Noch immer tobte Lucien vor Zorn und er k?nnte Dinge zerst?ren, worin er aber keine Befriedigung finden würde. Diese Frau legte in ihm einen Schalter um, der ihn mehr als reizte. Normalerweise war er nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen und es bedurfte eines ordentlichen Talents. Diese Elfe besa? etwas, was auch seinen inneren Drachen aufs ?u?erste ergrimmte.
Seit Lucien diese Frau in seinen Kerker geworfen hatte und ein schlechtes Gewissen besa?, er sicherlich nicht. Sie hatte es verdient, denn er hatte ein Recht darauf. Es wurde ein Diebstahl an ihm verübt und durch seine hohe Reizbarkeit in ihrer N?he konnte er sich einfach nicht zügeln. Schlie?lich hatte er es zuvor ruhig kl?ren wollen und ihr eine Chance erm?glicht, aber diese Elfe ignorierte sein Entgegenkommen. Wieso reagierte er überhaupt so sensibel in ihrer N?he? Lucien brauchte sie nur anzuschauen und an sie zu denken, da steigerte sich schon sein Puls und seine Gereiztheit. Was stimmte nur nicht mit ihm? Sie war doch nur eine normale Elfe, die es geschafft hatte, etwas von ihm zu stehlen und das hatte zuvor noch niemand vollbracht. Vielleicht war es genau das Problem, wieso sie ihn so auf die Palme brachte. Klar, sein Ego war gro? und gerade war es m?chtig angekratzt, w?hrend gleichzeitig seine Macht in Frage gestellt wurde. Drachen waren eben eine hochmütige und m?chtige Rasse, aber wurde ihr Ehrengefühl verletzt, konnten sie durchaus ungemütlich werden.
?Verdammt...“, fluchte und knurrte er nur wütend. Langsam wusste, dass er mit seinen ganzen Emotionen nicht wohin und beschloss deshalb, seine ganze Energie in eine Jagd auf Nahrungssuche zu geben. Vielleicht würde auch ein ausgiebiger Rundflug in seiner Drachengestalt ihn ebenfalls auspowern. Lucien erkannte selbst, dass er runterfahren musste, bevor er seine endgültige Kontrolle verlor. Was gab es dann nichts Besseres als eine intensive Jagd und ein Flug durch die Lüfte?
Lucien stand an seinem H?hleneingang und verwandelte sich in seinen Drachen. Gerade wollte er abheben, hielt aber inne, als sein m?chtiger Kopf nach unten schaute und auf seine Kralle starrte, die kurz zuvor die Elfe gelegen hatte. Nur ein winziger Fetzen drang durch seinen vernebelten Verstand durch und es zermarterte sein Gehirn. Er antwortete und versuchte, den Ballast seines Fluges mit ihr zu finden. Eine Sache daran war merkwürdig und ihre reine Furcht war gigantisch gewesen. Sie hatte es wie gro?e Wellen von sich abgesondert und offensichtlich verkraftete sie das Fliegen nicht. Es war nur H?henangst, die viele besa?en. Doch irgendwas st?rte ihn an dieser Situation. War war verflucht nochmal anders an dieser Frau?
Es brachte nichts, je mehr Lucien sein Gehirn darüber zerbrach und er bekam keine plausiblen Antworten. Seine ledrigen Schwingen breiteten sich aus und erhob sich in die Lüfte. Er musste die Sache anders in die Hand nehmen und das beschleunigen. Zumal er auch seinen blutroten Rubin wieder bekommen wollte, und danach konnte er in sein altes Leben zurückkehren. Er konnte dann dort weitermachen, wo er zuletzt aufgeh?rt hatte, weil da noch alles in Ordnung und ohne Probleme war. In einem Leben voller Gelassenheit und Ruhe. Nur wie die Dinge gerade standen, war Lucien weit davon entfernt. Damit er sein Ziel erreicht hat, würde er wohl noch mehr Druck auf die Elfe ausüben müssen. Er würde seinen Schatz wiederbekommen, selbst wenn er Spiele spielen musste und es der reinste Wahnsinn war, aber Drachen waren wie diebische Elstern. Sie wollten alle gl?nzenden und wertvollsten Dinge auf dieser Welt besitzen. Nur für sich allein. Sie teilen niemals .
Es grenzte an über eine Stunde und er fühlte sich ausgeglichener, als Lucien sich seiner Jagd hingegeben hatte, und wollte gerade wieder seine H?hle ansteuern. Er war sogar kurz vor der Landung zu seinem H?hleneingang, als er wieder dieses eigenartige Gefühl verspürte. ?Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wie...“, flammte sofort wieder sein feuriger Zorn auf.
Diese Frau... Wie hat sie es geschafft, aus meinem Kerker zu entkommen?
Normalerweise hatte Lucien das Schloss zu seinem Verlies mit einem kleinen Zauber versehen, den er von einer Hexe bekommen hatte. Er war nicht besonders stark, aber reichte dennoch aus, um diejenigen Paparinnen zu behalten, die sie bleiben sollten. In ihrer Zelle.
Lucien stürmte durch sein H?hlensystem und folgte ihrem Geruch nach den ersten Strahlen eines sonnigen Morgens, der seit ihrer ersten Begegnung sich in seiner Nase gebrannt hatte. Es berauschte ihn wie die sü?este Verlockung und das intensivste daran war, es fühlte sich wie ein ?tzender Kompass an und leitete ihn automatisch zu ihr hin. Diese Duftspur führte ihn direkt in seine Schatzkammer. ?Was glaubst du, tust du da und nimmst dir erneut heraus, dich an meinen Hort zu vergreifen? Du schürst mit Absicht meinen Zorn“, brüllte Lucien in seiner m?chtigen Drachengestalt durch seine H?hle und brachte es zum Beben. Diese Elfe erschreckte sich bei seinem Ausbruch und lie? den Gegenstand klimpernd fallen, den sie gerade in ihren H?nden gehalten hatte. Langsam verwandelte er sich in seine menschliche nackte Gestalt zurück und funkelte sie mit glühenden Kohlen an.
Diese durchtriebene Diebin.
Gerade wollte die Elfe ihren Mund aufmachen, aber er brachte sie mit einem drohenden Knurren zum Schweigen. ?Wage es ja nicht, ich will deine verfluchten Lügen und Ausreden nicht h?ren“, zischte Lucien zwischen seinen zusammengepressten Z?hnen hervor und sein Kiefer tat durch den Druck schon schmerzhaft weh. Er griff nach ihrem linken Oberarm und zerrte sie an sich heran. ?Wie bist du überhaupt aus meinem Kerker entkommen?“, verlangte er knurrend eine Antwort. Ihre weitaufgerissenen Augen und ihr erstarrter K?rper, waren Beweis genug für ihn, was für eine Angst er verbreitete. Sie war zu einer Salzs?ule erstarrte und Lucien sah etwas in ihren silbernen Augen, was er nicht wirklich deuten konnte. Der Angstgeruch verschwand urpl?tzlich und er konnte nur noch eine Leere in ihrem Blick wahrnehmen, als... erwartet sie etwas? Nein, es war etwas anderes und es wurde für ihn immer unschlüssiger. War der Krieg mit ihr los? Einen Augenblick darauf verzog die Elfe leicht ihr Gesicht und der Schmerz spiegelte sich darin weiter. Er sah, dass sie es zu verbergen versuchte, weil sie kein Ger?usch von sich gab. Doch nur das kurze Aufblitzen von Qual war ihm nicht entgangen und Lucien registrierte, er hatte ihren Oberarm zu fest zugedrückt. Sofort lockerte er seinen harten Griff, ohne sie loszulassen. War der Krieg mit ihm los? Das war nicht seine Kunst, wie er bereits festgestellt hatte. Ja, er verga? sich ihr gegenüber und er empfand kein Mitleid für sie. Dennoch besa? er einen Drang, genau das Gegenteil zu tun. In seinem Inneren steckt ein Wechselbad der Gefühle. Pures Chaos.
The genuine version of this novel can be found on another site. Support the author by reading it there.
?Antworte mir“, brüllte Lucien sie an, weil es ihn wütend machte, weil sie bei ihm eine solche Verwirrung hervorrief. Er bemerkte ihre Zurückhaltung und wie sie versuchte, ihn nicht zurückzuschrecken. Nun versteht sie wahrhaftig nicht mehr. Jedes rationale Wesen, was bei Verstand war, würde sofort ein Fluchtempfinden verspüren und sie verharrte in ihrer Position. Sie schien zu spüren, sollte sie jetzt flüchten, würde es die Laune seines Drachen noch weiter verschlechtern. Sie tat gerade das einzig Vernünftige. Das erkannte selbst Lucien in seinem Rausch seines Zorns. Diese Erkenntnis traf ihn wie ein brutaler Schlag.
Lucien war nicht der erste Drache, dem diese Elfe begegnet war und sowie ihre Reaktionen waren, hatte sie keine besonders guten Erfahrungen mit seiner Art gemacht. Vielleicht irrte er sich und er würde es gerne wissen wollen. Diese Frage blieb ihm aber im Halse stecken, als er eine Energie hinter sich empfand, die Gefahr ausstrahlte. Zu sp?t, weil er zu sehr von dieser Frau abgelenkt war.
?Lucien De la Cruise, der Unbarmherzige, Zerst?rer und zukünftiger K?nig der Drachenhorde“, waren diese Worte eine Form der Anklage, und der eiskalte Ton lie? alles um ihn herum erfrieren.
?Jesaja, die Hüterin von einem Volk irrsinnigen Glaubens, das nicht eingebildeter und hochmütiger sein k?nnte“, verspottete Lucien den Engel mit einem geh?ssigen Gesichtsausdruck, w?hrend er sich zu ihr umdrehte. Doch er traute seinen Augen nicht, aber sie besa? ihre vollendete Gestalt. Ein Leuchten umhüllte sie wie ein leichter Schleier und dadurch erhielt sie eine liebliche sch?ne Existenz. Zumal sie auch ihre Flügel zurückerlangt hatte, und ihre Macht pulsierte aus ihrem K?rper. Ihre schmutzige Gestalt war wie mit einem Fingerschnipsen ihrer himmlischen Kraft g?nzlich verschwunden. Da bemerkte er auch den leuchtenden Lichtkristall in ihrer Hand. Nein, das durfte nicht sein. Blitzartig drehte er sich wieder zu der Elfe um und schubste sie unsanft zur Seite, weil er auf das Podest schauen wollte, der nun leer war. Dieser Kristall war in eine goldene Halskette eingearbeitet, den Jesaja sich nun anlegte. Dieser Halsschmuck war edel verziert und mit heiligen Schriften versehen. Heilige Schwüre, das wusste Lucien. Nun lag die Kette wieder an den Platz zwischen den Brüsten des Engels.
Diese Frau sollte mich ablenken.
Mit seinen feurigen Augen wandte Lucien sich der Elfe zu. Diesmal wich sie zwei Schritte vor ihm zurück. Durch ihre aufgerissenen Augen konnte er sich in ihnen reflektieren und sah das Feuer, welches er verstr?mte. Sein Drache kratzte schmerzhaft unter seiner Haut und zerriss es beinahe in Stücke. Wie konnte sie es nur wagen? Er wollte ihr zeigen, mit wem sie sich anlegte. ?Du hast dir den falschen ausgesucht, Elfe. Wie n?rrisch von dir“, knurrte Lucien wutverzerrt und erhob seine Hand, damit er sie packen konnte.
?Wage es sie nur ein einziges Mal anzurühren, Lucien“, durchbrach Jesaja die hitzige Atmosph?re schneidend.
Er hielt inne und wandte sich dem Engel zu. ?Du hast kein Recht, dich da einzumischen. Das ist eine Sache zwischen mir und ihr. Sie hat mich bestohlen und das gleich zwei Mal. Sie hat eine Strafe verdient und ich besitze das Anrecht, sie dafür bezahlen zu lassen“, zischte Lucien.
?Ein Recht?“, wurde ihre Stimme noch eine Spur eisiger und er konnte den wütenden Hass heraush?ren. Engel konnten unbarmherzig werden und dadurch zeigte sie mit einem Finger anklagend auf ihn. ?Du besitzt dieses Recht nicht, weil du ein Teil von mir gestohlen hast. Ich klage dich an, Lucien De la Cruise. Du hast eine Situation ausgenutzt und mich meiner selbst beraubt. Dazu hast du mich wie ein Tier in dein dreckiges Loch geworfen. Ich war noch nicht einmal in der N?he deines Territoriums, sodass du dich h?ttest bedroht fühlen müssen. Der Zorn und die unb?ndige Wut, gebührt mir allein. Das wirst du mir bü?en und das schw?re ich beim Mythos“, schwor Jesaja. Schwor jemand beim Mythos, war es unumg?nglich. Dieser Schwur band und zwang einen dazu, diese Verpflichtung einzuhalten. Es war für die Ewigkeit und niemand konnte solch eine Verbindung brechen, weil eine unbekannte m?chtige Kraft alle Mythenwesen gefügig machte. Sie mussten ihre Pflicht erfüllen, egal wie viel Willenskraft sie aufbringen würden. Widersetzte sich jemand, würden sie unendliche Qualen erleiden. Daher war der einzige Weg nur, indem der bindende Schwur erfüllt wurde und dieses Band zum Mythos l?ste sich im Nichts auf.
Jesaja meinte es absolut ernst. Egal ob sie Jahrzehnte, Jahrhunderte oder Jahrtausende dafür brauchte, aber sie würde ihn brutal bü?en lassen. Der Mythos zwang sie nun dazu. Eins wusste Lucien, sein Leben würde nur noch bedrohlicher aussehen, als es ohnehin schon war. Er musste sogar mit einer verfluchten Belagerung von Engeln rechnen. Vielleicht hatte er eines Tages damit gerechnet, aber nicht in der nahen Zukunft. Vielleicht einige Jahrtausende sp?ter. Doch sein Ruf w?re nicht umsonst der Unbarmherzige und der Zerst?rer, wenn er sich dagegen wehren k?nnte. Sollten sie kommen. ?Versuche es nur, Jesaja. Du wirst dir weiterhin deine hübschen Finger schmutzig machen. Pass nur auf, das ich dir nicht die H?lle auf Erden bereite“, was Lucien als wortw?rtlich nehmen würde. Sein Feueratem war wie ein H?llenfeuer, w?hrend er h?hnend l?chelte.
?Wenn dir diese H?lle nicht zuvorkommt. Eines Tages wird dir dein dreckiges Grinsen und dein überw?ltigendes Ego noch im Halse stecken bleiben. Du wirst es bitter bereuen und ich freue mich auf diesen Tag, der kommen wird. Du wirst bettelnd auf dem Boden liegen“, lag nun solch eine Boshaftigkeit auf ihrem Gesicht und niemand würde glauben, sie geh?re noch zu einem sanftmütigen Volk.
Das Grinsen von Lucien verwandelte sich zu puren Hass um. Hiermit wurde wohl ein Krieg zwischen Drachen und Engeln geschürt, weil beide V?lker noch nie die besten Freunde gewesen waren. Weniger als das, aber normalerweise hatten sie vor sehr langer Zeit einen Waffenstillstand beschlossen. Ein Pakt, der Engel und Drachen daran hinderte, zu t?ten, weil beide Seiten m?chtig waren. Doch dieses Abkommen...
?Du riskierst diesen Waffenstillstand zwischen unseren V?lkern wegen so einer kleinen unbedeutenden Elfe?“, richtete Lucien seinen Finger auf die zurückgezogene Frau, die sich v?llig aus ihrem drohenden Streit heraushielt.
Jesajas Blick wurde t?dlich. ?Oh nein, Lucien. Nicht die Elfe ist daran Schuld, sondern allein du bist es. Seit dem Augenblick an, als du meinen Lichtkristall gestohlen hast. Als zukünftiger K?nig und Sohn eines m?chtigen Geschlechts der De la Cruise hast du bitterlich versagt. ?Aber dir schien keine Funke davon übergesprungen zu sein. Dein zu gro?er Stolz und dein Gier allein ist dafür verantwortlich. Jetzt werde ich sehen, wie du dich vor deiner Drachenmutter und deinem ganzen Volk gegenüber rechtfertigst. Versuche es nur“, schüttelte Jesaja entt?uschend mit ihrem Kopf, was ihr seidiges blondes Haar wie ein Eigenleben bewegen lie?. Das war alles eine einzelne Warnung.

