in vollkommener Harmonie aufeinander abgestimmt, ...

  ... bis Tr?nen aus ihren Augen quellen.

  Ili, besorgt: "Warum weinst du?"

  Lena laufen die Tr?nen übers Gesicht: "Es ist alles so schmerzhaft sch?n!"

  Lapsus, besorgt: "Oh, das war nicht unser Absicht. Sollten wir Genville etwas h?sslicher machen, damit es nicht schmerzt?"

  Lena, lachend und weinend: "Neinneinnein, verzeih mir, Lapsus. Ich habe das falsche Wort gew?hlt. Ich bin einfach nur überw?ltigt, weil ich in meinem ganzen Leben noch nie etwas so Sch?nes gesehen habe."

  Im Weitergehen kann Lena, staunend und gerührt, sich nicht satt sehen.

  Stolen from its rightful author, this tale is not meant to be on Amazon; report any sightings.

  Lena, fast ehrfürchtig: "Wem geh?rt das alles?"

  Lapsus: "Es geh?rt nicht. Es lebt."

  Lena, ungl?ubig: "Auch die H?user?"

  Lapsus: "Warum willst du mühsam ein Haus bauen, wenn du es wachsen lassen kannst?"

  Lena, lachend: "Ja, wenn du es kannst. Ich k?nnte es nicht."

  Lapsus, l?chelnd: "Du kannst es auch. Du musst es nur wünschen."

  Lena, unsicher l?chelnd: "Aber ich habe keinen Zauberstab und an Feen glaube ich nicht."

  Lapsus, lachend: "Du brauchst keine solchen Hilfsmittel. Du musst es nur den andern sagen. Wenn dein Wunsch nicht allzu schr?g ist, werden sie dir helfen, es zu erfüllen."

  Lena, grübelnd: "Was w?re denn zum Beispiel ein 'schr?ger Wunsch'?"

  Ili: "Ein Virus, das ganz Genville zerst?rt."

  Lena, den Blick schweifen lassend, betroffen: "Ja, das w?re ein krass schr?ger Wunsch."

  Lena, etwas bedrückt: "Aber ich k?nnte diese Hilfe gar nicht bezahlen. Ich habe kein Geld."

  Lapsus: "In Genville sind Wünsche da zum Erfüllen, nicht zum Bezahlen."

  Lena, grübelnd: "Aber irgendeine Gegenleistung muss ich doch erbringen."

  Lapsus: "Das mit dem Gegenleisten ist so ein Sache. Jedes Lebewesen ist anders. Manche k?nnen mehr, manche weniger. Es genügt, wenn jedes gibt, was es kann, nicht, was es muss. Müssen ist schmerzhaft. K?nnen macht Freude."

  Lena, zweifelnd: "Ich k?nnte also ein Haus wünschen, jemand würde es wachsen lassen und es würde mir geh?ren?"

  Lapsus: "Das macht nur Sinn, wenn dir keines gef?llt oder du ein sch?nes Idee hast oder es zu wenig H?user gibt."

  Lena, Stirn runzelnd: "Das verstehe ich jetzt nicht."

  Lapsus: "Alle H?user geh?ren dir …"

  Lapsus, auf ein Haus zeigend: "… Wenn du heute in diesem Haus schlafen willst, geh?rt es dir …"

  Lapsus, auf ein anderes Haus zeigend: "… Wenn du morgen in diesem Haus schlafen willst, geh?rt es dir."

  Lena, zweifelnd: "Und wenn schon jemand drin ist?"

  Lapsus, l?chelnd: "Dann legst du dich dazu oder suchst dir eines, das leer ist."

  Lena, gefordert von Lapsus' Ausführungen: "Puhhh!"

  Lena, schr?g l?chelnd: "Ich glaube, Ritsch würde sich bei solchen Eigentumsverh?ltnissen aus dem Fenster stürzen."

  Ili und Lapsus lachen.

  Pl?tzlich wird Lena schwindlig …

  … und beginnt zu fallen.

  Ili f?ngt die Ohnm?chtige auf.

  Lapsus, besorgt: "Schnell zu den Nutzwesen!"

  Sie rennen mit Lena durch Genville …

  … und treffen bei den Nutzwesen auf ein erstauntes Publikum, bestehend aus den vier Schwestern, Chromos 5, Antara, Aladan, Estragon, Meneor und Iris.

  Ili, Lena auf Trage legend: "Lena ist ohnm?chtig geworden."

  Hilfsorgane l?sst seine Tentakel zugriffsbereit über Lena schweben und ruft: "Mach dieses Stoffdings weg, Trage!"

  In Sekundenschnelle schneidet ein Tentakel von Trage Lenas Boutiquekleid auf …

  … und zieht es unter Lena weg.

  Hilfsorganes Tentakel verbinden sich an verschiedenen Stellen mit Lenas nacktem K?rper.

  Trage, mit dem Kleid wedelnd: "Antara, kannst du dieses Müll in Schnelles Energie verwandeln?"

  Antara schliesst die Augen …

  … und das Kleid l?st sich in Nichts auf.

  Alle schauen gespannt auf Hilfsorgane.

  Hilfsorgane: "Das Natürliche ist gesund. Es ist nur unterzuckert. Ich kann etwas Zucker geben, um es aufzuwecken, aber denn braucht es Essen."

  In einem Husch sind alle ausser Iris verschwunden.

  Iris, staunend: "Was geschieht da gerade? Ein Natürliches braucht doch nicht so viel Essen, wie elf Genvilles anschleppen k?nnen?"

  Bioskop, kichernd: "Warte noch mit Aufwecken, Hilfsorgane. Ich glaube, die wollen sich ein Spass machen."

  Auch die andern Nutzwesen kichern.

  Iris, Kopf schüttelnd: "Ist das etwa die kichernde Vorfreude auf ein Spass mit Essen? … Mann, ihr seid schon ein kindisches Haufen!"

  Im Nu sind alle, beladen mit den mannigfaltigsten Esswaren, wieder zurück …

  … und umringen Lena, sie mit den Esswaren überh?ufend.

  Trage und Lena sind so zugedeckt mit Esswaren, dass vom nackten K?rper Lenas nur noch der Kopf zu sehen ist.

  Hilfsorgane: "Achtung Zucker!"

  Iris: "Zieh lieber deine Tentakel zurück, Hilfsorgane. Sonst kriegt das arme Kind noch ein Schreck."

  Hilfsorgane, sich zurück ziehend, protestierend: "So h?sslich bin ich jetzt auch wieder nicht."

  Gel?chter.

  Lena ?ffnet die Augen, sieht den leeren Himmel über sich und denkt: 'Ich … kann mich nicht bewegen …'

  Lenas Arm bahnt sich einen Weg durch die Esswaren …

  … und bewegt sich mit einer Frucht in der Hand in ihr Gesichtsfeld. Erstaunt betrachtet Lena die Frucht …

  … und h?rt mit leichtem Schreck aus dem Off: "Essen, essen, essen!"

  Sich mit dem andern Arm abstützend, richtet sich Lena auf und sieht verblüfft die sie umgebende Schar, die fr?hlich skandiert: "Essen, essen, essen!"

  Verwirrt l?chelnd beisst Lena in die Frucht, …

  … spürt kauend einen geschmacklichen Reichtum, wie sie ihn noch nie erlebt hat, …

  … was sie geniesserisch die Augen schliessen l?sst, w?hrend ihr K?rper mit einer G?nsehaut vibriert vor Lust.

  Wie Lena die Augen ?ffnet, ist sie umgeben von mampfenden Genvilles, die sich an dem auf ihr liegenden Büfett bedienen.

  Lenas Blick f?llt auf ihre nackten Brüste …

  … und irritiert ruft sie: "Warum bin ich nackt?!"

  Lara, l?chelnd auf Trage deutend: "Trage musste dein Kleid auf schneiden, …"

  Lara, l?chelnd auf Hilfsorgane deutend: "… damit Hilfsorgane dich untersuchen konnte. Es h?tte dich gerettet, falls du ein Hirnschlag, Herzstillstand oder sonst was T?dliches gehabt h?ttest. Aber es war nur ein Unterzuckerung."

  Lena dreht sich um, Laras Hinweis folgend, …

  … und erblickt Hilfsorgane, das auf den ersten Eindruck wie ein Monster wirkt, was Lena zu einem erschrockenen "Aaahhh!" veranlasst.

  Iris, trocken: "So h?sslich bist du wohl doch."

  Verwirrt und voller Scham ihre Brüste bedeckend, schaut Lena in die lachende Runde.

  Piri, strahlend: "Iss, Lena, iss! Das gibt dir Kraft, uns zu ertragen."

  Gel?chter.

  Mit geweiteten Augen sieht Lena, wie die Essensdecke über ihrem K?rper weg gefuttert wird, ...

  ... und ruft protestierend: "He, bald bin ich nackt! Das ist mir peinlich!"

  Aus den Augenwinkeln registriert Lena eine huschende Bewegung ...

  ... und zu ihrer Verblüffung stehen alle Genvilles pl?tzlich nackt um sie herum.

  Wagon, lachend: "Und was ist daran peinlich?"

  Gel?chter.

  Lena, besch?mt, err?tend, vor sich hin: "Ich bin l?cherlich."

  Ili, Lena auf die Wange küssend: "Du bist nicht l?cherlich. Du bist lustig."

  Lena, zweifelnd: "Und was ist der Unterschied?"

  Chromos 5: "Bei den Natürlichen bestimmt das soziale Rang, wie viel Freude ein Individuum sich verschaffen kann. Gelingt es dir, jemandem dem L?cherlichkeit preiszugeben, kannst du sein Rang senken. Gelingt es dir, lustig zu sein, kannst du dein Rang heben und dir so mehr Freude verschaffen."

  Lena, ungl?ubig l?chelnd: "Dann bin ich jetzt im Rang gestiegen?"

  Estragon: "Wohin willst du steigen? Wir haben nur ein Rang: das Augenh?he."

  Lena, staunend: "Kein Boss, Chef, Diktator, K?nig?"

  Wagon, kichernd: "Meint es Caesar?"

  Gel?chter.

  Lena macht ein Fragezeichengesicht.

  Estragon, l?chelnd: "Auch kein Kaiser."

  Lena, mit grossem Blick: "Aber wenn niemand sagt, wo's langgeht, wo geht's dann lang?"

  Antara, entzückt: "Was für ein sch?nes Frage!"

  Lena, von Antaras Anblick überw?ltigt, denkt: 'Diese Leute sehen alle umwerfend aus, aber die Sch?nheit dieser Frau macht mich fast blind.'

  Antara, melancholisch l?chelnd: "Das Entlang geschieht von allein. Wir k?nnen ihm nur zuschauen."

  Lena, hingerissen von Antaras Sch?nheit: "Aber es gibt doch auch ein Wollen."

  Antara, wie oben: "Auch das Wollen geschieht von allein. Es ist nur schwieriger zu betrachten, weil es uns zum Handeln bringt."

  Hisch, zu Antara: "Glaubst du wirklich, dass es dein Geschwurbel versteht?"

  Aladan, sp?ttisch: "Es ist so hin gerissen von Antaras Sch?nheit, dass das wohl nicht wichtig ist."

  Lenas Blick wird geistesabwesend, wie sie an ihren erh?ngten Vater denkt und sagt: "Dann war alles unvermeidlich? Und ich brauche nicht zu bereuen, dass ich meinen Vater nicht retten konnte?"

  Antara, wie oben: "Ja."

  Estragon, freudig: "Es hat's doch begriffen."

  Ili, Lena von Trage runter helfend: "Lass uns ein Kleid machen für dich."

  Ili und Lena stehen vor Bioskop. Lena mampft noch hungrig eine Frucht.

  Ili, zu Bioskop: "Zeigst du uns mal ein paar Kleider, Bioskop?"

  Bioskop, protestierend: "Ich bin eben dabei, mit dem Aladan-Piri-Zelle das Welt zu retten, und ihr wollt Kleider?"

  Ili, energisch: "Soll Lena in deinem geretteten Welt auf das Kackpot und in das Waschblume müssen, bloss weil du zu faul bist, ihm ein Kleid zu machen?"

  Chromos 5, l?chelnd: "Beruhige dich, Ili, Bioskop nimmt dich bloss auf das Arm."

  Ili betrachtet Stirn runzelnd das armlose Bioskop und ruft: "Aber Bioskop hat ja gar kein Arm!"

  Alle lachen. Sogar Iris muss prusten und Lena kichert.

  Lara, schw?rmerisch: "Ili ist so was von süss! Ich schmelze."

  Iris, grinsend: "Nachdem wir uns herzlich durch dieses Kindergeburtstag gelacht haben, k?nnten wir uns doch wieder dem 'Entlang' widmen, weswegen wir uns hier versammelt haben."

  Hisch, k?mpferisch: "Ziehen wir uns besser an. Wenn das Experiment schief l?uft, brauchen wir vielleicht unsere Messer, um das Tentakel zu zerschnippeln."

  Verblüfft beobachtet Lena, wie alle in Sekundenbruchteilen wieder angezogen sind.

  Lena betrachtet die Kleiderbilder auf Bioskops Bildschirm.

  Stimme aus dem Off: "Dann bitten wir das Pilzwesen jetzt um ein grosses Stück Tentakel mit Nervenzellen."

  Lena, auf ein Kleid tippend: "Was h?ltst du von dem, Ili?"

  Ili tippt auf ein anderes.

  Lena, zweifelnd: "Ist das nicht etwas gewagt?"

  Ili, strahlend: "Wenn du gewagt bist, hast du immer genug Sex."

  Lena, err?tend: "Weisst du, ich bin etwas schüchtern."

  Ili, treuherzig: "Ja ja, nimm das Schüchternkleid. Du bekommst auch so genug Sex."

  Lena sieht staunend, wie aus der Arbeitsfl?che von Bioskop eine kleine Kapsel auftaucht.

  Ili: "Das ist das Genom deines Kleides ..."

  Ili nimmt die Kapsel und geht damit zu Tank, das seinen Deckel bereitwillig ?ffnet.

  Ili, die Kapsel in Tank legend: "... Tank l?sst aus dem Genom das Kleid wachsen. Es ist unser Geb?rmutter. Alles, was du in Genville siehst, ist in ihm heran gewachsen."

  Lena, die Bedeutung dieser Worte erahnend, schwer beeindruckt: "Das ist ..."

  Tank: "Ja, ich bin das Tor zum Paradies, hehehe."

  Wie Tank den Deckel zuklappt, sagt Lena, etwas unfroh beim Gedanken noch tagelang nackt herum laufen zu müssen: "Und wie viele Tage wird das jetzt dauern?"

  Tank: "Warum sagst du das? Weisst du nicht, wie schnell biologische Prozesse ablaufen k?nnen?"

  Lena, überfragt: "?hm ... nein."

  Tank, den Deckel auf klappend: "In Tausendstelsekunden."

  Fassungslos starrt Lena in Tank ...

  ... und entnimmt ihm voller Ehrfurcht ihr neues Kleid.

  Lena, das Kleid umarmend, gerührt: "Danke, Tank, danke."

  Tank: "Was ist 'Danke'?"

  Lena, Kopf schüttelnd, l?chelnd: "'Danke' meint, dass ich glücklich bin über das, was du für mich getan hast. Und dass ich dich deswegen gern habe."

  Tank: "Na, das wollen wir doch hoffen, hahaha."

  Lena, in das Kleid schlüpfend, still vor sich hin l?chelnd, denkt: 'Die Geb?rmutter des Paradieses hat mir ein Kleid gemacht. Und in meinem alten Leben wurde in einem halben Jahr nicht so viel gelacht wie hier in einer halben Stunde. Auch wenn hier im Sekundentakt mein Horizont gesprengt wird, ich werde mich diesem 'Entlang' hin geben. Ich werde nicht durch drehen, sondern einfach zuschauen, wie ich geschehe ...'

  Lena, sich Iris n?hernd, schüchtern: "Sind Sie nicht die berühmte Frau aus dem Fernsehen?"

  Iris, ver?chtlich l?chelnd: "Das war mal. Das Arschloch Ritsch hat mich raus werfen lassen, weil ich seinen Schandtaten mit meinen Reportagen zu sehr auf das Pelz gerückt bin."

  Lena, mitfühlend: "Oh, dann sind Sie auch ein Opfer von Ritsch."

  Iris, l?chelnd: "H?r auf, mich zu siezen. Ich bin Iris. Wir sind hier schliesslich im Kindergarten. Und nein, ich bin kein Opfer von Ritsch. Ich habe mich aus seinen Klauen befreit und beschreite jetzt das Weg des Kriegers ..."

  Iris, Kopf schüttelnd zu sich selbst: "Wie peinlich."

  Lena: "Was ist peinlich?"

  Iris: "Ich bin es nicht gewohnt, Fremden Einblick in mein Inneres zu gew?hren."

  Lena, nickend: "Ja, geht mir auch so ..."

  Lena, mit offenem Blick: "... Aber diese Leute hier sind so ganz anders. Mir kommt es vor, als würden sie meistens über das Innere reden. Ili, zum Beispiel, kann meine Gefühle spüren. Das ist zuerst verwirrend, ... aber dann ... einfach ... sch?n."

  Iris, mit langem Blick auf Lena, deren Worte bedenkend: "Hm, so habe ich das noch nie gesehen. Wenn Natürliche unser Inneres zu sehen bekommen, müssen wir oft damit rechnen, dass sie uns Schaden zufügen, sogar wenn es gar nicht in ihrem Absicht lag."

  Lena: "Ja, als Natürliche bleibst du am besten unsichtbar."

  Iris, lachend: "Und wenn du berühmt bist, legst du dir am besten ein ?tzendes Panzer zu."

  Lena und Iris lachen sich an.

  Eine Stimme aus dem Off erregt ihre Aufmerksamkeit: "Das hat aber gedauert."

  "Es ist ja auch ein sch?nes Brocken."

  Umringt von den Genvilles liegt ein etwa fünfzig Zentimeter dickes und fünf Meter langes abgetrenntes Stück Pilzwesententakel am Boden.

  Estragon, feierlich: "Niemand hat in dem Aladan-Piri-Zelle ein Fehler gefunden. Aber nur dieses Test kann uns Gewissheit bringen, ob wir ein neues Monster erschaffen oder ein altes heilen."

  Wagon, sp?ttisch: Wie feierlich!"

  Aladan steht an einem Ende des Tentakelstücks, mit ausgestrecktem Arm eine kleine Kapsel auf Augenh?he haltend, und sagt: "Bist du bereit, Antara?"

  Antara steht am anderen Ende des Tentakelstücks, hat die Arme beschw?rend erhoben und sagt mit geschlossenen Augen: "Ja, Aladan, grosses Meister. Euer Werk ist wunderbar."

  Die anderen Genvilles haben sich beidseitig des Tentakels aufgestellt und bilden mit kampfbereit gezückten langen Messern ein Spalier.

  Lena, staunend die Szene betrachtend, flüsternd: "Was ist das für ein Ritual?"

  Iris, grinsend, flüsternd: "Das ist bloss Theater. Gew?hn dich daran, sonst fühlst du dich immer verarscht."

  Aladan legt die Kapsel mit der Zelle auf das Tentakelstück.

  Es herrscht Totenstille und knisternde Spannung, wie aller Augen beobachten, wie sich die Kapsel ?ffnet ...

  ... und die darin enthaltene Zelle beginnt, das Tentakelfleisch aufzuessen und mit Kopien ihrer selbst zu ersetzen.

  Lena wagt es kaum, die Stille zu unterbrechen, flüsternd: "Was geschieht jetzt?"

  Iris, flüsternd: "Das Pilzwesen kann sein Wachstum nicht stoppen. Es würde alles überwuchern, alles Leben ausl?schen und selber zugrunde gehen. Das Aladan-Piri-Zelle ersetzt das wuchernde Gewebe durch eines, dessen Wachstum das Pilzwesen steuern kann. Oder kurz gesagt: Wenn das Experiment Erfolg hat, retten Aladan und Piri das Welt."

  Lena und Iris schauen mit grossen Augen auf Aladan und Piri.

  Iris denkt: 'Aladan und Piri retten das Welt ... Erst jetzt begreife ich, was diese Worte bedeuten. Kein Moment für Sarkasmus und kühles Distanz. Wenn das Experiment gelingt, werde ich mir Tr?nen g?nnen und diesen merkwürdigen Gesch?pfen um das Hals fallen ...'

  Aller Augen sind gebannt auf das Wachstum der neuen Zellen gerichtet, die sich wie eine Feuersbrunst in Sekundenschnelle über das ganze Tentakelstück ausbreiten.

  Lena denkt: 'Das ist wie Zaubern.'

  Alle starren auf das Tentakelstück, als k?nnte es jeden Augenblick explodieren.

  Wagon: "Ist das Nervengewebe intakt?"

  Hisch: "Sind die defekten Zellen alle ersetzt?"

  Meneor und Antara im Chor: "Ja."

  Die Spannung l?st sich auf in eine fast ehrfürchtige Stille, in der sich aller Augen auf Aladan und Piri richten.

  In einer Explosion der Freude stürzen sich Lapsus, Ili, Estragon, Chromos 5 und die drei Schwestern auf Aladan und Piri ...

  ... und werfen sie unter Jubelrufen hoch in die Luft, w?hrend Lena, Meneor und Antara l?chelnd zuschauen und Iris bewegt die versprochenen Tr?nen spendet.

  Aladan, hoch in der Luft, ruft: "Wartet, ihr Kaulquappen, ihr freut euch zu früh!"

  Aladan landet federnd auf den Füssen und sagt: "Was, wenn eines der defekten Gene mit unserem Zelle verschmolzen ist und ein Mutation bildet, welche das Pilzwesen tausend mal schneller unkontrollierbar wuchern l?sst?"

  Wagon, beklommen: "Dann k?nntest du ebenso gut mit einem Bombe das Erde sprengen."

  Meneor: "Wie viel Zeit braucht es, bis du sicher bist, dass das nicht passiert?"

  Aladan, in die Runde: "Was meint ihr?"

  Chromos 5: "Maximal 24 Stunden."

  Allgemeines Nicken.

  Meneor: "Dann werde ich es 24 Stunden bewachen. Und wenn sich nichts ver?ndert, ist es gut."

  Lara: "Du magst ja ein Spassvogel sein, Aladan. Aber manchmal bist du ganz sch?n unheimlich."

  Aladan, den selbstgef?lligen Beau mimend: "Ja, ich bin unheimlich attraktiv."

  Lara, lachend: "Und deshalb musst du jetzt schwesterlen."

  Lena: "Schwesterlen?"

  Iris, schr?g l?chelnd: "Schliess die Augen. Jetzt wird's peinlich."

  Ihre Kleider weg schmeissend, stürzen sich die vier Schwestern auf Aladan.

  Die übrigen lassen sich nicht lange bitten. Und so paaren sich Antara und Chromos 5, Ili und Lapsus, Meneor und Estragon.

  Lena, err?tend und lachend zugleich: "So geht also 'bewachen'."

  überrascht von Lenas Humor, betrachtet Iris Lena, w?hrend sie gleichzeitig über Lenas Scherz lachen muss.

  Lena, puterrot: "Ja, es ist verdammt peinlich, ... aber irgendwie ... auch einfach ... süss."

  Iris, grinsend: "Wenn du diese Genmonster schon am ersten Tag süss findest, passt du perfekt in dieses Irrenhaus."

  Lena, verletzlich: "Im Irrenhaus bin ich doch aufgewachsen und habe mich mein Leben lang nach Menschen gesehnt, die so unbefangen sind wie sie."

  Iris h?rt es mit grossen Augen ...

  ... und sagt mit schr?gem L?cheln: "Ja, leider liegen in uns zu viele Scherben, als dass wir uns unbefangen bewegen k?nnten. Ich wollte eigentlich ein paar Tr?nen vergiessen und Aladan aus Dankbarkeit für das Rettung des Welt umarmen. Aber dort herrscht mir im Moment zu viel Gedr?nge."

  Lena, kichernd: "Gedr?nge ist gut."

  Lena, schüchtern: "Vielleicht sollten wir etwas Unbefangenheit üben und uns küssen?"

  Iris: "Das funktioniert bei mir nicht. Ich bin asexuell. Für mich hat Sex nichts Lustvolles."

  Lena, wie oben: "Und etwas Z?rtlichkeit?"

  Iris, erstaunt: "Du gehst aber ran! Wir kennen uns noch kein Stunde und du willst schon fummeln. Hast du ein Crash-Kurs in Genville gemacht?"

  Lena, sinnierend: "Ich war in letzter Zeit viel mit Ili zusammen. Sie hat mich gründlich aufgemischt. Jeden Tag hat sie mir gezeigt, wie dumm und engstirnig ich bin, bis ich bereit war, mich auf das Neue einzulassen, auch wenn es mir Angst macht."

  Iris: "Es hat dich also überwindung gekostet, mich das zu fragen?"

  Lena: "Klar, ich bin doch bloss eine einfache Schuhverk?uferin, deren Welt zerfallen ist und die einen neuen Halt sucht, ohne dauernd weinen zu müssen."

  Wie sie Tr?nen in den Augen von Lena glitzern sieht, ...

  ... fasst Iris Lena bei den Schultern und sagt tr?stend: "Ich weiss genau, das du empfindest. Diese Typen hier bringen mich jedes Tag zum Weinen. Das Welt, aus dem wir kommen, ist so bis aufs Knochenmark krank, dass ein Transformation in ein Welt, wo all dieses Kranke fehlt, für uns nur unter Schmerzen m?glich ist."

  Weinend umarmt Lena Iris, welche die Umarmung nach anf?nglicher überraschung ...

  ... seufzend erwidert, ...

  ... worauf Iris unter Tr?nen denkt: 'Verdammt, jetzt hat es mich auch zum Weinen gebracht.'

  Etwas sp?ter liegen alle entspannt herum. Iris und Lena stehen bei Trage und essen noch die restlichen Früchte, die auf Trage übriggeblieben sind.

  Mit einem gewaltigen Satz springt Ili auf Trage ...

  ... und ruft: "Vooortraaag!!!"

  Die Genvilles bleiben entspannt liegen, richten aber ihre Aufmerksamkeit auf Ili.

  Iris und Lena sind etwas zurück getreten und schauen ebenfalls zu Ili hoch.

  Szeneanfang:

  In Natural City f?hrt ein Kleinlastwagen rückw?rts an die Mauer, hinter der der innere S?uregraben liegt.

  Zwei M?nner steigen aus ...

  ... und ?ffnen die hinteren Türen zum Laderaum.

  Beide M?nner werfen mit den H?nden lebende Kleider der Obdachlosen über die Mauer in den S?uregraben, wobei der eine sich die Nase zuh?lt.

  Wie die Kleider die S?ure berühren, poppen sie auf zu Schutzschilden, ...

  ... welche aber gnadenlos von der S?ure zerfressen werden, sodass es, obwohl die Kleider kein Bewusstsein haben, aussieht wie ein brutales Sterben.

  Mann 1: "Warum h?ltst du dir die Nase zu? Die Kleider stinken doch gar nicht."

  Mann 2: "Die sind von Obdachlosen. Die müssen doch stinken."

  Mann 1, an einem Kleid schnuppernd, Stirn runzelnd: "Eigentlich schon. Riecht aber wie frisch gewaschen."

  Mann 2, an einem Kleid riechend, erstaunt: "Du hast recht ..."

  Mann 2, lachend: "... Diese Idioten haben sie noch gewaschen, bevor sie sie uns zur Vernichtung übergeben haben."

  Mann 1 stimmt Kopf schüttelnd ins Lachen ein.

  Szeneanfang:

  Im Gef?ngnis telefoniert der Mann in der Kleiderausgabe vor leeren Regalen: "Chef, da sind so viele Gefangene rein gekommen, dass mir die Kleider ausgegangen sind. Was soll ich tun?"

  Chef, zynisch: "Dann sperrt sie nackt ein. Das wird diesen Kleiderdieben eine Lehre sein."

  Mann, grinsend: "Wird gemacht, Chef."

  Szeneanfang:

  Ili, auf Trage stehend: "Lena will euch etwas erz?hlen."

  Lena, die nichts davon weiss, staunt ...

  ... und sieht, wie Ili sie heran winkt.

  Wie ferngesteuert, bewegt sich Lena auf Trage zu, ...

  ... wo sie von Ili wie ein kleines Kind hoch gehoben ...

  ... und neben Ili auf Trage gestellt wird.

  Lena, unsicher l?chelnd: "Was soll ich denn erz?hlen, Ili?"

  Ili: "Was hat Ritsch deinem Vater angetan?"

  Ein Schatten legt sich auf Lenas Gesicht, ...

  ... der sich wie ein düsteres Gew?lk auf das Publikum auszubreiten scheint und alle mit grossem Ernst zuh?ren l?sst.

  Lena, wie oben: "Wir hatten seit Generationen ein Schuhgesch?ft, in dem auch ich arbeitete und das ich sp?ter h?tte übernehmen sollen. Aber Ritsch hat das Haus mit unserem Laden gekauft und die Miete so hoch geschraubt, dass wir sie nicht mehr bezahlen konnten und unser Gesch?ft in Konkurs ging. Eines Morgens kam ich ins Gesch?ft, um mit meinem Vater unsere Zukunft zu besprechen, ..."

  Lena, erschüttert, weinend: "... aber mein Vater hatte beschlossen, dass es für ihn keine Zukunft mehr gab und sich an einem Strick aufgeh?ngt."

  Ili umarmt Lena tr?stend.

  Lena versucht tapfer zu l?cheln ...

  ... und wagt einen schüchternen Blick auf ihr Publikum, ...

  ... dass sich zu ihrem Erstaunen, ausser Meneor, ?usserst gerührt zeigt.

  Meneor, ein Messer zückend: "Ein Messer ist nützlicher als feuchte Augen."

  Piri legt ihre Hand auf Meneors Messerhand und bewegt ihn mit sanftem Druck, das Messer weg zu stecken.

  Piri, sanft: "Feuchte Augen k?nnen das Schmerz lindern. Und das ist doch auch irgendwie nützlich oder?"

  Chromos 5: "Ich glaube, Meneor hat es wieder mal auf das Punkt gebracht. Oder Ili?"

  Ili: "Ja, wir haben den Natürlichen gesagt, dass wir jedes Diktator t?ten, das sie unterdrücken will. Soll ich Ritsch das Kopf abschlagen?"

  Estragon: "Wir dürfen nicht jedem das Kopf abschlagen, bloss weil es etwas übles getan hat. Wir t?ten aus Notwehr, nicht als Strafe."

  Hisch, zu Lena: "Ist das ein Einzelfall?"

  Lena: "Der Chief der Security Guard hat mir gesagt, dass die Selbstmordrate gestiegen ist, seit Ritsch begonnen hat, Natural City aufzukaufen."

  Chromos 5, nachdenklich: "Das ist schwierig zu beurteilen. Bisher hatten wir es mit einem Gewaltherrscher zu tun, das die Leute direkt umgebracht hat. Ritsch scheint sich aber an die Gesetze zu halten und bringt die Leute indirekt um, indem er ihnen das Zukunft stiehlt."

  Lena, protestierend: "Das ist nicht wahr. Ritsch h?lt sich nur vordergründig an die Gesetze. Mit seinem vielen Geld kann er die Leute kaufen und so die Gesetze nach seinem Gusto auslegen und verbiegen lassen ..."

  Lena, auf die Nutzwesen deutend: "... So hat er das lebende Kleid, das Lapsus und Ili zusammen mit diesen lustigen Wesen geschaffen haben und das ein Segen war für die Obdachlosen, patentieren lassen. Danach konnte er alle Obdachlosen wegen Patentverletzung ins Gef?ngnis werfen lassen. Er hat euer geistiges Eigentum gestohlen und es illegal patentieren lassen."

  Die Nutzwesen denken: 'Lustige Wesen?'

  Estragon, nachdenklich: "Es ist also ein Art Diktatur, das so tut, als w?re es keines. Irgendwie raffiniert."

  Lena, bedrückt: "Ja, das Raffinierte daran ist, dass die überwiegende Mehrheit der Bev?lkerung ihn bewundert und für einen anst?ndigen Gesch?ftsmann h?lt."

  Wagon: "Das heisst, wenn wir ihn umbringen, w?ren wir die B?sen. Wir Genmonster w?ren dann noch mehr verhasst und müssten damit rechnen, dass sie weitere Anstrengungen unternehmen, um uns auszurotten."

  Chromos 5: "Damit wir nicht in ein Morden verfallen, das für niemanden mehr nachvollziehbar ist, müssen wir uns an ein strenges Regel halten: Wird ein M?chtiges zu destruktiv, muss es vor das Wahl gestellt werden: Macht abgeben und leben oder Macht behalten und sterben. Denn ein M?chtiges zu t?ten, das sein Macht beh?lt, um weiter zu t?ten, ist Notwehr."

  Estragon: "Und wann ist ein M?chtiges destruktiv genug, damit es vor dieses Wahl gestellt werden muss?"

  Wagon: "Und was, wenn alle es gut finden, dass das M?chtige so destruktiv ist?"

  Lena: "Es ist nicht einfach zu wollen, dass ein Mensch stirbt. Ili hat mir angeboten, Ritsch zu t?ten, aber ich habe es nicht gewagt, ja zu sagen, obwohl ich diesen Mann von ganzem Herzen hasse und verabscheue."

  Wagon: "Und warum hast du Lena gefragt, Ili, und es nicht einfach get?tet?"

  Ili, weinend: "Ich will doch gar nicht t?ten! Das ist nicht sch?n. Aber wenn Antara und ich dieses Natürliche nicht gerettet h?tten, w?re Lenas Vater noch am Leben."

  Lena, staunend: "Ihr habt Ritsch gerettet?"

  Ili, wie oben: "Ritsch war ein altes Natürliches, das todkrank in einem Glasbeh?lter eingefroren war. Antara und ich haben es gefunden. Die Nutzwesen haben es geheilt und unsterblich gemacht. Das war ein grosses Fehler, weil dieses Ritsch jetzt jedes Tag Leute t?tet, die es nicht bedrohen und die ihm nichts getan haben."

  Lena, mit herunter geklapptem Kinn: "Ritsch ist unsterblich?"

  Lena, mit den H?nden vor dem Gesicht, erschüttert: "Das ist das Ende. Wenn Ritsch nicht stirbt, wird sich mit der Zeit alles Geld bei ihm ansammeln. Ganz Natural City wird ihm geh?ren, jedes Haus, jedes Gesch?ft. Die Menschen werden nur noch existieren dürfen, wenn sie für ihn arbeiten. Wer nicht gehorcht, wird obdachlos und an Entbehrung sterben. Das ist die vollkommene Diktatur des Geldes."

  Die Genvilles, für die Geld nur ein Scherzartikel ist, h?ren es staunend.

  Antara, betroffen: "Da haben Ili und ich etwas Sch?nes angerichtet. Und trotzdem war es nicht falsch, Ili. Denn sieh: Wenn wir nur Wesen retten dürfen, die mit Sicherheit kein Katastrophe anrichten, dürfen wir kein Wesen mehr retten, denn dieses Gewissheit werden wir nie haben. Und mit all unseren F?higkeiten niemanden mehr retten zu dürfen w?re doch wohl ein trostloses Leben."

  Ili nickt bedrückt: "Ja, Antara. Ich weiss, dass geschieht, was geschieht. Aber wenn du Teil bist vom Geschehen eines Katastrophe, musst du vielleicht auch Teil sein vom Geschehen, das dieses Katastrophe beendet."

  Lara, gerührt: "So sch?n gesagt! Ili ist so süss!"

  Aladan, sp?ttisch: "Und so t?dlich."

  Lara, Stirn runzelnd: "H??"

  Aladan: "Ilis süsse Worte bedeuten doch, dass sie Ritsch enthaupten will."

  Ili, Kopf schüttelnd: "Nein, so wie Chromos 5 sagt: vor das Wahl stellen: Macht abgeben oder Kopf ab."

  Aladan, grinsend: "Herr Ritsch, wenn ich bitten darf, wird lieber sein Kopf abgeben als sein Macht. Weil Macht sein einziges Freude ist, bestünde sein Leben ohne Macht aus Schmerz und Leere. Und sein Bedürfnisstruktur wandeln, damit ihm auch etwas anderes Freude bereiten kann, wird es nicht wollen, weil es in seinem gegenw?rtigen Geschehen so gefangen ist, dass es sich ein anderes Leben nicht vorstellen kann."

  Iris denkt beklommen: 'Aladan, du Schuft! Genau wie bei mir: Ich kann mir in meinem 'gegenw?rtigen Geschehen' auch nicht vorstellen, wie ein anderes Iris sein k?nnte ...'

  Lena, pl?tzlich begreifend: "Ist das hier so etwas wie eine Gerichtsverhandlung, bei der wir über Leben und Tod entscheiden?"

  Meneor, grinsend: "In Genville entscheidest du jedes Tag über Leben und Tod: Du erschaffst Leben. Und du t?test Feindliche."

  Lena, zu Meneor, verunsichert: "Ich muss mich wohl erst daran gew?hnen. Bisher war mein Leben nicht so ... endgültig."

  Meneor: "War das Tod deines Vaters nicht endgültig?"

  Lena schaut mit grossen traurigen Augen.

  Hisch, tr?stend: "Lass dich von Meneors schlichtem Gemüt nicht verwirren, Lena. Meneor hat schon zehntausende umgebracht. Für es ist das Tod so gew?hnlich wie für uns das Essen."

  Lena, zu Meneor, mit geweiteten Augen, ?ngstlich: "Dann muss ich acht geben, dass ich dich nicht wütend mache."

  Hisch, fr?hlich: "Quatsch, es ist noch niemandem gelungen, Meneor wütend zu machen ..."

  Hisch wirft mit einer raschen Bewegung dem hinter ihr stehenden Meneor ein Messer in den Bauch, sodass es bis zum Heft eindringt, und sagt, wie oben: "... Du kannst ihm ein Messer in das Bauch stossen ..."

  Hisch, zu Lena gekehrt, wie oben: "... und es wird es dir l?chelnd zurück geben."

  Meneor hat sich das Messer heraus gezogen, sich vom Boden abgestossen und stürzt mit dem gezückten Messer und einem gespielten Kampfschrei auf die von ihm abgewandte Hisch zu.

  Hisch h?rt es l?chelnd, ...

  ... beugt sich nach vorn und kickt Meneor mit einem Fusstritt so gegen die Brust, ...

  ... dass dieser etwa zwanzig Meter weit durch die Luft fliegt.

  Die fassungslose Lena denkt: 'Die Frauen von Genville werfen Felsen ... und M?nner!'

  Das Blut triefende Messer kommt durch die Luft auf Hisch zu gesaust, ...

  ... die es l?chelnd, ohne sich umzudrehen, aus der Luft greift ...

  ... und zurück in ihren Messergürtel steckt.

  In banger Erwartung des weiteren Konfliktverlaufs h?lt Lena nach Meneor Ausschau und stottert: "Sollten wir ihm ... nicht ... helfen?"

  Meneor schlendert l?chelnd aus dem Gebüsch ...

  ... und gesellt sich wieder zur Runde. Die Wunde an seinem Bauch hat schon aufgeh?rt zu bluten.

  Komplett verwirrt starrt Lena auf die Szene.

  Aladan, sp?ttisch: "Ich w?re dir sehr verbunden, Hisch, wenn du für das Demonstration meines Friedfertigkeit zu weniger drastischen Mitteln greifen würdest."

  Allgemeines Gel?chter.

  Iris bekommt Mitleid mit Lenas offensichtlicher überfordertheit: "Mach dir nichts draus, Lena. Diese Kinder lieben es, sich und uns Natürliche zu verarschen."

  Lena protestiert: "Verarschen ginge ja noch, aber das hat doch weh getan und er h?tte sterben k?nnen!"

  Iris, bes?nftigend: "Beruhige dich, Lena. Meneor ist ein Chromos 4 Krieger mit vier Herzen und einem auf das ganze K?rper verteilten Gehirn. Es ist unm?glich, es mit einem Messerstich zu t?ten."

  Meneor, l?chelnd: "Und ich kann Schmerz abstellen. Dann kann ich weiter k?mpfen, auch wenn mein halbes K?rper kaputt ist."

  Lena, ungl?ubig: "Und du wirst nie wütend?"

  Meneor: "Ja. Wütend ist nicht gut zum Denken."

  Lara und Antara, im Chor, entzückt: "Ein Felsensatz!"

  Antara hebt mit geschlossenen Augen beschw?rend ihre Arme ...

  ... und l?sst vor der fassungslosen Lena aus dem Nichts einen Felsen mit der Inschrift: "Wütend ist nicht gut zum Denken." entstehen.

  Ili f?ngt die in Ohnmacht fallende Lena auf ...

  ... und legt sie sanft auf Trage.

  Ili, zu Boden hüpfend: "Das war jetzt zu viel. Es soll sich ausruhen. Ich werde ihm das sp?ter erkl?ren."

  Szeneanfang:

  Es ist schon dunkel. Lena richtet sich auf ...

  ... und sieht im milden Mondlicht Meneor auf dem Felsen sitzen, den Antara vorhin erschaffen hat. Meneor beobachtet das grosse modifizierte Stück Tentakel.

  Lena l?sst sich von Trage gleiten ...

  ... und n?hert sich schüchtern Meneor, der sie mit einem L?cheln empf?ngt.

  Meneor rückt auf dem Felsen etwas zur Seite, was Lena mit leichtem Unbehagen als Aufforderung interpretiert, sich neben ihn zu setzen.

  Lena gibt sich einen Ruck und setzt sich tapfer mit leichter ?ngstlichkeit neben Meneor.

  Lena, vorsichtig: "Bist du nicht müde?"

  Meneor: "Ein Teil meines Gehirns schl?ft. Das andere bleibt wach. Das geht gut."

  Lena, wie oben: "Jemand hat dich gemacht zum T?ten. Ist das nicht furchtbar für dich?"

  Meneor, grinsend: "Ich finde mich nicht furchtbar."

  Lena, erschrocken abwehrend: "Nein nein, ich meine nicht ..."

  Meneor, wie oben: "Ich weiss, was du meinst. Das war ein Scherz."

  Lena, err?tend: "Verzeih mir. Ich habe noch nie mit einem ... Wesen wie dir gesprochen. Ich habe gedacht, ein Krieger sei wie ein Roboter, der auf Befehl alles platt macht."

  Meneor: "Chromos 2 Krieger sind noch schlimmer. T?ten macht ihnen Freude. Die mich geschaffen haben wollten etwas anderes. Sie wollten, dass ich Freude am Frieden empfinde und alles vernichte, was dieses Frieden bedroht."

  Lena: "Du beschützt Genville?"

  Meneor: "Morgen kommen die Schleier des Nacht. Wenn wir sie nicht besiegen, wird Genville vernichtet. Die Lichtwesen kommen auch. Sie haben vergessen, was Krieg ist. Wenn sie es nicht lernen, werden sie auf diesem Planeten sterben."

  Lena versucht mit grossem Blick einen Sinn in Meneors Worten zu entdecken ...

  ... und sagt mit schmerzlichem L?cheln: "Du weisst, dass ich nicht verstehe, wovon du sprichst?"

  Meneor: "Ja, ich kann deine Gedanken sehen."

  Lena, ungl?ubig lachend: "Das ist ein Scherz, ja? Du hast es in meinem Gesicht gelesen."

  Meneor: "Nein, in deinem Gehirn. Ich habe ein Feldsinn und kann die Gefühlsfelder in deinem Kopf sehen, h?ren und spüren. Du hast ein gutes Hirn. Die Natürlichen haben starke Angstfelder. Sie sind wie Monster, die die Gedanken bewachen. Sie hindern die Gedanken daran, sich auszubreiten und sich an Neuem zu erfreuen. Aber bei dir kann ein neues Gedanke die Monster zurück dr?ngen. Mit jedem Kampf, das du gegen die Monster gewinnst, wird dein Geist gr?sser."

  Lena l?sst mit grossen Augen Meneors Worte auf sich wirken ...

  ... und sagt mit leichter Zerknirschung: "Nun, als Antara diesen Felsen aus dem Nichts erschuf, habe ich den Kampf wohl verloren. Das war zu viel Neues auf einmal und hat mich 'ausgeschaltet'."

  Meneor: "Antara hat neben dem Feldsinn noch Wandlerzellen. Damit kann es Dinge in Schnelles Energie umwandeln oder aus Schnellem Energie erschaffen. Wenn du das verstanden hast, hast du das Kampf gewonnen."

  Lena, kichernd: "Dann bin ich auch eine Kriegerin, die nicht gegen Genmonster, sondern gegen Angstmonster k?mpft."

  Meneor, grinsend: "Dein n?chstes Monster heisst wohl Lapsus. Du hast Angst, weil es sich mit dir paaren will."

  Lena, err?tend: "Eigentlich sollte ich mich freuen, wenn ein so sch?ner Mann mich entjungfern will. Aber gleichzeitig sch?me ich mich, weil ich noch nie mit einem Mann geschlafen habe. Ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll. Und mit M?nnern habe ich so meine Schwierigkeiten. Die meisten erscheinen mir irgendwie ... grob ... oder schleimig ... oder egozentrisch, sodass immer irgendwie ... etwas nicht stimmt und ich mich nicht verstanden, nicht wahrgenommen, nicht geborgen fühle."

  Meneor: "Weisst du, warum die Genvilles so viel Lust empfinden, wenn sie sich paaren?"

  Lena: "Eure Orgie war zwar peinlich für mich, aber auch sehr eindrucksvoll. Ich war irgendwie neidisch. Und nein, ich weiss es nicht."

  Meneor: "Sie denken nicht, was sie müssen. Sie lassen es einfach fliessen."

  Lena, mit zu stummem Lachen ge?ffnetem Mund: "Na gut ... und wie geht das?"

  Meneor kniet sich vor Lena hin und sagt: "Schliess die Augen."

  Lena hockt etwas steif mit geschlossenen Augen da.

  Meneor beginnt sie zart zu streicheln ...

  ... und sagt, weiter streichelnd: "Lass die Spürdenks dein Bewusstsein durchfliessen und die Worte verdr?ngen."

  Unter Meneors H?nden beginnt Lena sich sichtlich zu entspannen ...

  ... und leicht zu zittern.

  Lena, w?hrend eine Tr?ne über ihre Wange l?uft, zitternd, flüsternd: "Ich wusste nicht, dass die H?nde eines Kriegers so sanft sein k?nnen."

  Lena hat Meneors Handgelenke gepackt, um seine H?nde von ihr fern zu halten und ruft, zitternd vor Erregung und flehend: "H?r auf, Meneor, sonst muss ich dich verschlingen! Und Ili m?chte doch dabei sein, wenn ich ... du weisst schon."

  Meneor bleibt l?chelnd vor Lena sitzen.

  Lena, aufgeregt: "Puh, hast du mich heiss gemacht! Danke für die Lektion. Ich gebe mich dem freien Fliessen des Behagens hin, ohne dauernd zu überlegen, was ich jetzt tun muss, damit ich eine geile Sexpartnerin bin. Aber was ist, wenn ich gern etwas haben m?chte, das mein Partner nicht macht?"

  Meneor: "Dann flüsterst du ihm dein Wunsch zu."

  Lena: "Und wenn er etwas von mir verlangt, das ich nicht tun m?chte?"

  Meneor: "Dann flüsterst du es ihm zu."

  Lena: "Aber wenn seine Erregung so stark ist, dass er sich nicht mehr beherrschen kann?"

  Meneor: "Die Gefühlsfelder eines Genvilles sind nie so stark, dass es sich nicht beherrschen kann."

  Lena: "Du meinst, ich brauche keine Angst vor Lapsus zu haben?"

  Meneor nickt l?chelnd.

  Lena, erstaunt: "Seltsam ... Wir kennen uns erst seit kurzem. Und trotzdem k?nnte ich meinen Kopf in deinen Schoss legen und schlafen wie ein Baby."

  Meneor, l?chelnd: "Wenn du willst."

  Stimme aus dem Off: "Nichts da! Jetzt wird nicht geschlafen."

  Die lachende Ili bringt Lena und Meneor ebenfalls zum Lachen.

  Ili h?lt Lena l?chelnd die Hand hin: "Magst du kommen?"

  Lena, Ilis Hand ergreifend, wegen der sexuellen Anspielung kichernd: "Ja, ich mag kommen."

  Wie sie, Hand in Hand, durchs n?chtliche Genville wandeln, wird ihr Weg von elfenhaften Leuchtwesen erhellt, was Lena zu dem verzückten Ausruf bewegt: "Wie sch?n!"

  In Lenas Augen spiegelt sich das Glitzern der Leuchtwesen, zweifelnd: "Hier ist alles wie im M?rchen. Aber manchmal ist alles zu sch?n, um wahr zu sein, und es lauert etwas Finsteres auf die Arglosen. So war es vielleicht dumm von mir, innert Minuten ein warmes Vertrauen zu einem Krieger zu entwickeln, der wohl schon viele get?tet hat. Vielleicht steht er hinter der n?chsten Biegung und zerstückelt mich mit seinen Messern wie ein rasender D?mon."

  Von ihren Gedanken in ?ngstlichkeit versetzt, schaut Lena sich nach einem Rascheln im Gebüsch um.

  Wie sie um die n?chste Biegung treten, steht dort Meneor mit ausgebreiteten Armen, je zwei Messer in den H?nden und macht mit gebleckten Z?hnen ein furchterregendes "Groar!".

  Lena gefriert vor Schreck, ...

  ... h?rt aus dem Off verwirrt ein Lachen, ...

  ... blickt von der lachenden Ili ...

  ... zum lachenden Meneor.

  Lena sinkt mit "Puhhh" erleichtert ein.

  Ili, l?chelnd: "Ich kenne dieses D?mon nicht. Aber du brauchst nicht Angst haben vor etwas, das nur in deinem Kopf existiert."

  Lena, mit gequ?ltem L?cheln den Blick hebend: "Bitte verzeiht mir meine dummen Gedanken. Aber es braucht Kraft, an etwas Guten zu glauben, wenn alles schief gegangen ist im Leben."

  Meneor h?lt Lena und Ili einen Messergürtel hin: "Jedes Messer z?hlt. Es darf kein Schleier überleben. Sonst sind es bald wieder ein Million."

  Lena, den Messergürtel anziehend, unsicher: "Aber ich kann damit gar nicht umgehen."

  Meneor, l?chelnd: "Ich zeige es dir, morgen."

  Ili und Lena gehen weiter.

  Lena, besorgt: "Ob ich es jetzt mit Meneor verdorben habe, weil ich ihn mit einem D?mon verglichen habe?"

  Ili, l?chelnd: "Mit Meneor kannst du es nur verderben, wenn du es t?ten willst."

  Lena, leicht überfordert, kichernd: "Krass, alles ist so krass."

  Ili, tr?stend: "Du musst nicht krass sein. Freu dich auf Lapsus."

  Lena wird sich pl?tzlich wieder bewusst, wohin ihr Weg führt, und holt tief Luft, um sich zu beruhigen, ...

  ... was nichts nützt, denn ihr Herz beginnt vernehmlich zu klopfen.

  Sie ersteigen eine geschwungene Aussentreppe, die zu einer Art Baumhaus führt, ...

  ... und betreten das Baumhaus, dessen Innenw?nde von einer sanften Bioluminiszenz erleuchtet werden. Lapsus sitzt auf der Bettkante und schaut Lena mit einem L?cheln an.

  Neben Lapsus sitzen erwartungsvoll die vier Schwestern.

  Lena, mit klopfendem Herzen, befremdet: "?hm ... wie jetzt ... eine Orgie?"

  Lara, treuherzig: "Wir haben noch nie ein Natürliches gesehen, wie es zum ersten Mal ein Penis bekommt. Das ist interessant."

  Lena, ungl?ubig: "Ihr wollt echt zusehen, wie ich entjungfert werde?"

  Die vier Schwestern nicken fr?hlich.

  Lena sieht Ili ebenfalls nicken und sagt fassungslos: "Und Ili natürlich auch."

  Ili, wie die andern: "Ja klar."

  Lena, verzweifelt: "Aber ich bin doch schon wegen Lapsus total aufgeregt. Wenn da noch so viel Publikum ist, bin ich so verkrampft, dass das Ganze zu einem Albtraum wird. Wir Natürlichen sind schüchtern und verklemmt. Sex ist uns peinlich, weswegen wir es immer im Versteckten treiben."

  Lara, naiv mitfühlend: "Dann ist Sex für euch schmerzhaft?"

  Hisch, Stirn runzelnd: "Kannst du diese bl?den Gefühle nicht weg lassen?"

  Lena hat eine Art Erleuchtung, mit Blick in die Ferne: "Ihr habt ja recht. Sex ist für uns mit so vielen 'bl?den Gefühlen' behaftet, dass viele es gar nicht mehr tun. Ich hab's ja auch noch nie mit einem Mann gemacht ... Und ja, manchmal ist Sex schmerzhaft."

  Piri, entt?uscht: "Wir dachten, das sei ein grosses Augenblick für dich, das dir viel Freude bereitet. Wir wollten uns an deinem Freude erfreuen und nicht Schmerzen erzeugen."

  Lena, die entt?uschte Schar betrachtend, pl?tzlich begreifend, denkt: 'Sie sind so arglos ... Warum sch?me ich mich vor ihnen? Warum kann ich meine 'bl?den Gefühle' nicht einfach weg lassen und diesen 'grossen Augenblick' geniessen?'

  Lena, zaghaft: "Vielleicht k?nnt ihr mir dabei helfen, meine 'bl?den Gefühle' aufzul?sen?"

  Erfreut nicken sich die Schwestern zu ...

  ... und eilen zu Lena, ...

  ... wo sie anfangen, sie auszuziehen und von Kopf bis Fuss zu streicheln, w?hrend Ili Lenas Schultern gefasst hat, um deren Anspannung weg zu vibrieren.

  Nackt und mit geschlossenen Augen geniesst Lena die Z?rtlichkeiten, ...

  ... beginnt zu zittern ...

  ... und trinkt wie eine Verdurstende Lapsus' Kuss.

  Lapsus tr?gt sie sanft auf das Bett, ...

  ... wo Lena ihm, immer mit geschlossenen Augen, ihre Schenkel ?ffnet.

  Sanft beginnt Lapsus sie zu begatten, w?hrend Lena im Ansturm der Lust ihren Kopf nach hinten beugt und Lapsus' Oberk?rper mit den Armen an sich presst.

  Voller Entzücken und Anteilnahme betrachten die fünf Frauen Lenas vor Lust glühendes Gesicht, ...

  ... bis ein lustvolles St?hnen erahnen l?sst, dass es ihr kommt. Auch Lapsus st?hnt, ...

  ... sodass beide sich gleichzeitig entspannen.

  Wie zus?tzlich Lapsus' "Glückssperma" seine Wirkung entfaltet, breitet sich ein seliges L?cheln auf Lenas Gesicht aus.

  Lena ?ffnet die Augen und sieht sechs strahlende Gesichter.

  Lena, selig: "Ich fühle mich wie im Himmel ... und ihr seid die Engel."

  Pl?tzlich muss Lena an Meneors Worte denken und sagt: "Meneor hat gesagt, dass morgen die Schleier der Nacht kommen und Genville vernichten, wenn wir sie nicht besiegen."

  Wagon: "Das ist so."

  Alle zusammen liegen zusammen gekuschelt im Bett.

  Lena, l?chelnd: "Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. Aber wenn ich morgen sterbe, war ich schon mal im Paradies und im Himmel."

  Fr?hliches Gel?chter.

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