Neil verspürte sofort… erkannte es an Shannas Anschmiegsamkeit und Lockerheit, dass sie vertrauensvoll in seinen Armen und an seiner Brust lehnte, was fast einem d?mmrigen Zustand von Schlaf glich. Ohne darüber nachzudenken, hielt er seine Gef?hrtin in seinen starken Armen und presste sie an seinen warmen K?rper... darauf bedacht, ihr v?lliges Vertrauen nicht zu missbrauchen und ihr das Gefühl zu vermitteln, sie zu beschützen. Egal, in welcher Lage oder was es kosten mochte. Bis eben war Neil noch mit v?lliger Konzentration bei der Aufgabe gewesen, seiner kleinen Schwester seine Nachricht zu übermitteln... weil er den famili?ren Kontakt brauchte, sich danach gesehnt hatte. Sein Rudelclan fehlte ihm, die dazugeh?rige soziale Verbindung, die Berührungen. Daher freute es ihn umso mehr, dass Shanna sich von ihm halten und berühren lie?. Er brauchte es so dringend wie ein Verdurstender in einer beschissenen, überhitzten und verd?rrten Wüste. Sein Wolf hechelte und wetteiferte mit seiner menschlichen Seite… lechzend alles aufzunehmen, was ihre Gef?hrtin ihnen bot. L?cherlich und erniedrigend in vieler Augen… welch t?richter Narr er war, weil das Schicksal ihm eine Gef?hrtin gegeben hatte, die im natürlichen Verlauf ein erbitterter Feind h?tte sein müssen. Dennoch war es ihm pers?nlich schei?egal, denn er sah hinter dieser Fassade von Shanna. Sie war etwas Besonderes in seinen braunen, wachsamen Augen, das er nicht zu verbergen drohte. Neil sah nicht weg oder ignorierte das Entscheidendste. Niemals. Dafür war diese Frau in seinem Leben viel zu wichtig, sodass sein Herz und das seines Wolfes sich daran klammerten, Shanna zu geh?ren. Ebenso bei der t?glichen oder stündlichen Folter des Wissenschaftlers, der alles daran gesetzt hatte, geheime Informationen aus ihm herauszupressen, oder… warum Neil so anders war als alle anderen Gestaltenwandler. Seine Schnellheilungskr?fte, die ihm ebenso neu und fremd erschienen. Selbst wenn er die Quelle ihres Ursprungs kannte… seine kleine, verwirrende Schwester. Er würde den Teufel tun, sie jemals zu verraten. Lieber würde er sich h?uten lassen, unendliche Qualen der Erniedrigung und des Schmerzes auf sich nehmen, sogar seine beste M?nnlichkeit verlieren… als Sorcha in den Rücken zu fallen. Er würde es für seine komplette Familie und seinen zusammengeschwei?ten Clan tun.
Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf Shanna, die friedlich in seinen Armen ruhte, als h?tte jeder letzte Funke Energie ihren starken, wohlgeformten K?rper verlassen. Es erforderte eine gro?e Portion Mut und vor allem Vertrauen, dass diese Frau sich ihm ergab und ihm die Zügel der Führung überlie?. Es war keine Selbstverst?ndlichkeit und das wollte Neil am allerwenigsten missbrauchen. Allein der Gedanke… nur darüber nachzudenken, graute ihn und seinen Wolf zugleich.
Durch sein gutes Wolfsgeh?r und seine gesch?rften Sinne vernahm Neil ein leises Rascheln und ein winziges Pl?tschern. Als er mit seinen braunen Augen aufschaute, bemerkte er, wie sich kleine Steinchen in den schmalen Bachverlauf fielen. Sein aufmerksamer Blick wanderte über die zierliche und athletisch gebaute Frau vor ihm. Aye, sie war hübsch mit ihren erdbeerblonden Haaren, ihren zweifarbigen Augen, ihrem herzf?rmigen Gesicht und alledem, was Sinnlichkeit verk?rperte. Dennoch war Shannas Schwester bei Weitem nicht so hübsch wie seine Gef?hrtin in seinen Armen. Nur Shanna lie? sein Herz h?her schlagen und lie? ihn seine Umgebung vergessen, was ihn verrückt machte.
Neil starrte in die zweifarbigen Augen der J?gerin gegenüber, die ihn und Shanna aufmerksam beobachtete, als wollte sie nichts verpassen. Eigentlich wollte er sich nicht in das intime Gespr?ch der beiden einmischen, weil es ihm im ersten Augenblick nichts anging. Selbst wenn sie darüber sprachen, woran sich eine Gef?hrtenbindung erkennen lie?. Es war nur ein Bruchteil dessen, wenn sie gegenseitig ihren au?ergew?hnlichen, k?stlichen Duft wahrnahmen. Doch um all das zu begreifen, was solch eine Verbindung beinhaltete, müsste jemand selbst in dieser Lage sein. Ansonsten k?nnte niemand dieses innige Gefühl beschreiben.
?Eigentlich wollte ich mich zwischen euch beiden nicht einmischen“, erw?hnte Neil seine Worte diesmal lauter. Er lie? sie auch nicht aus seinen wachsamen Augen entkommen, die leicht zu flackern anfingen. ?Was auch immer zwischen euch beiden ist… oder was es bedeutet, was zwischen euch ist, will ich vermerken… all das wühlt Shanna innerlich auf. Ich will meine Gef?hrtin nicht…“, sprach er mit gerunzelter Stirn. ?… unterdrücken oder über sie befehlen, aber… wenn ich merke, wie aufgel?st und überfordert sie mit der ganzen Situation ist und auch mit ihren… eigenen Gefühlen, fühle ich mich verpflichtet, als ihr Gef?hrte an ihrer Seite zu stehen. Ohne Wenn und Aber, ebenso sie zu beschützen. In jedem Belang ihres Lebens… ob physisch oder psychisch. Willst du meiner Gef?hrtin… schaden?“ Sein Gesichtsausdruck verh?rtete sich bei seiner Frage, denn wenn es so k?me, würde Neil keinen Spa? verstehen und zu jener Bestie werden, die alle in ihm gesehen hatten, als er diesen Raum mit silbernen K?figen wie einen Fliegenschiss weggewischt hatte.
Kein einziger Muskel bewegte sich im Gesicht von Shannas Schwester, w?hrend sie furchtlos seinen Blick erwiderte. Neil rechnete dieser Frau ihren tapferen Mut hoch an, denn kaum einer ertrug die direkte Provokation eines h?hergestellten Ranges. Niemand, der nur eine gigantische Portion von St?rke oder Wagemut besa?. Oder den irrsinnigen Funken von Unbesonnenheit oder Dummheit… einen wütenden Wolf direkt in die Augen zu blicken. Doch bevor sein innerer Wolf wirklich ihre bohrenden Augen als bedrohlich ansah, senkte sie ihre Augenlider und unterbrach den provokanten Blick. Sein Wolf knurrte zufrieden in ihm, weil er keine Auseinandersetzung wollte. Nicht wenn seine Geliebte so vertrauensvoll in seinen Armen lag. ?Nein, ich will Shanna nicht schaden“, gestand sie mit einer Stimme, die an Sorge und Wehmut grenzte, was Neil durchaus verwirrte. ?Ich wage zu behaupten, dass ich dieses Recht besitze, dies zu sagen, aber… ich freue mich, dass meine kleine Schwester und zugleich… mein M?dchen ein Zuhause und jemanden gefunden hat, der ihr beschützend und loyal zur Seite steht.“
Seine Stirn runzelte sich noch weiter, Worte, die Neil angestrengt in seinem Kopf verarbeitete… bis ihm der Durchblick kam und er genau verstand. ?Augenblick…“, knurrte er verwirrt und irritiert geschnauft zugleich. Hatte er das gerade richtig verstanden? Mein M?dchen…? ?Ihr seid…“, brachte er es nicht über seine Lippen, seine Augen geweitet, als er sich etwas mit Shanna zurückzog.
Ein Seufzen verlie? ihre Lippen und sie setzte sich weiter zurück, als br?uchte diese J?gerin ebenfalls Abstand. ?Ja… ich habe Shanna erz?hlt, was und wer ich für sie bin. Ich habe sie ihr ganzes Leben belogen… nur um sie zu schützen. Vor all dem, was unser Leben ist und wozu wir geboren wurden. Ich wei?, ich mag eiskalt und grausam sein, aber ich war damals unglaublich froh, dass sie geh?rlos war.“
Neil presste vor Wut die Z?hne fest aufeinander, er spannte sich k?rperlich an und sein Wolf war zornig bei diesen Worten. Wenn diese Frau wirklich Shannas Mutter war, verstand er keinen Deut davon. Mütter… nein, generell Elternteile sollten ihre Kinder bedingungslos lieben. Egal mit welchen Makeln, Hürden oder Hindernissen sie zu tun hatten. Jede noch so kleine Seele musste geliebt werden. ?Ich will… nicht lügen“, knurrte Neil finster und blickte Shannas Schwester erbost an. ?Solche Worte will ich nicht h?ren, weil ich es anders sehe. Aye, sie mag nicht h?ren k?nnen, aber allein das ist eine ihrer gr??ten St?rken und eine Seite, die ich an meiner Gef?hrtin liebe und sch?tze. Sie ist mehr als das.“
Ein zaghaftes L?cheln breitete sich auf den Zügen der J?gerin vor ihm aus, was sie… weicher und verletzlicher machte. Ohne die Worte zu h?ren, verstand Neil. ?Ich gebe euch Recht, dass sie nicht h?ren kann… hat sie stark gemacht und darauf bin ich stolz“, meinte sie nickend und ihr Augenmerk ruhte nun auf der d?senden Frau in seinen Armen. Nein, die Worte waren keine Ablehnung von einem Elternteil, weil es nicht geliebt und geschützt wurde. Sondern… sie legte alles daran, dass genau dieser Fall eintraf. Egal, wie schmerzhaft es für dieses Elternteiles war und es zurücklassen musste. Oder wie leer es am Ende ausgehen musste, nicht an dessen Seite zu stehen. Diese Frau vor ihm litt unter der Bedingung, nicht das zu bekommen, was sie sich erhofft hatte... die Zuwendung ihres eigenen Kindes.
Neil h?tte niemals geahnt, dass ihm eines Tages solch ein schlechtes Gewissen plagen würde. Das vor allem einer J?gerin gegenüber. ?Ich muss mich bei dir entschuldigen“, brachte er diese Worte über seine Lippen und war erstaunt, wie ehrlich sie rüberkamen. ?Ich war mit meiner… Verurteilung zu vorschnell.“
Reading on Amazon or a pirate site? This novel is from Royal Road. Support the author by reading it there.
Die J?gerin vor ihm wirkte überrascht, verschloss sich aber sofort wieder und schüttelte mit ihrem erdbeerblonden Schopf. ?Nein, du musst dich nicht entschuldigen. Du… du hast vollkommen Recht. Ich will nur… dass Shanna bekommt, was sie so verzweifelt versucht zu behalten, und sie hat mir deutlich klargemacht, dass du ihr wichtig bist und sie dich zurückhaben wollte. Da es meine Pflicht ist, sie dabei zu unterstützen, damit sie ihr Ziel erreicht. Es spielt keine Rolle, was mit mir geschieht.“
Neil wollte weiterhin nicht zugeben, wie sehr ihre Worte ihn berührten, und sein Wolf wimmerte leise in ihm und erkannte die Entt?uschung und diesen immensen Verlust. Aber eines würde er nicht zulassen… w?hrend er gerade auf seine Gef?hrtin schaute, die vertrauensvoll an seiner nackten Brust lag... konnte er nicht verhindern, sie enger an sich zu betten. Ebenso konnte er dem Drang nicht widerstehen, als er Shanna eine verirrte schwarze Str?hne aus ihrem Gesicht strich. Genauso genoss Neil es, mit seinen Fingerspitzen über ihre zarte ockerfarbene Haut ihrer Wange zu streicheln, die ihm unbewusst entgegenkam… nur als Zeichen, als lechzte sie pers?nlich nach seinen z?rtlichen Berührungen, wie er nach ihren. Vermutlich war Shanna aus diesem Grund überfordert mit all den Emotionen und fand keine M?glichkeit, all das zu verarbeiten, weil sie nie gelernt hatte, damit umzugehen... wenn zuvor ihr ganzes Leben nur aus Kontrolle und Unterdrückung bestand. Dadurch, dass seine Gef?hrtin bereits einige Wochen in seinem Rudelclan lebte, konnte sie die Gabe der Annahme und Aufnahme von Gefühlen noch nicht vollst?ndig erwerben. Jedes andere würde eine überreizung ihres Verstandes bedeuten. Diese überreizung hatte Shanna jetzt bei Weitem überschritten, gerade weil sie zuvor erst seine eigene Bindung akzeptiert hatte und dies ein riesiger Schritt für seine Gef?hrtin aussagte.
?Ich werde jetzt weiter für Shanna sprechen und was ich über unsere Verbindung spüre“, seufzte Neil auf und er hoffte, er überging seine Gef?hrtin nicht und tat das Richtige. ?Ich spüre, wenn ich sehe, wie Shanna dir gegenüber ist und was sie empfindet in diesem Augenblick. Ich glaube, meine Gef?hrtin w?re nicht erfreut über die Worte, wenn du darüber sprichst, dass es keine Rolle spielt, was aus dir wird. Sie sch?tzt und mag dich auf eine Art und Weise, weil du ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens bist. Egal, auf welche Weise und was zwischen euch entstehen mag, aber Shanna will dich nicht verlieren, weil ich diesem Gefühl sehr sicher bin, dass sie traurig w?re und ich will meine Gef?hrtin niemals traurig sehen. Ich werde all ihre Tr?nen und schlechten Dinge entziehen und auf mich nehmen, wenn ich sie dafür l?cheln sehen kann.“
?Ihr seid ein guter Mann“, erwiderte bestimmt die Schwester von Shanna nach einer Weile und ihre Augen spiegelten ein gewisses Gefühl wider, was Neil entspannen lie?. ?Ich verstehe nun, warum Shanna einen intensiven Drang verspürt, dich zurückhaben zu wollen und weil sie sich dieser Gefahr ausgesetzt hat. Daher warne ich dich auch davor, dass unser Vater Richard Henry Lancaster nicht aufh?ren wird, mich oder Shanna zu jagen, weil er uns tot sehen will. Beschütze sie bitte mit allem, was du hast“, verlangte sie ohne weitere Worte.
?Dadurch, dass ich nun wei?, auf welche Weise du zu meiner Gef?hrtin stehst, werde ich auch dir meinen Schutz bieten, sollte dies der Fall sein und eintreffen. Wir lassen keinen zurück, der zu uns geh?rt und du geh?rst zu Shanna und sie wiederum zu mir“, gestand Neil und wer h?tte gedacht, dass sich diese Situation einmal so entwickeln würde. ?Ich würde vorschlagen, für einige Minuten hier zu verschnaufen“, schlug er vor und blickte einmal zu Hamish zurück, der die beiden kleinen Kinder bei sich hatte, mit ihren K?pfen auf seinen Oberschenkeln lagen und sich an ihn schmiegten… ihre kleinen ?uglein geschlossen. Hamishs Augen waren geschlossen, angelehnt an der Felswand mit ihren kleinen, leicht leuchtenden Kristallen, aber Neil wusste, dieser Wolf schlief nicht... sein Atem fiel zu schnell, nur bemüht nicht zu lauschen. ?Bist du einverstanden, Hamish?“
Erst da ?ffneten sich seine dunkelblauen Augen und er erwiderte den Blick mit einem harten, ernsten und festen Ausdruck. ?Ein paar Minuten, auch wenn wir die Zeit nicht dafür haben, muss ich… an die Kinder denken. Da ich sie nicht dorthin überlassen kann, wo die anderen Wesen in dieses Portal verschwunden sind, kann ich sie nicht hetzen“, sprach der Beta aus Hamish und was im Augenblick oberste Priorit?t hatte. Selbst wenn Neil das wilde Aussehen dieses Wolfes beachtete, wie sehr es ihn dr?ngte, seinen Alpha zu befreien… dem er seine Treue geschworen hatte. Ihm pers?nlich würde es nicht anders ergehen, wenn er in seiner Haut stecken würde… wenn er Adair retten müsste und die beiden Welpen bei sich, die von seiner Schwester und seinem besten Freund waren. Sie waren eine eng verschwei?te Familie und die hatte jederzeit Vorrang. Selbst wenn ein schlechtes Gewissen an einem nagten und die Schmach, die er verspüren würde, weil er das nicht vollbracht hatte, wofür sein Sinn als Beta bestand. Beschütze das Rudel und den Alpha. Egal, ob er sein Leben opfern müsste, aber das war seine Bestimmung.
?Eine weise Entscheidung“, erklang die Stimme von Shannas Schwester, die keine Regung ihres Inneren preisgab. Auch nicht, w?hrend Neil ihr wieder seine Aufmerksamkeit schenkte. ?Wir m?gen zwar gelehrt worden sein, solange auszuharren, wie wir k?nnen, ohne unsere Aufmerksamkeit oder Energie zu verlieren. Aber wir kommen irgendwann nach vielen Tagen auch an unsere Grenzen.“
?Wie lange seid ihr schon unterwegs, seit ihr bei uns angekommen seid?“, wollte Neil wahrheitsgem?? wissen. Seit er hier war, besa? er absolut kein Zeitgefühl. Wie Hamish es selbst angedeutet hatte. Nach unz?hligen folterartigen Ablenkungen und dazu den Verlust seines Bewusstseins, was nicht nur einmal vorkam.
?Wir pers?nlich sind gemeinsam fast drei Tage unterwegs“, antwortete sie und Neils Augen weiteten sich kurz und er knurrte leise auf, weil das unvorstellbar war. ?Und wie ich Shanna kenne, wird sie seit dem Aufbruch von dem, woher ihr kommt, keine ruhige Minute sich geleistet haben. Also für sich oder dass sie schlief, um Energie zu tanken. Wir J?ger besitzen den Drang, erst unsere Mission zu erfüllen, bevor wir uns dem Luxus hingeben, um zu ruhen. Daher bin ich sehr beeindruckt, wie vertrauensvoll sich Shanna an euren K?rper ausruht“, redete die J?gerin vor ihm weiter und Neil best?tigte gedanklich sofort ihre Aussage.
?Aye, so ist sie, selbst wenn mich diese Art und Weise sehr beunruhigt“, gestand er und blickte mit einem warmen Blick auf seine Gef?hrtin hinab. ?Welches Datum haben wir heute? Wei?t du das?“, informierte Neil sich zunehmend freundlich, weil er neugierig war, wie lange er sich in diesem h?llischen Labyrinth schon befand und diese Folter über sich ergehen lassen musste.
?Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann müssten wir heute den dreizehnten Dezember haben“, meinte sie und nickte entschlossen, als rechnete sie alles in ihrem Kopf durch.
?Schei?e… was?“, fluchte Hamish wütend hinter sich und sein Zorn war deutlich zu h?ren. ?Solange schon… l?nger als gedacht oder sich angefühlt hat“, brummte er weiter missmutig grollend.
Neil erinnerte sich an den Tag und das Datum, als der Angriff der J?ger stattgefunden hatte. An den Gestank von verbranntem Gummi, die zerst?rten brennenden Autos und dazu den Geruch von Blut. Nie würde er diesen Tag vergessen, der ihn an diesen Anschlag zurückdenken lie?. ?Also sind das für meine Verh?ltnisse fast eine ganze Woche… seit diesem Anschlag“, murmelte Neil leise vor sich hin und runzelte seine Stirn. ?An welchen Tag erinnerst du dich, Hamish?“
Der Wolf knurrte finster, ebenso sein Gesichtsausdruck war der Gleiche. ?Der erste April und der Tag war wirklich ein schlechter Scherz“, sagte Hamish sarkastisch und dass dieser Tag des Schabernacks nun mit dieser Kombination einer Gefangenschaft ein wahrhaft schlechter Scherz war.
Vorsichtig schenkte Neil Shannas Schwester seine Aufmerksamkeit. ?Was ich mich frage... wieso sah es so aus, als würdest du die Stunden und Tage in deinem Kopf ausrechnen, obwohl du eine Armbanduhr tr?gst?“, wies er mit einem Nicken auf ihr rechtes Handgelenk, eine digitale Uhr, die Zeit und Datum anzeigen sollte.
Für einen Moment runzelte sich die Stirn der J?gerin vor ihm und ihre zweifarbigen Augen richteten sich kurz auf ihr rechtes Handgelenk. Leicht erhob sie ihren Arm. ?Ich war schon einmal in diesem Labyrinth und keine der modernen Techniken funktionieren hier. Eine m?chtige Kraft unterdrückt oder schaltet alles hier aus, was nicht hierher geh?rt. Au?er normale Dinge. Die Uhr zeigt nur eine Anzeige an, die verrückt spielt und keinen Zeitpunkt anzeigt“, erkl?rte sie, streckte ihren Arm zu ihm aus und zeigte ihm ihre Uhr. Als Neil darauf blickte und auf das Display, schossen seine braunen Augenbrauen in die H?he. Tats?chlich, sie sprach die Wahrheit, denn die Zahlen und Zeiger drehten sich rapide im Kreis oder würfelten in der Schnelle die Zahlen durcheinander. Das war durchaus au?ergew?hnlich und nun gingen weitere Fragen durch seinen Kopf. Als erstes, wie solch ein magisches Labyrinth entstehen konnte? Noch mehr die Frage… was würde noch alles auf sie zukommen und welche Ver?nderungen mussten sie ertragen?

