home

search

Band 38

  Vom Essgarten kommend, führt Estragon Ili und Lapsus in Richtung des Weihers. Ili schw?rmt: "Genville ist phantastisch! überall, wo ich hinschaue, hat es ein Wunder."

  Estragon, geheimnisvoll: "Da vorn erwartet dich noch etwas, das du noch nie gesehen hast."

  Ili, ungeduldig: "Was ist es? Was ist es?"

  Estragon, l?chelnd: "Ein Weiher."

  Ili, interessiert: "Was ist ein "Wei-er"?"

  Lapsus erl?utert trocken: "Ein mit Wasser gefülltes Senke."

  Ili, Stirn runzelnd: "Und was soll daran besonders sein?"

  Wie Ilis Blick auf den Weiher f?llt, ist sie zuerst erstaunt ...

  ... und strahlt dann übers ganze Gesicht: "Wie sch?n!"

  Sie stehen am Ufer des paradiesischen Weihers und Ili kann sich nicht satt sehen. Auch Lapsus ist beeindruckt.

  Ili, mit begeisterter Neugier: "Und was macht dieses Wei-er?"

  Estragon, ruhig und selbst versunken: "Es schafft Atmosph?re."

  Ili, wissbegierig: "Damit wir besser atmen k?nnen?"

  Estragon, mit feinem L?cheln: "Nein, es ist rein gefühlsm?ssig ..."

  Estragon, ruhig und selbst versunken: "Am Ufer sitzen und deine Gedanken sammeln, ihn philosophierend umwandern, dein Aufregung in seinem Stille ertr?nken, dich in deinem Spiegelbild erkennen, dein Schmerz fliessen lassen, in einem Augenblick vollkommenen Schweigens das Gesicht des Geliebten berühren, sich wortlos verstehen, das Hitze deines K?rpers abstreifen in seinem kühlen Umarmung ..."

  Ili, ergriffen von Estragons Schilderung: "Am Ufer liegen und sich Freude machen mit dem K?rper."

  Leicht erstaunt beobachtet Estragon, wie Ili, ihr Hochzeitskleid abstreifend, sich einen Schritt dem Ufer n?hert.

  Wie Ili nackt am Ufer steht, schaut sie auf den Weiher hinaus und sagt zu Estragon: "Schau, Estragon, mein Rücken ist jetzt nicht mehr abstossend. Lapsus hat es geflickt."

  Ili blickt sich zu Estragon um und sagt l?chelnd: "Du musst es anfassen, sonst kannst du ja gar nicht spüren, wie fein mein Haut ist."

  Seine Hand zart über Ilis Rücken führend, sagt Estragon anerkennend: "Ja wirklich, ein gutes Arbeit."

  Ili kichert: "Hihihi, das kitzelt."

  Ili rennt ins Wasser, dass es auf spritzt und jubelt: "Juhuuu, ich bin ein gutes Arbeit!"

  Planschend dreht sich Ili um ...

  ... und, wie sie Lapsus ersp?ht, wird ihr fr?hlicher Gesichtsausdruck mitfühlend: "Aber Lapsus, warum weinst du denn?"

  über Lapsus' Gesicht str?men die Tr?nen, wie er sagt: "Es war immer mein Traum, dich ins Paradies zu führen ..."

  Lapsus ?ffnet seinen Blick auf den paradiesischen Weiher und f?hrt fort: "Jetzt ist es wahr geworden."

  Heftig stürzt Ili aus dem Wasser ...

  ... und umarmt Lapsus stürmisch, indem sie ihr Gesicht an seine Brust drückt. Ili ruft gerührt: "Lapsus, du bist so ein liebes Genmonster!"

  Estragon muss lachen ...

  ... und steckt damit Lapsus an, der gleichzeitig weint und lacht. Ili ist zuerst verblüfft, ...

  ... lacht dann aber auch fr?hlich mit.

  Nachdenklich schlendert Estragon vom Weiher weg ...

  ... und begegnet Meer, der Estragon neugierig fragt: "In Gedanken?"

  Estragon schaut zurück zum Weiher, wo Ili und Lapsus sich küssen, und sagt: "Ich habe mich eben gefragt, ob es im Universum ein Kraft gibt, das stark genug w?re, ..."

  Estragon schaut Meer an und f?hrt l?chelnd fort: "... um die beiden zu trennen."

  W?hrend Estragon weiter geht, starrt Meer zu Ili und Lapsus hinüber und denkt beeindruckt: 'Wow! Wenn ich Estragon richtig verstanden habe, hat einer der gr?ssten Forscher der Erde mir eben erkl?rt, dass es keine st?rkere Kraft gibt im Universum als die Liebe.'

  Meer denkt Stirn runzelnd: 'Vielleicht fühle ich mich deshalb so leer ... weil diese starke Kraft in mir so gar nicht vorhanden ist ...'

  Meer schlendert weg vom Weiher und denkt wie oben: 'Ich habe meine Leere mit widerlichen sadistischen Freuden ausgefüllt. Und bin mir trotzdem grossartig vorgekommen, weil ich die Genvilles erschaffen habe ... Ich war im Gleichgewicht. Doch jetzt ist da ... ein Loch. Ambellmi hat mir etwas weg genommen, ohne mir etwas anderes dafür zu geben ...'

  Das Lachen von Wagon und Lara, die sich ihm n?hern, reisst Meer aus seinen Gedanken.

  Lara, fr?hlich: "Hisch hat uns Endo ausgespannt, Doktorchen. Jetzt suchen wir nach etwas Essbarem. Wie w?r's mit dir?"

  Wagon, aufmunternd zu Meer: "Du siehst so bedrückt aus. Lass uns die schweren Gedanken aus deinem Hirn fegen."

  Die Frauen haben ihre Kleider fallen lassen und warten mit strahlendem L?cheln auf Meers Reaktion.

  Eben noch in düsteren Gedanken und nun konfrontiert mit diesem offenherzigen Angebot, ist Meer überrascht und stottert: "Nun, ?hm ... Ich weiss nicht ... Also gut."

  Mit einem gemeinsamen "Juhuuu!"-Ruf fassen die Frauen Meer unter den Armen und ziehen ihn an einen Ort, wo es sich bequemer liegen l?sst.

  Hisch, die nicht allzu weit davon mit Endo zwischen den H?usern steht, h?rt den "Juhuuu!"-Ruf und sagt l?chelnd: "Aha, sie haben ein Opfer gefunden."

  Endo macht ein Fragezeichengesicht.

  Hisch kehrt zurück zu dem Gespr?ch, das sie offensichtlich mit Endo geführt hat, und sagt: "?hm, wo waren wir gerade?"

  Endo: "Ich habe gefragt, wer in Genville herrscht."

  Hisch doziert: "Bei uns herrscht nur eines: das beste Idee."

  Endo wendet ein: "Aber wenn ihr verschiedene Ideen habt und euch nicht einigen k?nnt."

  Hisch, wie oben: "Für Leute mit Herrschbedürfnis ist es ein pers?nliches Triumph, wenn ihr Idee sich durchsetzt, oder ein pers?nliches Niederlage, wenn ein anderes Idee sich durchsetzt. Wessen Idee gewonnen hat, steigt sozial auf, gewinnt an Macht und kann sein Herrschbedürfnis besser s?ttigen. Also k?mpfen sie so lange für ihr Idee, bis jemand sich durchgesetzt hat oder bis sie sich im Streit trennen ..."

  Endo nickt: "Ja, deshalb führen die Natürlichen immer Krieg."

  Hisch, wie oben: "Da wir Genvilles kein Herrschbedürfnis haben, k?nnen wir auch ohne Gesichtsverlust einem anderen Idee das Vortritt lassen. Wir einigen uns immer, denn es ist das schlechteste aller Ideen, angesichts eines drohenden Problems nichts zu tun."

  Endo pflichtet bei: "Klingt logisch ... Und wie ist's mit Regeln?"

  Hisch, wie oben: "Unser Regel besteht nur aus vier W?rtern: Mehr Freude. Weniger Schmerz."

  Endo, Stirn runzelnd: "Dann soll ich also alles tun, was mir Freude bereitet, und alles vermeiden, was mir Schmerz zufügt?"

  Hisch, abwehrend: "Nein, nein, so ist das nicht gemeint ..."

  Hisch doziert: "Die Wisperfelder des Freude und des Schmerzes sind messbare physikalische Gr?ssen. Das Spur deines Lebens, das du im Universum hinterl?sst, soll objektiv betrachtet, mehr Wisperfelder des Freude erzeugen als Wisperfelder des Schmerzes."

  Endo, nachdenklich: "Hm, ich verstehe ... Aber von Wisperfeldern habe ich noch nie geh?rt ..."

  Endo, erschrocken: "Oh, du brauchst nicht zu antworten. Ich werde selbstverst?ndlich das Bibliothekswesen befragen. Ich will nicht deine Zeit stehlen."

  Endos übertriebene Rücksichtnahme bringt Hisch zum Kichern.

  Hisch, l?chelnd: "Ich schenk dir mein Zeit und du mir dein K?rper."

  Endo ist verwirrt ...

  ... und sagt unsicher: "Ihr seid sehr ... offen."

  Hisch, mitfühlend: "Du bist so ?ngstlich, Endo. Warum nur?"

  Endo, mit gesenktem Blick, leise: "Als ich als Gentechniker für die Natürlichen arbeiten musste, hatte ich eines Tages genug davon, sinnlose Mordmonster für sinnloses T?ten herzustellen, und bin geflohen. Seither bin ich auf der Flucht. Ich bin über alle Schlachtfelder gewandert ..."

  Endo zieht seine Cham?leondecke hervor und hüllt sich gekonnt und schwungvoll darin ein. Endo: "Bei jeder Gefahr habe ich mich unsichtbar gemacht ..."

  Der unsichtbare Endo: "Mit gr?sster Vorsicht und noch mehr Glück habe ich bis heute überlebt ..."

  Hisch, entzückt: "Ich kenne das Decke von euren Abenteuern in Natural City, aber es in echt zu sehen ... Was für ein wunderbares Erfindung!"

  Der unsichtbare Endo: "Ich habe so viele schreckliche Dinge gesehen, dass ich niemandem vertrauen kann. Ein einziges falsches Vertrauen, eine einzige Fehleinsch?tzung und ich bin tot."

  Hisch spielt die bedrohliche: "Ja, da bist du bei mir richtig. Ich habe schreckliche Wutanf?lle. Wenn du mich reizt, bleibt von dir nur ein Haufen zerfetztes Fleisch übrig."

  Hisch zieht die Decke etwas weg, sodass Endos entsetztes Gesicht zum Vorschein kommt und sagt lachend: "Ach, Endo, das war doch nur ein Scherz! Ich bin zwar cholerisch, aber dann setzt es bloss ein paar Hiebe und du hast blaue Flecken."

  Hisch sch?lt den verunsicherten Endo aus der Decke, ...

  ... l?sst ihre Kleider fallen und sagt sanft: "Komm, liebstes Endo, ich werde dich entspannen."

  Endo ist wieder sichtbar. Verkrampft und wenig glücklich steht er da. Hisch, etwas erstaunt: "Was ist, Endo? Gefalle ich dir nicht ...?"

  Hisch, lachend: "Soll ich mir von Ambellmi ein genetisches Sch?nheitsoperation verpassen lassen?"

  Endo, wie oben: "Nein ... das ist es nicht."

  Hisch führt ihr Gesicht nahe an Endo heran und sagt drohend: "Endo, du sagst mir jetzt sofort, was Sache ist, sonst komme ich zum Sache."

  Endo, eingeschüchtert: "Es ist diese Sache mit den Frauen ..."

  Hisch, streng: "Aha, da kommen wir dem Sache schon n?her."

  Endos Blick wird entrückt, wie er sich erinnert: "Im Labor haben sie alle sexuellen Gefühle hormonell unterdrückt. Und nach meiner Flucht waren die Frauen tot, verstümmelt oder haben geweint. Keine war in Stimmung."

  Hisch, ungl?ubig: "Du willst mir also sagen, dass du noch gar nie ein Frau gehabt hast?"

  Endo l?chelt schüchtern.

  Hisch stemmt die Arme in die Seiten und fragt energisch: "Bin ich tot"?

  Endo, verwirrt: "Nein."

  Hisch, wie oben: "Bin ich verstümmelt?"

  Endo, wie oben: "Nein."

  Hisch, wie oben: "Weine ich?"

  Endo, noch verwirrter: "?hm, nein."

  Hisch befiehlt: "Dann zieh dich aus!"

  Endo beginnt sich auszuziehen und sagt eingeschüchtert: "?hm, ja."

  Wie Endo nackt und verloren dasteht, ...

  ... nimmt Hisch ihn sanft in die Arme, legt ihre Wange an die seine und spricht leise in sein Ohr: "Niemand weiss besser als du, dass wir trotz unserem Unsterblichkeit jedes Tag tot sein k?nnen ..."

  Die Worte bekümmern Endo.

  Hisch f?hrt fort, wie oben: "Deshalb nimm jetzt all dein Mut zusammen, vergiss dein Angst und geniesse dieses Augenblick mit mir, als w?re es das letzte."

  Endo ist beeindruckt ...

  ... und l?sst sich von Hisch hinab ziehen.

  Wie sie am Boden liegen, legt Endo seinen Arm um Hisch und sagt mit tapferem L?cheln: "Es soll nicht der Letzte sein."

  Impulsiv küsst Hisch Endo auf den Mund.

  Kafka und Beckett beobachten die Szene, ...

  ... wenden sich einander zu, ...

  ... umarmen sich ...

  ... und küssen sich auf den Mund.

  Kafka, küssend: "Was spürst du?"

  Beckett, küssend: "An die hundert Kilogramm Anpressdruck."

  Kafka, wie oben: "Erh?hen wir auf ein Tonne?"

  Die K?pfe der Grossdois knacken, wie sie ihre Münder st?rker zusammen pressen.

  Beckett, küssend: "Wir sollten aufh?ren, bevor wir uns die K?pfe eindrücken."

  Kafka, küssend: "Ja."

  Die Grossdois h?ren auf zu küssen, halten sich aber immer noch in den Armen. Kafka: "Hast du etwas gespürt, was das seltsame Verhalten dieser Gestalten aus Formbrei erkl?ren k?nnte?"

  Beckett: "V?llig nichts."

  Beckett: "Es muss an diesen Wisperfeldern liegen, die sie erzeugen k?nnen. Vielleicht sind die auf ein Art magnetisch, sodass sie ihre K?rper aneinander kleben lassen."

  Kafka: "Wenn wir ein Feldsinn h?tten, k?nnten wir die Wisperfelder beobachten. Dann würden wir vielleicht begreifen, wie diese Formbreiwesen funktionieren. Wenn wir sie einfach imitieren, bringt das nicht viel Erkenntnis."

  Beckett: "Versuchen wir es noch mal. Ein Mal ist nicht dasselbe wie zwei Mal."

  Kafka: "Ja."

  Die Grossdois küssen sich.

  Etwas sp?ter liegen Wagon, Lara und Meer nach dem Sex nackt beisammen. Lara klagt: "Bei diesem Doktor Meer kommst du dir vor wie ein Versuchskaninchen. Das ist so kühl beim Sex."

  Meer, grüblerisch: "Das liegt wohl daran, dass ich das Gefühl 'Liebe' nicht kenne."

  Die beiden Frauen schauen Meer überrascht an: "Was?!"

  Lara, verwirrt: "Aber wie ist das m?glich? Auch Natürliche empfinden doch ..."

  Meer, fast etwas streng: "Ich nicht."

  Lara, betroffen: "Aber hast du denn niemanden gern?"

  Meer, nüchtern: "Definiere 'gern', dann sag ich's dir."

  Lara, freundlich: "Wenn du in Gegenwart eines anderen Wesens angenehme Gefühle empfindest?"

  Meer, dunkel: "Nun, beim Aufschlitzen von Gefangenen habe ich angenehme Gefühle gehabt, besonders wenn sie sch?n geschrien haben. Ist es das, was du meinst?"

  Lara schüttelt betroffen den Kopf. Wagon betrachtet Meer prüfend und sagt: "Was ist schief gelaufen, Doktor?"

  Meer, wie oben: "Ambellmi hat meine sadistische Freude weg operiert. Nun habe ich festgestellt, dass dies wohl meine einzige Freude war. Seither lebe ich in einer finsteren Schlucht aus Sinnlosigkeit."

  Die beiden Frauen h?ren betroffen zu.

  Lara, emotional: "Du hast dafür gesorgt, dass wir ein Bedürfnisstruktur erhalten haben, das uns erm?glicht, glücklich zu sein. Das werden wir bei dir auch hinkriegen!"

  Wagon bekr?ftigt: "Bei Tanja haben wir zwar versagt, aber bei dir werden wir es schaffen."

  Meer l?chelt schwach: "Was macht euch so zuversichtlich?"

  Lara, eifrig: "Tanjas Geist war zugekleistert mit einem Glauben, das ihr kein Ausweg liess ..."

  Wagon, eifrig: "Du aber bist offen für neue M?glichkeiten."

  Meer spielt den Düsteren: "Woher wollt ihr wissen, dass nicht ebenfalls ein finsterer Glaube mein Gehirn verklebt? Müssen nicht alle Natürlichen, um ihre überm?ssigen ?ngste zu b?ndigen, sich einem Glauben ergeben, wie absurd der auch sein mag?"

  Die beiden Frauen merken nicht, dass Meer sie auf den Arm nimmt, und machen so betroffene Gesichter, ...

  ... dass Meer lachen muss. Die Frauen sind verwirrt.

  Wagon begreift zuerst und sagt mit gespieltem Grimm: "Es hat uns auf das Arm genommen."

  Lara stürzt sich mit Strafgesicht auf Meer und ruft: "Zum Strafe gibt's noch ein Runde Versuchskaninchensex!"

  Wagon vergreift sich auch an Meer, der mit gespieltem Schrecken "Uwaaahhh!" ruft.

  Das Lachen der drei steigt in den Himmel, wo Kafka und Beckett sich den Dreier neugierig besehen.

  Kafka: "So sieht also Versuchskaninchensex aus. Wo ist das Unterschied zu dem, das wir vorher beobachtet haben?"

  Beckett: "Ich sehe nur, dass das Magnetismus der Wisperfelder sogar drei Formbreiwesen aneinander kleben l?sst."

  Etwas entfernt stehen Pferdchen und Giftstrauss zwischen den H?usern von Genville und führen eine ernste Diskussion. Pferdchen: "Ich bin unsicher. Wir ver?ndern dadurch unser Pers?nlichkeit. Alle Bedeutungen ?ndern sich. Wie werden wir uns fühlen?"

  Giftstrauss: "Die Herrschbedürftigen verlieren ihr Bedeutung. Was ist daran schlimm?"

  Pferdchen: "Wir werden die Dinge anders sehen, anders beurteilen. Unsere bisherigen Gefühle werden uns fremd vorkommen. Ein fremdes Person wird in unseren K?pfen sein."

  Giftstrauss: "Das ist mir egal. Ich werde weiter leben und ein neues Person aufbauen. Das alte wird in dem Vergangenheit verschwinden ..."

  Giftstrauss: "Oder willst du ewig dieses kranke Verlangen spüren, alles zu tun, was Herrschbedürftige dir befehlen? ... Sie wollen sowieso immer nur das eine: dass wir für sie morden."

  Pferdchen, mit schiefem L?cheln: "Etwas anderes k?nnen wir ja nicht."

  Giftstrauss: "Haben wir etwas anderes je versucht?"

  Pferdchen, mit einer Geste, die auf ihre K?rper verweist: "Sieh uns doch an! Mit diesen deformierten K?rpern k?nnen wir nichts Nützliches tun."

  Giftstrauss: "Lass es uns tun! Und dann machen wir etwas, das wir noch nie getan haben. Irgend etwas, nur um das neue Leben auszuprobieren."

  Pferdchen, grinsend: "Du meinst irgend etwas Verrücktes ...?"

  Pferdchen sinniert mit schwachem L?cheln: "Ja, immer nur Morden ist langweilig. Lass uns etwas Verrücktes tun, um zu sehen, ob es noch ein anderes Leben gibt!"

  Schweigend zockeln sie los ...

  ... durch Genville, ...

  ... bis sie hinter einem Gebüsch das auf Dachh?he schwebende Ambellmi entdecken.

  Pferdchen will eben rufen, da wird ihm von Giftstrauss das Maul verschlossen.

  Giftstrauss bewegt seinen Kopf unter Pferdchen ...

  ... und hebt es hoch, sodass es durch das oben dünner werdende Gestr?uch hindurchsehen kann.

  Dort steht Yon, schaut zu Ambellmi auf und sagt gerade: "Und warum darf ich nicht so intelligent sein wie ein Genville? Ich dachte, du tust alles, was wir dir sagen."

  Da Ambellmi die beiden Kampforganismen entdeckt hat, l?sst es seine Stimme auch in ihren K?pfen ert?nen: ""Du bist instabil. Und einem instabilen Pers?nlichkeit mehr Intelligenz zu geben, ist riskant. Findest du nicht auch?""

  Yon, aufgebracht: "Was soll das heissen? Bin ich verrückt?"

  Ambellmi: ""Nein, aber du hast starke Wisperfelder, die sich widersprechen. Die Schmerzfelder dieses Auseinandersetzung erzeugen starke Hassfelder. Wenn diese Hassfelder ausser Kontrolle geraten, richtest du ein Schaden an, das umso gr?sser sein kann, je intelligenter du bist. Das ist die Instabilit?t.""

  Yon, trotzig: "Aha, du glaubst also, ich k?nne ausrasten, ein paar Viren entwickeln und ganz Genville den Tod bringen."

  Ambellmi: ""So einfach wird es nicht sein. Aber mit mehr Intelligenz k?nntest du ein Weg finden, um Genville zu vernichten.""

  Yon, emp?rt und beleidigt: "Das ist absurd! Warum sollte ich so etwas tun?"

  Ambellmi: ""Du bist ein Natürliches. Die Natürlichen haben das Erde vernichtet. Gab es dafür ein Grund?""

  Entt?uscht, weil sein Wunsch nicht erfüllt wird, und wütend, weil er nichts zu erwidern weiss, starrt Yon auf Ambellmi.

  Ambellmi: ""Soll ich dein Bedürfnisstruktur anpassen, sodass du keine Hassfelder mehr erzeugen kannst und die Schmerzen der widerstreitenden Wisperfelder nicht mehr so stark sind?""

  Auf Yons Gesicht zeigt sich eine pl?tzliche Verlorenheit, wie er sagt: "Ich ..."

  Yon dreht sich um und sagt im Weg-Gehen, seine H?nde seitlich an den Kopf legend, als wolle er sein Gehirn anfassen, wie oben: "Ich bin noch nicht so weit."

  Kaum ist Yon verschwunden, h?ren die verblüfften Kampforganismen Ambellmi sagen: ""Da ihr lauschen wolltet, habe ich mein Stimme auch in euren K?pfen entstehen lassen.""

  Giftstrauss tritt mit Pferdchen auf dem Kopf aus dem Gebüsch. Pferdchen, grinsend: "War ja klar, dass Ambellmi sich von einem Gebüsch nicht t?uschen l?sst."

  Giftstrauss, grinsend: "Aber bei Yon hat's geklappt."

  Pferdchen springt zu Boden und sagt nachdenklich: "Warum f?llt es uns so schwer, unser Bedürfnisstruktur zu ver?ndern?"

  Giftstrauss protestiert: "Warum 'uns'? Mir f?llt es überhaupt nicht schwer, auf dieses bl?de Dienbedürfnis zu verzichten."

  Pferdchen spottet: "Mit deinem kleinen Gehirn kannst du dir eben keine Nachteile vorstellen."

  Giftstrauss spottet: "Pah, dein Nachteil ist, dass das Dienbedürfnis das H?lfte von deinem Gehirn beansprucht."

  Das Gezanke der beiden reizt Ambellmi zum Lachen: ""Hahaha, ihr wollt also euer Dienbedürfnis loswerden ... Ihr braucht euch nicht zu fürchten. Ich kann es ja rückg?ngig machen, wenn es euch nicht gef?llt.""

  Pferdchen und Giftstrauss schauen sich überrascht an und sagen im Chor: "Ach so, daran haben wir gar nicht gedacht."

  Ambellmi: ""Dann haltet sch?n still, sonst fehlt wirklich noch das H?lfte des Gehirns.""

  Pferdchen, zwischen den Z?hnen hindurch und Giftstrauss, mit kaum ge?ffnetem Schnabel, im Chor: "Dieses Ambellmi ist irgendwie unheimlich."

  Beide haben die Augen geschlossen, als ob sie eine Explosion erwarteten, ...

  ... ?ffnen sie jedoch gleich wieder und schauen befremdet zu Ambellmi hoch, wie sie dessen "Hahaha" h?ren. Pferdchen: "Muss ja lustig sein, das ganze Tag Gottheit spielen."

  Ambellmi: ""Wenn das Gottheit ein Fehler macht, kann es ein Katastrophe geben. Da brauche ich schon etwas Humor, um das Verantwortung besser zu ertragen.""

  Giftstrauss seufzt: "Ja, so ein Gottheit hat's nicht leicht."

  Pferdchen und Giftstrauss lachen. Ambellmi kommentiert: ""Na, ihr zwei lasst aber auch kein Spass aus.""

  Pferdchen: "Wenn dein Leben auf einem Teppich von Leichen stattgefunden hat, brauchst du schon ein bisschen Spass, um nicht irgendwie seltsam zu werden im Kopf."

  Ambellmi: ""Ich k?nnte eure Erinnerungen l?schen, dann br?uchtet ihr nicht mehr so viel Spass.""

  Pferdchen und Giftstrauss, entsetzt, im Chor: "Bist du verrückt?!"

  Ambellmi: ""Hahaha.""

  Pferdchen, zerknirscht: "Argh, reingefallen."

  Giftstrauss grinst: "Hehehe, es ist uns eben ebenbürtig."

  Pferdchen mit gespieltem Grimm: "Na gut, du Ebengeburt, mach mal vorw?rts!"

  Ambellmi: ""Ist schon erledigt.""

  Pferdchen und Giftstrauss schauen sich überrascht an. Pferdchen: "Aber ich habe gar nichts gemerkt."

  Ambellmi: ""Hast du ein Funkenregen und Rauchwolken erwartet?""

  Pferdchen, bel?mmert: "?hm ... nein."

  Alle drei lachen.

  Ambellmi: ""Es gibt allerdings noch ein Problem.""

  Pferdchen, nichts Gutes ahnend: "Also doch."

  Ambellmi: ""Wollt ihr in Zukunft das ganze Tag nur essen und trinken?""

  Pferdchen, unsicher: "Klingt spannend."

  Ambellmi: ""Eben. Euer Bedürfnisstruktur ist n?mlich nicht gerade reichhaltig. Ihr solltet das fehlende Dienbedürfnis durch ein anderes ersetzen, das euch Grund gibt, zu leben und euch zu bewegen.""

  Pferdchen, n?rgelnd zu Giftstrauss: "Siehst du, ich habe gewusst, dass ..."

  Giftstrauss, nüchtern: "Was sollen wir denn für ein Bedürfnis ausw?hlen?"

  Ambellmi: ""Nun, die Genvilles haben ein ausgepr?gtes Forschungsbedürfnis. Sie wollen verstehen, wie alles funktioniert. Jedes R?tsel ist für sie ein Herausforderung zum Zweikampf sozusagen und entsprechend spannend. Hinzu kommt ein Qu?ntchen Beliebtheitsbedürfnis, sodass sie sich für die anderen interessieren und nicht nur allein vor sich hin forschen ...""

  Pferdchen protestiert: "Aber unsere K?rper sind deformiert. Sie eignen sich nicht für Forschungsarbeiten."

  Giftstrauss, selbstgef?llig: "Doktor Giftstrauss, wie klingt das?"

  Pferdchen schaut Giftstrauss an, als ob der nicht ganz dicht w?re und ruft: "Grotesk!"

  Ambellmi muss lachen.

  Giftstrauss, begütigend zu Pferdchen: "Nun lass uns dieses Forschungsdings mit diesem Qu?ntchen Dingsda ausprobieren. Oder willst du das ganze Tag im Essgarten liegen und fressen?"

  Pferdchen, trotzig: "Ja, warum nicht ...?"

  Pferdchen, kleinlaut: "Nein, natürlich nicht."

  Ambellmi: ""Still halten!""

  Pferdchen und Giftstrauss schliessen wieder die Augen und machen ein Gesicht wie Kinder, die etwas Saures im Mund haben.

  Pferdchen ?ffnet ein Auge, schielt damit zu Ambellmi hoch und fragt: "Hat's gefunkt?"

  Ambellmi: ""Ja, ihr k?nnt euer neues Bedürfnisstruktur jetzt ausprobieren.""

  Pferdchen und Giftstrauss sind im Begriff wegzugehen. Giftstrauss, fr?hlich: "Na, wie fühlst du dich, Professor Pferdchen?"

  Pferdchen, grantig: "Etwa so d?mlich, wie du dich fühlen solltest, 'Doktor Giftstrauss'."

  Ambellmi schaut den beiden davon zockelnden Kampforganismen nach und denkt: ""Die zwei werden ein echtes Bereicherung für Genville sein.""

  Szeneanfang:

  Gegen Abend in Genville. Die Sonne steht schon tief. Endo betritt z?gernd den leeren Theaterplatz.

  Unsicher n?hert Endo sich dem grossen Bildschirmwesen, das reglos auf der Bühne steht.

  Endo stellt sich vor das Bildschirmwesen und sagt schüchtern: "?hm ... ich ... ich m?chte nicht st?ren ..."

  Bildschirmwesen: "Was k?nnte denn ein nutzloses Wesen wie du sonst noch ausser st?ren?"

  Endo schaut erschrocken ...

  ... und stottert betreten, mit gesenktem Blick: "?hm ... ja ..."

  Endo wendet sich ab und will gehen, wobei er sagt: "Verzeihung."

  Wie er das "Hahaha" des Bildschirmwesens h?rt, dreht Endo sich verwirrt um.

  Bildschirmwesen: "Daran musst du dich schon gew?hnen, liebes Endo, dass wir hier in Genville kein Scherz auslassen, und sei es auch noch so faul."

  Endo l?chelt schwach: "Ach so, ja ... Das ist für mich sehr ungewohnt."

  Bildschirmwesen: "Was m?chtest du denn wissen?"

  Ende: "Nun ja zuerst ... Warum gibt es bei euch keine m?nnlichen und weiblichen W?rter?"

  Bildschirmwesen: "Hast du schon mal ein Wort mit einem Geschlechtsorgan gesehen?"

  Endo, verblüfft: "?hm ... nein."

  Endo fasst sich an den Kopf und muss l?cheln: "So einfach ... und so logisch."

  Endo: "Aber haupts?chlich wollte ich alles über Wisperfelder erfahren."

  Bildschirmwesen: "Ich brauche noch Informationen, um deinem Biografie mehr Tiefe zu verleihen. Du erz?hlst mir also ein Geschichte aus deinem Leben und ich dir alles über Wisperfelder."

  Endo zweifelnd: "Aber für mich interessiert sich doch niemand."

  Bildschirmwesen: "In tausend Jahren, wenn die meisten Spuren vernichtet sind, wird dein Bericht aus diesem Zeit sehr kostbar sein. Ich bin ein Schatzkammer des Wissens. Und du legst jetzt ein Schatz hinein."

  Endo ist beeindruckt ...

  ... und sagt dann studierend: "Also gut, ich überlege, was ich dir historisch Bedeutsames ..."

  Bildschirmwesen: "Das klingt langweilig. Erz?hl mir lieber etwas, das dich tief berührt hat."

  Endo, erstaunt: "Aber sind solche Details ..."

  Bildschirmwesen: "Aus solchen Details besteht Geschichte. Stell dir vor, wir k?nnten einem Familie aus dem Steinzeit beim Frühstück zusehen. W?re das nicht viel erregender als zu wissen, wann sie ausgestorben sind?"

  Endo, nachdenklich: "Ja, das ist wahr ... Dann werde ich also bloss ein kleines Begebenheit erz?hlen ... etwas, das sonst für immer verloren w?re."

  Wie Endo sich erinnert, entrückt sein Blick in die Vergangenheit, und er erz?hlt: "Als ich aus dem Genlabor für Kampforganismen geflüchtet war, arbeitete ich zum Tarnung als Arzt im Spital eines Kleinstadt. Die Kampforganismen des anderen Seite waren zu stark, sodass das Front unaufhaltsam n?her rückte. Unweit des Spitals landete ein hochrangiges Offizier mit einem Helikopter-Staffel. Es erz?hlte mir, die hoch schwangeren Frauen seien durch ein neuartiges Virus besonders gef?hrdet und es müsse sofort wissen, wo sie sich bef?nden, um sie zu impfen. Da immer wieder künstlich erzeugte Seuchen das Leben des Bev?lkerung gef?hrdeten, lebten die Hochschwangeren in einem separaten Haus beim Spital, welches nur durch ein Sterilisationsschleuse betreten werden konnte ..."

  "... Ich brachte das Offizier und sein Gentechniker zu den Schwangeren, wo das Offizier ein Rede hielt, das den Frauen so viel Angst machte, dass alle bereit waren, sich impfen zu lassen. Ich fand es merkwürdig, dass das Impfung auf dem Untersuchungsstuhl durch das Vagina in das Geb?rmutter erfolgte. Als ich das Gentechniker dazu befragte, warf es mir nur ein langes Blick zu. Das Offizier beeilte sich, mir zu erkl?ren, dass es eigentlich Impfung des Leibesfrucht sei. Sein Falsches L?cheln und das Tatsache, dass es in seinem Rede von den Frauen und nicht von Leibesfrüchten gesprochen hatte, liessen mich ahnen, dass hier etwas faul war ..."

  "... Nach einem Stunde waren sie fertig und ich hatte Gelegenheit, das erste Geimpfte mit Ultraschall zu untersuchen. Auf dem Ungeborenen krochen zahlreiche Maden herum. War das das Virenpolizei? Sollten sie alle Viren beseitigen, die dem Ungeborenen durch das Haut gef?hrlich werden konnten ...?"

  "... Das falsche L?cheln des Offiziers liess mir kein Ruhe. Also n?herte ich mich mit dem Cham?leondecke lautlos den Helikoptern. Das Offizier hatte die Besatzungen antreten lassen und das Gentechniker instruierte sie: '... Sobald sie anfangen zu schreien, sind sie Abwurf bereit. Ihr habt dann etwa eine Stunde, bevor sie bewusstlos werden. Sollte dies geschehen, müsst ihr sie augenblicklich los werden, sonst seid ihr tot. Ihr fliegt m?glichst weit hinter die feindlichen Linien, werft sie ab und kehrt ohne Kampfhandlungen sofort zurück. Der Aufschlag wird die B?uche platzen lassen, sodass die Kampffliegen ins Freie gelangen. Die Fliegen sind so gebaut, dass sie sich durch Nasen, Augen und Ohren ins Gehirn vorarbeiten, um dieses aufzufressen und sich dann sofort das n?chste Opfer zu suchen. Diese Waffe wird unsere Feinde demoralisieren und so stark schw?chen, dass wir siegen werden.' ..."

  "... Obwohl ihnen in einem bereits verloren geglaubten Krieg doch noch das Sieg winkte, standen die Soldaten seltsam starr da. Es war als h?tte jemand das Zeit angehalten, indem es das Szenerie in durchsichtiges Kunstharz gegossen h?tte. Ich wunderte mich, bis ein Soldat fragte: 'Dürfen wir die Schwangeren bet?uben, bevor wir sie abwerfen?' Ich hatte nicht begriffen oder vielmehr hatte nicht begreifen wollen, wovon das Gentechniker sprach. Aber jetzt gab es kein Zweifel mehr und nun erfasste auch mich ein eisiges Schrecken, das mich erstarren liess ..."

  "... Das Offizier antwortete kühl: 'Nein! Wenn schreiende Frauen vom Himmel fallen, werden sie erkennen, dass wir zu allem entschlossen sind, und ihre Kampfmoral wird zerbr?ckeln.'

  Daraufhin eilte ich zurück zu den Schwangeren ..."

  "... Und tats?chlich! Noch viel mehr Maden waren geschlüpft und m?steten sich am Blut des Ungeborenen, das sie schon zum H?lfte aufgefressen hatten. Andere waren dabei, sich zu verwandeln und jedes freie Raum in dem Geb?rmutter mit einem wachsenden, schwarzen Wolke aus Fliegen auszufüllen."

  "... Die Frauen merkten von alldem nichts und lagen ruhig da. Die Schmerzen würden wohl erst beginnen, wenn sich die Fliegen so stark vermehrt hatten, dass sie das Geb?rmutter zu sprengen drohten. Ohne mein gentechnisches Ausrüstung konnte ich das Vermehrung der Fliegen nicht stoppen. Und jedes langwierige Operation mit Sicherheitsvorkehrungen h?tten die Soldaten bemerkt und verhindert. Ich hatte kein Chance. Die Frauen hatten kein Chance ..."

  "... Ich untersuchte jedes, und jedes war befallen. Es gab nichts, was ich h?tte tun k?nnen. Mein Hilflosigkeit liess mich z?gern. Aber als das erste Frau Anzeichen von Schmerzen zeigte, musste ich handeln. Mit beruhigendem L?cheln gab ich ihm ein t?dliches Injektion ..."

  "... Und dann einem nach dem anderen. Alles verlief ruhig. Sie vertrauten mir. Bis alle friedlich dalagen und ich endlich meine Tr?nen loslassen konnte ..."

  "... Obwohl mir kaum Zeit blieb, zwang ich mich für ein Augenblick des Trauer einfach stehen zu bleiben, w?hrend das Schluchzen mich schüttelte. Ich sammelte all mein Kraft, denn das Schlimmste stand mir noch bevor ..."

  "... Im Schutz eines Seuchenanzugs ging ich von Bett zu Bett und schlitzte den toten Frauen die B?uche auf, um das summende Saat des Satans zu befreien. Bald war das Station erfüllt von schwarzen Fliegenwolken ..."

  "... die sich jedoch gem?ss ihrem genetischen Programm bald auf die Frauen stürzten, um ihre Gehirne aufzufressen. Ich benutzte das Gelegenheit, um in ein kleines Service-Raum zu flüchten, wo ich mein Schutzanzug ablegte, das verschlossene Sicherheitsfenster einschlug und laut nach den Soldaten um Hilfe schrie ..."

  "... Ich sprang aus dem Fenster und beobachtet unter meinem Cham?leondecke, wie die Soldaten, angeführt von einem kleinen Untergebenen, das Geb?ude stürmten. Das hohe Offizier und sein Gentechniker folgten ihnen vorsichtig. Kaum waren alle drin, verriegelte ich das Schleusentür, denn ich wollte vermeiden, dass auch nur ein einziges Fliege ins Freie gelangte ..."

  "... Bald h?rte ich die Schreie der M?nner, die von den Fliegen angegriffen wurden. Schüsse knallten und sogar ein Handgranate. Ich hoffte sehr, dass bei diesem Durcheinander kein Fensterscheibe zu Bruch ging ..."

  "... Bald taumelte das hohe Offizier mit den H?nden vor dem Gesicht zurück in das Eingangsschleuse. Blind konnte es das ?ffnungsmechanismus nicht finden ..."

  "... und sank bald mit leeren Augenh?hlen tot hin ..."

  "... Ich schleppte die Treibstoffkanister der Helikopter in das Keller und setzte sie in Brand. Die Fliegen mussten alle sterben, sonst h?tten sie das Kleinstadt ausgerottet ..."

  "... Bei dem Brandstiftung wurde ich beobachtet, sodass alle glaubten, ich w?re durchgedreht und h?tte deshalb die Schwangeren verbrannt ..."

  "... Ich entzog mich den Blicken des Meute, das mich verfolgte, wickelte mich in das Cham?leondecke und flüchtete. Falls das Kleinstadt die Genkriege überlebt hat, was nicht sehr wahrscheinlich ist, werde ich dort wohl noch immer als abscheuliches Verbrecher gesucht."

  Wagons Stimme aus dem Off l?sst Endo herumfahren: "Boah, was für ein Hammergeschichte!"

  Ganz Genville sitzt auf der Tribüne und hat Endos Geschichte mit angeh?rt. Auch Chromos 5, mit seinem Kopf auf Antaras Schoss, ist jetzt wach. Wagon: "Warum hast du nicht "Vooortraaag!" gerufen, wenn du so etwas Interessantes zu erz?hlen hast?"

  Endo fühlt sich gerügt und stottert: "Ich wusste nicht ... Ich wollte bloss ..."

  Lara unterbricht l?chelnd: "Hey, das war kein Vorwurf, sondern das Ausdruck unseres Interesses. Freu dich doch darüber."

  Aladan zieht die Mundwinkel mit den Fingern zu einem L?cheln hoch und sagt: "Ja, mach so!"

  Martin r?uspert sich und tadelt: "Die Tragik der eben geh?rten Geschichte verdient einen Augenblick des Ernstes und der Besinnung, den wir nicht durch die üblichen derben Scherze gef?hrden sollten."

  Aladan, gemessen: "Deine Worte in Ehren, liebes Martin, aber das übliche Irrsinn der Natürlichen ist ein Dauertrag?die, dessen Ernsthaftigkeit wir nicht als düsteres Wolke über unserem Paradies h?ngen lassen dürfen."

  Antara: "Ich glaube nicht, dass Martin uns das Lachen verbieten m?chte. Wohl eher wollte es, indem wir das tragische Nachhall von Endos Geschichte angemessen verklingen lassen, dem schrecklichen Schicksal dieser Menschen sein Respekt erweisen."

  Estragon: "Was Martin aber nicht weiss, ist das Tatsache, dass das Mitempfinden von uns Genvilles sehr stark entwickelt ist. Das tragische Nachhall von Endos Geschichte wird noch Tage lang wie schwarzes Tinte in unser Gefühlsstrom einfliessen, sodass jedes Lachen bloss ein Wassertropfen ist, das Sonnen glitzernd aufspringt aus dem dunklen Flut, um uns Hoffnung zu schenken."

  Lara umarmt Estragon und sagt schluchzend: "Das hast du sch?n gesagt."

  Alle Genvilles schniefen gerührt. Martin denkt erschlagen: 'Was habe ich jetzt wieder angerichtet? Ich wollte doch nur ...'

  Martin reisst sich zusammen, steht auf und verkündet: "Ich sehe ein, dass ich euer Mitgefühl untersch?tzt habe und schlage vor, dass wir jetzt einen Feuerbusch entzünden zur Besinnung und als Zeichen der Hoffnung."

  Hisch springt auf, fr?hlich: "Au ja, ich hole Fleisch!"

  Wagon springt auf, fr?hlich: "Und ich Gemüse!"

  Ili springt auf, fr?hlich: "Und ich die S?fte!"

  Lachend rennen die drei Frauen zum Essgarten, w?hrend die übrigen zum Feuerplatz str?men, wobei Antara Chromos 5 auf den Armen tr?gt und Lara und Estragon sich Aladan aufladen.

  Verwirrt steht Endo vor dem Bildschirmwesen und weiss nicht, was er tun soll.

  Bildschirmwesen: "Nun geh schon zu den anderen, Endo. Die Wisperfelder laufen dir nicht davon."

  Endo setzt sich in Bewegung und beginnt ernsthaft: "Na gut ..."

  Endo geht am Bildschirmwesen vorbei und f?hrt fort: "Aber vergiss nicht, ich habe mein Teil des Vereinbarung eingehalten."

  W?hrend Endo weitergeht, l?sst ihn ein lautes "Hahaha" des Bildschirmwesens zusammenzucken.

  Endo hat sich wieder gefasst und denkt verwirrt: 'Hier ist wohl alles lustig.'

  Wie die Nacht herein gebrochen ist, sitzen alle Genvilles um den lodernden Feuerbusch, braten Fleisch und Gemüse an St?cken, essen, trinken Fruchtsaftkugeln, schwatzen, lachen oder schauen schweigend ins Feuer wie Yon.

  Pferdchen will etwas sagen und trippelt zum Feuer hin, ...

  ... wo es sich umdreht, sodass seine Bombe den Flammen bedrohlich nahe kommt.

  Doktor Meer ruft alarmiert: "Geh nicht zu nah' ans Feuer, Pferdchen! Wenn deine Bombe hochgeht, sind wir alle nur noch Wandmalereien in einem Krater."

  Pferdchen grinst: "Was hast du dagegen? Das ist doch ein hübsches Form des Unsterblichkeit."

  Meer lacht: "Bestimmt! Aber das haben sich vielleicht nicht alle so vorgestellt."

  Pferdchen, ernst: "Ich habe mir auch etwas anderes vorgestellt ..."

  Rufe aus dem Publikum: "Was denn?", "Mach's nicht so spannend!", "Pferdchen will doch nur, dass wir alle zuh?ren.", "Immer im Mittelpunkt stehen!".

  Nachdem alle ihm ihre Aufmerksamkeit schenken, f?hrt Pferdchen fort wie oben: "Ich habe mir vorgestellt, dass uns solche Kampffliegen angreifen und wir in Minuten tot sind."

  Beklommenes Schweigen.

  Endo meldet sich schüchtern: "Ich habe auch schon bemerkt, dass dieses Siedlung keine Schutzvorrichtungen hat ..."

  Aladan, sp?ttisch: "Sollen wir am Rand von Genville Fliegenflugabwehrkanonen aufstellen?"

  Endo, eingeschüchtert: "Ich weiss nicht, ob das gegen alle Arten von Angriffen sinnvoll w?re."

  Hisch, grantig: "K?nnt ihr unser schüchternes Endo nicht mal ausreden lassen, ohne es mit eurem Spott aus dem Konzept zu bringen?"

  Alle schauen nun gespannt auf Endo, was diesen erst recht verlegen stottern l?sst: "?hm, ich ... ja ... Ich dachte, dass ein rechtzeitiges Warnung das Wichtigste ist, sodass wir, auf welches Bedrohung auch immer, genug Zeit haben, um angemessen zu reagieren."

  Antara, versonnen l?chelnd: "So einfach! So klar! Mit solchem Wucht in unser Bewusstsein gehoben! Wer k?nnte etwas gegen dieses Vorschlag einwenden?"

  Aladan, ironisch: "Jetzt, wo du uns mit solchem Wucht klar gemacht hast, dass es nichts einzuwenden gibt, wohl niemand."

  Kichern und Lachen.

  Lara fragt Endo interessiert: "Hast du schon ein Idee, Endo?"

  Endo, bescheiden: "Nein, ich wollte euch zuerst fragen, ob es euch recht ist ..."

  Lara, impulsiv: "Natürlich ist es uns recht! Du darfst mich für dein Initiative auch vernaschen."

  Aladan, sp?ttisch: "Es dürfte dich auch ohne jedes Initiative vernaschen."

  Lara, lachend: "Ja schon, aber Endo schaut immer so ernst. Das braucht bestimmt ein Grund."

  Rot vor Verlegenheit starrt Endo mit grossen Augen vor sich hin und weiss nicht, was er sagen soll. Hisch, grinsend: "Jetzt habt ihr das süsse Endo ganz verlegen gemacht, ihr Schlampen."

  Allgemeines Gel?chter und Kichern. Endo m?chte am liebsten im Boden versinken und denkt: 'Hier ist einfach alles lustig.'

  Szeneanfang:

  Am n?chsten Morgen spazieren Lara und Meer, ohne sich zu berühren, durch Genville. Meer, unsicher: "Und wenn es nicht klappt? Werde ich dann ewig dieses emotionale Loch in mir haben? Wie werde ich sein? Kann ich mich noch akzeptieren? Ich will nicht zu einem s?uselnden Weichling mutieren."

  Lara, aufmunternd: "Nun hab doch ein bisschen Mut, Doktor Meer! Oder bist du etwa ein s?uselndes Weichling?"

  Ambellmi wird sichtbar. Lara: "Hallo, Ambellmi, Doktor Meer m?chte f?hig sein zu lieben. Kriegst du das hin?"

  Meer schweigt voller Unbehagen.

  Ambellmi: ""Nun, was m?chte es denn lieben? Ein G?nseblümchen, eines von Estragons Kirschen, die H?user von Genville?""

  Meer macht "Argh" und Lara lacht fr?hlich ...

  ... und sagt: "Wie w?r's mit Frauen?"

  Ambellmi: ""Ich halte das für kein gutes Idee.""

  Lara, sinnierend: "M?nner?"

  Ambellmi: ""Auch nicht besser.""

  Lara, zweifelnd: "Also doch G?nseblümchen?"

  Vernichtet wendet sich Meer ab und sagt: "Ich gehe."

  Ambellmi: ""Du sprichst von sexuellen Bedürfnissen, Lara. Aber die hat Doktor Meer schon. Liebe hingegen ist etwas Grundlegendes. Lara liebt ihre Schwestern genauso wie die M?nner von Genville. Wenn sie durch Genville geht, streicheln ihre Blicke die H?user, die Kunstwerke, die B?ume, Büsche und die Blüten der Blumen. Sie liebt Flu genauso wie die anderen Lebewesen von Genville. Die Flammen des Feuerbuschs, das Farbenpracht des Sonnenuntergangs, das Milde des Mondes und das Reinheit des Himmels lassen sein Herz pochen. Lara ist wie ein See aus Liebe, aus dem alle Wesen, die sich in gutem Absicht n?hern, trinken dürfen.""

  Meer ist stehen geblieben und starrt Lara an, als s?he er sie zum ersten Mal. Lara, staunend zu Ambellmi: "Warum bist du so weise, Ambellmi? So jung, wie du bist, solltest du doch viel kindischer sein als wir."

  Ambellmi: ""Mit meinem Feldsinn kann ich doch einfach ablesen, wie es in deinem Hirn aussieht. Dazu braucht es kein Weisheit. Das kann jedes Kindskopf.""

  Lara, lachend: "Ja, da hast du recht."

  Auch Ambellmi lacht "Hahaha".

  Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Nachdenklichkeit schaut Meer Lara an und sagt: "Das Thema Liebe hat in mir stets den Hohn-und-Spott-Reflex ausgel?st. Vielleicht weil ich gespürt habe, dass ich ohne solche Gefühle auf diesem Feld der ewige Verlierer sein würde. Also habe ich es in den Dreck gezogen, denn auf einem nichtswürdigen Feld brauchte ich nicht zu siegen. Hier und heute ist es das erste Mal, dass ich so etwas wie ... Hochachtung empfinde vor einem Menschen, der einen See der Liebe in sich tr?gt."

  Ambellmi: ""Dann lass mich dich auch in ein See verwandeln.""

  Meer wehrt erschrocken ab: "Nein, nein, bitte ... Nichts überstürzen ... Ich ..."

  Lara, mitfühlend: "Wie w?r's mit einem Tümpel?"

  Meer ist verwirrt: "?hm ... Tümpel?"

  Lara erl?utert: "Ja, Ambellmi k?nnte dein Liebesf?higkeit auf Tümpelgr?sse beschr?nken. Dann k?nntest du dich an deine neuen Gefühle gew?hnen, ohne Angst haben zu müssen, dass du in einem See ertrinkst."

  This story has been taken without authorization. Report any sightings.

  Ambellmi: ""Jemand, das Meer heisst, sollte doch nicht Angst haben vor einem See, hahaha.""

  Lara lacht. Meer, gequ?lt: "Sehr witzig."

  Meer, z?gernd: "So kommen wir nicht weiter ... Ich muss mich entscheiden ..."

  Meer schaut auf zu Ambellmi und sagt entschlossen: "Ich will es mit dem Tümpel versuchen. Dann sehen wir weiter."

  Ambellmi: ""Halt dich sch?n still! Ich frische dein kaum vorhandenes Beliebtheitsbedürfnis auf, damit du dir mehr Mühe gibst, das Zuneigung der anderen zu erwerben. Nun implementiere ich dir Nervenzellen, die Zuneigungsfelder erzeugen, sobald du etwas als angenehm, sch?n oder sympathisch empfindest. Das ist erstaunlich. Du hast gar keine solchen Zellen. Da ist nichts. Ein Loch. Dein inneres Leere ist k?rperlich bedingt. Ich pflanze nicht allzu viele Zuneigungszellen ein, damit wir das Tümpelgr?sse deines Liebesf?higkeit nicht überschreiten ... So, fertig.""

  Lara, zu Ambellmi, bewundernd: "Du bist ein wunderbares Nutzwesen, Ambellmi, und unser st?rkstes Waffe im Kampf gegen das Schmerz und für das Freude, weil du die Probleme an dem Wurzel l?st."

  Meer, Stirn runzelnd: "Warum sagst du das? Ambellmi weiss es doch schon l?ngst."

  Lara schaut zu Ambellmi hoch und sagt mit nach innen gekehrtem Blick, als h?re sie auf eine innere Stimme: "Etwas gesagt zu bekommen ist nicht dasselbe, wie etwas zu wissen ..."

  Lara schaut Meer an und sagt mit auf die Brust gelegter Hand und strahlendem L?cheln: "Wenn ich sage 'Ich liebe dich', spürst du da nicht viel mehr, als wenn du es nur 'weisst'?"

  Meer, abwehrend: "Nein, nein, sag so etwas nicht! Du kannst mich nicht lieben. Ich habe zu viele Leute gequ?lt ... Ich bin ein Monster ..."

  Lara, ernst: "Ja, du warst ein Monster, weil dein Gehirn ein Defekt aufwies. Aber das haben wir nun behoben."

  Meer, gequ?lt: "Seit Ambellmi mir die sadistischen Neigungen entfernt hat, kommen mir meine Abscheulichkeiten unverst?ndlich vor. Es ist, als h?tte sie ein Fremder begangen. Und doch war ich es. Ich kann mich nicht aus der Verantwortung stehlen."

  Lara, wie oben: "Unser Bedürfnisstruktur ist das einzige und letzte Instanz, das allem ein Wert zuweist. Unser Wertesystem und damit unser Moral h?ngt von unserem Bedürfnisstruktur ab. Dadurch ist jedem Wesen sein eigenes, pers?nliches Moral gegeben, über das es nicht entscheiden kann. Es ist physikalisch falsch zu glauben, du k?nntest dein Moral selber bestimmen. Mit diesem Moral wirst du geboren. Moral ist Schicksal. Deshalb kannst du auch kein Verantwortung dafür übernehmen. Und deshalb ist Ambellmi so wichtig, weil es dieses Schicksal ver?ndern kann."

  Meer wirkt nicht sehr getr?stet: "Aber warum werden solche Menschen wie ich überhaupt geboren?"

  Lara, wie oben: "Die Fehler in dem natürlichen Reproduktion haben das Vorteil, dass das Natur alles ausprobieren kann. Und sie haben das Nachteil, dass das Natur so grausam ist."

  Meer lacht bitter: "Dann kann ich bequem alles auf die Natur abschieben. Ich war also ein Naturschwein und jetzt bin ich ein Kunstheiliger."

  Lara, mit leichtem L?cheln: "Was sollen wir tun, Doktor Meer? Alles ausrotten oder versuchen, aus Monstern 'Kunstheilige' zu machen?"

  Meer schaut Lara lang und schweigend an, ...

  ... senkt den Blick und sagt leise: "Denkst du, dass ich eines Tages genug Gutes getan haben werde, um Erl?sung zu finden?"

  Lara, ehrlich und offen: "Nein, das glaube ich nicht. Was du getan hast, wird dich immer qu?len, solange du dich daran erinnern kannst. Erl?sung wirst du erst finden, wenn Ambellmi deine Erinnerungen ausl?scht."

  Meer schüttelt den Kopf: "Nein, das will ich nicht. Ich will nicht vergessen, wie Menschen sein k?nnen. Dann ertrage ich lieber die Qual als meine kleine H?lle auf Erden, die mir in kleinen Dosen zurückzahlt, was ich ausgeteilt habe."

  Meer schaut Lara an und sagt, tapfer l?chelnd: "Mein Leben muss nicht perfekt sein, nur ertr?glich."

  Lara ergreift Meers Hand ...

  ... und sagt, mit ihm weg gehend, sanft: "Dann lass mich jetzt mit dem W?rme meines Hand dein Schmerz lindern ..."

  Ein paar Schritte weiter f?hrt Lara fort wie oben: "Und sp?ter, wenn du dich etwas beruhigt hast, mit dem W?rme meines Schosses."

  Szeneanfang:

  Immer noch Morgen. Chromos 5 ist wieder gesund und weilt mit Antara an einem lauschigen Pl?tzchen in Genville. Die beiden sehen aus wie die griechische Statue eines Liebespaares.

  Pferdchen und Giftstrauss haben sich Antara und Chromos 5 bis auf wenige Meter gen?hert und betrachten schweigend das wundersch?ne Bild der Liebe.

  Antaras Blick richtet sich auf Pferdchen und Giftstrauss und sie schenkt ihnen ein feines, melancholisches L?cheln.

  Pferdchen und Giftstrauss schauen sich unschlüssig an ...

  ... und wenden sich zum Gehen.

  Antaras Stimme h?lt sie zurück: "Ihr st?rt nicht."

  Antara, mit dunklem L?cheln: "Chromos 5 wird euer Frage beantworten."

  Chromos 5 scheint erst jetzt von den Kampforganismen Notiz zu nehmen und sagt etwas erstaunt: "Welches Frage denn?"

  Die Kampforganismen haben sich Chromos 5 zugewandt. Pferdchen: "?hm ja ... Wir m?chten gern wissen, wie ihr mit dem Forschungsbedürfnis umgeht, wenn sich alles um euch herum in Fragezeichen verwandelt."

  Giftstrauss: "Es ist verwirrend. Wo sollen wir beginnen?"

  Chromos 5: "Hm, ich spanne wohl ein rotes Faden von Fragezeichen zu Fragezeichen, um so das Dringlichkeit ihres L?sung festzulegen. Dann arbeite ich die Probleme entlang diesem Faden ab ..."

  Giftstrauss, scheinbar ernsthaft: "Geht das auch mit einem blauen Faden?"

  Chromos 5 zeigt sich befremdet.

  Pferdchen kichert: "Das war ein Scherz."

  Chromos 5, l?chelnd: "Ich weiss. Ich habe ein begriffsstutziges Gesicht aufgesetzt, um euch das Spass nicht zu verderben."

  Pferdchen jammert: "Siehst du, Doktor Giftstrauss, diese Chromos 5 Typen sind uns über. Wir sind viel zu bl?d zum Forschen."

  Giftstrauss, zuversichtlich: "Ach was, Professor Pferdchen, wenn ich zu dumm bin, habe ich in meinem Hintern bestimmt noch Platz für etwas Gehirn."

  Pferdchen, trotzig: "Aha, und ich soll mein Bombe durch Gehirn ersetzen? Und wenn wir das n?chste Mal angegriffen werden, bewerfe ich die Feindlichen mit Hirnmasse."

  Antara und Chromos 5 beobachten amüsiert, wie die Kampforganismen weg gehen. Sie h?ren Giftstrauss noch sagen: "Hab kein Angst! Deine schmutzigen Gedanken werden alle Feindlichen in das Flucht schlagen."

  Antara und Chromos 5 schauen sich l?chelnd an ...

  ... und nehmen wieder ihre Haltung vom Szeneanfang als griechische Statue eines Liebespaares ein.

  Szeneanfang:

  Pferdchen und Giftstrauss stehen wenig sp?ter vor dem auf einen kr?ftigen Stamm aufgesetzten, etwa einen Meter durchmessenden Kugelgebilde des Bibliothekswesens. Pferdchen, zum Bibliothekswesen: "Nun sag schon, was wir erforschen sollen! Es hat doch kein Zweck, wenn wir etwas heraus finden, was du schon weisst."

  Bibliothekswesen: "Soll ich euch mein gesamtes Wissen erz?hlen, damit ihr sehen k?nnt, wo Lücken sind?"

  Pferdchen, provozierend: "Soll ich mein Bombe unter deinem Hintern zünden, sodass du bald nur noch ein einziges Lücke bist?"

  Bibliothekswesen, protestierend: "Sind Kampforganismen immer so freundlich?"

  Giftstrauss, nüchtern: "Ja, da haben wir wohl ein Lücke."

  Pferdchen kichert.

  Bibliothekswesen: "Es nützt doch nichts, wenn ich euch Lücken aufz?hle. Ihr müsst auch noch f?hig sein, sie zu schliessen. Dazu braucht ihr Grundlagenwissen. Was wisst ihr denn?"

  Pferdchen, nachdenklich: "Hm, ich weiss eigentlich nichts. Weisst du was, Giftstrauss?"

  Giftstrauss, nüchtern: "Nein, ich weiss auch nichts."

  Bibliothekswesen spottet: "Wie wunderbar! Zwei Hohlk?pfe, die Lücken füllen wollen."

  Pferdchen, unzufrieden zu Giftstrauss: "Siehst du? Ich hab's dir ja gesagt. Wir sind zu bl?d zum Forschen. Wir werden an Langeweile sterben, weil wir unser Forschungsbedürfnis nicht s?ttigen k?nnen."

  Giftstrauss bleibt hartn?ckig: "Dinge k?nnen auch erforscht werden, indem etwas mit ihnen getan wird. Wir k?nnten etwas mit Dingen tun."

  Bibliothekswesen: "Und was k?nnt ihr?"

  Pferdchen, sp?ttisch: "Wir k?nnen gut überleben und massenhaft Lebewesen t?ten."

  Bibliothekswesen, wenig begeistert: "Sehr viel versprechend."

  Bibliothekswesen, versucht etwas hilflos zu scherzen: "Dann geht doch auf das Mars! Dort k?nnt ihr eure überlebenskünste anwenden und braucht niemanden umzubringen."

  Giftstrauss, ernsthaft: "Und was weisst du so von diesem Mars?"

  Bibliothekswesen, erstaunt, dass Giftstrauss den Vorschlag ernst zu nehmen scheint: "Fast nichts."

  Giftstrauss, scharfsinnig: "Dann w?re also jedes Information, das wir dir über dieses Mars bringen, wertvoll?"

  Bibliothekswesen weiss nicht, worauf Giftstrauss hinaus will: "?hm, ja."

  Pferdchen, wenig begeistert zu Giftstrauss: "Du willst also auf dieses Mars?"

  Giftstrauss, tatendurstig: "Ja, lass uns dort Wissen sammeln!"

  Pferdchen, skeptisch: "Wir wissen ja gar nicht, was dieses Mars ist."

  Bibliothekswesen, sachlich: "Das Mars ist ein Planet dieses Sonnensystems, auf dem ihr wahrscheinlich gleich ersticken oder erfrieren werdet, wenn ihr dort ankommt."

  Die Kampforganismen sind zuerst überrascht, ...

  ... schauen sich dann mit verschw?rerischem Grinsen an ...

  ... und sagen im Chor zum Bibliothekswesen: "Wir gehen auf das Mars!"

  Szeneanfang:

  Etwas sp?ter an diesem Morgen sitzt Endo ein wenig versteckt auf einem Stein im Essgarten und versucht sich Mut zu machen, indem er vor sich hin spricht: "Du gehst jetzt zu diesen Nutzwesen, Endo, und es wird dir nichts ausmachen, dass sie dich auslachen. Ihr Lachen wird noch im Wipfel von Estragons Baum zu h?ren sein. Aber du wirst fest daran glauben, dass sie dich trotzdem ernst nehmen. Es wird dir gelingen, zwischen all den 'Hahas' deine Gedanken vorzutragen. Und irgendwann, nach Stunden qualvoller Missverst?ndnisse, die sie absichtlich herbei führen, werden sie verstehen, was du von ihnen willst, und dir helfen, nicht ohne dein Wunsch derart ins L?cherliche zu ziehen, dass du am Ende selber nicht mehr weisst, ob dein Idee nicht bloss ein Witz war, erfunden nur, um allen ein Moment des Heiterkeit zu schenken ..."

  Endo schl?gt verzweifelt die H?nde vors Gesicht und klagt: "Ich kann es nicht! Und doch, ich muss!"

  Endo l?sst sich seitlich vom Stein fallen, ...

  ... sodass er ausgestreckt über den Boden rollt, ...

  ... schliesslich liegen bleibt und zwischen den gespreizten Fingern durch schauend sagt: "Sei tapfer, Endo! Du warst immer ein Feigling, bist immer geflohen vor all diesem boshaften Lachen, das vorher oder nachher immer begleitet war von Tod und Verwüstung. Wenn das hier kein Schwindel ist, wenn Genville dein Heimat sein soll, dann musst du alles geben, um es zu beschützen."

  Endo legt sich auf den Rücken, befreit sein Gesicht von den H?nden, schaut zu den Esspflanzen hoch und spricht ruhiger: "Sei tapfer, Endo! Dann kannst du vielleicht eines Tages daran glauben, dass es ein Lachen gibt, das nicht aus Klingen besteht, die sich in dein Rücken bohren."

  Endo unterdrückt ein Lachen, sodass nur ein "Ch-Ch-Ch" zu h?ren ist und sagt: "Ich rede schon so geschwollen wie die Genvilles."

  Endo setzt sich, umklammert seine angezogenen Beine mit den Armen und f?hrt nachdenklich fort: "Selbst mit dem Sprache treiben sie ihr Spiel ... Als ob es für das Ernst des Lebens keine Worte g?be ... und nur das stumme Blick sich absenkt in ihre Herzen, alles sagend, was zu sagen sich lohnt."

  Endo steht auf und macht sich Mut: "Sei tapfer, Endo! Du wirst jetzt ihr Gel?chter ertragen und dich nicht l?nger verwirren lassen von dem Oberfl?che ihres Sprache."

  Endo, nachdenklich: "Auch wenn ich mir ihr Zuneigung bloss einbilde und dieses Irrtum mein Leben kostet. Wozu soll ich weiter leben in einem Welt, wo nichts und niemand mir Geborgenheit schenkt?"

  Wie Endo sich zum Gehen anschickt, f?llt sein Blick auf die Esspflanzen und er macht: "Hm ..."

  Endo denkt: 'Ich k?nnte wenigstens aus diesen Früchten ein Blitzableiter für Gel?chter bauen

  ...'

  Wie Endo bei den Nutzwesen Bioskop, Tank, Hilfsorgane und Trage auftaucht, tr?gt er einen selbstgebastelten, grotesken Hut aus Früchten und Gemüsen. Hilfsorgane: "Was kommt denn da für ein Früchtchen?"

  Trage: "Da hat wohl jemand fruchtbare Gedanken gehabt."

  Die Nutzwesen lachen. Endo denkt mit stillem L?cheln: 'Es klappt.'

  Endo bemüht sich, ernsthaft zu wirken: "Ich wollte mal etwas Kleidsames, das ich unterwegs auch essen kann."

  Bioskop: "Wenn du dein Kleid essen willst, bauen wir dir eines. Welches Geschmack h?ttest du gern?"

  Endo wehrt ab: "?hm, nein, nicht n?tig."

  Hilfsorgane: "Warum nur ein Geschmack? Mach ihm doch ein buntes Kleid mit vielen Aromen!"

  Tank: "Du darfst dein Kleid aber nicht bis zum Bauchnabel aufessen, sonst hast du kein Ruhe mehr vor den Genvilles, hihihi."

  Trage: "Ein essbares Kleid ist doch Bl?dsinn. Wenn es die Schultern isst, f?llt es hinunter."

  Endo macht eine bes?nftigende Handbewegung und versucht sich verst?ndlich zu machen: "?hm, ich bin ganz zufrieden mit meinem Esshut ... Ich h?tte ein anderes Wunsch ..."

  Hilfsorgane: "'Esshut' nennt es dieses Früchteschale."

  Trage: "Ist doch unbequem. Da musst du immer mit einem steifen Rücken rum laufen, sonst f?llt es herunter."

  Endo reisst sich zusammen, l?chelt tapfer und greift mit beiden H?nden nach seinem Esshut, wobei er denkt: 'Ich muss das Ding loswerden, sonst h?ren die mir nie zu.'

  Endo legt den Esshut auf Trage und sagt, als sei er ertappt: "Ihr habt mich durchschaut. Es ist n?mlich ein Früchteschale, das ich euch hiermit überreiche, um euch ein Freude zu bereiten. Lasst es euch schmecken!"

  Stille.

  Die Nutzwesen lachen explosionsartig los, sodass es den überraschten Endo auf den Rücken schl?gt.

  Endo rappelt sich auf und fragt verwirrt: "?hm, habt ihr Früchte nicht gern?"

  Trage, lachend: "Denkst du, wir seien zu faul, um in das Essgarten zu laufen, wenn wir Hunger haben? Uns Essen zu bringen ist wie Sand in das Wüste streuen."

  Auch die anderen Nutzwesen lachen.

  Hilfsorgane, fr?hlich: "Lasst uns alles aufessen! Damit wird Endo zum Erfinder des essbaren Witzes."

  W?hrend sich Endo verwirrt am Kopf kratzt, machen sich die Nutzwesen lachend über die Esswaren her.

  Endo nimmt einen neuen Anlauf und sagt in das allgemeine Geschmatze und Gemampfe hinein: "?hm, ich h?tte da noch ein Wunsch ..."

  Hilfsorgane deutet schmatzend auf Bioskop und sagt: "Diefef tonnenf?rmige Gebilde ift für Wünfe zuft?ndig."

  Bioskop protestiert: "Ich bin kein Tonne, du h?ssliches Schmatzarmkn?uel."

  Kichern.

  Endo wendet sich Bioskop zu und sagt: "Ich habe mir das so vorgestellt ..."

  Szeneanfang:

  Um die Mittagszeit stehen Pferdchen und Giftstrauss unschlüssig vor dem Wegdopplerwesen. Pferdchen: "Wenn das Wegdopplerwesen das Mars nicht trifft, h?ngen wir irgendwo zwischen den Planeten. Das ist ungemütlich."

  Giftstrauss: "Und wenn es das Mars trifft, ersticken wir. Ist das gemütlicher?"

  Pferdchen, grinsend: "Fragen wir doch unser Gemütlichkeitsverwalter."

  Pferdchen, zu dem sich n?hernden und etwas überraschten Martin: "Du, Martin, was sollen wir tun, damit wir es auf dem Mars gemütlich haben?"

  Martin, der es als Ex-Politiker gewohnt ist, zu organisieren, antwortet professionell: "Nun, ich würde Ambellmi mitnehmen, um zu überleben, und ein noch nicht ausgewachsenes Wegdopplerwesen, um wieder nach Genville zu gelangen ..."

  Martin f?hrt fort: "Und ich würde grosse Geb?ude mit durchsichtigen W?nden wachsen lassen, die in ihrem Inneren eine geeignete Atmosph?re herstellen, sodass eine Siedlung wie Genville darin gedeihen k?nnte. Das w?re wohl das Mindeste, um einen gemütlichen Aufenthalt auf dem Mars zu gew?hrleisten."

  Die beiden Kampforganismen schauen Martin verblüfft an.

  Pferdchen, beeindruckt zu Martin: "He, wie kannst du schon ein fertiges Plan haben, wenn du eben erst erfahren hast, worum's geht?"

  Martin, geschmeichelt: "Als Politiker musste ich vieles organisieren. Das bringt Erfahrung."

  Giftstrauss, lachend: "Wir sollten vielleicht auch ein noch nicht ausgewachsenes Martinwesen mitnehmen, damit es Mars-Genville aufbauen hilft."

  Pferdchen lacht herzlich, Martin eher schmerzlich.

  Pferdchen rennt unternehmungslustig voran uns sagt: "Dann werden Bioskop und Tank uns jetzt ein paar Sachen bauen."

  Szeneanfang:

  Am Abend, die Sonne berührt schon fast den Horizont, zieht Lara Doktor Meer an der Hand von der Baumplattform hinaus auf den Baumpfad hoch über Genville.

  Lara und Meer setzen sich zur Sonne hin auf den Rand des Baumpfades und lassen ihre Beine über dem Abgrund baumeln.

  Lara schaut Meer forschend an und fragt: "Und ...?"

  Meer schaut Lara mit einem langen, etwas abwesenden Blick an, weil er sich überlegt, was er sagen soll.

  Meer schaut immer noch so ?hnlich wie oben, beginnt aber zu sprechen: "Nun, es ist, als h?tte jemand eine Minihandgranate in meinem Hirn gezündet ..."

  Lara, erschrocken: "Dann hat Ambellmi zu viel ..."

  Meer, beschwichtigend: "Nein, nein, das ist es nicht."

  Meer schaut vor sich hin und konzentriert sich darauf, was er sagen will: "Die Explosion hat ein Loch gerissen in vieles, was mir bisher wichtig war. Gedanken, die strotzten vor Gefühl, liegen nun bedeutungslos herum wie zerknülltes Papier."

  Lara, mitfühlend und interessiert: "Welche Gedanken denn?"

  Meer, mit schmerzlichem L?cheln, vor sich hin: "Alles, was mit Ruhm und Ehre zu tun hat, mit Chef sein ... Die kleinen und grossen Freuden am Schmerz der anderen ..."

  Meer, ernst, leicht befremdet, vor sich hin: "Alles, wofür ich mich eingesetzt habe, erscheint nun v?llig sinnlos. Selbst die Bedürfnisstruktur von euch Genvilles habe ich nur heimlich manipuliert, um irgendwann die Anerkennung für die Schaffung perfekter Menschenwesen zu ernten ... Nichts geschah aus Liebe. Alles nur aus Gier nach Macht und Ruhm und sadistischem Vergnügen ..."

  Lara, behutsam: "Und das zarte Pfl?nzchen des Liebe?"

  Meer, bedrückt: "Ich irre herum zwischen den grauen Ruinen meiner bisherigen Existenz. Noch will nichts Grünes darin wachsen ..."

  Lara, eifrig: "Aber in diesen Ruinen wird nichts wachsen. Verlasse sie und geh in ein neues Land!"

  Meer, widerstrebend: "Aber sie sind mein Zuhause."

  Lara, belehrend: "Sie waren es."

  Mehr, bedrückt: "Hinter mir ist das Nichts des Gestern und vor mir das Nichts des Morgen. Ich kann mich nicht bewegen ... Ich ..."

  Lara, engagiert: "Ja, du fürchtest dich. Und trotzdem wirst du jetzt die Angstfelder so weit unterdrücken, dass sie das Aufbau der Zuneigungsfelder nicht mehr st?ren. Sobald n?mlich die ersten Zuneigungsfelder auftauchen, wirst du spüren, dass du festes Boden unter deinen Füssen hast."

  Meer schaut demonstrativ auf seine über dem Abgrund h?ngenden Füsse, mit denen er wackelt, und sagt mit gespielter Naivit?t: "Hm, findest du?"

  über dieses krasse Missverh?ltnis zwischen Laras Sprachbild und der Wirklichkeit müssen beide lachen.

  Meer lenkt ein: "Na gut, was soll ich tun?"

  Lara ergreift Meers Hand und instruiert: "Denk an nichts! Spüre das W?rme meines Hand! Betrachte die glühenden Farben des untergehenden Sonne und spüre auch sein W?rme!"

  Meer, gehorsam: "Ich spüre."

  Lara, wie oben: "Jetzt versuche dieses Augenblick zu geniessen! Lass es einfach zu, ohne Gedanken, ohne Befürchtungen, ohne Ablenkung!"

  Meer n?rgelt: "Aber die Sonne blendet und ist heiss und meine Hand schwitzt in der deinen ..."

  Lara schl?gt's auf den Rücken.

  Lara bleibt auf dem Rücken liegen, schaut Meer an und sagt mit strahlendem Lachen: "Du bringst mich zum Verzweiflung."

  Meer betrachtet die strahlende Lara und sagt mit schwachem L?cheln: "Du siehst aber nicht danach aus."

  Lara l?chelt verführerisch und sagt leise: "Wie sehe ich denn aus?"

  Meer beugt sich zu Lara hinab und küsst sie auf den Mund.

  Szeneanfang:

  Am n?chsten Morgen schwebt Ambellmi dicht über dem Boden vor dem Wegdopplerwesen. Ambellmi ist beladen mit Pferdchen, Giftstrauss, einer schon recht grossen Kopie des Wegdopplers und der gut einen Meter hohen, kugelf?rmigen, durchsichtigen Atmosph?renqualle, die eben an eine Qualle erinnert.

  Ambellmi: ""Wenn ich auf das Wegdopplerwesen schwebe, werde ich mich auf unser Ziel konzentrieren. Ihr denkt an nichts oder allenfalls an ein weisses Fl?che. Wenn wir an drei verschiedene Orte denken, verwirren wir das Wegdopplerwesen und landen im Nirgendwo.""

  Giftstrauss und Pferdchen haben die Augen geschlossen und sagen im Chor: "Alles weiss!"

  Ambellmi schwebt auf die mittlere Plattform des Wegdopplerwesens.

  Einige Sekunden lang geschieht nichts, was die Spannung ansteigen l?sst.

  Das Wegdopplerwesen dreht sich langsam horizontal um seine senkrechte Mittelachse, um sich nach dem Mars auszurichten.

  Pl?tzlich ist die mittlere Plattform leer und zwei halb so grosse Ambellmis erscheinen mit ihrer Fracht in den seitlichen Pavillons des Wegdopplerwesens.

  Im n?chsten Augenblick sind die Pavillons gespenstisch leer.

  Hoch über der Marskugel, in der Schw?rze des Alls taucht Ambellmi auf und hüllt sich und die Fracht sofort in eine schützende Kuppel aus Luft.

  Ergriffen schauen Giftstrauss und Pferdchen hinab auf den roten Planeten. Pferdchen: "Warte, Ambellmi! Ich m?chte noch ein wenig schauen ... Das ist einfach gewaltig!"

  Giftstrauss: "Ja, ein ganzes Wüste für uns allein ... Ohne dass wir immer aufpassen müssen, ob uns jemand umbringen will."

  Ambellmi: ""Dieses Wüste würde euch mit ihrem zu dünnen und unbrauchbaren Atmosph?re genauso schnell umbringen wie ein Kampforganismus.""

  Giftstrauss: "Kannst du das Planet nicht anpassen, damit wir darauf leben k?nnen?"

  Ambellmi: ""Ich müsste das Planet schwerer machen, damit es ein dichteres Atmosph?re halten kann. Dann müsste ich die Gase umwandeln und das fehlende Menge erg?nzen.""

  Pferdchen: "Dann los!"

  Ambellmi: ""Ich will nicht.""

  Pferdchen und Giftstrauss sind verblüfft. Giftstrauss: "Aber warum nicht?"

  Ambellmi: ""Mit dem g?ttlichen Macht ist es so ein Sache. Du kannst alles nach deinem Willen formen. Aber wird ein so geformtes Universum noch interessant sein? Soll jedes Planet aussehen wie das Erde und soll jedes Intelligenz daher kommen wie ein Menschenwesen?""

  Pferdchen protestiert: "Ich will nicht so ein schlotteriges Zweibein sein!"

  Giftstrauss wehrt sich: "He, ich bin nicht schlotterig!"

  Die drei Wesen lachen.

  Ambellmi: ""Wenn wir uns ein spannendes Universum erhalten wollen, sollten wir nicht alles Fremde einstampfen oder gleichschalten. N?hern wir uns den Dingen behutsam. Besiedeln wir das Mars zu seinen Bedingungen, auch wenn dies mühsamer und gef?hrlicher ist.""

  Giftstrauss, entschlossen: "Gefahr hat uns noch nie geschreckt."

  Ambellmi: ""Dann schlage ich vor, dass wir ein Ort ausw?hlen, das landschaftlich abwechslungsreich und keinen heftigen Stürmen ausgesetzt ist.""

  Pferdchen, nüchtern: "Dann geh mal vor!"

  Die drei Wesen lachen, w?hrend Ambellmi sich in die Marsatmosph?re absinken l?sst.

  In grosser H?he rasen sie über die tote Marslandschaft und halten Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz.

  Giftstrauss deutet nach unten: "Dort sieht's doch ganz wohnlich aus, hehehe."

  Ambellmi landet an der bezeichneten Stelle ...

  ... und vergr?ssert sofort die Schutzhülle, sodass nun etliche Meter des Marsbodens begehbar sind.

  Pferdchen und Giftstrauss heben die Atmosph?renqualle hoch, um sie auf den Marsboden zu tragen, ...

  ... halten jedoch inne, wie Pferdchen fragt: "Und wenn hier kein Wasser ist, dann kann das Atmosph?renqualle ja gar nicht wachsen?"

  Ambellmi: ""In hundertzwanzig Metern Tiefe hat es ein Wasserblase, das gross genug ist für ein ganzes Siedlung, sofern das Wasser wiederverwendet wird.""

  Pferdchen und Giftstrauss wuchten die Atmosph?renqualle auf den Marsboden, ...

  ... wo sich ihre Wurzeln unverzüglich in den knackenden und knirschenden Boden bohren. Pferdchen und Giftstrauss beobachten den Vorgang interessiert.

  Pferdchen und Giftstrauss wenden sich wieder Ambellmi zu, um weiter abzuladen. Pferdchen, kichernd: "Unser Qualle freundet sich mit dem Mars an."

  Pferdchen und Giftstrauss fassen das kleine Wegdopplerwesen auf je einer Seite an der mittleren Plattform ...

  ... und wuchten es ?chzend runter von Ambellmi.

  Wie sie damit auf dem Wüstenboden stehen, sagt Giftstrauss: "Wir sollten es ganz nahe an das Atmosph?renqualle stellen, damit es m?glichst schnell eingewachsen ist."

  Also stellen sie das Wegdopplerwesen mit der mittleren Plattform m?glichst nahe an die Qualle.

  Pferdchen schaut skeptisch auf die Qualle und meint: "Ob das mit dem Einwachsen funktioniert?"

  Giftstrauss: "Versuch's doch mal! Du bist ja klein genug."

  Pferdchen trippelt auf die Qualle zu, ...

  ... und streckt vorsichtig eine Hand durch die gallertige Quallenhaut, bis sie ganz drin ist.

  Pferdchen fasst Mut, trippelt weiter, bis Kopf und Vorderbeine in der Qualle sind ...

  ... und es sich schliesslich mit dem ganzen K?rper drin befindet.

  Giftstrauss tastet prüfend die Stelle der Quallenhaut ab, die Pferdchen eben durchstossen hat, und sagt: "Das Haut ist unbesch?digt."

  Giftstrauss, zu Pferdchen, besorgt: "Kannst du atmen?"

  Pferdchen, sp?ttisch: "Liege ich auf dem Rücken und japse nach Luft?"

  Giftstrauss, mit gespielter Erschrockenheit: "Aber du l?ufst doch schon ganz blau an!"

  Obwohl Pferdchen gar nicht blau anl?uft, ist es alarmiert ...

  ... und verl?sst fluchtartig die Atmosph?renqualle.

  Wie Pferdchen, nach Luft schnappend, draussen steht, lacht Giftstrauss: "Hahaha, war doch bloss ein Scherz."

  Pferdchen f?ngt sich schnell und sagt arglos zu Giftstrauss: "Du solltest wenigstens mal das Kopf reinstecken, damit du weisst, wie sich das anfühlt."

  Giftstrauss steckt den Kopf in die Atmosph?renqualle ...

  ... und zieht ihn gleich wieder angewidert raus.

  Giftstrauss protestiert: "Du vierbeiniges Pferdeapfel hast da drin gefurzt!"

  Pferdchen lacht: "Hahaha, war doch bloss ein Scherz."

  Ambellmi kichert ...

  ... und kommentiert: ""Wie ich sehe, kommt euer Forschungsexpedition gut voran.""

  Pferdchen, grinsend: "Du Stück Fliegeboden, bau lieber das Schutzwürfel, statt uns zu verspotten, sonst wissen wir ja gar nicht, wo wir die H?user pflanzen sollen."

  Ambellmi l?sst über der Landestelle einen riesigen Würfel entstehen, dessen dicke Kristallw?nde sich luftdicht in den Boden senken und der genug Platz bietet für eine kleine Genville-Siedlung.

  Fast ehrfürchtig betrachtet Giftstrauss das riesige Bauwerk und sagt: "Wozu brauchen wir ein langsam wachsendes Atmosph?renqualle, wenn du so schnell ein Schutzwürfel hin zaubern kannst?"

  Ambellmi: ""Erstens wird das Qualle das geeignete Zusammensetzung des Luft herstellen und stabilisieren, was dieses starre Klotz nicht kann. Zweitens k?nnen die Marsleute mit den Quallen ihr Siedlungsfl?che beliebig erweitern, ohne auf mein Hilfe angewiesen zu sein. Drittens passen tote Kristallw?nde nicht zu einem lebendigen Genville. Viertens müssten überall Schleusen eingebaut sein, damit die Leute raus und rein k?nnen. Fünftens müssten wir, um dieses tote Schleusentechnik zu reparieren, ein industrielles Infrastruktur aufbauen ...""

  Giftstrauss versucht den Redefluss zu stoppen: "Ja, ja, schon gut. Ich war nur ein Moment lang sehr beeindruckt von deinem Bauwerk."

  Giftstrauss, l?chelnd: "Es ist eben nicht einfach, mit einem Gottwesen zusammen zu arbeiten, ohne nicht ab und zu erschlagen zu sein von seinem Kraft."

  Pferdchen protestiert: "Wenn wir grad bei Kraft sind ... Warum müssen wir hier das Siedlung bauen, wenn Ambellmi nur daran zu denken braucht und schon ist es geschehen?"

  Giftstrauss versetzt Pferdchen einen Tritt, der es mehrere Meter durch die Luft schleudert und schimpft: "Du faules Bombe! Willst du gar nichts mehr tun in deinem Leben und nur noch herum liegen? Soll Ambellmi vielleicht noch dein Verdauungsfunktionen übernehmen?"

  Pferdchen ist ohne Probleme auf seinen Beinen gelandet und spottet: "Klar, dann k?nnte es meine Fürze in feine Düfte verwandeln und du müsstest nicht mehr so leiden."

  Die drei Wesen lachen.

  Giftstrauss nimmt die Samen für H?user und Essgarten von Ambellmis Rücken und sagt, immer noch grinsend: "Dann lass uns jetzt das Siedlung pflanzen!"

  Szeneanfang:

  Am Nachmittag steht Martin Eck am Ufer des Weihers in Genville und starrt Gedanken verloren aufs Wasser.

  Doktor Meer n?hert sich dem Weiher. Auch er ist geistesabwesend.

  Etwas erstaunt bemerkt Meer Martin ...

  ... und n?hert sich ihm. Meer, l?chelnd: "Der Weiher zieht die Nachdenklichen an."

  Martin fühlt sich gest?rt und antwortet leicht ver?rgert: "Ja und er ist so sch?n still."

  Meer, beschwichtigend: "Oh, ich wollte nicht st?ren. Es ist nur ... Manchmal hilft eine andere Sicht den Knoten zu l?sen."

  Martin, unfreundlich: "Und warum sollte ausgerechnet die Sicht eines perversen Schl?chters meinen Knoten l?sen?"

  Meer, ernst und ruhig: "Ich war ein Widerling. Aber ich habe mich schon zum zweiten Mal von Ambellmi behandeln lassen, um das Scheusal in einen Menschen zu verwandeln."

  Martin ist überrascht ...

  ... und fragt: "Und wie ist es? ... Kannst du damit leben?"

  Meer ist überrascht: "Natürlich kann ich damit leben ..."

  Meer, neugierig: "Wieso fragst du das?"

  Martin, dunkel vor sich hin: "Tanja konnte es nicht."

  Meer, begreifend: "Oh."

  Meer konzentriert sich, um Martin seine Gefühle verst?ndlich zu machen: "Nun, wenn deine Bedürfnisstruktur sich ver?ndert, hat ein grosser Teil deiner Erfahrung und damit deiner Pers?nlichkeit pl?tzlich keine Bedeutung mehr. Es ist, als h?tte jemand einen Teil deines Selbst weggeschnitten. Wie bei einer Amputation."

  Martin, unfroh: "Und wirst du dich jetzt auch umbringen?"

  Meer, ruhig: "Warum sollte ich? Ich warte, bis neues 'Pers?nlichkeitsgewebe' nach w?chst. Das geschieht, indem mir meine ver?nderte Bedürfnisstruktur t?glich neue Erfahrungen verschafft. Ich bin sozusagen wieder geboren und habe eine zweite Chance erhalten. Früher h?tte ich mit dir gesprochen, um mich an deinem Unglück zu weiden. Heute spreche ich mit dir, um deinen Schmerz zu lindern."

  Martin, bitter: "Woher weisst du, wie gross mein Schmerz ist?"

  Meer h?lt Martin seinen Schmerzmesser vors Gesicht, der etwa ein Viertel anzeigt, und sagt: "Mein Schmerzmesser zeigt, dass du ein Viertel des maximalen Schmerzes empfindest. Das ist doch sehr erheblich."

  Martin schaut verblüfft auf den Schmerzmesser ...

  ... und sagt dunkel vor sich hin: "Dass es so schlimm ist, war mir nicht bewusst."

  Meer, aufmunternd: "Jedenfalls solltest du deinem Leben kein Ende setzen, nur um deinem Schmerz zu entgehen. Wir finden eine L?sung."

  Martin, gequ?lt: "Aber warum hat sie mich verlassen? Habe ich ihr so wenig bedeutet?"

  Meer, interessiert: "Was habt ihr denn bei Tanja ver?ndert?"

  Martin, unglücklich: "Wir haben nur ihre Angstfelder reduziert, weil die sie in eine Wahnwelt getrieben haben. Ich dachte, wenn die Angstfelder schw?cher sind, würde sie sich wieder in die wirkliche Welt wagen."

  Meer, nachdenklich: "Sie hat ja auch in die Realit?t zurückgefunden. Aber da war sie ein Genmonster in einer Welt ohne Gott. Damit war das Fundament ihrer bisherigen Existenz zerbr?selt."

  Martin, leidend: "Aber sie h?tte doch auch sagen k?nnen: 'Dann fülle ich eben mein Leben mit neuen Erfahrungen.'!"

  Meer, nachdenklich: "Sie war vielleicht zu stolz auf ihre Gottesfurcht und ihre gesellschaftliche Stellung als Frau des Stadtpr?sidenten. Vielleicht ertrug sie den Demütigungsschmerz nicht mehr."

  Martin, bitter: "Dann h?tten wir diesen Demütigungsschmerz auch beseitigen sollen?"

  Meer, begreifend, bitter: "Ja, verdammt! Ambellmi h?tte ihr Herrschbedürfnis mit dem damit verbundenen Demütigungsschmerz l?schen sollen. Dann w?ren ihre Erinnerungen an 'bessere' Zeiten wie bei mir zu bedeutungslosen Erfahrungen einer fremden Person geworden. Und sie h?tte ein neues Leben beginnen k?nnen."

  Gebrochen setzt Martin sich ans Ufer und schl?gt die H?nde vors Gesicht.

  Unbeholfen setzt sich Meer neben Martin und denkt: 'Hm, was soll ich jetzt tun? Ich habe keine Ahnung, wie es in ihm aussehen mag. Mir fehlt jedes Mitgefühl. Ambellmi muss mir unbedingt ein paar Empathiezellen einpflanzen.'

  Unter seinen H?nden laufen Martin die Tr?nen die Wangen hinab, wie er sagt: "Wir h?tten sie also retten k?nnen ... Und ohne Herrschbedürfnis w?re sie vielleicht zu jener zauberhaften Frau geworden, als die ich sie immer gesehen habe ..."

  Meer, hilflos: "Es ... es tut mir Leid."

  Szeneanfang:

  Einige Tage sp?ter ist bereits ein hübsches Mars-Genville am Wachsen. Die Atmosph?renqualle ist mittlerweile gross genug, um die heranwachsenden H?user, Ess- und Zierpflanzen zu überdachen.

  Auch das Wegdopplerwesen ist nun so gross, dass es Ambellmi, Pferdchen und Giftstrauss transportieren kann. Pferdchen und Giftstrauss springen auf Ambellmi. Pferdchen, unternehmungslustig: "Lasst uns jetzt Mars-Genville bev?lkern!"

  Ambellmi: ""Vorher will ich aber noch das Kristallwürfel in Schnelles Energie zurück verwandeln, sonst behindert es noch das Wachstum unseres Siedlung.""

  Pferdchen, fr?hlich: "Dann wandle mal, aber pass auf, dass du nicht das halbe Planet erwischst!"

  Der riesige Kristallwürfel ist zu sehen, w?hrend noch das Lachen der drei zu h?ren ist.

  Pl?tzlich, ohne jedes Ger?usch, ist der Würfel einfach weg.

  Tief beeindruckt starren Pferdchen und Giftstrauss empor zu einer Stelle, wo eben noch eine der m?chtigen Würfelw?nde gestanden hat.

  W?hrend Ambellmi auf die mittlere Plattform des Wegdopplerwesens schwebt, sagt Pferdchen: "Vielleicht sollten wir uns auch Wandlerzellen einbauen lassen. Dann k?nnten wir auch Wunder vollbringen."

  Giftstrauss: "Das will ich nicht. Dann muss ich immer aufpassen, was ich denke. Ich brauche mir nur ein Felsbrocken über deinem Kopf vorzustellen, und pl?tzlich ist es da, f?llt runter und macht Brei aus dir."

  Pferdchen, nachdenklich Giftstrauss betrachtend: "Jemand mit einem so kranken Fantasie wie du sollte wirklich keine Wandlerzellen haben."

  Die drei lachen, werden gleichzeitig halb so gross in die beiden Seitenpavillons des Wegdopplerwesens dupliziert ...

  ... und sind verschwunden, ...

  ... um in Genville, in der N?he des Wegdopplerwesens aufzutauchen, wo ein zweites, halb so grosses Wegdopplerwesens bereit steht.

  Giftstrauss und Pferdchen springen von Ambellmi, ...

  ... um das kleine Wegdopplerwesen zu begutachten. Pferdchen, misstrauisch: "Ich kann nicht glauben, dass sich die Nutzwesen einfach so an unser Vereinbarung halten und brav ein kleines Wegdopplerwesen hinstellen."

  Giftstrauss: "Warum nicht?"

  Pferdchen springt auf die mittlere Plattform und sagt dabei: "Wo bleibt da das Scherz?"

  Kaum berührt Pferdchen die Plattform, federt diese etwas hoch und bef?rdert so Pferdchen ein paar Meter in die Luft.

  Die seitlichen Pavillons bewegen sich zur Mitte hin, als würde ein Buch zugeklappt, ...

  ... und quetschen das in der Luft schwebende Pferdchen zwischen sich ein wie zwei zusammen klatschende H?nde.

  Sofort bewegen sich die Pavillons wieder auseinander, ...

  ... sodass Pferdchen zwar auf den Füssen am Boden landet, aber vom Schlag beduselt hin und her torkelt.

  Lachend kommen Trage, Hilfsorgane, Bioskop und Tank aus ihrem Versteck. Hilfsorgane: "Da hast du dein Scherz!"

  Bioskop: "Das haben wir richtig berechnet, dass du dein Nase immer zuerst rein stecken musst."

  Auch Ambellmi und Giftstrauss müssen lachen. Pferdchen torkelt noch benommen herum, ...

  ... f?ngt sich aber und brüllt: "Ihr zerquetschten Genschrottis, und wenn mein Bombe bei dem Schlag hoch gegangen w?re!"

  Abrupte Stille. Alle schauen betroffen auf Pferdchen, welches finstere Blicke in die Runde wirft.

  Pl?tzlich lacht Pferdchen los und ruft: "Hahaha, rein gefallen! Mein Bombe kann gar nicht hoch gehen, wenn ich es nicht scharf mache."

  Allgemeine Erleichterung, ...

  ... die in fr?hliches Gel?chter übergeht.

  Bioskop zeigt Pferdchen und Giftstrauss, wo sie das echte Wegdopplerwesen versteckt haben, und sagt: "Hier ist euer kleines Version des Wegdopplerwesens. Es wird nicht mehr wachsen."

  Pferdchen und Giftstrauss schleppen das kleine auf die Plattform des grossen Wegdopplerwesens und rufen: "Dann auf nach Natural City!"

  Pferdchen, Giftstrauss und das kleine Wegdopplerwesen verschwinden und sind halb so gross in beiden Pavillons des grossen Wegdopplerwesens zu sehen, ...

  ... um sich ger?uschlos und rückstandsfrei in Schnelle Energie aufzul?sen ...

  ... und in Nullzeit wieder zusammen gesetzt zu werden.

  Wie Pferdchen und Giftstrauss sich umsehen, befinden sie sich in der Kirche, wo Meneor und Piri die krebskranken Kinder gerettet haben. Niemand ist zu sehen.

  Giftstrauss' Blick hat sich auf den Altar gerichtet und bleibt dort h?ngen. Giftstrauss: "Warum h?ngt dieses Kerl dort?"

  Der Altar wird verdeckt durch ein riesiges Plakat von Kommandant Hart, welches von der Decke bis zum Boden reicht. Auf dem Plakat steht: "Hans Hart, unser Retter."

  Pferdchen, unbeeindruckt: "Ist doch praktisch. Hinter diesem Bild k?nnen wir das Wegdopplerwesen verstecken."

  Die beiden tragen das Wegdopplerwesen zu dem Hart-Bild ...

  ... und stellen es hinter dem Bild, aber vor dem Altar ab.

  Die Nonne, welche die Krebs kranken Kinder betreut hat, betritt die Kirche ...

  ... und erschrickt, wie sie die Kampforganismen hinter dem Hart-Bild hervortreten sieht.

  Die Nonne fasst sich aber schnell und ruft streng: "Wer bringt hier Tiere in die Kirche?!"

  Pferdchen und Giftstrauss schauen sich fragend an.

  Pferdchen, zur Nonne, unschuldig: "Wir haben nichts mitgebracht."

  Die Nonne erschrickt, ...

  ... bekreuzigt sich und sagt nerv?s: "Herr, hilf! Ein sprechendes Pferd!"

  Giftstrauss, sp?ttisch: "'Herr, hilf! Ein sprechendes Strauss!' kannst du auch noch sagen."

  Pferdchen kichert.

  Wütend stampf die Nonne auf die beiden zu und schimpft: "Ihr macht euch über eine Nonne lustig? Sch?mt euch!"

  Pferdchen, sp?ttisch: "Tun wir gern, wenn du uns zeigst, wie das geht."

  Giftstrauss kichert.

  Die Nonne steigert sich zuerst noch mehr in ihre Wut hinein, ...

  ... erkennt aber pl?tzlich, wer oder was sie da vor sich hat, und wird bleich vor Schreck.

  Kreidebleich und fast tonlos sagt die Nonne: "Ihr seid Genmonster."

  Gegen das Hart-Bild gerichtet, f?llt die Nonne auf die Knie und betet mit gefalteten H?nden: "O Herr, errette mich! Lass mich nicht wanken in meinem Glauben und bewahre meine Seele vor der Finsternis!"

  Pferdchen, skeptisch zur Nonne: "Glaubst du wirklich, dass dieses Herr Hart solche Dinge für dich tun kann?"

  Irritiert schaut die Nonne zu Pferdchen und sagt: "Ich bete doch nicht zu Hans Hart. Ich bete zu dem einzigen und wahren Herrn, unserem Gott."

  Giftstrauss, neugierig: "Was heisst 'beten'?"

  Die Nonne verliert etwas von ihrer Angst und erkl?rt fast wie beim Religionsunterricht: "Beten heisst Bitten, dass der Herr uns unsere Sünden vergibt, uns behütet und schliesslich einl?sst ins Himmelreich."

  Pferdchen, freundlich und hilfsbereit: "Du willst also in das Himmel? Da k?nnen wir dir helfen."

  Die Nonne ahnt nichts Gutes und fragt zitternd: "Wollt ihr mich umbringen?"

  Pferdchen und Giftstrauss schauen sich fragend an.

  Giftstrauss: "Um in das Himmel zu kommen, brauchst du doch nicht zu sterben."

  Pferdchen, mit einer einladenden Geste, die hinter das Hart-Bild weist: "Ja, schau!"

  Die Nonne erhebt sich und geht argw?hnisch um das Hart-Bild herum, ...

  ... wo sie das Wegdopplerwesen vor dem Altar erblickt. Nonne, verblüfft: "Was ist das?"

  Pferdchen weist auf die Plattform des Wegdopplerwesens und sagt: "Geh mal auf dieses Fl?che beten! Dann kommst du in das Himmel."

  Die Nonne h?rt kaum zu, weil sie nun vom Anblick des Altars ergriffen ist.

  Die Nonne kniet auf die Plattform des Wegdopplerwesens und betet mit geschlossenen Augen zum Altar. Pferdchen und Giftstrauss werfen sich einen Blick zu, ...

  ... berühren je einen Stützarm, der zu einem Pavillon führt ...

  ... und schliessen die Augen, um sich zu konzentrieren.

  Sogleich wird die Nonne in zwei kleine Nonnen aufgesplittet, ...

  ... die augenblicklich verschwinden.

  Die Nonne hat nichts von dem Transport gemerkt und kniet nun mit geschlossenen Augen in Mars-Genville.

  Wie die Nonne die Augen ?ffnet und bemerkt, dass sie nicht mehr in der Kirche ist, gibt sie ein erschrockenes "Ah!" von sich.

  Doch die fremdartige Umgebung zieht sie in Bann ...

  ... und ihre Blicke beginnen die bezaubernd sch?ne Siedlung zu ertasten.

  Nonne, zweifelnd, z?gernd, doch von ganzem Herzen hoffend, dass es so sei: "Bin ich jetzt im Himmel, o Herr?"

Recommended Popular Novels