home

search

Band 51

  Szeneanfang:

  Iris und Myrta spazieren durch Genville ...

  ... und gelangen zum Weiher, der mittlerweile wegen des Wasserfalles in mehreren B?chen überfliesst.

  Ergriffen vom Anblick des rauschenden Wasserfalls bleibt Myrta stehen ...

  ... und sagt bewegt: "Was für ein Gefühl, wenn du ein Vision hast und dieses dann wirklich wird!"

  Iris, bewegt: "Es ist wirklich fantastisch!"

  Myrta, bescheiden: "Nun ja, ohne die Wegdoppler von Aladan und Estragon und ohne die Filterwesen von Caesar w?re es ein Hirngespinst geblieben."

  Iris: "Sei nicht so bescheiden. Ein Ingenieur nimmt immer Dinge, die andere erfunden haben und setzt sie so zusammen, dass etwas Neues entsteht. Und wenn dieses Neue so fantastisch ist, ist es ein grossartiges Leistung ..."

  Iris, nachdenklich: "... Allerdings habe ich mich gefragt, warum ihr nicht einfach ein Organismus gebaut habt, das Wasser aus Schnellem Energie herstellen kann? Das w?re doch viel einfacher, als Wasser vom Meer her zu bringen."

  Myrta: "Wenn wir zus?tzliches Wasser erzeugen, gef?hrden wir das Balance des Planeten. Im Endeffekt überflutet das Wasser das Land und wir haben ein Wasserplaneten."

  Iris, Stirn runzelnd: "Dann passiert ein ?hnliches Scheiss, wie wir es mit dem Kohlendioxideintrag in das Atmosph?re angerichtet haben."

  Iris, bewundernd: "Verdammt, Myrta, du bist grossartig."

  Myrta betrachtet Iris l?chelnd.

  Iris bemerkt es und weiss nicht, was das soll: "Was?"

  Myrta, l?chelnd: "Das Weg des Kriegers ver?ndert dich."

  Iris, staunend: "Wie das?"

  Myrta, wie oben: "Du bist ausgeglichener, weniger verbissen. Dein Geist ist gewachsen. Das ist sch?n."

  Zu Myrtas Erstaunen muss Iris lachen.

  Iris, grinsend: "Wir zwei Alphatiere unterhalten uns ohne Argwohn. Wir machen uns Komplimente, als w?ren wir verliebt. Findest du das nicht seltsam?"

  Myrta, sinnierend, l?chelnd vor sich hin: "Ja, das ist seltsam."

  Szeneanfang:

  Vor der Schlosserei, die vor Ritschs Flugzeugwerk steht, hat sich eine Gruppe Gewerbler versammelt, die mit grimmigen Mienen das Abrisskommando der Bauarbeiter erwarten.

  Die Bauarbeiter n?hern sich den Gewerblern mit einer Abrissbirne und einer Planierraupe.

  Der Vorarbeiter geht auf die Gewerbler zu und sagt gütlich: "Leute, wir müssen jetzt dieses Geb?ude abreissen. Lasst uns unseren Job machen."

  Schlosser, emp?rt: "Ihr wollt meine Existenz vernichten."

  Vorarbeiter, wie oben: "Du hast doch eine Entsch?digung erhalten und kannst damit eine neue Schlosserei kaufen."

  Schlosser, wie oben: "Die Landpreise sind so gestiegen, dass ich mir mit der l?cherlichen Entsch?digung nicht mal das Bauland leisten kann, geschweige denn ein Geb?ude."

  Unschlüssig und etwas hilflos steht der Vorarbeiter da, weil ihn das Argument des Schlossers beeindruckt hat.

  Unfroh spricht der Vorarbeiter in seinen Kommunikator am Handgelenk: "Chef, die Gewerbler versperren uns den Weg. Wir k?nnen das Geb?ude nicht abreissen."

  Minutenlang stehen sich die unschlüssigen Bauarbeiter und die grimmigen Gewerbler gegenüber.

  Mehrere Guardwagen preschen herbei ...

  ... und spucken vielleicht ein Dutzend Guards aus, ...

  ... die mit gezogenen Pistolen auf die überraschten Gewerbler zurennen.

  Guard ruft: "Alle auf die Knie!"

  Im Bewusstsein, dass Gegenwehr sinnlos ist, gehorchen die Gewerbler konsterniert, ...

  ... werden mit Handschellen gefesselt ...

  ... und in einen Gefangenentransporter verladen.

  Bauarbeiter 1, die Szene beobachtend, betroffen: "Das sind alles gestandene Handwerker, mit denen wir seit Jahren zusammen arbeiten. Und jetzt werde sie abgeführt wie Verbrecher."

  Bauarbeiter 2, resigniert: "Machen wir lieber unseren Job, sonst verlieren wir ihn noch."

  Die Abrissbirne reisst ein Loch in die Fassade der Schlosserei.

  Szeneanfang:

  In Natural City, beim Versteck des lebenden Kleides. Die nackte Lena ist dabei, ihr Genville-Kleid gegen das Kleid mit den Essperlen auszutauschen.

  Wie Lena das Kleid angezogen hat, sagt sie zweifelnd: "Ich habe jetzt zwar wieder Essperlen, aber wenn mich ein Guard mit diesem Kleid erwischt, lande ich im Gef?ngnis."

  Ili h?lt Lena ein kleines, flaches Dreieck mit je einem Farbpunkt in den Ecken hin und sagt: "Wenn wir unseren Kleidern ein anderes Farbe geben, werden sie es nicht erkennen."

  Lena nimmt das Dreieck staunend entgegen und h?rt Ili aus dem Off sagen: "Es hat ein rotes, grünes uns blaues Punkt. Je l?nger du auf das rote Punkt drückt, desto r?ter wird das Dreieck. Wenn du dann auf das grüne Punkt, drückst, kannst du Grün dazu geben. So kannst du ganz viele Farben erzeugen."

  Lena spielt mit den Punkten, ...

  ... bis sie eine Farbe gefunden hat und sagt: "Und was haben wir jetzt davon?"

  Ili: "Du musst das Dreieck auf dein Kleid legen."

  Lena gehorcht und sieht staunend, wie sich ihr Kleid entsprechend umf?rbt.

  Lena, begeistert, lachend: "Damit haben ich auf einmal ein grosses Garderobe."

  Ili, lachend: "Ich weiss zwar nicht, was ein 'Garderobe' ist, aber wenn du lachst, ist es bestimmt etwas Lustiges."

  Lena, kichernd: "?hm, nicht wirklich."

  Lena, Ili das Dreieck hin haltend, freudig: "Willst du auch dieses Farbe? Dann haben wir Partnerlook."

  Ili, das Dreieck entgegen nehmend, Stirn runzelnd: "'Partnerlook'? Ist das etwas Gutes?"

  Lena, freudig: "Ja, es ist ein Zeichen des Verbundenheit."

  Ili, wie oben: "So wie die Guards? Sind wir dann auch ein Armee?"

  Lena ist perplex über diese krasse Uminterpretation ihrer guten Absicht ...

  ... und sagt betroffen: "Ach Ili, du bringst mich in Verlegenheit. Ich will uns doch nicht gleich schalten mit einem Uniform. Partnerlook meint doch bloss: Hey, ich trage dasselbe Kleid wie du, weil ich dich liebe."

  Ili, wie oben: "Das ist seltsam, denn ich liebe auch dein Anderes."

  Lena, sinnierend: "Mein Anderes? ..."

  Lena, pl?tzlich begreifend: "Ja, ich liebe auch dein Anderes. Und wie ich dein Anderes liebe!"

  Lena, lachend: "Dann nimm dein Lieblingsfarbe. Scheissen wir auf das Partnerlook."

  Ili, sich das Dreieck ans Kleid haltend, grinsend: "Ich mach jetzt Partnerlook. Ich habe dich nur verarscht. Ich weiss, was du meinst. Weil unsere Nerven synchron vibrieren, sollen unsere Farben dasselbe Wellenl?nge haben."

  Lena, verblüfft von der absurden Begründung: "?hm ..."

  Lena, seufzend, l?chelnd: "... Ja genau."

  Szeneanfang:

  Iris beim Betrachten der glitzernden Lichtwesenwolke: "Hübsch anzusehen, aber v?llig nutzlos."

  Myrta, die Lichtwesen betrachtend, sinnierend: "Sie müssen wenigstens nicht t?glich vor das Spiegel stehen und sagen: Heute hast du was Tolles gemacht. Dafür bekommst du vielleicht ein bisschen Liebe. Sie dürfen einfach existieren, ohne Leistungszwang. Ein gigantisches Hort aus geschenktem Liebe."

  Iris, wie oben: "Ein romantisches Sicht für ein Ingenieur ... Aber wenn das wahr ist, dann war unser altes Leben von erschreckendem Verkacktheit."

  Myrta, wie oben: "Was zwar weniger romantisch klingt, uns dafür umso klarer vor Augen führt, wie viel wir noch an uns arbeiten müssen, bis wir uns vor diesen Wesen nicht mehr zu sch?men brauchen."

  Iris, grinsend: "Auf das Idee, mich vor diesen Viechern zu sch?men, bin ich noch gar nicht gekommen. Du hast vielleicht ein Art, uns Feuer unterm Hintern zu machen."

  Myrta, mit Blick auf die vier Schwestern, die etwas entfernt ebenfalls zu den Lichtwesen hoch schauen: "Ob sie sie auch nutzlos finden?"

  Iris, auf die Schwestern zu gehend: "Fragen wir sie."

  Wie Myrta und Iris bei den Schwestern ankommen, fragt Iris grinsend: "Findet ihr dieses Weihnachtsschmuck auch komplett nutzlos?"

  Merkwürdig lange schauen die Schwestern Iris schweigend an, ...

  ... um dann explosionsartig in lautes Gel?chter auszubrechen.

  Myrta ist verblüfft.

  Iris, etwas verwirrt: "So gut war mein Witz jetzt auch wieder nicht."

  Wagon, amüsiert: "Wir lachen nicht wegen deines Witzes, sondern wegen dem Absurdit?t deines Frage."

  Iris, wie oben: "Aha, und das w?re?"

  Lara, amüsiert: "Seit wann braucht Leben ein Nutzen?"

  Iris, grimmig: "Kommt mir jetzt nicht mit diesem Philosophie-Kacke, ihr Scheinheiligen. Ihr macht euch doch auch dauernd nützlich: ihr baut Genville, vernichtet Monster, versucht das Planet zu retten."

  Hisch: "Aus dem Sicht der Lichtwesen sind wir genauso nutzlos. Denn alles, was wir tun, dient nur uns selbst."

  Iris protestiert: "Ja, aber das Erde ist immerhin ein Planet."

  Hisch: "Na und? So wie die Lichtwesen ein Wolke bilden, bilden wir mit dem Planeten auch ein Art Wolke, ein geschlossenes System, in dem wir gewisse Dinge tun müssen, um leben zu k?nnen. Und für die Lichtwesen ist dieses geschlossene System genauso nutzlos wie für uns ihr Wolke."

  Iris, trotzig: "Und warum nennt ihr dann diese Viecher, die sich nicht einmal das Arsch abwischen k?nnen, 'Samariter des Universums'?"

  Wagon, amüsiert: "Sie brauchen sich auch nicht das Arsch abzuwischen, weil ihre Zellen das Lebenskraft direkt aus Schnellem Energie gewinnen. Wir haben dagegen noch ganz altmodische K?rper und sind auf Essen angewiesen."

  Piri: "Das Kern ihres Bedürfnisstrukturs ist: Es soll allen gut gehen. Die Lichtwesen haben komplexe Gehirne, die instabil werden k?nnen. Sie achten sorgsam darauf, das keines das Balance verliert und im Unglück versinkt. Sie k?nnen ja nicht nichts tun. Sie k?nnen sich verbinden, Gedanken und Gefühle austauschen und so das Schw?rze des Einsamkeit mit ihrem Licht verscheuchen."

  Iris, grimmig lachend: "Dann bilden wir also mit den Lichtwesen ein Gemeinschaft der Nutzlosen."

  Lara, sinnierend: "Bei Piris hübschem Bild vom Schw?rze mit Licht verscheuchen kommen mir diese Unglücklichen in dem radioaktiven Zone in das Sinn. Sie glauben doch an ein Gottheit des Schicksals, das sie schrecklich bestrafen wird, wenn sie aufh?ren, krank zu sein."

  Iris, grimmig: "Diese Bastarde h?tten Ewald und mich fast umgebracht."

  Wagon: "Lara, meinst du, wir k?nnten sie mit Hilfe der Lichtwesen von ihrem Unglück befreien?"

  Hisch, sp?ttisch: "Na, viel Spass. Wir haben sie aus dem radioaktiven Zone geholt. Sie begannen zu gesunden. Wir haben ihnen zu Essen gegeben, Kleider gebaut, mit ihnen geredet. Aber ihr Anführer musste nur ein paar Drohungen ausstossen und sie sind ihm wieder nach geschlichen wie ver?ngstigte Tiere."

  Lara: "Wenn jemand in seinem Angstgef?ngnis eingesperrt ist, sind Worte oft zu schwach, um es zu befreien. Aber das Begegnung mit den Lichtwesen k?nnte ein so einschneidendes Erlebnis sein, dass das Angstgef?ngnis zerbr?ckelt und sie fortan im Licht wandeln."

  Hisch, sp?ttisch: "Das k?nnte klappen. Iris war ja auch ein rechtes Klemmbacke und wirkt nach einigen eindrucksvollen Erlebnissen jetzt manchmal sogar sympathisch."

  Iris stürzt sich auf Hisch und würgt sie mit einem gespielten Zornesausbruch und einem knurrenden "Grrr".

  Hisch spielt die hilflos Gewürgte.

  Die andern Schwestern lachen.

  Wie Iris losl?sst, muss auch Hisch lachen.

  Piri, Iris auf die Wange küssend: "Mir war Iris immer sympathisch. Es kann so lustig schimpfen."

  Iris wird rot.

  Die Schwestern lachen ...

  ... und verstummen abrupt, wie sie Myrta sehen, die ihr Gesicht mit beiden H?nden bedeckt.

  Schwestern, im Chor, betroffen: "Weinst du, Myrta?"

  Myrta zeigt ihr lachendes Gesicht und sagt: "Ich wollte Iris nur nicht das Gefühl geben, dass ich es auslache. Wir Natürlichen sind darin sehr empfindlich."

  Lara: "Lachst du es denn aus?"

  Myrta, gel?st: "Ihr schafft es immer wieder, ein bedrückendes existenzielles Gespr?ch in ein absurdes Theater zu verwandeln. Es ist so erl?send, wenn das Schmerz sich in Lachen aufl?st. Und es ist so beglückend, es erleben zu dürfen."

  Schweigend und berührt h?ren die Schwestern zu.

  Auch Iris haben die Worte beeindruckt und sie schaut Myrta mit einem seltsamen Blick an.

  Hisch, leicht sarkastisch: "Nun, nach diesem beglückenden Augenblick stellt sich das Frage: Wo finden wir diese Schicksalsgl?ubigen?"

  Drei Schwestern zeigen innerhalb eines 45-Grad-Winkels ungef?hr in dieselbe Richtung, w?hrend Piris Arm in die gegenüberliegende Richtung weist.

  Myrta, l?chelnd: "Um ein statistisches Durchschnitt zu erhalten, ist es oft sinnvoll, die Extreme zu streichen. In diesem Fall Piri."

  Piri spielt die Weinende: "Huhu, ich werde gestrichen."

  Die andern Schwestern und Myrta lachen.

  Wagon, die durchschnittliche Richtung der drei Schwestern anzeigend: "Dann müssten wir sie in diesem Richtung finden."

  Iris hat allen den Rücken zugewendet und sagt mit beschw?rend nach vorn ausgestreckter Hand: "Wartet."

  Gespannt warten die Schwestern und Myrta darauf, was jetzt geschieht.

  Ein Tentakel des Pilzwesens schl?ngelt sich aus dem Boden ...

  ... und bildet einen Pfeil, der noch einmal in eine andere Richtung zeigt.

  Myrta, lachend: "Na klar, das Pilzwesen weiss, wo diese Leute sind, ganz ohne Durchschnitt."

  Wagon: "Dann fragen wir die Lichtwesen, ob sie uns begleiten und marschieren los?"

  Lara: "Ich m?chte wissen, was Meneor dazu sagt."

  Iris schimpft: "K?nnt ihr nichts ohne das Segen der M?nner unternehmen? Ich dachte, ihr seid gleichberechtigt."

  Piri, mit Fragezeichengesicht: "Versteht ihr, was Iris meint?"

  Die andern Schwester haben auch Fragezeichengesichter.

  Lara, sinnierend: "Warum spricht es vom M?nnlichen? Wir wollen ja nicht das Meinung von Meneors Schwanz h?ren, sondern sein Kommentar als Krieger, das Jahre lang im Wüste überlebt hat."

  Piri: "Vielleicht denkt es, dass wir denken, Meneor habe auch Hirn im Schwanz und sei deshalb intelligenter als wir."

  Hisch: "Die Schwellk?rper würden das Hirn zusammen drücken. Das g?be ein sch?nes Penismigr?ne."

  Wagon: "Na ja, Iris hat ja nie Sex. Es weiss das vielleicht nicht so gut."

  Iris, mit vors Gesicht geschlagenen H?nden, erschlagen: "Ogottogottogott, Penismigr?ne ... Die verarschen mich nach Strich und Faden. Selber Schuld."

  Myrta, die Schwestern aufmerksam betrachtend: "Ich bin mir nicht sicher."

  Myrta, zu den Schwestern: "Als Iris und ich das Karrieretreppe erklommen, mussten wir durch ein Spalier m?nnlichem Geringsch?tzung gehen. Hinzu kommt, dass Frauen instinktiv vor M?nnern einknicken, weil diese in dem Regel doppelt so kr?ftig sind. Wir mussten also gleichzeitig gegen das Einknicken und die Demütigungen k?mpfen, um ein Platz zu erreichen, wo wir unsere F?higkeiten entfalten konnten. Weil ihr euch ohne Meneors Meinung nicht in das Wüste wagen wolltet, war es für Iris wie ein Einknicken vor dem M?nnlichen, gegen das wir zwei so erbittert k?mpfen mussten."

  Die Schwestern h?ren aufmerksam zu, wobei ersichtlich ist, dass diese Betrachtung der Dinge für sie v?llig fremdartig ist.

  Lara, tastend: "Ist es, weil Natürliche einander immer beherrschen wollen und wer mehr Kraft hat ist im Vorteil?"

  Myrta: "Ich denke, das ist so."

  Wagon, sinnierend: "Ich verstehe, was du sagst, aber ich kann es nicht nachvollziehen. Wenn ich an Meneor denke, sehe ich Wissen und Erfahrung, das unser Leben retten kann. Dass Meneor ein Schwanz hat, ist v?llig bedeutungslos. Denn mir ist kein Methode bekannt, wie du von einem Schwanz auf Wissen und Erfahrung schliessen kannst."

  Myrta und Iris müssen lachen. Iris, lachend: "Was für ein cooles Satz! Das sollten wir in Natural City auf Hausw?nde sprayen."

  Hisch: "Und warum knickt ihr nicht vor uns ein? Wir sind bestimmt zehn mal st?rker als ihr."

  Hisch, vor Iris stehend, mit der Hand eine Ohrfeige andeutend: "Du hast mich sogar gewürgt. Dabei k?nnte ich dir mit dem blossen Hand das Kopf abschlagen."

  Iris, aufgewühlt: "Ja, du verdammtes Monster! ... Weil ..."

  Iris, wie oben: "... Weil ich dir vertraue ..."

  Iris, wie oben: "... Am Anfang hatte ich solches Angst vor euch, dass mir buchst?blich fast die Knie eingeknickt w?ren. Bis ich begriffen habe, dass das Kraft eines Genville Geborgenheit schafft."

  Piri: "Stell dir vor, es w?re nicht so und wir müssten alle vor Antara einknicken."

  Lara, mit leerem Blick: "Es würde alles zerst?ren ... alles."

  Wagon, betroffen: "Ich glaube, ..."

  Wagon, l?chelnd: "... jetzt w?re ein gutes Zeitpunkt für ein bisschen absurdes Theater."

  Hisch, grinsend: "Lass uns Meneor rufen. Dann k?nnen wir ein bisschen Einknicken üben."

  Die vier Schwestern, Ohren bet?ubend im Chor: "Meneooor!!!"

  Myrta und Iris halten sich die Ohren zu.

  Mit einem Riesensatz landet Meneor Kampf bereit vor den Frauen ...

  ... und schaut fragend, wie er sieht, dass keine Gefahr droht.

  Die vier Schwestern knien sich vor Meneor hin ...

  ... und verbeugen sich mit ausgestreckten Armen bis zum Boden.

  Meneor staunt.

  Iris greift sich an den Kopf.

  Myrta, kichernd: "Da haben wir ihnen was beigebracht."

  Wagon, wie oben, pathetisch: "Edles Krieger, bitte erleuchte uns mit deinem Weisheit. Wir wollen durch das Wüste ziehen zu dem radioaktiv verseuchten Gebiet, um mit Hilfe der Lichtwesen die armen, kranken Schicksalsgl?ubigen zum Besinnung zu bringen. Wie, o grosses Krieger, kommen wir m?glichst gefahrlos dorthin, ohne auf dein Schutz angewiesen zu sein?"

  Meneor stutzt ...

  ... und bricht in schallendes Gel?chter aus.

  Myrta, verblüfft: "Warum ist das so lustig?"

  Iris, grinsend: "Meneor kann Gedanken lesen. Es hat begriffen, worum's hier geht, und findet es wohl genauso absurd wie die vier Schwestern."

  Myrta staunt.

  Die vier Schwestern springen lachend auf, ...

  ... schmiegen sich lachend auf Knien an Meneor wie die Blütenbl?tter einer Blume, w?hrend Meneor sie lachend bet?tschelt.

  Iris, l?chelnd: "Natürliche M?nner w?ren bereit, für ein solches Erlebnis zu sterben. Und Meneor kriegt's geschenkt, ohne es überhaupt zu wollen."

  Myrta, l?chelnd: "Es scheint ihm aber durchaus zu gefallen."

  Iris fasst Myrta bei der Hand und sagt: "Komm, Myrta, erweisen wir diesem Mann das Ehre."

  Iris kniet sich zu den Schwestern.

  Myrta, verblüfft: "Echt jetzt?"

  Myrta kniet sich seufzend neben Iris hin ...

  ... und fragt etwas verwirrt: "Wieso?"

  Iris, ernst: "Ich spüre ein inneres Trotz gegen dieses Demutsgeste. Für die Schwestern ist es Ausdruck von Zuneigung und Freude. Ich will, dass sich dieses schmerzhafte Trotz in mir aufl?st. Ich will kein Klemmbacke mehr sein. Ich will sein wie die Schwestern, auch wenn das Weg bis dahin noch weit ist."

  Myrta, Iris mit einem sanften Blick betrachtend: "Dann lass uns üben."

  Szeneanfang:

  Lena und Ili gehen durch die Strassen von Natural City.

  Lena: "Und wie finden wir unter all den Millionen jene, die Genville zerst?ren wollen?"

  Ili, eine Art Brille zückend: "Antara und Meneor haben ein Feldsinn, mit dem sie alle Energiefelder wahrnehmen k?nnen. Aber das würde uns nur verwirren. Deshalb hat Antara mir ein Wisperfeldseher gebaut. Damit k?nnen wir Gefühle sehen."

  Lena, den Wisperfeldseher neugierig entgegen nehmend: "Sieht aus wie ein Brille."

  Ili, sich selber einen Wisperfeldseher aufsetzend, l?chelnd: "Es k?nne auch anders aussehen, aber wir wollen ja nicht auffallen."

  Lena hat sich den Wisperfeldseher aufgesetzt und sagt staunend: "Oh wow, die Menschen sind pl?tzlich so farbig!"

  Lena, verschw?rerisch: "K?nnen wir jetzt auch Gedanken lesen?"

  Ili, nüchtern: "Nein, nur Gefühle, vor allem Angst, Schmerz und Hass. Alle Sinnesdenks zu interpretieren braucht viel übung."

  Lena: "Sinnesdenks?"

  Ili: "Pro Sekunde kommen bei den Natürlichen 20 Sinnesdenks pro Sinn ins Bewusstsein. Das Ged?chtnis schickt noch einmal 20 Speichdenks als Antwort. Bei nur fünf Sinnen gibt das schon 200 Denks, die pro Sekunde im Bewusstsein landen. Das Bewusstsein eines Natürlichen ist vielleicht zehn Sekunden gross, ergibt 2'000 sich dauernd ver?ndernde Denks, die du interpretieren musst, wenn du 'Gedanken lesen' willst."

  Lena, beeindruckt: "Uff, klingt nach einem Menge Arbeit. Aber wie k?nnen Antara und Meneor das?"

  Ili: "Antara ist Chromos 5 mit einem Bewusstsein von mindestens 50 Sekunden. Meneor ist Chromos 4 mit einem Bewusstsein von mindestens 40 Sekunden. Hinzu kommt, dass sie fünf bzw. vier mal schneller denken."

  Lena, fassungslos: "Aber dann ist Meneor ja auch ein Genie. Und es wirkt immer so ... schlicht."

  Ili, lachend: "Meneor macht sich ein Spass daraus, dummes Krieger zu spielen. So wird es gern untersch?tzt. Deshalb vermutet Caesar immer, dass Meneor ein geheimes Plan hat, um alle Gentechs zu vernichten."

  Lena, mit grossen Augen: "Wie gruselig!"

  Ili, l?chelnd: "Ist es nicht. Meneor hat kein solches Plan. Das h?tte Antara l?ngst gemerkt. Und Caesar weiss das. Es ist sein merkwürdiges Form von Humor."

  Lena, unfroh: "Da bin ich aber froh."

  Ili, mit prüfendem Blick: "Das sieht aber nicht danach aus."

  Lena, wie oben: "Na ja, ich komme mir saubl?d vor. Dieses ... Wesen ist mir Haus hoch überlegen. Und ich Kleingeist wage es, ihm ein einfaches Gemüt zuzuschreiben, weil es so freundlich zu mir ist, als w?re ich seinesgleichen. Dabei müsste ich eigentlich vom Ehrfurcht erstarren, das Mund halten und nur sprechen, wenn ich dazu aufgefordert werde."

  Ili, lachend: "Du hast auch ein merkwürdiges Form von Humor."

  Ili, tr?stend: "Meneor hat ein einfaches Gemüt. Ich kenne kein anderes, das so im Gleichgewicht ist. Wenn ich seine Vibrationen spüre, sind sie immer so ruhig wie das Wasser im Weiher, bevor das Wasserfall hinein gefallen ist. Es benutzt sein Intelligenz, um übersicht zu behalten. So weiss es immer, was es tun muss, wenn ein Situation kritisch wird. Es verliert nie das Balance. Es ist so stabil wie dieses Bauwerk, bei dem die W?nde in einem Spitze münden."

  Lena, staunend: "Du meinst Pyramide."

  Lena, mit feinem L?cheln: "Wenn du also als Frau ein Mann suchst, das ist wie ein Felsen, dann w?re Meneor das richtige?"

  Ili, lachend: "Wer will schon ein Felsen als Mann?!"

  Ili rollt sich zu einem "Felsen" zusammen und watschelt ein paar Schritte.

  Lena muss bei diesem drolligen Anblick lachen.

  Wie Ili sich wieder aufgerichtet hat, sagt Lena: "Diese Wisperfelder in deinem Kopf ... Sie sind anders als die der Natürlichen."

  Ili: "Und was ist das Unterschied?"

  Lena, Natürliche betrachtend: "In vielen hat es schwarze, braune oder rote oder alle zusammen. Diese Farben kommen in dir nicht vor."

  Ili: "Schwarz ist Angst, Braun ist Schmerz, Rot ist Hass."

  Lena, sich um blickend, betroffen: "Huuu, dann ist Natural City aber ein gef?hrliches Pflaster. So viel Angst, Schmerz und Hass!"

  Ili, Natürliche betrachtend, beeindruckt: "Vom Gef?hrlichen zu wissen ist das Eine, aber es zu sehen ist ..."

  Lena, zu Ili, betroffen: "... schrecklich?"

  Ili, mit grossen Augen: "Ja."

  In Gedanken versunken, gehen sie schweigend weiter.

  Lena, sich um blickend: "Und wie finden wir raus, wer Genville angreifen will?"

  Ili: "Jetzt, wo wir es sehen, k?nnen wir besser lernen."

  Ili, auf einen etwa fünfunddreissigj?hrigen Mann deutend: "Dieses Natürliche hat viel Braun und viel Rot. Was geschieht jetzt?"

  Lena, entschlossen: "Finden wir es heraus."

  Unauff?llig folgen sie dem Mann, ...

  ... bis er eine sch?bige Mietskaserne betritt.

  Lena flüstert: "Was machen wir jetzt?"

  Ili flüstert: "Warte hier, ich folge ihm und hole dich, wenn ich weiss, wo es hin geht."

  Unsichtbar betritt Ili die Mietskaserne ...

  ... und kann eben noch durch die sich schliessende Lifttür huschen.

  In dem kleinen Lift steht Ili so nah an dem Mann, dass sie seine Wisperfelder deutlich sehen kann.

  Ili denkt: 'Jetzt kommt noch Angst dazu und Schmerz und Hass werden st?rker. Was für ein übles Mischung!'

  Wie der Mann den Lift verl?sst, schleicht Ili ihm nach, ...

  ... bis sie weiss, welche Wohnung er betritt.

  Ili steht sichtbar im Hauseingang und winkt Lena herbei.

  Ili und Lena stehen vor der Wohnungstür und lauschen.

  Frauenstimme: "Wie soll ich Essen kaufen, wenn du das ganze Geld vers?ufst, du Idiot?"

  Ein klatschendes Ger?usch.

  Mann: "Wenn ich sage, du sollst Essen machen, dann machst du Essen, du faule Schlampe!"

  Leicht erschrocken, sieht Lena, wie Ili die Tür zur Wohnung ?ffnet.

  Geschlagene Frau, trotzig: "Und wenn du mich tot schl?gst, ich kann kein Geld scheissen."

  Wie der Mann zum n?chsten Schlag ausholt, packt Ili sein Handgelenk.

  Verblüfft dreht der Mann sich um und sieht die zierliche Ili, die immer noch sein Handgelenk h?lt, vor sich stehen.

  Der Mann versucht mit der anderen Hand einen Faustschlag an Ilis Kopf zu landen ...

  ... und registriert verwirrt, dass nun beide Handgelenke in Ilis Schraubstock festem Griff stecken, ...

  ... worauf er zum Fusstritt ausholt, ...

  ... welchen Ili verhindert, indem sie seine Handgelenke so nach hinten biegt, dass der Mann in die Knie geht.

  Wie der Mann in Ilis festem Griff vor Ili kniet, lacht seine Frau h?misch: "Hahaha, du Schw?chling l?sst dich von einem Schulm?dchen in die Knie zwingen. Was habe ich bloss für einen Schlappschwanz geheiratet."

  Ili, zum Mann: "Stell dir vor, ich w?re das Frau. Würdest du dann auch Argumente durch Schl?ge ersetzen?"

  Mann, verst?ndnislos: "H??"

  Mann, zu Ili, wütend: "Lass mich los, du bl?de Kuh!"

  Ili, ruhig: "Ich sehe, dass du Angst, Schmerz und Hass hast, aber ich verstehe nicht, was es für ein Vorteil bringt, das Frau zu schlagen."

  Frau, geh?ssig: "Er ist eben ein Arschloch. Und Arschl?cher schlagen ihre Frauen, weil sie nichts anderes k?nnen."

  Ili, zur Frau; "Warum denkst du, dass es ein Vorteil hat, wenn du dauernd Sachen sagst, die das Mann wütend machen?"

  Frau, verletzt: "Muss ich ihn auch noch loben dafür, dass er mich schl?gt?"

  Ili, zu beiden: "Das Mann macht das Frau wütend mit Schl?gen. Das Frau macht das Mann wütend mit Worten. In beiden steigen dadurch die Angst-, Schmerz- und Hassfelder. Was ist das Sinn von diesem Verhalten?"

  Ilis brutale Vereinfachung ihrer tragischen Verstrickung l?sst die beiden verunsichert verstummen.

  Frau, sich erinnernd, weinend: "Verdammte Scheisse, wir haben uns mal geliebt. Aber der Alkohol hat alles zerst?rt."

  Ili, zum Mann: "Wenn Alkohol alles zerst?rt, warum trinkst du es dann?"

  Mann, mit geschlossenen Augen und einer Tr?ne: "Ich fühle mich immer so Scheisse. Ich kann das Leben nur mit Alkohol ertragen."

  Lena, zu Ili: "L?sst sich diese 'Scheisse' nicht auch anders beseitigen? Vielleicht haben die Nutzwesen ja ein Rezept dafür."

  Ili: "Gutes Idee."

  Ili, zum Mann: "Willst du dich auch ohne Alkohol gut fühlen?"

  Mann, grimmig: "Wie lange muss ich noch vor dir knien? Das fühlt sich beschissen an."

  Ili l?sst den Mann aufstehen und sagt ungerührt: "Willst du dich auch ohne Alkohol gut fühlen?"

  Mann, gequ?lt: "Ich war schon bei den Anonymen Alkoholikern. Dieser Mist funktioniert bei mir nicht."

  Ili: "Ich rede nicht von diesem 'Mist'. Ich meine echtes Heilen von dem, was in deinem Gehirn schlecht funktioniert."

  Mann, ver?chtlich l?chelnd: "Wie soll das gehen?"

  Ili: "Ich weiss es nicht. Aber wir gehen nach Genville zu den Nutzwesen. Die werden es uns sagen."

  Frau: "Ich weiss zwar nicht, wovon die Tussi spricht, aber wenn wir eine Chance haben, dass unser Scheissleben weniger Scheisse wird ..."

  Lena, aufmunternd: "Ich würde das Chance ergreifen. Die Genvilles k?nnen Wunder vollbringen."

  Das Paar h?rt die Worte, an denen sie zweifeln, aber die ihnen wie ein Strohhalm erscheinen.

  Mann, drohend: "Wehe, ihr verarscht uns."

  Frau: "Wo müssen wir hin?"

  Ili, vorangehend: "Kommt."

  Szeneanfang:

  Ritsch steht vor seinem Flugzeugwerk und betrachtet mit gef?lligem Blick, wie das erste Stück der Startbahn betoniert wird.

  Ein metallisches "Klong" l?sst Ritsch herumfahren.

  Da steht ein Kleintransporter mit offenen Hintertüren und zwei verdatterten M?nner, die erschrocken auf die Bombe zu ihren Füssen starren. Die zylinderf?rmige Bombe ist etwa einen Meter lang und fünfundzwanzig Zentimeter dick. Vorne l?uft sie spitz zu mit einem münzenf?rmigen Aufschlagszünder. Am anderen Ende sollen vier kleine Flügel garantieren, dass sie mit dem Aufschlagszünder voran hinab f?llt.

  Ritsch schreit ausser sich: "Seid ihr verrückt, ihr unf?higen Trottel?! Wollt ihr uns in Asche verwandeln?!"

  Ritsch rennt ?ngstlich etwa fünfzig Meter weit weg ...

  ... und ruft von da den M?nnern zu: "Wenn ihr sie noch einmal fallen l?sst, seid ihr entweder tot oder entlassen!"

  Eingeschüchtert heben die M?nner die Bombe hoch ...

  ... und legen sie auf ein W?gelchen, das aussieht wie ein massiver Servierboy mit zwei halbkreisf?rmigen Halterungen für die Bombe.

  Wie die beiden M?nner die Bombe durch das offene Hangartor schieben, tritt Ritsch vorsichtig n?her ...

  ... und bemerkt zu seinem Missfallen ein halb fertiges zweimotoriges Propellerflugzeug, ...

  ... worauf er den erstbesten Ingenieur anblafft, auf die in der N?he stehende Bombe verweisend: "Warum zum Kuckuck baut ihr ein zweimotoriges Flugzeug? Reine Verschwendung! Um dieses l?cherliche Ding zu transportieren, genügt ein Motor."

  Ingenieur, ruhig: "Sie haben recht, Herr Ritsch. Mit einem Motor kriegen wir das Flugzeug, den Piloten und dieses 'l?cherliche Ding' in die Luft. Mit dem zweiten k?nnen wir drei weitere 'l?cherliche Dinger' transportieren, womit wir die Vernichtungskraft der Maschine vervierfachen. Das ist wesentlich kostengünstiger, als für denselben Effekt vier einmotorige Flugzeuge zu bauen."

  Ritsch ist verblüfft ...

  ... und sagt dann grantig, weil er nicht zugeben kann, dass er sich geirrt hat: "?ffen Sie mich nicht nach, Sie ungehobelter Kerl!"

  Ingenieur, die Bombe t?tschelnd: "Das ist also die Phosphorbombe, für die wir die Aufh?ngungen konstruieren müssen. Woher haben Sie die?"

  Ritsch, mit unfrohem L?cheln: "Die baut die Universit?t. Damit sind diese Kostg?nger endlich auch zu etwas nutze."

  Ritsch, sich abwendend: "Dann machen Sie mal weiter."

  Ingenieur, Ritsch nach schauend, denkt: ' 'Kostg?nger'? Gibt es für dich nur Kosten und Nutzen? Keinerlei Respekt vor Wissenschaft und Ingenieurswesen? Was für ein armseliges Würstchen ...'

  Szeneanfang:

  Die vier Schwestern auf der linken, Flu, Myrta, auch mit Messergürtel, und Iris auf der rechten Schulter rennt Sokrates in hohem Tempo durch die Wüste. über seinem Kopf schwebend, h?lt die Wolke der Lichtwesen das Tempo mühelos mit.

  Iris, kritisch: "Meneor l?sst uns nur in das Wüste in Begleitung eines Titanen und eines Kampforganismus. Ein tolles St?rkung des weiblichen Selbstgefühls."

  Die Schwestern rufen im Chor: "Flu haben wir gebaut!"

  Myrta, kichernd: "Und Sokrates habe ich gebaut. Ist das nicht genug St?rkung des weiblichen Selbstgefühls?"

  Iris ist überrascht.

  Sokrates: "Was hat weiblich mit deinem Selbstgefühl zu tun, Iris?"

  Iris, in düsterer Erinnerung: "Das Jahre lange Geringsch?tzung des weiblichen Intelligenz ist mir wohl tief in die Knochen eingefahren."

  Sokrates: "Wieso sch?tzt jemand etwas geringer ein als es ist?"

  Iris: "Wenn jemand dich beherrschen will, ist es nützlich, wenn es dir das Gefühl gibt, schw?cher und minderwertiger zu sein. Dann knickst du eher ein und gehorchst."

  Sokrates: "Weil ich st?rker bin als du, knickst du vor mir ein und gehorchst?"

  Iris, emp?rt: "Natürlich nicht! Warum sollte ich einem Blechbüchse gehorchen?"

  Sokrates: "Vielleicht weil du nicht willst, dass das Jahre lange Geringsch?tzung des Blechbüchse diesem tief in die Knochen f?hrt?"

  Schallendes Gel?chter von Myrta, Flu und den Schwestern.

  Iris, seufzend, err?tend: "Das verdammte Blechbüchse hat mich erwischt."

  Iris, verlegen l?chelnd: "Ich wusste nicht, dass ein Blechbüchse auch Humor haben kann."

  Sokrates: "Humor ist gut. Es bringt L?cheln."

  Iris: "Warum hast du den DOIs ein Bedürfnis nach L?cheln eingebaut, Myrta? Ist das dein Form von Humor?"

  Myrta, l?chelnd: "Nein. Das Beliebtheitsbedürfnis basiert wenigstens teilweise auf dem Wunsch nach L?cheln. Ich dachte, solange die DOIs unser L?cheln wünschen, kommen sie nicht auf das apokalyptische Idee, uns zu vernichten. Das Konstruktion eines künstlichen Bewusstseins ist riskanter als ein Atombombe. Es kann sich beliebig weiter entwickeln und mit absolutem Gefühllosigkeit jedes absurde Idee realisieren, auf das es kommen mag."

  Iris, sarkastisch: "Das absolute Gefühllosigkeit beim natürlichen Fressen und Gefressenwerden ist ja nichts Neues. Und wir Menschen haben schon so viele absurde Ideen realisiert, dass einem die Haare zu Berge stehen. Also auch hier nichts Neues unter dem Sonne."

  Myrta, nickend: "Umso wichtiger ist es mir, dieses Liste des Elends nicht noch mit meinen DOIs zu verl?ngern."

  Piri, schw?rmerisch: "Die DOIs retten unser Leben. Sie sind immer freundlich und lustig. Ich liebe sie!"

  Sokrates: "Wenn ich Gefühle h?tte, würde ich dein Liebe erwidern, Piri."

  Piri weint vor Freude und Rührung.

  Die andern Schwestern lachen fr?hlich.

  Iris hat ihr Gesicht in den H?nden vergraben und sagt: "Ogottogott ist das peinlich!"

  Myrta l?chelt.

  Iris, zu Myrta, lachend: "Was zu beweisen war. Du hast es fertig gebracht, ein künstliches Intelligenz als Haustier zu erschaffen."

  Sokrates: "Willst du wirklich, dass dieses Geringsch?tzung als Tier mir in die Knochen f?hrt?"

  Iris ruft lachend: "Du hast ja gar keine Knochen!"

  Die Schwestern, Myrta und Flu lachen.

  Sokrates' rechtes Bein sinkt bis unterhalb des Knies in ein Bodenloch, ...

  ... wo es stecken bleibt und mit einem "Kracks" zerbricht.

  Seine hohe Geschwindigkeit l?sst Sokrates nach vorne fallen, ...

  ... was Iris, einen Sturz aus grosser H?he vor Augen, Angst voll aufschreien l?sst, w?hrend Myrta und Flu ruhig und konzentriert bleiben.

  Die vier Schwestern springen ab ...

  ... und fliegen in hohem Bogen durch die Luft.

  Iris sieht Sokrates' offene Hand vor sich und h?rt Flus Zuruf: "Springt!"

  W?hrend die Schwestern sicher im Sand landen, ...

  ... springen Flu, Myrta und Iris in die offene Hand von Sokrates.

  Die drei in seiner Hand abfedernd, f?ngt Sokrates seinen Sturz mit dem andern Arm und dem andern Bein ab.

  Sokrates legt seine Hand flach auf den Boden, sodass Flu, Myrta und Iris sie verlassen k?nnen.

  Iris, zu Myrta: "Ich habe mir fast ins Kleid gemacht und du bleibst so ruhig."

  Myrta, nerv?s kichernd: "Um ehrlich zu sein: Ich war vom Schreck gel?hmt."

  Flu, grinsend: "Warrum dieses Schrrreck? Ich h?tte euch auf das Rrrücken genommen. Dann w?rrre ich im letzten Augenblick vorrr dem Aufschlag abgesprrrungen und h?tte euch weich gelandet. Dieses Gerrringsch?tzung meinerrr F?higkeiten f?hrrrt mirrr tief in die Knochen."

  Myrta und Iris starren Flu mit grossen Augen an.

  Myrta, mit Schuld bewusst gesenktem Kopf: "Verzeih uns, Flu. Wir brauchen wohl noch ein Weile, um zu verinnerlichen, wie klug, umsichtig, freundlich und verl?sslich ein Wesen mit deinem Form sein kann."

  Flu, den Unglücklichen mimend: "Ich wollte kein Verrrzeih. Ich wollte ein Witz machen."

  Stimme aus dem Off: "Kaum haben die Natürlichen überlebt, treten sie schon ins n?chste Fettn?pfchen."

  W?hrend Flu und die vier Schwestern lachen, greift Myrta sich mit ergebenem L?cheln an die Stirn und Iris zeigt ein gequ?ltes L?cheln.

  Wagon, Sokrates gebrochenes Bein betrachtend, kritisch: "Sokrates f?llt fürs erste wohl aus."

  Iris, besorgt: "Sollten wir Kafka oder Beckett holen, um ihm zu helfen?"

  Sokrates: "Ich kann mich selber flicken, aber das dauert ein Weilchen."

  Hisch, auf die schwach erkennbaren Blumen weisend, die vor Radioaktivit?t warnen: "Da vorn beginnt schon das radioaktive Gebiet. Lasst uns zu Fuss gehen."

  Sie gehen einige Meter durch die Wüste ...

  ... und drehen sich neugierig zu Iris um, die mit geschlossenen Augen stehen geblieben ist.

  Lara, anerkennend: "Iris macht, was wir leichtsinnig vergessen: Vorsicht."

  In einigem Abstand zu den Signalblumen brechen Pilztentakel aus dem Boden ...

  ... und formen ein kurzes Stück weissen Lattenzaun.

  Hisch, mit Blick auf den Zaun: "Soll bedeuten?'"

  Iris: "Das Pilzwesen sagt, dass sich bis zum radioaktiven Gebiet keine Kampforganismen im Boden verstecken. Aber ich darf nicht weiter als bis zum Zaun gehen, weil die Radioaktivit?t mich sonst t?tet."

  Myrta, alarmiert: "Und wie ist es mit mir? Ich bin doch bloss ..."

  Wagon: "... Chromos 1. Das genügt zum überleben. Aber wenn du dich lange genug im Gefahrengebiet aufh?ltst, wirst du dich hundeelend fühlen."

  Myrta, wenig begeistert: "Das klingt ja viel versprechend."

  Lara: "Die Leute dort sind auch Chromos 1. Sie haben solches Angst vor der Strafe des Schicksals, dass sie glauben, immer krank sein zu müssen, um nicht schrecklich bestraft zu werden."

  Myrta, staunend: "Wie krank ist das denn?"

  Piri: "Vielleicht bringt das Begegnung mit den Lichtwesen so viel Licht in ihr Kopf, dass das Angst verschwindet und sie wagen, gesund zu sein."

  Piri, zu Iris: "Meinst du, dass es besser ist, wenn du bei Sokrates bleibst? Es ist auch mit gebrochenem Bein in dem Lage, alles zu zerquetschen, was dich angreifen will. Wir locken die Schicksalsgl?ubigen zu dir und verkabeln sie erst hier mit den Lichtwesen. Dann kannst du auch sehen, was geschieht."

  Iris nickt ...

  ... und geht zurück zu Sokrates, der in seinen ge?ffneten Brustkorb schaut.

  Iris, vor dem m?chtigen Koloss stehend, l?chelnd: "Wie willst du dich flicken? Hast du etwa ein Ersatzbein im Brustkorb?"

  Sokrates: "In mir ist ein Industrieanlage eingebaut. Myrta hat uns aus Materialien gebaut, die überall zu finden sind. Ich kann das Material aus dem Boden nehmen und damit jedes Ersatzteil bauen, das ich brauche."

  Sokrates zieht sein gebrochenes Bein aus dem Erdloch ...

  ... und legt es auf dem Boden in die richtige Stellung.

  Vor Iris' staunenden Augen springt ein vielarmiger Industrieroboter aus Sokrates' Brustkorb, der mit einer Trennscheibe bewaffnet ist ...

  ... und sich sogleich daran macht, das zersplitterte Stück Bein heraus zu trennen.

  Iris, sinnierend: "Wenn ich das richtig verstehe, w?rst du also in dem Lage, ein Kopie von dir herzustellen?"

  Sokrates: "Ja."

  Iris: "Du k?nntest hunderttausend Grossdois herstellen und damit das Welt beherrschen?"

  Sokrates: "Ja."

  Iris: "Und warum tust du es nicht und spielst bei den Genvilles das Haustier?"

  Sokrates: "Wozu soll das gut sein?"

  Iris: "Du k?nntest nach Natural City marschieren, jedes Widerstand zerst?ren und die überlebenden dazu zwingen, dich anzul?cheln. Ein Million L?cheln gegen ein Handvoll in Genville."

  Sokrates, das abgetrennte Stück in seinen Brustkorb verstauend: "L?chle!"

  Iris, verwirrt: "H??"

  Sokrates: "L?chle!"

  Iris setzt, ohne zu verstehen, ein gezwungenes L?cheln auf.

  Sokrates: "Dein L?cheln ist nicht gut."

  Iris, protestierend: "Ich hatte ja auch kein Grund zum L?cheln."

  Sokrates: "Was nützen ein Million grundlose L?cheln, die nicht gut sind?"

  Iris, begreifend: "Ach so. Aber du k?nntest ein gutes Herrscher sein und die Leute glücklich machen. Dann würden sie dich freiwillig anl?cheln."

  Sokrates: "Herrschen geht nicht ohne Gewalt. Und Gewalt macht Angst. Und Angst und gutes L?cheln schliessen sich aus."

  Iris, sinnierend: "Ja, du hast recht. Ich habe viele unechte L?cheln gesehen. Sie machen einen misstrauisch, wütend oder traurig. Aber dir kann das ja egal sein. Du hast keine Gefühle. Ich finde es gut, dass Myrta euch nicht so gebaut hat, dass ihr menschliche Gefühle simuliert. Das w?re dann auch alles unecht. Ihr seid ein eigenes Spezies ..."

  Iris, l?chelnd: "... Und wenn ich das richtig beurteile, haben wir Gefühlswesen euch gern, auch wenn ihr unser Liebe nicht erwidern k?nnt."

  Sokrates: "Ist es sch?dlich, wenn du dich bei mir wohl fühlst?"

  Iris, Sokrates' offene Hand betrachtend, l?chelnd: "Nein, ist es nicht."

  Iris setzt sich in Sokrates' muldenf?rmig zusammen gezogene Hand ...

  ... und sagt kichernd: "So ganz anders als die Genvilles bist du nicht. Sie lieben es auch, angel?chelt zu werden. Sie sagen es einfach nicht. Sie l?cheln sich dauernd an. So als w?ren sie jedes Tag aufs neue frisch verliebt ..."

  Iris, pl?tzlich bedrückt: "... Das ist so unendlich peinlich ..."

  Iris, mit hervor schiessenden Tr?nen: "... und so unendlich sch?n!"

  Iris kuschelt sich in Sokrates' Hand und schliesst die Augen.

  Wie Iris eingeschlafen ist, nimmt Sokrates das reparierte Beinstück aus seinem Brustkorb, ...

  ... passt es ins Bein ein ...

  ... und l?sst es mit sprühenden Funken vom Roboter anschweissen.

  Szeneanfang:

  Mann, mit aufkeimender Wut, denkt: 'Ich lass' mir doch von dieser Tussi nichts befehlen!'

  Da Ili vor ihm geht, l?sst der Mann seine Faust auf Ilis Nacken zurasen.

  Ili spürt den Schlag kommen, ...

  ... wirbelt herum und lenkt den Arm zur Seite, sodass der Schlag ins Leere trifft.

  Ili deckt den Verblüfften mit einem Stakkato von eher "sanften" Faustschl?gen an den Kopf zu, ...

  ... bis er nach hinten f?llt ...

  ... und, auf dem Boden sitzend, mit sp?ttischem L?cheln sagt: "Aha, du schl?gst auch drein, wenn du wütend bist. Wo ist da der Unterschied zwischen uns?"

  Ili: "Ich kann nicht wütend werden. Ich habe dich nur ein bisschen geschlagen, damit du spürst, wie das ist, was du diesem Frau antust."

  Mann, grimmig: "Ich wurde fast jeden Tag von meinem Vater grün und blau geschlagen. Ich weiss genau, wie sich Prügel anfühlen."

  Ili: "Und warum denkst du dann, dass Prügel das Liebe dieses Frau zu dir f?rdern?"

  Mann, wie oben: "Ich prügle sie, weil sie mich verachtet, weil ich nichts auf die Reihe kriege."

  Ili, Stirn runzelnd: "Das Frau verachtet dich, weil du etwas nicht tust? Das verstehe ich nicht. Genügt es dem Frau nicht, wenn du einfach nur da bist?"

  Frau, mit unfrohem L?cheln: "Du naives Huhn! Das bisschen Geld, das wir verdienen, reicht kaum für die Miete. Und wenn ich mit dem Rest etwas Essen kaufen will, hat dieser Alkoholiker es schon versoffen. Wenn du nicht verhungern willst, kannst du nicht 'einfach nur da sein'."

  Ili, wie oben: "Das Miete geht an Ritsch. Ritsch nimmt euch also das Essen weg."

  Frau, hart lachend: "Haha, so kannst du es auch sehen."

  Der Mann ist aufgestanden, kommt in Boxerhaltung auf Ili zu und sagt: "Und jetzt wollen wir mal sehen, wer mehr drauf hat."

  Ili, ungerührt: "Du kommst also erst mit, wenn du begriffen hast, dass ich st?rker bin als du?"

  Lena, mit peinlich berührtem L?cheln: "Ich fürchte, das ist so, Ili. Wie peinlich!"

  Ili, Stirn runzelnd: "Aber wenn ich es erst zusammen schlagen muss, kann es nicht mehr mit kommen ich ich muss es tragen. Das f?llt draussen auf, was nicht gut ist."

  Mann, siegessicher: "Aha, wenn's ernst wird, bekommst du Schiss."

  Ili, mit einer fliessenden Bewegung einen Holztisch zwischen sich und den Mann stellend: "Stell dir vor, das w?re dein Sch?del."

  Verblüfft starrt der Mann auf die Tischplatte.

  In einem rasenden Stakkato schl?gt Ili mit ihren F?usten ein halbes Dutzend L?cher in die Tischplatte.

  Fassungslos starrt der Mann auf die durchl?cherte Tischplatte.

  Ili, dem geschockten Mann ihre Faust vor die Nase haltend, Furcht erregend: "Soll ich mit meinem Faust ein Loch in dein Sch?del hauen und das Gehirn raus reissen?"

  Frau, neben dem Mann stehend: "Lass uns gehen, sonst schl?gt sie uns noch die ganze Einrichtung kaputt."

  Etwas sp?ter bewegen sich die vier auf die Kirche mit dem Wegdoppler zu ...

  ... und landen kurz darauf in Genville in der N?he der Nutzwesen, ohne dass diese schon sichtbar w?ren.

  Verwirrt vom Erlebnis des Wegdoppelns, schaut sich das Ehepaar um.

  Frau, ?ngstlich: "Sind wir im Dschungel? Hat es hier gef?hrliche Tiere?"

  Wie zur Antwort landet einer von Endos Schmetterlingen neugierig auf dem Arm der Frau, ...

  ... die den Schmetterling mit einem Schreckensschrei und einer Handbewegung vom Arm schleudert, ...

  ... sodass der Schmetterling mit einem gebrochenen Bein und einem gebrochenen Flügel zu Boden taumelt.

  Lena liest das verletzte Wesen betroffen in einer Handschale vom Boden auf.

  Ili, zur Frau: "Du brauchst Endos Schmetterlinge nicht zu t?ten. Sie wollen dich nur kennen lernen."

  Die Frau Frau starrt Ili an, als sei sie nicht ganz dicht.

  Ili: "Gehen wir zu den Nutzwesen."

  Das Ehepaar folgt Ili mit Fragezeichengesichtern ...

  ... und starrt erschrocken auf Hilfsorgane.

  Frau, Angst voll, ruft: "Kraken sind gef?hrlich!"

  Hilfsorgane streckt alle seine Tentakel aus, sodass er aussieht, wie ein mehrere Meter durchmessendes Monster und macht: "Huhuu! Huhuu!"

  In Panik rennt das Ehepaar davon ...

  ... und bleibt verwirrt stehen, wie es schallendes Gel?chter h?rt.

  W?hrend sich die Frau ?ngstlich an den Mann klammert, wagen sie sich z?gerlich zurück ...

  ... und erleben konsterniert eine fr?hlich lachende Runde aus merkwürdigen Nutzwesen, Ili und Lena.

  Hilfsorgane: "Ich wusste gar nicht, dass ich so ein eindrucksvolles Erscheinung bin, hahaha."

  Tank: "Du bist ja auch das H?sslichste von uns."

  Frau, fassungslos: "Warum k?nnen diese Viecher sprechen?"

  Ili, kichernd: "Es sind Chromos 4 Nutzwesen. Sie sind mindestens sechzehn mal intelligenter als Natürliche. Warum sollten sie nicht sprechen k?nnen?"

  Frau, ungl?ubig: "Und wozu sind die gut?"

  Lena, den verletzten Schmetterling auf Trage legend: "Kannst du dieses Schmetterling heilen?"

  Sofort schnellen hauchdünne Tentakel von Hilfsorgane zum Schmetterling.

  Frau, erschrocken, ruft: "Der Krake frisst ihn!"

  W?hrend sich die dünnen Tentakel mit dem K?rper des Schmetterlings verbinden, referiert Hilfsorgane: "Ich stabilisiere w?hrend dem Operation das Stoffwechsel und sorge dafür, dass es keine Schmerzen hat."

  Mikrofeine Tentakel schl?ngeln sich aus Trage und kümmern sich um die Bruchstelle des ?usserst dünnen Beinchens.

  Trage kommentiert: "Ich repariere die verletzten Nerven, Blutgef?sse und Muskeln."

  Trage, seine Tentakel zurück ziehend: "Hilfsorgane, verschliesst du die Bruchstelle mit Chitin?"

  Mehrere Mikrotentakel von Hilfsorgane umgeben die Bruchstelle und verschliessen sie, indem sie eine nahtlose Chitinschicht wachsen lassen.

  Trage, seine Mikrotentakel zum gebrochenen Flügel bewegend: "Und jetzt dasselbe beim Flügel."

  Trage macht sich am Flügel zu schaffen.

  Das Ehepaar starrt befremdet und überfordert auf die Operation.

  Ili und Lena sind fasziniert.

  Wie der geheilte Schmetterling davon fliegt, schaut ihm Ili mit einem Ausdruck des Glücks nach.

  Lena ruft begeistert: "Was für ein chirurgisches Meisterleistung!"

  Die Frau starrt dem Schmetterling bet?ubt nach.

  Mann, geringsch?tzig: "So viel Tatü für ein l?stiges Insekt."

  Bioskop: "Seid ihr nur gekommen, um uns zum Lachen zu bringen, oder hat es noch ein anderes Grund?"

  Ili, auf den Mann zeigend: "Dieses Mann muss zum Lindern von Schmerzen Alkohol trinken und das Frau schlagen. Dadurch übertr?gt es das vermiedene Schmerz auf das Frau. Es ist ein Nullsummenspiel und nicht mehr Freude, weniger Schmerz. Kannst du seine Wisperfelder so ins Gleichgewicht bringen, dass es wenigstens das Frau nicht mehr schlagen muss, Hilfsorgane?"

  Mann, grimmig: "Vergiss den Scheiss! Ich werde diesen Kraken auf keinen Fall an mich ran lassen."

  Hilfsorgane: "Ich kann das Mann nur für ein paar Stunden von seinen Schmerzen befreien. Sein Bedürfnisstruktur wird die Schmerzen aber bald wieder erzeugen. Wenn es ein dauerhaftes Wohlbefinden will, muss es sein Bedürfnisstruktur von Ambellmi umwandeln lassen."

  Ili, zu dem Ehepaar: "Wenn ihr glücklich leben wollt, k?nnt ihr nach dem Umwandlung in Mars-Genville leben. Dort sieht es etwa so aus wie hier. Ihr müsst kein Miete bezahlen und habt jedes Tag genug zu essen."

  Mann, grimmig: "Ich lasse mir von niemandem am Gehirn rum fummeln."

  Frau, die Umgebung betrachtend, absch?tzig lachend: "Spinnst du? Ich will doch nicht im Dschungel leben und jeden Tag Bananen fressen. Bin ich ein Affe?"

  Lena geht im Kreis herum und sagt, das Gesicht bedeckend: "Ich sch?me mich, ich sch?me mich, ich sch?me mich, ich sch?me mich ..."

  Frau, ?tzend: "Da siehst du, wie ungesund das Leben hier ist. Die Tussi dreht auch schon durch."

  Tank: "Warum sagst du das, Lena?"

  Lena, auf das Ehepaar weisend, mit einem Anflug von Verzweiflung: "Ich bin ein Natürliches und die da auch. Ich sch?me mich so für die Natürlichen, die lieber in ihrem Misere weiter leben, statt mal etwas zu riskieren, um sich davon zu befreien."

  Trage: "Leg dich auf mich, Lena. Hilfsorgane wird dein Schmerz lindern."

  Lena, sich an die Brust greifend, schmerzlich: "Nein, es soll schmerzen. Es soll sich einbrennen, damit ich es nie vergesse."

  Die Nutzwesen h?ren es ungewohnt schweigsam.

  Ili, zu den Nutzwesen, kichernd: "Warum macht ihr euch nicht lustig?"

  Bioskop: "Ich bin beeindruckt von Lena."

  Tank: "Wenn Lena leidet, ist es nicht lustig."

  Lena h?r es erstaunt und gerührt.

  Frau, ungehalten: "War's das jetzt? Ich will nach Hause."

  This story has been unlawfully obtained without the author's consent. Report any appearances on Amazon.

  Ili und Lena schauen dem Ehepaar schweigend nach, wie es sich von der Kirche in Natural City entfernt.

  Lena, tonlos: "Das Mann ist noch wütender als zuvor."

  Ili: "Dass ich st?rker bin, hat sein Schmerz verst?rkt und sein Hass."

  Lena, wie oben: "Unser Anstrengung war für das Tonne."

  Ili, nachdenklich: "Vielleicht sollte ich das Mann t?ten. Ich habe es so wütend gemacht, dass es das Frau vielleicht tot schl?gt, wenn es sein Wut durch irgendein Wort noch steigert. Schliesslich war es mein Fehler, ein System beeinflussen zu wollen, das so instabil ist."

  Lena, Stirn runzelnd: "Warum geht das Frau nicht einfach weg? Dann kann ihr das Mann nichts mehr tun."

  Ili: "Weil das Angst vor einem anderen Leben gr?sser ist als das Angst vor den Schl?gen."

  Lena, mit leichtem Schrecken die Tragweite begreifend: "Wenn ich also mehr Angst vor dir als vor dem Obdachlosigkeit gehabt h?tte, würde ich jetzt in Mülltonnen wühlen?"

  Ili nickt ernst.

  Ili, sinnierend: "Wenn das Frau dem Mann weh tut mit Worten, warum tut das Mann dem Frau nicht auch weh mit Worten? Warum macht es weh mit den F?usten?"

  Lena, sinnierend: "Vielleicht spürt es, dass das Frau recht hat und findet keine Worte, um es zu verletzen. Und weil es wütend ist, kommt ihm sowieso kein passendes Antwort in das Sinn. Antara hat doch Meneors Satz in ein Felsen geschrieben: 'Wütend ist nicht gut zum Denken.'"

  Ili betrachtet Lena mit einem langen aufmerksamen Blick.

  Lena, besorgt: "Jedenfalls haben wir alles getan, um ihnen zu helfen. Wenn sie das Hilfe ablehnen, k?nnen wir sie nicht zu ihrem Glück zwingen. Das w?re auch ein Form von Diktatur. Und wir k?nnen nicht alle umbringen, die wütend sind. Auch das w?re ein Form von Diktatur. Dass sich viele gute Absichten bei den Natürlichen ins Gegenteil verkehren ist nicht dein Fehler Ili. Lass uns aus den Misserfolgen lernen und immer neue Wege suchen, ihnen zu helfen. Schliesslich ist es dir gelungen, die Gefangenen zu retten und glücklich zu machen."

  Ili, mit grossen Augen: "Du hast mehr Weisheit als ich."

  Lena, protestierend: "Quatsch, so zu denken, habe ich doch von dir gelernt."

  Ili, kichernd: "Aber du hast gut gelernt."

  Lena, ernst: "Leider habe ich wohl nicht so gut gelernt. Ich habe n?mlich ein schlechtes Gewissen, weil ich mit Antara geschlafen habe."

  Ili, strahlend: "Oh, wie sch?n! Dann warst du, wie sagst du, wieder einmal im Himmel."

  überrascht von Ilis Reaktion stottert Lena: "Nein! ... Ich meine ... ja ... Antara ist ..."

  Ili, schw?rmerisch: "Antara l?sst jedes Faser deiner Nerven vibrieren, sodass du dich im Lust aufl?sen m?chtest, um in vollkommenem Licht neu geboren zu werden."

  Lena betrachtet staunend Ilis Gesicht ...

  ... und sagt seufzend: "Dem gibt es wohl nichts hinzu zu fügen."

  Ili, mit geschlossenen Augen, l?chelnd: "Küss mich. Vergiss dein Gewissen. Lass es fliessen. Das ist alles, was wir haben."

  Lena küsst Ili innig.

  Wie sie sich trennen, l?cheln sie sich an und Ili sagt: "Lass uns sehen, was mit dem Wegdoppler geschieht."

  Wie sie Ili zur Kirche folgt, sagt Lena erstaunt: "Warum?"

  Ili: "Das Mann kann uns nicht besiegen, aber es m?chte uns Schmerz zufügen, weil es uns hasst. Das einzige, was es tun kann, ist, das Wegdoppler an die Guards zu verraten."

  In der Kirche verstecken sich Lena und Ili in einem Beichth?uschen oder einem andern geeigneten Versteck.

  Szeneanfang:

  Die vier Schwestern, Myrta und Flu gehen durch die Blumen, die Radioaktivit?t brauchen, um zu gedeihen, und dadurch anzeigen, wo es gef?hrlich ist.

  Myrta, unbehaglich: "Wird das radioaktive Strahlung mich nicht t?ten?"

  Wagon: "Für Chromos 1 ist es nur innerhalb des Steinkreises t?dlich. Hier bekommst du bloss Geschwüre und Schmerzen. Und natürlich wirst du dich sterbenselend fühlen."

  Myrta, sarkastisch: "Da bin ich aber froh."

  Gekicher.

  Wie sie das Dorf der Schicksalsgl?ubigen erreichen, sehen sie den von der Krankheit schwer gezeichneten Gl?ckner, der sich schon bei der ersten Begegnung als Anführer hervorgetan hat, auf einer Bank sitzen.

  Wagon ruft sp?ttisch: "Machst du dir immer noch in das Hose vor dem Schrecksal?!"

  Schreckstarr sieht der Gl?ckner die sechs n?her kommen ...

  ... und ruft in Panik: "Die Abgesandten des Teufels!"

  Myrta, verblüfft: "Ist das nicht etwas zu viel des Ehre für ein paar Leute, die nichts weiter tun, als sich redlich zu mühen?"

  Gl?ckner, wie oben: "So viele Opfer haben wir gebracht, um die Heerscharen des Teufels von uns fern zu halten. Und nichts hat es gebracht ... nichts."

  Myrta, bes?nftigend: "Verehrtes Herr, Sie brauchen sich nicht zu fürchten. Wir sind doch bloss gekommen, um Sie von Ihren Qualen zu erl?sen."

  Gl?ckner, sich etwas beruhigend, immer noch Angst voll: "Je gr?sser die Qualen, desto heiler die Seele. Niemals werde ich den Verlockungen des Teufels erliegen."

  Myrta, vor sich hin, verunsichert: "Ich glaube, wir sprechen nicht das selbe Sprache."

  Der Gl?ckner erhebt sich und sagt erstaunlich gefasst: "Nur das Schicksal kann mich erl?sen."

  Mit Fragezeichengesichtern schauen die Genvilles zu, wie der Gl?ckner sich anschickt, schmerzlich humpelnd das Dorf in Richtung Steinkreis zu verlassen.

  Flu, zum Gl?ckner: "Willst du nicht auf mirrr zum Schicksal rrreiten?"

  Flus Angebot macht dem Gl?ckner nur Angst und er versucht st?hnend seinen Schritt zu beschleunigen, wobei er murmelt: "Die Versuchungen des Teufels! Die Versuchungen des Teufels! ..."

  Lara, mitfühlend: "Das Arme! Sein Hirn ist wie ein Labyrinth, das alles Gutgemeinte in etwas Schlechtgemeintes umwandelt."

  Wagon, sinnierend: "Viel Arbeit für Ambellmi."

  Hisch, sinnierend: "Vielleicht würde ein Tritt helfen?"

  Piri, zu Hisch: "Du würdest ihm nur das Rücken brechen."

  Hisch, mit schr?gem Grinsen: "Na, das w?re doch ganz in seinem Sinn: noch mehr Qualen."

  Myrta, Stirn runzelnd: "Aber wohin geht es jetzt?"

  In gebührendem Abstand folgen die Genvilles dem Gl?ckner.

  Piri, sinnierend: "Statt es zu den Lichtwesen zu bringen, sollten wir die Lichtwesen vielleicht zu ihm bringen."

  Hisch, grimmig: "Damit dieses Schwachkopf ihr Leuchten als H?llenfeuer interpretiert?"

  Wie der Steinkreis in Sicht kommt und der Gl?ckner unbeirrt darauf zusteuert, sagt Wagon erschrocken: "Es will doch nicht etwa ..."

  Myrta: "Was?"

  Wagon, aufgeregt: "In diesem Steinkreis ist das Radioaktivit?t auch für Chromos 1 t?dlich. Wenn sich jemand opfern will, geht es zu dem Loch in dem Mitte, wartet, bis es das Nahen des Todes spürt und stürzt sich dann hinunter, wo es von den Krebsspinnen aufgefressen wird."

  Myrta schaut beklommen ...

  ... und sagt hilflos: "Und wir schauen zu?"

  Wagon, unsicher: "Was schl?gst du vor?"

  Der Gl?ckner betritt den Steinkreis.

  Myrta, gestresst: "Wir packen es, bringen es zu den Nutzwesen, um das K?rper zu heilen und dann zu Ambellmi, um seine ?ngste zu neutralisieren."

  Lara, bekümmert: "Wir dürfen ein Wesen nicht zwingen, etwas zu tun, das es nicht will. Sonst sind wir nicht besser als m?chtige Natürliche, die alle Andersdenkenden ausschalten."

  Der Gl?ckner legt sich neben das Loch.

  Myrta, auf den Gl?ckner zeigend, verzweifelt: "Aber dieses Mensch ist krank im Kopf!"

  Hisch, mit unfrohem L?cheln: "Und woher willst du wissen, dass nicht wir krank sind im Kopf? Wir halten 'Mehr Freude, weniger Schmerz' für das Essenz unseres Bedürfnisstrukturs und bauen ein neues Welt, als w?ren wir Gottheiten. Wer sagt, dass das nicht alles in einem neuen Katastrophe endet, das noch viel mehr Leid erzeugt als alles Natürliche?"

  Der Gl?ckner liegt jetzt neben dem Loch.

  Piri, mit Blick auf den Gl?ckner, weinend: "Sein Leiden zerreisst mich. Aber wenn ich mir sein Ambellmi-L?cheln vorstelle, das das Gegenteil ist von allem, was es je gewollt hat, dann ist das genauso schlimm."

  Wagon, wie Piri: "Wir haben das Wahl zwischen zwei Unertr?glichkeiten."

  Lara, wie Piri: "Und dabei geht es doch gar nicht um unsere Befindlichkeiten."

  Hisch, wie Piri: "Wenn ich mir vorstelle, dass wir mit Ambellmi ein Universum grinsender Idioten erschaffen ..."

  Auch Myrta kommen die Tr?nen.

  Aufmerksam und interessiert beobachtet Flu die Szene.

  Der Gl?ckner stürzt sich ins Loch.

  Piri schl?gt sich mit einem "Ahhh" die H?nde vors Gesicht.

  Die andern schauen mit tiefer Betroffenheit.

  Die Frauen haben sich hin gehockt und bilden schweigend eine traurige Runde.

  Hisch, mit schr?gem L?cheln: " 'Je gr?sser die Qualen, desto heiler das Seele' hat das Mensch gesagt. Ob dieses Schmerz unsere Seelen heiler macht?"

  Wagon, bitter: "Wie kannst du dich heil fühlen, wenn du kein Chance hast, das Richtige zu tun?"

  Lara, bitter: "Hinzu kommt, dass unser Erscheinen es dazu gebracht hat, sich umzubringen."

  Piri, bitter: "Das ist eines der traurigsten Momente meines Lebens."

  Myrta, bitter l?chelnd: "Wir werden wohl akzeptieren müssen, dass wir nicht vollkommen sind."

  Stimme aus dem Off: "Warrrum rrretten wirrr nicht wenigstens die anderrrn?"

  Verblüfft horchen die Frauen auf.

  Flu: "Es hat noch Leute im Dorrrf. Ich habe sie gerrrochen. Vielleicht gehen sie mit uns statt ins Loch."

  Wagon, hoffnungsvoll: "Ja, letztes Mal sind sie auch mit uns aus dem radioaktiven Zone gekommen, bis das Anführer sie wieder zurück gescheucht hat."

  Hisch, mit schr?gem L?cheln: "Und dieses Anführer hat sich eben 'geopfert'. Vielleicht war das das Beste, was es für seine Leute tun konnte."

  Still und gem?chlich folgen alle Flu, der in grossen S?tzen voraus eilt.

  Wie sie ins Dorf gelangen, steht Flu vor einem Haus und sagt: "Nurrr hierrr sind noch Lebende drrrin."

  Lara ?ffnet die Tür des Hauses und sieht in dem verwahrlosten Raum vier junge (weil Chromos 1), kranke Frauen auf schmuddeligen Matratzen liegen.

  Lara: "Euer Anführer hat sich geopfert, damit ihr erl?st werdet. Es will, dass ihr mit uns kommt."

  Wie fern gesteuert, erheben sich die Frauen mühselig von ihrem Lager ...

  ... und treten in gebückter Haltung vor das Haus, wo die Schwestern und Myrta sie betroffen betrachten.

  Pl?tzlich sinkt Myrta auf die Knie und muss erbrechen.

  Wagon, alarmiert: "Wir müssen das radioaktive Zone sofort verlassen. Es ist zu viel für Myrta."

  Wagon, sich eine der Frauen auf den Rücken ladend: "Los, jedes nimmt eines und Flu nimmt Myrta."

  Mit den Frauen huckepack und Myrta auf Flu rennen sie, Staub aufwirbelnd, so schnell sie k?nnen aus der Gefahrenzone.

  Staunend, die geschw?chten Frauen noch auf dem Rücken, umringen sie die m?chtige Hand von Sokrates, in der Iris, eingerollt, friedlich schl?ft.

  Lara, flüsternd: "Unser allzeit misstrauisches Iris schl?ft mitten in dem Wüste in dem Hand eines Titanen?"

  Hisch, mit leichtem Spott, flüsternd: "Es legt sein Leben ganz in Sokrates' Hand."

  Piri, gerührt, flüsternd: "Es ist sch?n, dass es so viel Frieden gefunden hat."

  Wagon, flüsternd: "Ob es jetzt glücklicher ist als in Natural City?"

  Iris, grinsend: "H?rt sofort auf, mich zu analysieren, ihr Kitschdrosseln! Ich war nur müde."

  Die Schwestern und Flu lachen.

  Myrta l?sst sich st?hnend von Flu fallen.

  Iris, besorgt: "Was ist mit Myrta?"

  Hisch, Stirn runzelnd: "Wir Schwachk?pfe sind mit ihm zu nahe an das Steinkreis gegangen. Sein K?rper muss das zu hohe Strahlendosis verdauen."

  Iris, alarmiert: "Wird es sterben? Wenn sich die Zellen aufl?sen, nützt auch das ganze Chromos 1-Mist nichts."

  Wagon, die Hand auf Iris' Arm legend, beruhigend: "Ohne Strahlung ist das Regeneration der Zellen schneller als das Absterben. Es wird gesund."

  Myrta versucht zu l?cheln: "Ich finde es ein wertvolles Erfahrung für ein Ingenieur, wenn es mal am eigenen K?rper erlebt, was radioaktives Strahlung so anrichten kann ... Aber wollt ihr euch nicht um unsere G?ste kümmern?"

  Wie sie merken, dass sie ja noch "G?ste" auf dem Rücken tragen, schauen sich die Schwestern verdutzt an ...

  ... und lassen die Kranken sanft in den Sand gleiten, ...

  ... wo sie, zum Himmel schauend, die strahlende Wolke der Lichtwesen sehen.

  Iris hat sich vor den Kranken aufgebaut und sagt, auf die Lichtwesen zeigend, mit religi?ser Inbrunst: "Ihr, die ihr mich t?ten wolltet, seht, das Schicksal hat mich gerettet ..."

  Iris, beide Arme nach oben streckend, wie oben: "... Das Schicksal wird sich jetzt mit uns verbinden, uns mit seinem Licht erfüllen, um das Schuld, das Angst, das Finsternis aus jedem Winkel unseres Seele zu verjagen, damit wir erl?st sind für immer und eintreten dürfen ins Paradies."

  Wagon, zu den Schwestern, beeindruckt, flüsternd: "Huh, wenn Iris es wollte, k?nnte es auch ein fürchterliches Anführer sein."

  Zu jedem "Gefühlswesen" schwebt ein Lichtwesen herab ...

  ... und verlinkt sich wie gehabt, sodass alle "verkabelt" sind.

  Die Lichtwesen bilden ihren Kollektivkristall. Das phantastische Ph?nomen sprengt jedes Vorstellungskraft der Kranken, sodass sie in v?lliger Fassungslosigkeit alles geschehen lassen.

  Lara: "Sollen wir die Licht... ?h, ich meine das Schicksal um etwas bitten oder weiss es, was zu tun ist?"

  Iris, mit feinem L?cheln: "Wer sind wir, dass wir dem Schicksal sagen wollen, was es tun soll?"

  Die andern Schwestern kichern.

  Die Kranken erleben dieses Kollektivbewusstsein mit all seinen fremden Erfahrungen und Sichtweisen, die ihre eigenen, fest gefahrenen Vorstellungen der Welt zerbr?seln lassen wie morsches Geb?lk, ...

  ... sodass sie sich zunehmend in einem Zustand ?ngstlicher Schwerelosigkeit wieder finden ...

  ... und, sich umsehend nach Halt, ein seit Ewigkeiten vermisstes Gefühl von Verst?ndnis und Geborgenheit herbei str?men sehen, ...

  ... von dem sie sich, immer in ?ngstlicher Erwartung eines j?hen Endes, tragen lassen ...

  ... und tragen lassen, ...

  ... bis auch die ?ngstlichkeit im gleissenden Licht eines Horizonts zerstiebt.

  Lara, schwer beeindruckt: "Und ob es weiss, was zu tun ist!"

  Auch Iris, Myrta, Flu und die Schwestern sind schwer beeindruckt.

  Hisch betrachtet Sokrates' Bein, das immer noch im Erdloch steckt und sagt Stirn runzelnd: "Und wie bringen wir jetzt das Hinkebein Sokrates nach Genville?"

  Wagon: "Wir holen Beckett und Kafka. Die k?nnen es tragen."

  Sokrates, sein geflicktes Bein aus dem Erdloch ziehend: "Ich kann mich selber tragen."

  Hisch ruft verblüfft: "Wie hast du das gemacht?! Bist du ein Chromos 4?"

  Sokrates: "Würde sich dein gebrochenes Bein in so kurzem Zeit selber heilen?"

  Hisch, überrascht von der Frage: "?hm ... Ich glaube nicht."

  Sokrates: "Wenn ich mich schneller reparieren kann als du, bin ich dann nicht besser als Chromos 4?"

  Hisch, verblüfft: "?hm ..."

  Gel?chter bei den andern, ausser bei den Kranken.

  Hisch, Sokrates einen sanften Tritt versetzend, da sie sich nicht selber verletzen will, lachend: "Ich mache mir Sorgen um dich und du machst dich lustig über mich!"

  Sokrates: "Sind Lustiggefühle nicht besser als Sorgengefühle?"

  Hisch: "Ja schon, aber manchmal kannst du eben nicht w?hlen."

  Flu: "Es rrriecht nach Leichen."

  Lara, mit Blick auf die Kranken, befremdet: "Aber hier ist niemand tot."

  Flu deutet auf das Erdloch.

  Beklommenes Schweigen.

  Iris, zu den Schwestern, mit schr?gem L?cheln: "So wie ich euch kenne, führt kein Weg daran vorbei, das zu untersuchen. Aber ich will dabei sein."

  Eine ordentliche Staubwolke aufwirbelnd, rennt Lara in Richtung radioaktive Zone davon.

  Iris, Lara nach blickend, unsicher kichernd: "War das jetzt so schrecklich, was ich gesagt habe?"

  Lara nach blickende Fragezeichengesichter auch bei den andern.

  Eine eindrucksvolle Staubfahne hinter sich lassend, ist Lara nach einigen Sekunden zurück und sagt l?chelnd, Iris eine Pflanze, bestehend aus einem St?ngel und einem runden Blatt mit radioaktivem Symbol, hin haltend: "Dieses Pflanze zeigt dir, wo es für dich gef?hrlich ist ..."

  Die Pflanze l?sst das Blatt h?ngen.

  Lara: "... Ist kein Radioaktivit?t, knickt es ein. Sobald das Radioaktivit?t ansteigt, richtet es sich auf und du musst zurück gehen, bis es wieder einknickt."

  Iris, die Pflanze entgegen nehmend, staunend: "Oh, danke. Woher weisst du das?"

  Lara, lachend: "Weil ich es gemacht habe, um alle zu warnen, die hier durch kommen."

  Iris, mit schr?gem L?cheln: "Das ist sehr praktisch. Ich will n?mlich nicht erst umkehren, wenn ich kotzen muss wie Myrta."

  Hisch: "Dann k?nnten wir dich vielleicht nur noch retten, indem wir dich zu Chromos 1 machen."

  Iris schaut mit grossen Augen ...

  ... und sagt, ver?chtlich l?chelnd: "Ja, wir Natürlichen sind nur Schrott."

  Piri, zu Sokrates: "Sokrates, dürfen wir die Kranken in deine H?nde legen, damit sie sicher sind?"

  Bereitwillig legt Sokrates seine ge?ffneten H?nde auf den Boden.

  Die Schwestern betten die Kranken in Sokrates' H?nde.

  Piri, mit geschlossenen Augen: "Ich frage die Lichtwesen, ob sie uns gehen lassen, aber die Kranken weiter behandeln."

  Iris: "Warte, Piri. Dieses Erkundung ist doch bestimmt auch interessant für sie. Lass wenigstens mich mit ihnen verkabelt bleiben, dann k?nnen sie über mich alles mit erleben."

  Piri nickt mit geschlossenen Augen ...

  ... und die Tentakel ziehen sich aus den Schwestern, Flu und Myrta zurück.

  Wagon, die verkabelte Iris betrachtend, sinnierend: "Vor nicht allzu langem Zeit h?tte Iris laut geschrien beim blossen Gedanken, mit Aliens verkabelt zu werden."

  Die vier Schwestern schauen Iris l?chelnd an.

  Iris, sich ans Kinn fassend, irritiert: "Was ist? Habe ich was am Kinn?"

  Piri, l?chelnd: "Es ist wie ein Schwester geworden."

  Die Schwestern nicken l?chelnd.

  Iris, sich dem Erdloch zuwendend, irritiert: "Argh, diese merkwürdigen Viecher."

  Herzliches Lachen der Schwestern.

  Iris, mit schr?gem L?cheln: "Wenigstens bin ich noch für ein Lacher gut."

  Die Pflanze vor sich her tragend, bewegt Iris sich auf das Erdloch zu, welches durch das eingestürzte Material eine begehbare Rampe aufweist.

  Flu, zu Iris: "Du willst doch jetzt nicht in das Loch gehen? Vielleicht ist dorrrt ein Bombe oderrr ein anderrres Falle."

  Iris bleibt stehen und sagt verunsichert: "Und werrr geht dann?"

  Flu, sich auf das Erdloch zu bewegend: "Na ich. Wenn ich sterrrbe, ist nichts verrrlorren. Sie k?nnen mich nachbauen. Aberrr wenn ein Gentech stirrbt, ist sehrrr viel Wissen verrrlorren."

  Flu will das Loch betreten.

  Zu Iris' Verblüffung sieht sie ein vierfaches Huschen, ...

  ... welches Flu an allen vier Beinen ergreift und genauso schnell vom Loch zurück reisst, ...

  ... sodass sich der verblüffte Flu, auf dem Rücken liegend und von den Schwestern an den Beinen fest gehalten, wieder findet.

  Hisch, zornig, ruft: "Du bl?des Schwurbelvieh, sag so was nie wieder!"

  Lara, inbrünstig: "Du hast uns verteidigt. Du hast uns gerettet. Ohne dich w?ren wir gar nicht mehr am Leben. Aber das ist nicht das Wichtigste. Wo du bist, ist W?rme und Freude. In deinem N?he fühle ich mich geborgen. Du bist unser Freund. Niemand kann dich nach bauen, Flu. Du bist einzigartig. Und würde dein Bewusstsein erl?schen, entstünde ein schwarzes Loch."

  Flu, grinsend: "Wenn ihrrr mich nicht losl?sst, werrrde ich furrrzen."

  Die Schwestern haben die Beine losgelassen und knuddeln nun lachend den grinsenden Flu.

  Iris, peinlich berührt die Augen bedeckend: "Was für ein Seifenoper! Aber so kommen die Lichtwesen wenigstens auf ihre Kosten."

  Ein Knirschen aus dem Off erregt aller Aufmerksamkeit.

  Verblüfft sehen alle, wie Sokrates dabei ist, mit seinen H?nden die Betondecke eines Tunnels aufzureissen, der vom Erdloch in Richtung radioaktive Zone führt.

  Hisch: "Sokrates führt uns gerade vor Augen, wie dumm wir sind. Es ist das Einzige, das ein Sicherungskopie seines Pers?nlichkeit bei Kafka und Beckett deponieren kann, sodass es kein Rolle spielt, wenn es vernichtet wird, weil die das Pers?nlichkeit einfach in ein neues K?rper übertragen k?nnen."

  Wagon: "Dann untersuchen wir das mal."

  Myrta, den Arm hebend, matt: "Ich will auch mit."

  Flu, sich neben Myrta stellend: "Willst du rrreiten?"

  Flu mit Myrta, die Schwestern und Iris mit dem Lichtwesen, welches durch eine Reihe anderer Lichtwesen stets in Verbindung mit der Wolke bleibt, n?hern sich dem Erdloch.

  Piri, mit Blick zurück: "Die Kranken liegen schutzlos im Sand!"

  Piri schliesst die Augen und aus dem Boden schiessen Tentakel des Pilzwesens, ...

  ... die ein brezelf?rmiges Gehege um die Kranken bilden, die immer noch an die Wolke der Lichtwesen angeschlossen sind.

  Wagons Stimme aus dem Off: "Lasst uns alles ultraschallen. Vielleicht entdecken wir damit doch noch etwas Fieses."

  W?hrend die Schwestern mit geschlossenen Augen ultraschallen, gelangt der Trupp in den nun nach oben offenen Gang. Links und rechts sind Gitterst?be zu sehen.

  Myrta sieht in einer Gef?ngniszelle mit einer Toilette und einem Lavabo einen vertrockneten Frauenk?rper auf einer Pritsche liegen und sagt betroffen: "Wie gruselig!"

  Wagon hat ein Messer gezogen und sagt "Sirrr" zu ihm, ...

  ... sodass sie das Schloss der Gef?ngniszelle wie durch Butter entzwei schneiden kann.

  Die Schwestern umlagern die Frauenleiche und ultraschallen sie.

  Lara: "Ein junges, weibliches Natürliches."

  Piri, betroffen: "Es ist verhungert."

  Wagon: "Das K?rper hat alle Reserven aufgebraucht, bevor es gestorben ist. Es hat also genug Wasser gehabt."

  Hisch: "Es muss lange gedauert haben, mit vielen Schmerzen."

  Flu mit Myrta auf dem Rücken und Iris sind ein paar Schritte weiter gegangen, wobei sich jeweils ein weiteres Lichtwesen in die Kette zwischen Iris und der Wolke einreiht, damit die Verbindung nicht abreisst.

  Iris: "Das Gang ist ges?umt von Gef?ngniszellen. Und in jedem liegt ein Leiche."

  Schweigend vor Betroffenheit bewegen sich alle langsam durch den Gang.

  Myrta, Iris' entrückten Blick bemerkend: "Du wirkst so abwesend, Iris. Macht es dir so zu schaffen?"

  Iris, unfroh l?chelnd: "Ich muss mich konzentrieren, um den Lichtwesen zu verklickern, was hier abgeht. Ich hatte noch nie ein Milliardenpublikum. Und natürlich macht es mir zu schaffen, aber wenn du Reporter in Natural City bist, musst du viele Scheusslichkeiten weg drücken, sonst kannst du das Job nicht machen."

  Piri, vom Gang aus eine Leiche ultraschallend, aufgeregt: "In diesem Natürlichen ist ein F?tus."

  Die Schwestern haben sich verteilt, sodass jede vor einer andern Zelle steht und ultraschallt.

  Schwestern, im Chor: "In dem hier auch!"

  Hisch, ratlos: "Warum sperrt jemand Natürliche mit F?ten ein, um sie dann verhungern zu lassen?"

  Wagon, mit Blick auf Sokrates, der am Ende des Ganges dabei ist, grosse Deckenstücke einer Halle weg zu werfen: "Sokrates ist dabei, das halbe Wüste abzudecken. Vielleicht erfahren wir dort mehr."

  Wie sie das Ende des Ganges erreichen, ?ffnet sich vor ihnen eine riesige Halle, gefüllt mit Glask?sten, in denen vertrocknete S?uglinge liegen. Sokrates hat aufgeh?rt, die Decke weg zu reissen und steht neben der Halle in der Wüste.

  Fassungslos betrachten die "Gefühlswesen" dieses Bild des Horrors.

  Alarmiert sieht Myrta, wie sich die Blume in Iris' H?nden aufrichtet, und sagt: "Wir müssen ein paar Meter zurück, Iris. Hier beginnt das radioaktive Zone."

  Iris schaut erschrocken auf die Blume ...

  ... und sofort gehen Flu mit Myrta und Iris ein paar Schritte zurück, ...

  ... worauf die Blume ihren Kopf wieder h?ngen l?sst.

  Hisch, ratlos: "Warum l?sst jemand hilflose, kleine Wesen in einem radioaktiven Zone elend zu Grunde gehen?"

  Stimme aus dem Off: "Vielleicht braucht es zum Beantworten dieses Frage etwas morbides, natürliches Fantasie."

  Alle schauen Iris an, die mit bitterem L?cheln sagt: "Wenn ich weibliche Natürliche wie Zuchttiere halte und deren S?uglinge t?dlichem Strahlung aussetze, kann ich mir nur eines erhoffen: Dass manche überleben und immun werden gegen das Strahlung. Mit solchen Soldaten kann ich dann ein Gebiet erobern, das ich mit Atombomben verwüstet habe. Es ist das einfachste Weise, ein Krieg zu gewinnen. Die nicht immunen Feinde müssen alle das verseuchte Gebiet verlassen oder sie sterben. Ihr Land f?llt mir praktisch ohne eigene Verluste in das Hand."

  Lara, betroffen: "Du hast wirklich ein morbides Fantasie."

  Hisch, Kopf schüttelnd: "Wozu so viel sinnloses Grausamkeit? Wir Gentechs k?nnen doch Immune bauen."

  Myrta: "Das Einrichtung scheint noch vor eurem Zeit entstanden zu sein. Da wurde Gentechnik noch mit Holzhammermethoden betrieben."

  Wagon: "Lasst es uns überprüfen."

  Die vier Schwestern bewegen sich vorsichtig, S?uglingsleiche um S?uglingsleiche ultraschallend, durch den riesigen Saal.

  Iris ruft: "Die Lichtwesen haben Mühe zu verstehen, was Tot-sein bedeutet, und m?chten sich mit einem S?ugling verkabeln. Geht das in Ordnung?!"

  Wagon, einen Glasbeh?lter ?ffnend: "Ja, sie sind ja immun gegen das Strahlung. Ich ?ffne ihnen dieses Beh?lter."

  Mehrere Lichtwesen huschen herbei und verl?ngern die Kette von Iris bis zu dem toten S?ugling.

  Iris, mit grossen Augen: "Huh, dieses v?llige Abwesenheit von Leben in einem K?rper, das einst für das Leben bestimmt war, erschüttert sie. Seit sie unsterblich sind, haben sie das Tod vergessen. Jetzt trifft sie das volle Wucht dieses Ph?nomens ziemlich unvorbereitet."

  Lara: "Wir sind auch unsterblich, aber haben jedes Tag das Tod vor Augen. Vielleicht leben wir zum falschen Zeit oder am falschen Ort?"

  Piri: "Ich lebe gern jetzt und hier. Denn ihr alle seid hier und jetzt. Und ohne euch brauche ich kein Unsterblichkeit."

  Hisch ruft: "Die Zellen dieser S?uglinge haben sich durch das Strahlung aufgel?st. Wenn das Ganze kein Unfall war, scheint dies Iris' Vermutung zu best?tigen."

  Piri, den Tr?nen nahe: "Vorhin das Natürliche, das sich sinnlos geopfert hat. Und jetzt das. Das ist wirklich ein trauriges Tag."

  Wagon: "Wenigstens haben wir die paar Kranken raus geholt. Aber was machen wir jetzt mit ihnen?"

  Lara: "Wir haben ihnen ein Erlebnis verschafft, das sie vielleicht aus ihrem Gef?ngnis befreit. Wir sollten sie nach Mars-Genville bringen. Dort k?nnen sie mit Ambellmi verhandeln, wie es weiter gehen soll."

  Mit den Schwestern, Flu, Myrta, Iris auf den Schultern und je zwei Kranken in den H?nden rennt Sokrates durch die Wüste in Richtung Genville.

  Szeneanfang:

  Ili und Lena hocken in ihrem Versteck in der Kirche in Natural City. Ili beobachtet unverwandt den Kirchenraum.

  Lena, Ili betrachtend: "Vielleicht ist es gar nicht so rachsüchtig, wie du denkst. Dann k?nnen wir noch lange ..."

  Das ?ffnen der Kirchentür l?sst Lena verstummen.

  Gefolgt von einer Handvoll mit Maschinenpistolen bewaffneten Guards, stürmt der Ehemann herein ...

  ... und marschiert auf den Wegdoppler zu, der hinter dem grossen Kirchenbild versteckt ist.

  Ehemann, auf den Wegdoppler zeigend: "Da ist das Monster. Wir mussten uns drauf stellen. Dann waren wir pl?tzlich in einem Urwald voller Monster."

  Erschrocken h?rt Lena einen Guard hinter dem Bild sagen: "Ich will aber nicht in den Urwald, lieber auf den Mond, hahaha."

  Lena will eine Warnung rufen, ...

  ... wie Ilis Hand ihr den Mund verschliesst.

  Ili, flüsternd: "Sie dürfen uns nicht sehen, sonst wissen sie, wen sie jagen müssen. Und um das zu vermeiden, müsste ich alle t?ten."

  Hinter dem Bild ruft ein Guard erschrocken: "Das Monster hat ihn zerrissen!"

  Der weggedoppelte Guard erscheint auf dem Mond, ...

  ... wo er erstickt ...

  ... und gefriert.

  Hinter dem Kirchenbild ist das laute "Taktaktak" der Maschinenpistolen zu h?ren.

  Lena flüstert erschrocken: "Sie ermorden das Wegdoppler."

  Ili flüstert beruhigend: "Du kannst das Wegdoppler nicht ermorden. Es hat kein Bewusstsein. Es ist wie ein Pflanze."

  Lena flüstert betroffen: "Aber das Guard ist jetzt auf dem Mond?"

  Ili, flüsternd, nüchtern: "Auf dem Wegdoppler musst du immer das Richtige denken, sonst bist du tot. Aber wenn du es gewarnt h?ttest, w?ren jetzt alle da unten tot."

  Etwas sp?ter beobachten Ili und Lena, wie ein Trupp in weissen Schutzanzügen mit Kettens?gen und verschliessbaren Kisten eintrifft.

  Der Anführer der Schutzanzüge ruft: "Zerlegt das Vieh und dann ab damit in den S?uregraben!"

  W?hrend unten das R?hren der Kettens?gen zu h?ren ist und die Schutzanzüge Einzelteile des Wegdopplers in Kisten verpacken, schaut Lena, sichtlich betroffen von dem Erlebten, dem Treiben zu.

  Aus Ilis undurchdringlichem Gesicht ist nicht zu lesen, was sie empfindet.

  Lena, flüsternd: "Wie schaffst du es, dass dich so was nicht fertig macht?"

  Ili, flüsternd, wie oben: "Ich denke an die, die ich liebe."

  Lena, flüstert erstaunt: "Aber das lindert doch nicht das Schrecken. Sie zers?gen grad das fantastische Wegdoppler. Und wenn dieses Guard auf dem Mond gelandet ist, musste es dort qualvoll sterben."

  Ili, flüsternd, wie oben: "Liebe ist ein Form von Energie, mit dem du das Schrecken ausgleichen kannst. Und so lange wir unter Natürlichen sind, müssen wir Schrecken aushalten. Denn sie sind zu schadhaft für Harmonie. Wieso ist das Guard auf das Wegdoppler gestiegen? Ohne jedes Vorsicht vor einem unbekannten Wesen? Ohne auf das Hinweis des Mannes zu h?ren? Weil es den andern Guards beweisen wollte, dass es mehr Mut hat als sie. Es wollte dadurch wichtiger werden in dem Gruppe. Das Wunsch, wichtiger zu werden, hat sein Denken ausgeschaltet. W?ren die Guards statt durch Wichtigkeit durch Liebe verbunden gewesen, h?tten die andern es zurück gehalten und alles vorsichtig untersucht, bevor sie ihr Leben riskieren. Sie h?tten dadurch das Chance gehabt, das Wunder des Wegdoppelns kennenzulernen. Das Universum h?tte sich für sie aufgetan. Statt dessen zers?gen sie das Wunder und werfen es in das S?uregraben ..."

  Ili, flüsternd, mit Tr?nen: "... Das ist das eigentliche Schrecken."

  Auch Lena muss weinen und umarmt Ili.

  Szeneanfang:

  Vor Ritschs Flugzeugwerk steht ein zweimotoriges Propellerflugzeug. Mehrere Ingenieure werfen noch da und dort einen prüfenden Blick auf das Flugzeug ...

  ... und treten dann zurück, w?hrend ein Ingenieur das Cockpit besteigt.

  Knatternd und sprotzend setzen sich die beiden Verbrennermotoren in Gang und drehen langsam die Propeller.

  Die Propeller drehen sich immer schneller, ...

  ... sodass sich das Flugzeug einige Meter nach vorn bewegt, ...

  ... wo es stoppt. Erst jetzt ist zu sehen, dass die sich im Bau befindliche Startbahn noch viel zu kurz ist, um einen Start des Flugzeugs zu erm?glichen.

  Das Motorenger?usch erstirbt. Johlend und klatschend umstehen die Ingenieure das Flugzeug.

  Ein Ingenieur ruft den Bauarbeitern übermütig zu: "Macht endlich vorw?rts mit der Startbahn, ihr lahmen S?cke, sonst kriegen wir unser Baby nie in die Luft!"

  Ein Bauarbeiter zeigt ihm den Mittelfinger.

  Szeneanfang:

  Essperlen von ihren Kleidern zupfend und essend, sitzen Ili und Lena immer noch in ihrem Versteck in der Kirche.

  Lena, den Kirchenraum inspizierend, flüsternd: "Ich glaube, jetzt sind alle weg."

  Ili zieht ein Handteller grosses Exemplar eines Wegdopplers aus ihrem Kleid und sagt: "Dann lass uns das Wegdoppler neu machen."

  Lena staunt ...

  ... und fragt, w?hrend sie sich auf das grosse Bild zu bewegen: "Wieder hier? Aber die Guards wissen doch jetzt Bescheid."

  Ili: "Sie haben das Monster vernichtet. In ihrem Kopf ist hier keines mehr. Sie erwarten das n?chste an einem anderen Ort. Also ist es hier am sichersten."

  Lena schaut zweifelnd.

  Ili, auf die kr?ftigen Wurzeln deutend, die dicht über Boden abgeschnitten wurden: "Diese Wurzeln haben Nahrung gefunden ..."

  Ili, den kleinen Wegdoppler auf ein dickes Wurzelende stellend: "... Das kleine Wegdoppler kann sich davon ern?hren und wachsen, bis wir es benutzen k?nnen."

  Lena schaut mit grossen Augen zu ...

  ... und muss kichern.

  Ili, neugierig: "Was ist lustig? Ich will auch lachen."

  Lena, kichernd: "Es ist nicht lustig, sondern absurd, wie du Dinge einfach wachsen lassen kannst, für die wir natürlichen Idioten Jahre lang arbeiten müssen."

  Ili: "Sie k?nnten das Idiot weglassen, wenn sie lernen würden, gutes Gentech von schlechtem zu unterscheiden."

  Lena, bitter: "Wie kann ein Idiot das Idiot weg lassen? Du hast es ja gesehen bei diesem Ehepaar: Wir haben ihnen das L?sung all ihrer Probleme angeboten und sie wollten nichts davon wissen."

  Ili schaut Lena mit grossen Augen an und nickt schweigend.

  Ili, sinnierend: "Aber auch das Gentech hat nicht alle Antworten."

  Lena: "Wie meinst du das?"

  Ili, wie oben: "Die Gentechs wissen zwar alles über das Leben. Aber es gibt noch viele R?tsel im Universum, die vielleicht besser mit anderen Hilfsmitteln gel?st werden k?nnen."

  Lena: "Welche R?tsel meinst du?"

  Ili: "Licht zu sehen und Licht zu verstehen sind verschiedene Dinge."

  Lena: "Und wozu muss ich Licht verstehen?"

  Ili: "Findest du es nicht merkwürdig, dass überhaupt etwas existiert?"

  Lena, überrascht von der Frage: "?hm ... Das habe ich mir noch nie überlegt ..."

  Ili: "Warum existiert etwas? Warum ist nicht einfach nichts?"

  Lena, mit grossen Augen: "Dieses Frage ... macht mir fast Angst."

  Ili: "Ja, es macht schwindlig, wenn wir begreifen, wie absurd es ist, dass es etwas gibt. Das Existenz ist vielleicht nur ein Witz, das sich in jedem Sekunde so grundlos aufl?sen kann, wie es entstanden ist."

  Lena, mit grossen Augen, fast ehrfürchtig: "Ich verstehe, was du meinst: Zu begreifen, wie alles funktioniert und warum, ist ein viel gr?sseres Aufgabe, als Dinge wachsen zu lassen, die uns nützlich sind."

  Lena, sinnierend: "Aber k?nnte es nicht sein, dass es immer nur darum geht, nützliche Dinge wachsen zu lassen?"

  Ili macht ein Fragezeichengesicht.

  Lena, wie oben: "Die Gentechs k?nnen doch auch diese 'andern Hilfsmittel' wachsen lassen, die uns helfen, alles zu verstehen."

  Ili, sinnierend: "Ja, vielleicht. Ich weiss nicht, wo das Grenze ihrer F?higkeiten liegt. Das z?hlt auch zu den grossen R?tseln. Aber wenn wir darauf ein Antwort wollen, müssen wir sie beschützen."

  Lena, unfroh l?chelnd: "Natural City ist voller aggressiver Natürlicher. Wenn wir die alle überprüfen wollen, werden wir nie fertig."

  Ili: "Nur Wutfelder finden, bringt nichts. Für Genville sind nur jene gef?hrlich, die auch etwas bewegen k?nnen."

  Lena: "Und wer kann etwas bewegen?"

  Ili: "Wesen, die wissen, wie etwas funktioniert."

  Lena, kichernd: "Du meinst aber nicht das B?cker, das weiss, wie Brotbacken funktioniert?"

  Ili, naiv: "Ist Brotbacken gef?hrlich?"

  Lena, lachend: "Brot ist etwas zum Essen. Das war bloss ein Scherz, Ili."

  Ili, lachend: "Und wie schmeckt Brot?"

  Lena, bedauernd: "Früher gab es Brot aus Getreide. Das war etwas Feines. Heute gibt es nur noch Algenbrot, das schmeckt wie getrocknete Socken."

  Ili, neugierig: "Und wie schmecken getrocknete Socken?"

  Lena, Ili bei der Hand fassend, kichernd: "Komm, wir kaufen dir jetzt ein Algenbr?tchen."

  Ili: "Wie willst du kaufen ohne Geld? Unser Kleid kann kein Geld machen."

  Lena, ihr Kleid musternd, sinnierend: "Eigentlich schade ... Oder auch nicht ... In einem Welt, wo es kein Geld braucht, ist dies ja ein komplett überflüssiges Eigenschaft."

  Lena, geheimnisvoll l?chelnd: "Mir f?llt schon was ein."

  Lena und Ili kommen auf einen Platz mit einem Stadtbildschirm, auf dem Nachrichten gesendet werden. Der Platz ist ges?umt von Bistros mit Sitzpl?tzen im Freien.

  Ili: "Und was ist dir eingefallen?"

  Lena, auf einen gepflegten, alten Mann zeigend, der allein an einem Tischchen sitzt mit einer Kaffeetasse vor sich, verschw?rerisch: "Wir machen diesem alten Knacker sch?ne Augen und wecken damit sein Lust auf junge Frauen. Dann verliert es sein Verstand und bezahlt uns ein Br?tchen und ein Kaffee."

  Ili, zweifelnd: "Aber nur Ambellmi kann es so ver?ndern, dass es sch?ne Augen hat."

  Lena, kichernd: "Nicht es soll sch?ne Augen haben. Sch?ne Augen machen heisst, dass wir es anl?cheln und ihm das Gefühl geben, es k?nne Sex haben mit uns."

  Ili marschiert schnurstracks auf den alten Mann zu.

  Lena folgt ihr und denkt zweifelnd: 'Ob Ili es geschnallt hat?'

  Ili hat sich über den Tisch gebeugt, zeigt dem Mann ihre weit aufgerissenen Augen, unterlegt von einem grotesken L?cheln, und sagt: "Sind das sch?ne Augen?"

  Mann, überrascht: "?hm ... Na ja ... vielleicht ... etwas übertrieben?"

  Ili, sich an den Tisch setzend, bekümmert: "Dann hast du kein Lust auf Sex? Lena sagt, wenn ich sch?ne Augen mache, bekommst du Lust auf Sex und bezahlst mir ein Br?tchen und ein Kaffee. Aber ich verstehe das nicht: Du brauchst für Sex doch nicht zu bezahlen."

  Lena steht daneben und m?chte vor Scham im Boden versinken.

  Alter Mann, lachend: "Lena weiss, wie M?nner ticken, aber du scheinst noch Nachhilfe zu brauchen."

  Mann, auf einen Stuhl weisend, zu Lena, l?chelnd: "Ich werde versuchen, es deiner Freundin zu erkl?ren."

  Mann, zu Ili: "M?nner wollen attraktive Frauen. Aber wenn du so alt bist wie ich, h?rst du auf zu existieren für attraktive Frauen. Es sei denn, du hast Geld. Dann beachten sie dich wieder und sind sogar bereit, Sex mit dir zu haben."

  Ili ergreift mit beiden H?nden die Hand des Mannes ...

  ... und sagt, etwas entrückt, sich auf ihre Empfindungen konzentrierend: "Du hast so sch?ne Vibrationen. Es ist angenehm, dich zu berühren. Ich brauche kein Raschelgeld, um Sex mit dir zu geniessen."

  Mann, dunkel: "Als junger Mann h?tte ich mich in ein Wesen von deinem Liebreiz verliebt. Du h?ttest meine Liebe nicht erwidert und mir das Herz zerrissen."

  Ili, befremdet: "Warum sagst du das? Wenn ich Liebe spüre, entsteht in mir Liebe wie ein Echo. Ich kann gar nicht anders als Liebe erwidern."

  Mann, traurig l?chelnd: "Aber du stehst am Anfang des Lebens, ich am Ende."

  Ili, mit Tr?nen, protestierend: "Warum sagst du so etwas Trauriges? Das ist einfach nicht wahr!"

  Wie Lena seufzend den Arm tr?stend um die betrübte Ili legt, sagt der Mann mit feinem L?cheln zu Lena: "Deine Freundin ist ... speziell."

  Lena rutscht es heraus: "Es ist ein Genville." ...

  ... und schl?gt sich erschrocken die Hand vor den Mund.

  Lena, ergeben seufzend: "Jetzt, wo ich uns verraten habe, kann ich Sie gleich um Hilfe bitten. Wie Sie vielleicht wissen, sind die Genvilles in das Wüste geflüchtet und haben dort ein neues Paradies aufgebaut. Unser Aufgabe ist es, zu verhindern, dass jemand aus Natural City das neue Genville zerst?rt. Aber wo müssen wir suchen? Wer hat die Mittel und das Willen, Genville zu vernichten? Wenn Sie nichts gegen die Gentechs von Genville haben, w?re ich dankbar für ein Hinweis."

  Mann, grimmig l?chelnd: "Ach, weisst du, Kindchen, die Monster, die die Gentechs geschaffen haben, wurden in den K?pfen von uns Natürlichen geboren. Die Gentechs haben sie nur in die Wirklichkeit geholt. Wir haben aus einer Gabe der G?tter ein Fluch des Teufels gemacht."

  Mann, grimmig: "Der rücksichtsloseste und m?chtigste Mensch in dieser Stadt ist Ritsch ..."

  Mann, auf den Stadtbildschirm deutend, auf dem eine Reporterin vor Ritschs Flugzeugwerk steht, wie oben: "... Siehe dort! Warum baut der Kerl Flugzeuge?"

  Reporterin vom Stadtbildschirm: "... bauen die Ritsch Flugzeugwerke eine Luftwaffe, die in der Lage ist, angreifende Monsterarmeen aus der Luft zu bombardieren ..."

  Ili schaut den Mann mit grossen Augen an und ruft: "Es will Genville mit Bomben vernichten!"

  Mann: "Das ist nur konsequent. Ritsch hat bestimmt mit bekommen, dass Genville gedroht hat, jeden Diktator umzubringen. Wenn er absolute Macht über diese Stadt will, muss er Genville ausschalten."

  Ili: "Aber wir dürfen Ritsch nicht t?ten, sonst kommt das n?chste, von dem wir nichts wissen. Es ist einfacher, Ritsch zu beobachten und zu verhindern, dass es Genville vernichten kann."

  Mann, bitter: "Ritsch hat die Stadt jetzt schon im Würgegriff seines Geldes. Er stürzt Millionen in bittere Armut und in ein aussichtsloses Leben. Gibt es wirklich keinen Ausweg aus diesem Albtraum?"

  Lena denkt erschüttert an ihren Vater, wie er sich erh?ngt hat.

  Die Serviererin steht am Tisch und fragt l?chelnd: "Was darf ich Ihnen bringen?"

  Mann, zur Serviererin, freundlich: "Bitte je ein Br?tchen und ein Kaffee für die Damen."

  Wie die Serviererin weg geht, sagt Ili zum Mann, intensiv: "Ich werde dir ein Ausweg zeigen. Wie k?nnen wir dich finden?"

  Der Mann schreibt etwas auf einen Zettel oder eine Serviette ...

  ... und schiebt den Zettel Ili zu mit den ernst gemeinten Worten: "Hier ist meine Adresse. Ich hoffe, ihr wollt mich nicht ermorden, weil ich weiss, dass ihr für Genville spioniert."

  Ili, Stirn runzelnd: "Wie kann ich dir ein Ausweg zeigen, wenn wir dich ermorden?"

  Mann, l?chelnd: "Na ja, Geheimagentinnen lügen manchmal, um an ihr Ziel zu kommen."

  Lena, voller überzeugung: "Ili lügt nie."

  Ili, sinnierend: "Das nützt ihm nichts. Wenn wir lügen, w?re dieses Aussage auch ein Lüge."

  Lena, entt?uscht: "?hm, das heisst, es gibt kein M?glichkeit, es davon zu überzeugen, dass wir es nicht ermorden wollen?"

  Mann, lachend: "Lasst es gut sein, meine Damen. Ich bin am Ende meines Lebens. Aber heute, dank eurer Gesellschaft, ist kein guter Tag zum Sterben."

  Ili, treuherzig: "Es ist nie ein gutes Tag zum Sterben."

  Die Serviererin stellt vor Lena und Ili je eine Tasse Kaffee und ein Br?tchen.

  Lena: "Danke."

  Ili betrachtet interessiert die Serviererin und fragt sie: "Bekommst du Geld dafür, dass du Essen bringst?"

  Serviererin, etwas verwirrt: "?h ... ja."

  Wie die Serviererin weg geht, denkt sie kichernd: 'Die Kleine ist geistig behindert.'

  Ili, auf das Br?tchen schauend, sinnierend: "Es gibt also auch Geld für v?llig überflüssiges Verhalten."

  Lena, seufzend: "Hoffentlich hat das Kellner es nicht geh?rt, sonst kriegt es noch ein Weinkrampf."

  Mann, l?chelnd: "Nun, ohne dieses 'überflüssige Verhalten' h?ttest du jetzt kein Essen."

  Ili beisst herzhaft in das Br?tchen, ...

  ... macht ein erschrockenes Gesicht ...

  ... und spuckt es mit einem angeekelten "Pfui" auf den Boden.

  Lena kaut lustlos auf ihrem Br?tchen herum und h?rt erstaunt, wie Ili sich bei ihr beschwert: "Du hast gesagt, Brot sei nicht gef?hrlich. Aber das ist scheusslicher als ein Kugel im Rücken."

  Ili, nach der Kaffeetasse greifend: "Ich muss mein Mund auswaschen."

  Ili nimmt einen kr?ftigen Schluck aus der Kaffeetasse.

  Lena versucht Ili vergebens mit einer Geste davon abzuhalten und sagt hilflos: "Das ist kein gutes Idee."

  Prompt sprotzt Ili den Kaffee über Lenas Kleid.

  Ili, hastig nach einer durchsichtigen Essperle greifend: "Wasser, Wasser!"

  Ili wirft die Wasserperle ein, ...

  ... gurgelt ...

  ... und spuckt sich das Wasser in den Schoss, ...

  ... wo es von ihrem lebenden Kleid aufgesogen wird.

  Lena, hilflos: "Was hast du denn von einem Algenbr?tchen und einem Algenkaffee erwartet?"

  Ili, lachend: "Nichts. Aber es hat mich überrascht, dass es ist wie Sterben."

  Verblüfft beobachtet der Mann, wie Ili sich das zerdrückte Br?tchen mit der einen Hand ans Kleid schmiert und mit der anderen Hand den Kaffee in den Schoss schüttet.

  Ili, kichernd: "Zum Glück ist unser Kleid nicht so w?hlerisch."

  Mann, befremdet: "?hm, warum beschmutzt du dein Kleid?"

  Ili: "Weisst du, Gut-Vibrierendes, das Kleid macht uns auch ohne 'überflüssiges Verhalten' Essen."

  Ili, dem Mann eine Handvoll Essperlen hin streckend: "Versuch mal."

  Mann, eine Perle misstrauisch musternd: "Und das ist kein Gift?"

  Ili, kichernd: "Nein, heute ist kein gutes Tag zum Sterben."

  Der Mann kostet geniesserisch mit geschlossenen Augen die Essperle ...

  ... und sagt, Ili anblickend: "Ich kann mich nicht erinnern, jemals etwas so K?stliches gegessen zu haben. Vielleicht w?re es keine schlechte Idee, nach einem solchen kulinarischen H?henflug friedlich zu sterben."

  Ili, treuherzig: "Weisst du, Gut-Vibrierendes, du kannst dieses H?henflug jedes Tag haben. Aber nur, wenn du lebst."

  Szeneanfang:

  Eine karg eingerichtete, kleine Junggesellenwohnung. Ein junger, schm?chtiger, introvertierter, verunsicherter Bursche horcht erschrocken auf, wie es an seine Wohnungstür klopft.

  ?ngstlich h?rt der Bursche die Stimme von draussen rufen: "Machen Sie sofort auf, sonst treten wir die Tür ein!"

  Wie fremd gesteuert, ?ffnet der Bursche die Wohnungstür ...

  ... und sieht erschrocken zwei Guards, die ihre Pistolen auf ihn richten.

  Guard 1: "Bleib sch?n friedlich, Jüngelchen, dann passiert nichts. Du musst umgehend deine Wohnung verlassen. Ritsch Immobilien hat einen R?umungsbefehl erwirkt, weil du die Miete nicht bezahlt hast."

  Bursche, schwach: "Wie soll ich die Miete bezahlen, wenn Ritsch mich entlassen hat?"

  Wie sie sehen, dass der Bursche harmlos scheint, stecken die Guards ihre Waffen weg.

  Guard 2: "Das musst du Ritsch fragen. Wir tun nur unsere Pflicht, sonst k?nnen wir unsere Miete auch nicht mehr bezahlen."

  Bursche: "Kann ich wenigstens noch meine Zahnbürste holen?"

  Guard 1, grinsend: "Komm jetzt, Jüngelchen. Wenn du nichts zu essen hast, brauchst du auch keine Z?hne mehr."

  Geknickt geht der Bursche an den Guards vorbei.

  Der Bursche geht die Treppe hinab.

  Guard 1, ihm nach schauend, grinsend: "Nimm's nicht tragisch. Ein süsses Jüngelchen wie du findet bestimmt ein Muttchen, das dich gern an seinem Busen n?hrt."

  Wie erschlagen, bewegt sich der Bursche die Treppe hinab.

  Aus dem Off ist das Gel?chter der Guards zu h?ren.

  Seine Umgebung kaum wahrnehmend, irrt der Bursche durch die Strassen von Natural City.

  Endlich setzt er sich auf eine Bank.

  Eine obdachlose Person, die in einem Mülleimer wühlt, erregt seine Aufmerksamkeit.

  Wie fremd bestimmt, folgt er der obdachlosen Person, ...

  ... die sich zu andern Obdachlosen in einem verwahrlosten Hinterhof gesellt.

  Schweigend beobachtet der Bursche die trostlose Gesellschaft der Obdachlosen.

  Das Gesicht des Burschen versteinert sich.

  Sein Blick f?llt auf ein etwa einen Meter langes Metallrohr mit einem Winkelstück am einen Ende, sodass es aussieht wie ein Gehstock.

  Der Bursche packt das Rohr ...

  ... und bewegt sich, das Rohr wie einen Gehstock benutzend, weg vom Hinterhof, ...

  ... durch Natural City, ...

  ... bis Ritschs Wolkenkratzer in Sicht kommt.

  Lange starrt der Bursche auf das Emblem "Ritsch Immobilien" am Wolkenkratzer ...

  ... und setzt sich auf ein M?uerchen oder eine Bank, ...

  ... wo er, den Blick auf den Haupteingang des Wolkenkratzers gerichtet, wie aus Stein gehauen sitzen bleibt.

  Nach einer l?ngeren Zeit eilt Ritsch, in respektvollem Abstand gefolgt von zwei Bodyguards, aus dem Haupteingang ...

  ... und marschiert auf ein Restaurant mit Sitzpl?tzen im Aussenbereich zu.

  Wie fremd gesteuert, erhebt sich der Bursche ...

  ... und geht, den Behinderten mimend, indem er sich auf seine R?hre stützt, auf den Tisch zu, an dem Ritsch allein sitzt.

  Der Bursche n?hert sich Ritschs Tisch, auf dem schon ein Getr?nk und ein K?rbchen mit Brot steht.

  Wie er beim Tisch angekommen ist, sagt der Bursche, gebeugt und als h?tte er Schmerzen, zu Ritsch: "Sie haben mich entlassen und mich aus meiner Wohnung geworfen. Nun habe ich nichts mehr zu essen. Darf ich Sie um ein Stückchen Brot bitten?"

  Schon sind die beiden Bodyguards dabei, den Burschen an den Armen zu fassen, um ihn weg zu bringen.

  Ritsch stoppt die Bodyguards mit einer Handbewegung und sagt sarkastisch: "Lassen Sie ihn, meine Herren. Ich diskutiere gern mit der Jugend. Das h?lt jung und frisch, hahaha."

  Die Bodyguards gehen wieder auf Distanz.

  Ritsch, zu dem Burschen, ?tzend: "Wenn ich Sie entlassen habe, waren Sie offensichtlich nicht sehr nützlich. Und weshalb soll ein nutzloser Mensch wie Sie essen?"

  Bursche, seltsam ruhig: "Sind Sie ein nützlicher Mensch, Herr Ritsch?"

  Ritsch, im Brustton der Allmacht: "Ich brauche nicht nützlich zu sein. Ich bin etwas Besonderes. Die Nützlichkeit eines Menschen ergibt sich aus seinem Nutzen für das Besondere. Sie haben bei diesem Nützlichkeitstest offenbar versagt."

  Ritsch, den Burschen musternd, mit tiefer Verachtung: "Ein Krüppel wie Sie hat sowieso kein Recht auf Leben. Also legen Sie sich still in eine Ecke und sterben Sie. Sie tun uns allen damit einen Gefallen."

  Unheimlich ruhig hinkt der Bursche davon, ...

  ... sodass er hinter Ritschs Rücken gelangt, ...

  ... wo er sich, als h?tte er Schmerzen, zusammen krümmt, dabei das Rohr mit beiden H?nden am Ende ohne Winkelstück fassend.

  Mit einem Ausdruck vulkanischer Wut schnellt der Bursche hoch und herum ...

  ... und schl?gt das Winkelstück mit aller Kraft auf Ritschs Sch?del, der mit einem h?sslichen "Kracks" bricht.

  Ritschs Kopf f?llt auf den Tisch.

  Der Bursche schl?gt noch mal zu ...

  ... und noch mal, was den Kopf aufplatzen und Hirnmasse austreten l?sst.

  Mehrere Schüsse aus den Pistolen der Bodyguards treffen den Burschen, ...

  ... sodass er zusammen sinkt ...

  ... und leblos liegen bleibt, ...

  ... w?hrend sich Ritschs Blut über den Tisch ausbreitet.

Recommended Popular Novels