?Was mache ich eigentlich hier?“, schrie N?x? pl?tzlich auf, und ihr Gesicht zeichnete sich einen Ausdruck des Schocks ab. ?Was bin ich nur für eine miserable Gastgeberin! Kommt doch rein in meine bescheidene Behausung“, sagte sie mit ausgebreiteten Armen einladend und schlenderte ohne jede Bekümmerung in ihre alte Holzhütte hinein. Shanna riskierte einen Blick zu ihrer Schwester, die noch am Eingang stand. Emily nickte ihr nur zuversichtlich zu... und in Shanna entstanden nur noch mehr Fragen, je l?nger sie in der Anwesenheit dieser Hexe war.
Vorsichtig machte Shanna einen Schritt über die Schwelle... und blieb ruckartig stehen. Ihre Augen weiteten sich bei der Enthüllung, wie es im Inneren aussah. Nicht nur, dass alles düster erschien und die Decke viel niedriger war, womit sie durchaus gerechnet hatte… In dieser Hütte herrscht das absolute Chaos. überall lagen Berge von Büchern und Pergamentrollen gestapelt auf dem Holzboden, kleine Teppiche verteilt, aber unordentlich drapiert... jederzeit eine Stolpergefahr. Viele gro?e Krüge stehen in irgendwelchen Ecken, und unz?hlige kleine Flaschen in unterschiedlichen Formen und Gr??en quollen aus den Regalen. Schaute Shanna nach links, erkannte sie einen l?nglich gezogenen Türbogen, der die Hütte offener gestalten sollte... aber… am Rahmen hingen… sah sie das richtig… kleine Schrumpfk?pfe? Einige in erschreckenden Formen mit verzerrten getrockneten Gesichtsausdrücken. überall hingen von der Decke Büschel getrockneter Kr?uter und Knochen, als w?ren sie eine Kunstdekoration. So wie die brennenden Kerzen ohne Halter... einfach auf dem Holzboden oder anderswo abgestellt, w?hrend das Wachs am Rand hinunterl?uft... ohne jegliche Schutzma?nahme. Wie all das hier eingelagert war, lie? sich nur auf zu viel schlie?en. Ebenso im hinteren offenen Zimmer, wo ein riesiges Bett stand… darauf lagen weitere Bücher… keine Chance, darin zu n?chtigen. Vor Shanna stand ein zugestellter Tisch mit vier Stühlen, und dahinter ein offener Kamin, der verbrannte. Darüber hinaus hing ein riesiger schwarzer Eisenkessel, als brodelte schon etwas Unheilvolles darin. Die rechte Seite sah nicht besser aus... alles zugestellt, kaum eine M?glichkeit, vernünftig zu laufen, ohne gegen etwas anzusto?en. Dazu die dicke Luft und der feine Staub, der in der Luft lag und in ihrer Nase kitzelte. Fenster… die Scheiben mit einer dunklen Schicht bedeckt, die kaum einen Sonnenstrahl durchlie?en. Wenn die Sonne überhaupt schaffte, über die Spitzen dieser hohen B?ume zu lügen.
Wie konnte jemand hier leben?
Shanna schaute gerade rechtzeitig auf, als sie Bewegungen vor sich sah. Emily war zu der Hexe auf die andere Seite des Tisches gegangen. ?Es ist immer dasselbe mit dir, N?x?... jedes Mal dasselbe Chaos“, sagte ihre Schwester aufgebracht. Das wohl musste hei? sein, dass sie schon einige Male hier für Ordnung gesorgt hatte.
Emily nahm Dinge und stellte sie an Orte, wohin sie geh?rten, aber die chaotische, verwuselte Frau nahm sie wieder und stellte sie an ihre ursprünglichen Pl?tze zurück. ?Nichts gegen meine Ordnung“, widersprach N?x?. ?Nur das Chaos beherrscht das Genie… aber das wirkliche Genie beherrscht das Chaos.“
?Von wegen. Alles w?chst dir hier über den Kopf. Es sieht noch schlimmer aus als beim letzten Mal, als ich hier war“, beschwerte sich Emily und deutete auf den ganzen Kram, der auf dem Boden herumlag. Shanna mischte sich nicht ein... Dafür konnte sie die Hexe zu wenig.
?Gar nicht wahr. Das letzte Mal war vor einem Monat, und da hat sich kaum etwas ver?ndert“, behauptete N?x?. ?Alles dient meinem gemütlichen Komfort, und ich lebe gerne so. Zumal ich all das für meine traumatische Bew?ltigungstherapie brauche. Ich lebe noch immer tragisch darunter.“
?Du meinst doch… immer noch das …“, stockte Emily missmutig. Zum ersten Mal sah Shanna ganz offene Emotionen bei ihr... etwas, das sie gar nicht gewohnt war.
?Doch genau das “, summte N?x? zustimmend, und ihr Gesicht sah aus, als h?tte sie in etwas wirklich Saures gebissen. ?Das war wirkliche psychische Folter, was sie damals mit mir gemacht hatte, und das hat sich in mein Gehirn eingebrannt… wie nichts anderes“, sagte sie und deutete mit einem dünnen Zeigefinger auf ihre Stirn, als sie ihre verheerende Situation noch verdeutlichen wollte.
?Was… was soll das für einen psychischen Folter gewesen sein?“, fragte Shanna irgendwann, weil sie bei nichts mitkam... und beendete vielleicht das ja ihr streitendes Gespr?ch. Als h?tte nur sie Mitgefühl für diese Lage.
?Oh, gut, dass du fragst, liebe Shanna“, strahlte pl?tzlich das Gesicht der Hexe erfreut auf, aber gleichzeitig leidvoll.
?Oh nein“, sagte Emily gleichzeitig und fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht.
N?x? kam um den Tisch herum, zog einen Stuhl hervor... auf dem irgendwelche dunklen Stoffe lagen... und schob sie einfach hinunter. Sie fielen zu Boden… und blieben dort liegen. ?Setz dich“, sagte die Hexe und starrte Shanna mit ihren wei?en Augen an. Eigentlich hatte Shanna absolut keine Zeit und wollte keine Sekunde verschwenden, aber sie hatte das Gefühl, dass nichts und niemand diese Frau hetzen durfte… oder konnte. Also setzte sie sich. N?x? ging wieder um den Tisch herum und setzte sich ihr gegenüber. ?Wei?t du, als die J?ger mich gefangen genommen hatten“, fing sie an... und jeder konnte dieser Frau ansehen, dass dies keine erfreuliche Erinnerung war. Nicht, wenn der Satz mit ‘J?ger‘ und ‘gefangen‘ begann. ?Sie h?tten mich in diesem Labyrinth überall hin sperren k?nnen, aber… neeiiin, sie mussten mich an den grauenhaftesten Ort der ganzen Mythenwelt stecken. Meine Seele hat hochgradigen Schaden genommen“, sagte sie mit bewegten Worten und legte eine Hand auf ihre Brust. ?Auf eine Ebene des Grauens… eine zu grelle Welt für meine damals noch gesunden sensiblen Augen. W?re ich doch nur schon da blind gewesen! Aber nein, diese Welt funkelte nur vor unn?tigem Glanz. Alles… absolut alles funkelte, was mein Augenlicht erreichte. Egal ob Steine, B?ume, Gras, Bl?tter, das Wasser… oder sogar der unn?tige Dreck unter meinen nackten Fü?en. Schauderhaft… selbst die Luft war von diesem glitzernden Mist erfüllt, als rieselte alles in einer Endlosschleife vom funkelnden Himmel“, jammerte N?x?, schlang ihre dünnen Arme um ihren zierlichen K?rper und schüttelte sich leicht, als würde die Erinnerung... und das blo?e Darüber-Sprechen... eine weitere traumatische Erfahrung ausl?sen. ?Das Schlimmste kommt noch… als w?re das nicht schon genug gewesen. Nein, natürlich nicht… dieses glitzernde Zeug… ich fühlte mich regelrecht davon vergewaltigt, wie es in meinen K?rper eingedrungen ist... qualvoll und langsam... als h?tte es eine Symbiose mit meinem K?rper getrieben. Pure Vergewaltigung und absolute Qual. Sag mir, wenn das keine traumatische Belastung für meine zarte Seele ist… sie ist gebrochen, aber auf die schlimmste Art und Weise.“
Shanna sa? da und wusste nicht, ob sie all die Worte von N?x? richtig von ihren Lippen gelesen hatte. Sie sa? wie erstarrt da und starrte die Hexe nur an… unf?hig, darauf zu antworten. Etwas baute sich im Inneren von ihr auf... ein eigenartiger Druck.
?Siehst du, Emily“, redete N?x? pl?tzlich wieder los und zeigte mit einem nackten Finger über den Tisch auf sie, w?hrend sie mit der anderen Hand nach Emilys Kleidung griff. ?Es hat ihre Seele genauso besch?digt wie meine. Allein das zu erz?hlen ist nackter Horror.“
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?Ich glaube, es liegt nicht an deiner Qual, die du durchlitten hast, sondern daran, dass du alles über dramatisierst. Als k?nnte glitzernder Staub mit einem K?rper eine Symbiose eingehen. Das ist v?lliger Unsinn“, widerlegte Emily und l?ste die Hand der Hexe von sich, die sich verbissen an ihr festgeklammert hatte.
?Das ist kein Unsinn!“, schimpfte N?x? emp?rt. ?Jedes Mal, wenn ich niese, kommt eine Wolke von diesem glitzernden Mist heraus. Bei meinem Gesch?ft habe ich mich noch nicht getraut nachzusehen... weil es mich zu sehr gruselt, wenn ich da etwas Glitzerndes-Braunes entdecke. Geschweige von der Flüssigkeit.“
Pl?tzlich platzte es aus Shanna heraus... erst begann es mit einem Glucksen, das sich zu einem irrsinnigen Lachen steigerte und ihr Tr?nen in die Augen trieb. So hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nie gelacht… über Bl?dsinn, der ihren Verstand überstieg. Emilys Gesichtsausdruck war purer Schock, als sie Shanna anschaute... aber sie hatte schon l?ngst mit der eiskalten Distanz abgeschlossen.
?Lacht mich nur aus… eines Tages werdet ihr die Tragweite davon spüren“, meinte N?x?, und Shanna konnte gerade noch ihre Lippen lesen. ?Wer wei?, was Hekate sich damals dabei gedacht hatte, als sie dieses Labyrinth erschaffen hatte. Welches mythische Wesen braucht denn bittesch?n eine Glitzerwelt, um zu überleben?“, schnaufte sie weiter.
Bei diesen Worten stockte Shanna sofort. Selbst Emily reagierte und schaute nun ihre Hexenfreundin an. ?Was meinst du damit, Hekate? Ist sie die Erschafferin des H?llen-Labyrinths?“, fragte Emily N?x?.
Verwirrt schaute N?x? ihre Freundin an, als verstünde sie den Sinn der Frage nicht. ?Das habe ich dir doch schon erz?hlt. Ich habe sogar ein wundersch?nes Buch darüber verfasst… über unsere gro?zügige Hekate, Erschafferin und Retterin.“
?Nein, du hast mir schon viel erz?hlt... und meistens so etwas wie eben... aber darüber noch nicht“, widersprach Emily, und ihr zweifarbiger Blick verengte sich.
?Echt nicht? Mir war so, als h?tte ich das getan“, sagte N?x? seufzend. Sie stand auf, dachte nach und überblickte ihr komplettes Chaos. ?Ah ja“, sagte sie nur, steuerte wie mechanisch durch ihr Nest des Chaos und berührte keinen einzigen Gegenstand, der zu Fall gekommen w?re. Erstaunlich… wie machte sie das? Dabei war sie v?llig blind, aber sie fand sich hier zurecht, als h?tte sie sehende Augen. Shanna war beeindruckt. N?x? ging wie ein Teil dieses Chaos unter und hockte sich vor einem riesigen Stapel von Büchern hin. Mit einem Ruck riss sie eines mitten aus dem Stapel heraus... ohne dass er umkippte. Sie pustete einmal darauf, und eine kleine Staubwolke bildete sich vor ihrem Gesicht, was sie sofort zum Niesen brachte. Nicht nur einmal. Shannas Augen weiteten sich bei diesem Anblick. Sie hatte die Wahrheit gesprochen… kaum dass sie nieste, entstand ein glitzernder Staub vor ihrem Gesicht. Wütend wedelte N?x? mit der Hand... da flog mit einem starken Wind die Tür auf und verbannte jedes kleinste Glitzerkorn aus dem Haus. Mit Hexe-Magie... als Abschluss und Nachdruck schloss sie die Tür mit einem harten Ruck. Shanna konnte sich vorstellen, dass das laut gewesen sein musste. Ja, sie hatte recht... und war sehr traumatisiert. Unter ihrer Handfl?che spürte Shanna eine Vibration auf dem Tisch. Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder den anderen beiden zu, als N?x? ein dickes, dunkelrotes, schweres Buch auf den Tisch geschmissen hatte, wodurch einiges herunterfiel. Es kümmerte niemanden, dass st?ndig Sachen zu Boden gingen. ?Das ist es. Das ist mein Begleiter zu Hekate“, sagte die Hexe und legte eine Hand auf die Oberseite, als w?re sie wirklich stolz darauf. Sie schlug es auf, und kindliche, bunte Bilder erschienen auf den Seiten, darunter auch Text, den Shanna durchaus lesen konnte.
?Wer ist Hekate genau?“, wollte Shanna wissen.
?Hekate ist unter uns Hexen wie unsere verehrte G?ttin“, erkl?rte N?x? mit einem L?cheln, das echt wirkte. ?Zumal sie über die Macht der Magie steht und uns Hexen sehr zugetan ist. Sie ist sehr m?chtig, und wir profitieren von ihrer Macht.“
?Und was meintest du, sie habe das Labyrinth erschaffen?“, fragte Emily neben ihr.
?Weil Hekate die Erschafferin dieses Labyrinths ist... das, was ihr J?ger an euch gerissen habt“, sagte N?x? schnaubend und missbilligend. Shanna konnte es aus ihren Worten herauslesen. ?Die Hunter h?tten nie solch gro?e Macht oder Talent, etwas derart Gro?es zu erschaffen. Dafür seid ihr zu niedere Wesen. Vor langer Zeit“, fuhr sie fort und deutete auf eine Abbildung, wo eine Frau in magischem, strahlendem Licht dargestellt wurde. Sie schwebte in der Luft, und unter ihr erschien ein verzweigtes Netzwerk. Wenn N?x? das wirklich alles selbst gezeichnet und geschrieben hatte, besa? sie auf ihre Art Talent... gerade weil sie nicht sehen konnte. ?Auch schon viele Jahrhunderte zuvor hatte die Mythenwelt mit euch J?gern zu k?mpfen. Ihr wart stets eine Bedrohung für uns und ein gemeinsamer Feind... ohne jede Zurückhaltung und daher verhasst“, erz?hlte sie weiter. ?Au?er ihr beide, ihr seid eine Ausnahme“, kicherte sie, als sagte sie das als Kompliment. ?Jedenfalls haben all jene G?tter eine Aufgabe... sie erhalten das Gleichgewicht aufrecht. Auch die, die ihre eigenen V?lker erschaffen hatten, besa?en ihre eigenen M?chte. So machte Hekate es sich zur Aufgabe, ihren Teil dazu beizutragen.“ N?x? bl?tterte einige Seiten weiter. ?Sie erschuf dieses Labyrinth unter ihrer gr??ten Macht und Aufgabe... ein Gebilde auf vielen Ebenen und Welten. Sie erschuf R?ume und Dimensionen, die jedes Denkverm?gen übersteigen. Sie dachte an jede einzelne Rasse und ihre Bedingungen… indem sie für jedes Volk ein Gebiet erschuf, in dem es leben und überleben konnte. Wie zum Beispiel Wassernixen, die nur in Wasser existieren k?nnen, bekamen eine Welt aus Wasser, soweit das Auge reicht. Jeder sollte sich frei fühlen und das unter einem sicheren Hafen.“ N?x? bl?tterte weitere Seiten, und farbige Bilder verschmolzen in einem Zusammenspiel. Als w?re es magisch... je l?nger Shanna hinschaute. ?Als Hekate aber fast fertig war, bemerkten die J?ger jedoch, welchen Plan sie verfolgte... und auch andere G?tter, die es zerschlagen oder einnehmen wollten. Dieses Labyrinth existierte bereits, und an vielen Orten gab es gelbe Kristalle, die als Wegweiser zu dieser Zuflucht für Mythenwesen dienten. Als die J?ger dies bemerkten, nahmen sie nur wenige Kristalle für sich und zerschlugen alle anderen, die sie finden konnten. Sodass kein Wesen von unserer Seite mehr Macht darüber verfügte. So entstand das heutige H?llen-Labyrinth mit all seinen schrecklichen Facetten... etwas, das Hekate nie damit beabsichtigt hatte. Es sollte kein Ort des Horrors oder des Schmerzes sein, sondern der Rettung und Heilung, weil wir zu viel verloren haben.“
Als Shanna diese Geschichte h?rte, verstand sie nun einige Aspekte... auch die der Mondg?ttin. Sie hatte gesagt, sie h?tte keine Macht über diesen Ort oder k?nne nicht dorthin. Das ergab jetzt einen Sinn. Kein Gott würde wollen, dass ein anderer Gott sich in sein Reich einmischte, es ver?nderte oder zerst?rte. Daher bekam sie kein Recht. G?tter waren in ihren eigenen Dimensionen in Sicherheit und brauchten solchen einen Ort nicht... wie alle anderen Wesen und Kreaturen. Dennoch hatte Hekate Demut gezeigt und allen V?lkern Zutritt gew?hrt, selbst denen, die von anderen G?ttern erschaffen worden waren. Allein um dieses Gleichgewicht zu erhalten.
?Wieso unternimmt Hekate dann nichts, wenn wir J?ger es euch weggenommen haben?“, fragte Emily. ?Es w?re ihr doch so viel einfacher... sie besitzt so m?chtige Macht.“
?Weil sie ihre ganze Energie aufgebraucht hat“, antwortete Shanna beil?ufig, als machte all das einen riesigen Sinn.
?Ooooh, du hast es verstanden“, sagte N?x? lachend, w?hrend Shanna sie anstarrte. ?Das stimmt. Hekate verbrauchte ihre ganze g?ttliche Macht für so eine gro?e Aufgabe und liegt nun irgendwo in einem tiefen Schlummer… solange, bis sich ihre Kr?fte wieder angesammelt haben. Das kann einige Jahrhunderte oder Jahrtausende dauern. Man wei? ja nicht einmal, wann genau dieses Labyrinth erschaffen wurde. Es wei? ja niemand, dass dieser Ort eigentlich als Zuflucht gedacht ist.“
?Woher wei?t du dann von diesem Ort?“, fragte Shanna neugierig. Sie konnten jede Information nutzen.
?Keine Ahnung“, sagte N?x? und zuckte mit den Schultern. ?Als ich damals im Labyrinth mein Augenlicht verloren hatte… nun, seit diesem Zeitpunkt trage ich dieses Wissen in mir… als... als w?re ein kleiner Funke von Hekate in mir übergesprungen. Wie… als h?tte jemand einen hohen Preis für einen anderen Preis bezahlt.“
Shanna spürte, wie ihre Gedanken rasten... ein Wirbel aus Verzweiflung, Entschlossenheit und der unb?ndigen Sehnsucht nach Neil. Die M?glichkeiten schrumpften auf ein Minimum zusammen, doch sie klammerte sich an den einzigen Faden, der ihr noch blieb... einen Weg hinein und wieder hinaus zu finden. Es gab keine Alternative. Sie musste Neil nach Hause bringen. Shanna atmete tief ein, straffte ihre Schultern und sah N?x? direkt in die milchwei?en Augen, die sie trotz Blindheit irgendwie zu fixieren schienen. ?Gibt es noch irgendwo einen dieser gelben Kristalle, damit jemand in dieses Labyrinth kann?“, fragte Shanna mit festerer Stimme. ?Kennst du einen, N?x??“

